Protected: The Palace of the Owl26.03.2012
Now playing: Anathema - EmptyMood: Clenched teeth

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Protected: Promethean Chains26.03.2012
Now playing: Tito & Tarantula - Clumsy Beautiful WorldMood: Shivering cold

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Grand Gangfuck reloaded..9.03.2012
Now playing: B.B. King - BollereMood: Entschlossen und Vorfreudig

..oder wie man nachlädt während man beschossen wird. Nachdem ich heute Mittag eine Liste von gehackten Dateien auf meinem Server bekommen habe, die sich in die sechsstelligen Bereiche vorwagte, habe ich beschlossen alle Seiten die ich habe Stück für Stück zu überarbeiten. Glücklicherweise sind die meisten Probleme isoliert und behoben, aber eben nicht alle. Ich werde diese Gelegenheit nutzen und die kürzlich erwähnten Änderungen durchdrücken. Kann sein, daß in der Zwischenzeit hier mal kurzfristig was brachliegt, aber es ist halt kein Pappenstiel eine regelmäßig aktualisierte Seite die nun über fast sechs Jhare natürlich gewachsen ist neu aufzulegen.

Die Schritte sind folgende:

  1. Als erstes mache ich mir mal ganz hardcore Gedanken was nötig ist und auf was ich verzichten kann, welche Funktionen sein müssen und welche nativ unterstützt werden, mache mir einige Skizzen und überleg mir wie ich es wohl am gescheitesten anstelle.
  2. Schritt zwei habe ich soeben eingeleitet – der Server hat einen neuen User, eine neue Datenbank, bekommt gerade eine (endlich mal deutsche) neue Version von WordPress draufgebügelt, die nackig ist. Danach kommt das kürzlich beworbene Whiteboard-Framework drauf, daß ich erst ganz am Ende optisch anpassen werde.
  3. Ich werd mir die Tags rausschreiben, etwa ein viertel davon streichen, hierarchische Kategorien einführen und den Content etwas besser gliedern, bevor ich beginne die Beiträge zu übertragen.
  4. Als ob das nicht genug ist, werd ich bis auf Gelegenheitspics eine Galerie anlegen, die (hoffentlich) in den Beiträgen mit verlinkt werden kann, wenns um “mehr” geht als einfach nur ein paar Schnappschüsse. Die Gliederung dafür hab ich zumindest schon mal im Kopf. Hinzu kommen noch Custom Fields mit Stimmung und Musik.
  5. Es wird die angekündigte User-Struktur geben mit verschiedenen Accounts an die ich bestimmte Leserechte übertrage, das bisherige one-use-unverändert-Passwort wird getilgt und ersetzt durch genau diese Zugangsoption. Einloggen wird man sich in der Sidebar können, ganz bequem also eigentlich.
  6. Und dann begann das Blutbad! Ich werde jeden einzelnen – JA, JEDEN EINZELNEN !!1!11 – meiner 536 Posts per Hand korrigieren, in die neue Struktur eingliedern und mit der Galerie querschalten, taggen und anpassen. Glücklicherweise wird das mit ein wenig Vorbereitung recht schnell gehen, so daß ich wenn ich richtig Bock hab mehrere Monate pro Tag schaffe wenn ich mal richtig Zeit hab.
  7. Wenn die Seite soweit fertig ist, daß ich alle Posts drüben hab, werde ich beginnen das Theme auf meine aktuellen Bedürfnisse anzupassen und wenn das fertig wird, werde ich einfach die URL umleiten auf die neue Seite und die hier laufende Installation (Generation Nr. 3) abschalten.
  8. Ein Backup-Automatismus wird mir alle 2 Wochen ein schönes kleines .tar.gz Paket schicken wo ich alles hab, die DB und die Files. Das wird also in dieser Form nie wieder passieren.

Na immerhin treten mir diese verlausten Hacker genug in den Arsch, daß ich mit dem Mist den ich schon lange plane endlich zu Potte komme, auch wenn ich mir wünschen würde, ich könnte das lockerer angehen. Die haben doch tatsächlich in meine .php Dateien (in JEDE!) einen Schadcode gepackt, der base_64 verschlüsselt war und bei Start der Seite aufm Server aufgerufen wird. Während er läuft, stellt sich meine Serververzeichnisstruktur auf CHMOD 777 um, das heißt jeder Arsch und sein Hund kann wenn er will meine Dateien einsehen (die auf dem Server, nicht nur das “Gesicht” wie die Website) und dort löschen und schreiben was er Bock hat. Geht mal garnich!!!

Das Resultat ist immerhin schon absehbar – wenn ich mit der ganzen Scheiße fertig bin (betrifft halt nicht nur diese Site, aber eben primär) – habe ich eine moderne auf allen Endgeräten lauffähige, knackige und saubere Seite, die zu warten ein Genuss sein wird und die nicht irgendwo vor sich hin am stauben ist. Bleibt nur zu hoffen, daß das einigermaßen glattläuft. Ich sehs schon kommen, ich werd eigens eine Groupware-Umgebung einrichten müssen um bei meinem eigenen Projekt nicht durcheinanderzukommen.. :D

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Code deine..7.03.2012
Now playing: Héroes del Silencio - La sirena varadaMood: Technisch angestrengt mit Zunge seitlich draußen

..or the source of the gods? $gods.source($code); Wie auch immer! Willkommen auf der nächsten Evolutionsstufe – die Weichen sind gestellt und die Maschine gerät ins Rollen. Kurs ist HTML5, CSS3 und jQuery – zugegeben, die ersten beiden sind noch in Arbeit, aber was man jetzt schon sehen und nutzen kann, lässt tief blicken: HTML5 vereinfacht einfach alles und nennt die Dinge beim Namen. Es geht damit los, daß man keine irrsinnig definierte DOCTYPE braucht, in der man festlegt was für xyzml man verwenden will und wie. HTML5 macht damit kurzen Prozess: <DOCTYPE html> Ende! Geil, nich? Und so zieht es sich durch die ganze Umstellung, der header heißt jetzt <header> und muss nicht mehr über eine ID deklariert werden, ein direkter Frontalangriff gegen die grassierende DIVitis. Zugegeben, die neuen Elemente haben noch immer Probleme mit der automatischen Höhe, aber ich hoffe das gibt sich noch. Von ein paar langjährigen Begleitern muss man sich allerdings verabschieden – unter Anderem vom target=”_blank” und so Sachen wie <center> – das eine erledigt jetzt JS/jQ und das andere, darum kümmert sich jetzt ausschließlich CSS.

CSS3 rockt ebenfalls die Hütte – mit sog. Pseudoklassen (einige kennen ja die Pseudoklasse :hover noch von früher) kann man jetzt deutlich mehr anstellen und dank eifriger Forscher macht das Less Framework alles noch einfacher, vor allem die Darstellung auf xPads, Smartphones, Netbooks, etc. Absolut genial. Ich freu mich schon richtig, damit zu arbeiten – und mehr darüber zu erfahren on the go.

Aber der heftigste Knaller steht hinter dem Thron und das ist jQuery. Dieses JavaScript-Framework ist so vielseitig, daß es mir als ehemaliger Nicht-Nutzer fast die Sprache verschlägt vor der Macht über die Elemente (angesteuert über ID). Ich hab ja schon nicht schlecht gestaunt, als ich dann plötzlich ganz ohne Links einem Image einen MouseOver geben konnte und ihn ggf. gänzlich gegen irgendwas anderes austauschen konnte. Aus den Zeiten wo ich noch HTML 4.1 gelernt hatte, kannte man das gar nicht, zumindest nicht ohne richtig weit mit der Scriptkeule auszuholen – und jetzt ist das eine einfache kleine Funktion, die man irgendwo einbindet und fertig ist der Lack, kein Lamento, keine Debatten, keine Browserweichen – nur ein paar “Dazuschaltungen”, damit es auch die letzten zurückgebliebenen Clients verstehen.

Und das ist noch nicht alles – dank jQuery Mobile ist die Grenze zwischen mobilen Websites und Apps so gut wie nicht mehr vorhanden. Das öffnet Web Developern natürlich Tür und Tor zu allerhand neuem bahnbrechenden Unfug und in Kombination mit oben genannten Techniken, sowie AJAX und den immer weiter verbreiteteren CMS-Systemen (meine Faves sind nach wie vor WordPress und TYPO3, setzen beide auf PHP und MySQL auf) sind den technischen Möglichkeiten fast überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt.

Lass die Leitung glühen, Kumpel! Wir machen heute Internet.

Ich glaube so begeistert war ich von Branche und Perspektiven schon so lange nicht mehr wie in dem Moment wo ich zum ersten Mal gerafft hab wie sehr mir CMS die Arbeit und das Leben erleichtern anstatt mir erstere wegzunehmen. Ich fresse gerade alles an Tutorials und Büchern in mich rein, was es zu dem Thema gibt und es wird nicht mehr lange dauern, dann wird sich das ganze auch hier niederschlagen. Und das in folgender Form: Ich werde die Seite optisch und code-seitig umgestalten (hatte ich ja schon mal angekündigt) – diesmal aber from Scratch, die alten Beiträge von altem Code bereinigen, Galerien anlegen, User-Logins schaffen, Comment-Funktionen modifizieren und das Archiv besser gliedern. Das ist zumindest der Plan. Anfangen werde ich aber mit einer geschmeidigeren Optik – nämlich einem ansprechenden Theme, welches für allerhand Geräte geeignet ist und auf die neuen Standards aufsetzt. Helfen wird mir dabei das Whiteboard-Framework, eine Art blanko Theme für WP von dem aus ich weiter entwickeln und anpassen kann. Was ein Glück, daß ich in 600+ Beiträgen das entfallende target=”_blank” nicht mehr händisch rausnehmen muss, sondern einfach so durch class=”externallink” ersetzen kann über ein einfaches Skript. Den Rest macht jQ. Boah wird das geil! Watt freu ich mich druff..

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Wirsing en laut und deutlich..7.03.2012
Now playing: Dire Straits - Money for NothingMood: Hungrig

..oder ein weiteres Rezept aus der No-Carb-Küche. Drauf gebracht hat mich Vio (herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal!) – ich hatte es ja vorher nie so recht mit Wirsing, konnte einfach nix anfangen mit dem Kraut. Hier ist eine Abwandlung des Rezeptes, mit Lachs anstatt mit Hack – funktioniert aber ansonsten genauso. Schön ist an Wirsing, daß er nicht kollabiert trotz längerer Zuführung von Hitze und so die Beißfestigkeit behält. Das hab ich früher ja Gemüse immer zum Vorwurf gemacht, daß es immer so lasch wird, sobald man etwas Wärme hinzugibt.

Zunächst jedoch zu den Vorbereitungen: Bevor man den Wirsing gescheit verarbeiten kann, sollte man ihn gründlich waschen, die Mittelrippe der Blätter entfernen (ist zu hart um genießbar zu sein) und die ganzen Blätter dann für einige Sekunden in kochendem Wasser kurz schwimmen lassen, damit er eine gewisse Lockerheit bekommt. Hat man die Hälfte des Wirsingkohls runter, kommt man irgendwann an den Punkt, daß die Blätter sich nicht mehr einzeln runter zu schälen lohnen, also kann man dazu übergehen das Verbliebene in Scheiben zu schneiden, die man ebenfalls dem Wasser zuführt.

Sing a salmon song

Zutaten:
1/2 Wirsingkohl
250 g Lachsfilet
300 ml Sahne
1/2 Zwiebel
Etwas Öl
1 Ei
Salz
Pfeffer
Dill
Phase I: Den vorbereiteten Wirsing in 2 x 5 cm Streifen/Stücke schneiden, den Lachs und die Zwiebel würfeln und das Öl in einer Pfanne warm machen.
Phase II: Lachs und Zwiebeln in die Pfanne geben und anbraten, wenn die Lachswürfel ansatzweise durch sind, Dill hinzugeben, danach kommt der kleingeschnittene Wirsing dazu, sowie ordentlich Salz und Pfeffer.
Phase III: Das ganze umrühren und kurz weiterbraten lassen, dann die Sahne darübergeben und sie in der Pfanne verteilen. Noch etwas nachwürzen und etwas einköcheln lassen.

Fertig!

Es ist alles andere als kompliziert, braucht aber aufgrund der Vorbereitungs des Wirsings ein wenig mehr Zeit als man am Anfang vermutet. Wie auch meine Hackapokalypse geht dieses Gericht nicht auf die Hüften, macht keinen schweren Bauch vorm Einschlafen, stopft aber gut und ist echt lecker.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Beyond the arctic circle..17.02.2012
Now playing: Disneyland after Dark - Camping in ScandinaviaMood: Kaaaaaalt. Aber happy.

..in Kiruna, Lapland, Schweden. Es sollten drei Nächte werden im Norden, vier Tage im Schnee, irgendwo zwischen -20 und -40, jenseits des Polarkreises, stellenweise nur wenige Kilometer vor dem Ende der Europäischen Landmasse. Dahinter nur noch der arktische Ozean, das ewige Eis. Bilder von dort erinnern an Hoth, den Palast der Schneekönigin oder an Ice Age. Wir deckten uns mit kälteresistenten Klamotten ein und packten ein paar Heatpacks in den Koffer, Antirutschbezüge für die Schuhe und andere in diesen Breiten eher ungewöhnliche Gebrauchsgegenstände.

Wir brachen also auf, boardeten den Flieger und alles war wie geplant. Genau bis zu dem Zeitpunkt wo wir in Arlanda Airport unweit von Stockholm von Bord gingen. Da gings nämlich los: Wir sollten zu Gate 34, wo der Anschlussflug nach Kiruna auf uns wartete. Da kein solches Gate ausgeschildert war und man uns von A nach B schickte, verloren wir zunächst mal Zeit. Als wir bei Gate 34 angekommen waren, war da weder Personal noch Passagiere. Wir fragten ein wenig herum und man teilte uns mit, daß Inlandsflüge vom Terminal 4 aus losfliegen, was am anderen Ende des Flughafens, hinter der Passkontrolle und Gepäckausgabe war. Wir hechteten also los und als noch immer nichts ausgeschildert war und wir gerade mal die Hälfte der Strecke in ca 15 Minuten Hetzmarsch zurückgelegt hatten, offenbarte uns die freundliche Dame am Infoschalter, daß das Flugzeug nicht auf uns warten wird und es keine realistische Chance gibt in nur 5 Minuten dort hin zu kommen. Andrej war inzwischen vorgelaufen und versuchte die Leute am Gate davon zu überzeugen auf uns zu warten. Fehlanzeige. Und das obwohl unsere Koffer an Bord waren. Wir suchten uns jemanden zum beschweren und bis wir jemanden gefunden hatten, die wissen offenbar auch nie wer für was zuständig ist, war es bereits 5 Minuten nach planmäßigem Abflug. Die große Unverschämtheit ging gerade los, wollte man uns mit “Terminal Overnight Kits” abspeisen und auf den Flug am nächsten Morgen vertrösten. Wir ließen uns das natürlich nicht bieten, immerhin war weder an Bord, noch in den Papieren, noch beim Bodenpersonal, noch in den nicht vorhandenen Ausschilderungen die Rede von Terminal 4. Viel Gezeter später haben wir herausbekommen, daß der Flieger wohl 20 Minuten später abgeflogen ist als vorgesehen – hätten die von der SAS uns also hingeführt anstatt zu versuchen uns hartnäckig abzuweisen, wären wir vermutlich bereits in Kiruna. Irgendwann fand sich das Service Desk und eine nette Dame buchte uns auf Kosten der Fluglinie ein Hotel im Airport für die Nacht, wir konnten endlich etwas entspannen und was essen. Ein halber Tag ist uns durch die Lappen gegangen, Stockholm selbst war zu weit weg als das man es hätte besichtigen können und wir wussten nicht ob wir unsere Hundeschlittenfahrt noch mitnehmen/umbuchen konnten, aber immerhin würde es weitergehen.

Am nächsten Morgen ging alles ganz reibungslos, wir frühstückten, machten das Boarding mit und waren ruckzuck in Kiruna. Wo uns auch schon tiefer Schnee und Temperaturen um die -15° empfingen. Es war noch keine 14:00 Uhr und es begann schon dunkel zu werden. Wir checkten im Bishop’s Arms Hotel ein (eigentlich eher ein Pub in einer Mall mit Zimmern obendrüber, aber sehr angenehm und gute Küche) und zogen uns um, bevor wir die Gegend in Augenschein nahmen. Nach dem kleinen Rundgang suchten wir uns das Tourbüro und buchten unsere Trips von gestern um, für den nächsten Tag gleich mehrere planend – nette und fähige Leute da, kann ich sehr empfehlen. Dann packten wir uns dickstmöglich ein und wurden abgeholt, um zur Aurora Sky Station in Abisko zu fahren.

Abisko ist noch ein gutes Stück nordwestlich von Kiruna, unweit der norwegischen Grenze, ein Steinwurf bis zu den vereisten Fjorden. Im Sommer verdoppelt sich die Einwohnerschaft des Dörfchens auf 80, im Moment waren nur wenige Häuser beleuchtet. Mit einem Skilift ging es ca. 20 Minuten über Schnee und über Stein hoch auf den Berg, weit und breit nur Eis, Wind und Stille. Irgendwann hörten die Bäume auf, irgendwann war man mit dem Himmel und der Erde völlig allein. Oben angekommen, gab es erstmal heißen Punsch und einen kleinen Rundgang durch die Einrichtung, danach wurde fürstlich aufgetischt: Eine delikate Suppe, einen “slowly roasted moose” – also einen über 20 Std auf kleiner Flamme gegarten Elch mit Kartoffelgratin und eine Crème brûlée mit Cloudberries. Danach gab unser Guide Frederic uns einen Crashkurs in Polarlichtkunde, erzählte uns wie und wo sie am besten zu beobachten ist und warum, erzählte uns Legenden und Geschichten die sich darum rankten, etc. Bald danach kamen die restlichen Besucher (die kein Essen gebucht hatten) und wir gingen nach draußen und da hing es wie Nebelschwaden am Nachthimmel. Mit bloßem Auge nur nach Umgewöhnung zu sehen (daher nehmen die auch nur rotes Licht draußen, damit man die Nightvision nicht stört), bewegte sich das Schimmern in Grün leicht wie von langsamem Wirbel im Teich getragen zwischen den Sternen, einem Seidenlaken gleich.

Nach einer geraumen Weile des Staunens wurden wir per Skilift wieder nach unten verfrachtet, diesmal wollte ich eine Gondel für mich alleine haben und als ich da so saß und mir der Boden stückweise näherkam, verstummte im untersten Drittel plötzlich der Wind. Die Kälte, die ich nur noch vage im Gesicht spürte war verglichen mit der Wärme der restlichen Kleidung zu vernachlässigen. Die Zeit hielt für einen Moment vollständig an. And then there was silence. Nicht mal meinen eigenen Atem, nicht einmal das Schaukeln der Sitzgondel, nicht einmal ein fernes Wolfsheulen oder auch nur einen Windhauch konnte man hören. Stille, wie nicht von dieser Welt. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es war so perfekt, daß Worte dem nicht gerecht werden würden. Ich realisierte, daß ich irgendwo mitten im Nirgendwo hänge, viele Meter über dem Boden, weitab von dem ganzen Rest der Welt, unbewegt und für eine gefühlte Ewigkeit, nur ich und die Sterne, die den Nachthimmel zieren. Atemberaubend. Dieses Gefühl ließ mich den Rest des Abends nicht mehr los und begleitete mich bis in den Schlaf hinein. Hier, am Ende der Welt, konnte man auch in unserer hektischen und lauten Zeit noch einen solchen Moment erleben. Unglaublich.

Am nächsten Morgen ging es um 10:00 gleich weiter, wir packten in einiger Eile unsere Habe und trotteten nach unten, wo wir sie in einen blauen Van verluden. Unsere Fahrerin, die schon seit ihrer Kindheit am Hundehof arbeitete, wie sie erzählt hat, brachte uns einige Kilometer vor die Stadt und wir wurden auf einen Hundeschlitten mit einem gigantischen Huskygespann gesetzt. Die Tiere fühlten sich bei den Temperaturen von etwas um die -20° durchaus wohl, bissen zur Erfrischung unterwegs in den Schnee oder wälzten sich bei Halt in ihm. Aber es ging erstmal mit einem ziemlichen Affenzahn durch die Botanik – alles vereist, große Flächen, jede Pflanze einem Kunstwerk gleich, wie aus einem Wintermärchen. Die Sonne tat ihr Übriges, um die Landschaft noch zauberhafter zu machen. Wir hatten das Zeitfenster gut gewählt, denn bei knapp vier Stunden Tageslicht wäre später oder früher vermutlich dunkler gewesen. In einem Kohte machten wir kurz Rast, dort gab es Kaffee und Tee und samisches Brot mit Käse, über offenem Feuer gemacht. Dort trafen wir auch einen lustigen Gesellen, der aus Frankreich stammte, in Ostdeutschland studiert hat und dank seiner Exfrau und den Kids fließend russisch Sprach. Selbstverständlich gab es hinterher Spekulationen, die diverse Agentenfilme hätten verursachen können. Aber weiter im Text – wir kamen nach der Rückfahrt wieder vor dem Tourbüro an und hatten noch etwas über eine Stunde bis uns der nächste Van zu den Schneemobilen bringen sollte. Diese Zeit nutzten wir, um uns ausgiebig zu stärken – dank der guten Küche und in Ermangelung weiterer Ortskenntnis wieder im Bishop’s Arms.

Es dämmerte bereits als wir bei der Schneemobilwerft ankamen und es war dunkel bis wir alle behelmt, eingepackt und abfahrbereit waren. Wir bekamen eine kurze Einweisung in die Technik, die sich ungefähr so kompliziert verhält wie das Fahren eines Rollers und konnten losbrettern. Auch wenn die Mobile Spitze 160 fahren konnte, war mehr als 100 nur selten angeraten, vor allem weil ihr Fahrverhalten im Schnee viel mehr mit Schnellbooten gemein hatte als mit Motorrädern. In besonders tiefem Schnee hat das einer unserer Begleiter im Sinne des Kenterns kennenlernen dürfen, glücklicherweise bei geringeren Geschwindigkeiten. Durch den Wald fuhren wir mit ca 30 km/h, draußen zog Andrej seine Maschine auf die 120 und bretterte wie ein Eispfeil durch die Marschen, ich ließ es ruhiger angehen zumal mir die Augen gebrannt haben vor Kälte (und ja, die Tränenflüssigkeit gefriert im Augenwinkel, ein Scheißgefühl ist das, das geht dann nicht mehr richtig auf und zu) – das Visier meines Helms konnte ich nämlich leider nicht nutzen – der an ihm von innen kondensierte Atem gefror faktisch augenblicklich und das Sichtfeld hat sich in dem Moment erledigt. Aber egal, das war trotzdem ein Mordsspaß! Die Dinger nehmen Steigungen so locker wie ich es noch bei keinem Gefährt erlebt hab, sehr geschmeidig. Irgendwann kamen wir bei einigen Hütten an, die unsere Overnight-Guests gebucht hatten – sie stiegen ab und verabschiedeten sich – wir fuhren weiter und suchten uns eine eigene, wo wir Feuer machten und etwas Brot, getrocknetes Rentier und Hirsch hatten, sowie Tee und Kaffee. Danach ging es gut gewärmt zurück zum Hangar und ab ins Eishotel.

Das Eishotel selbst ist ein zweigeteilter Komplex an Gebäuden – es gibt den warmen Teil, mit einem Souvenirshop, einer Rezeption, Sauna, Waschräumen, dem (absolut exzellenten) Restaurant und normalen beheizten Zimmern – und dann gibt es noch den Kältekomplex mit der Eisbar, der Eiskirche, diversen künstlerisch verzierten Nobelsuiten und den Snow- und Ice Rooms. Erstere sind recht spartanisch eingerichtet, ein Bett aus Eis, Wände aus Schnee und das wars, letztere sind da schon edler, es gibt Möbel und kleine Skulpturen aus Eis, die schön ausgeleuchtet sind und ein angenehmes Zimmerambiente bei -5° bieten. Man schläft auf Rentierfell, in Schlafsäcken – es gibt keine Türen, sondern nur Vorhänge, ebenfalls aus Fell. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber gemütlich wenn man denn erstmal liegt. Für die Zeit dazwischen, sowie den Gang auf den Lokus gibts Overalls, wenn man Stiefel braucht oder eine Gesichtshaube, braucht man nur danach zu fragen. Die Küche des Abends war beeindruckend, nicht nur die verschiedenen Formen von Geschirr und Deko aus Eis waren imposant, auch die Speisekarte bot allerhand Gaumenfreude. So hatte sich bei uns auf dem Tisch neben Taubenfilet und Rentiersteak auch etwas eingefunden, was sofort und ohne Umwege in den Top 3 der bisher besten Gerichte die ich je gegessen habe gelandet ist: Die Rede ist von einem Carpaccio vom Elch mit gebratenen Shiitakepilzen auf frischer Kresse mit Ementalerwürfeln in Trüffelöl. Bäm!

Wir speisten, gingen nochmal kurz auf die Terrasse, wo wir ein weiteres Mal das Polarlicht bewundern konnten, bestellten uns den Weckruf (wie auch immer er aussehen sollte) und begaben uns in die Bar. Dort war es um so eindrucksvoller, weil mit viel Licht gearbeitet wurde und die Gäste wirklich auf Eis saßen und an Eis lehnten und aus Eis ihre Drinks zu sich nahmen. Viele von ihnen waren nach den Künstlerzimmern hier benannt und wie man es von mir nicht anders kennt, musste ich mir den tentakeligsten Drink vornehmen, der hieß “The Kraken’s Lair”. Einige Rundgänge später traten wir den Rückzug an und holten unsere Schlafausrüstung, verfrachteten sie ins Zimmer und gingen pennen. Und so lagen wir auf Eis, nach diesem ereignisreichen Tag. Und es fühlte sich an, als sei die Fahrt mit den Schlittenhunden zwei Tage her gewesen, so viele Eindrücke waren es auf einmal. Hinreißend. Und kalt. Das einzige was noch fröstelte war die Schnauze, dem hab ich aber dank der russischen Fellmütze Einhalt gebieten können. Und ich musste immer wieder an das hier denken. Am frühen Morgen kam unser Weckruf in Form einer freundlich lächelnden jungen Dame mit einem Tank voll mit einem lokalen Heißgetränk auf dem Rücken, aus dem sie uns sogleich einschenkte. Nach einer Nacht bei -5° ist ein dampfender Pappbecher mit süßem heißen Saftzeug genau das richtige um Morgens in Fahrt zu kommen. Wir machten uns fertig, duschten und stapften durch den knietiefen Schnee zum Frühstück. Nach selbigem gings nochmal durch die künstlerischen Zimmer mit einer kleinen Tour und in die Kirche, die am Abend bei Anreise schon dicht gewesen ist. Eine nette Kapelle, ohne Glaubenssymbole, aber durchaus mit netter Akustik. Dann mussten wir leider auch schon unser Zeug packen und die Koffer Flugbereit machen, der Bus zum Flieger ließ nämlich nicht mehr lang auf sich warten. Wir holten noch unsere Survivor-Zertifikate ab, mit Name, Datum und den Temperaturen im Zimmer, sowie außerhalb (-22°C) und machten uns auf den Weg heim, der recht voraussehbar linear und fast schon ereignislos verlaufen sollte. Zurück in Deutschland hatte ich von meiner Kälteimmunität noch Tage später was und während die Leute in Frankfurt bibbernd ihre Arme um sich schlugen, zuckte ich mit den Schultern und dachte mir – nein, KÄLTE ist das hier nicht. Ein sehr beeindruckender Trip in eine vollkommen andere Welt.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

Hier mal ein paar visuelle Eindrücke, an dieser Stelle danke an Andrej für die meisten Bilder:

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Menschen in Dosen..17.02.2012
Now playing: Primal Fear - Demons & AngelsMood: Genervt

..in zu hohen Dosen verursachen bei mir ein ziemliches Unwohlsein. Als ich bei der letzten Reise am Flughafen schon ein leicht mulmiges Gefühl festgestellt habe und nicht wusste woher es kam, ging ich kurz in mich. Dieses kam mir recht bekannt vor, denn bei meinem vorletzten Flug war das ähnlich, ich konnte es aber nicht zuordnen bzw. habe es mit was anderem in Verbindung gebracht. Aber offenbar meldete sich eine gewisse Form von Flugangst bei mir – genaugenommen eine Antipathie mit viel zu vielen Menschen auf viel zu engem Raum über mehrere Stunden eingepfercht zu sein. Ich hatte nicht im klassischen Sinne Angst vorm Fliegen – ich mag das eigentlich, und das stammt noch aus der Zeit wo ich mit meiner Schulterbreite durchaus noch in normale Sitze passte, die nicht am Gang sein mussten.

Aber die Maschinen von heute sind voller, das Fliegen selbst unangenehmer geworden. Nicht nur sind die hirnrissigen Pseudo-Sicherheitsmaßnahmen am Anfang lästig und verstörend (ich WILL nicht, daß irgendwelche fremden Menschen mich mit ihren Handtentakeln abtasten nur weil meine Schuhe gepiepst haben), auch dieser Drive der Airlines immer mieseres Essen – wenn überhaupt noch – zu servieren und für die Getränke was zu berechnen ist mehr als fragwürdig. Ist ja jetzt nicht so, daß man für die meisten Flüge dreistellig löhnt, was soll die Scheiße also?!

Naja, viel Lärm um nichts, angeblich bangen ja so viele Fluggesellschaften um ihre börsenkürsliche Existenz – da sind die Passagiere wohl nicht mehr so sehr die Kunden wie die Aktionäre. Also bleibt das Essen unspektakulär, die Flugbegleiter nörgelig und gelangweilt und das Bodenpersonal wohl so verwirrt wie zuvor. Na herzlichen Dank.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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