..with Power! Das zweite Magic Circle Festival war auf dem Plan und ich war sehr gespannt wie die Umsetzung des beim letzten Mal angekündigten Programms aussehen würde. Das Billing war schon mal sehr vielversprechend und bis auf Whitesnake und Def Leppard (wie sich am zweiten Tag rausstellte) sollte auch soweit alles klappen. Einer der Vorteile von nur einer Bühne – wenn man es echt drauf anlegt, bekommt man auch alles zu sehen. Ich bin diesmal im Alleingang hochgefahren, wusste aber daß ich Maubi und Micha auf jeden Fall antreffen werd, hab noch mit Andreas von den PGM spekuliert, der musste aber absagen, da seine Truppe beschlossen hat die Fahrt zu canceln. Wie dem auch sei, vier Tage pennen im Auto, Cornyriegel, etwas Huhn in Estragon&Honig von Daheim, Bratwurst und den einen oder anderen Trunk aus dem Horn, so sah die Rationsplanung aus. Maubi hatte Steels (ehemals auch bekannt als Nils) per Zufall ausfindig gemacht und so wankten wir von Camp zu Camp, bis irgendwann auch Nico zu uns stieß, bummelten über den Markt und erfreuten uns des gussreichen Wetters. Geile Idee fand ich daß die Runningorder auf jedem Bierbecher abgedruckt war.. DAS ist mal Einsatz richtiger Mittel.
Musikalisch gesehen war für mich Alice Cooper einer der Höhepunkte und die Show hatte es wieder in sich.
die MSG-Fraktion früher des Tages hatte ich mir wegen Doctor, Doctor nochmal angesehen, war aber wenig von dem Stehaufmännchen-Prinzip begeistert – was mich ja schon in Wacken nich sonderlich überzeugt hatte. Was mir allerdings (wie üblich) gefallen hat, war Stormwarrior – diesmal begannen die Nordmänner mit dem Material vom neuen Album, entgegen der traditionellen Reihenfolge. Fetziger Gig, wenn ich auch den Eindruck hatte, daß viele aus dem Publikum noch nicht ganz wach und voll dabei waren, aber bei der Uhrzeit als zweite Band nach dem Party-Donnerstag wenig verwunderlich.
Wer mich live beeindruckt hat, waren Gotthard – ich hab von den Schweizern ja schon einiges Material gehört, aber die haben nicht wirklich klick gemacht bei mir im Kopf. Das sollte sich jetzt ändern, denn die machen auf der Bühne eine Menge Spaß, sind locker und gut gelaunt. Ich glaube ich werde meinem Vater aufschwatzen daß wir solang der hier is auf die Deep Purple und Gotthard Geschichte gehen, wenns mal in der Umgebung ist. Über W.A.S.P. brauchen wir nicht wirklich zu diskutieren, denn was Blacky und seine Leute live können, hat schon lange vor meiner Zeit Geschichte geschrieben.
Und ja, da wären noch ManOwaR. Jeder der schon mal auf einem Manowar-Konzert war erinnert sich unter Garantie an brechende Lautstärke, pathetische Kompromisslosigkeit, Dreckige Sprüche mit Joey, DeMaios Versuche Deutsch zu sprechen und eine Welle, die von “Legendär” über “Episch” bis zu “Zusammenhalt” reicht. Dreckig, blutig und ohne jede gnade. Dafür lieben wir sie doch.
Nachdem beim ersten dreistündigen Marathon die Battle Hymns, die Into Glory Ride und die Hail to England zum Besten gegeben wurden und die Menge sich an klassikern aus grauer Vorzeit erfreut hatte, ging es beim zweiten Abend derber zur Sache. Die Sign of the Hammer, Fighting the World und die Kings of Metal gaben nicht nur richtig derbe auf die Fresse, die selten live gebrachten Sachen waren die wahren Perlen, so war bei Guyana und Defender fast schon eine Gebetsatmosphäre des Stahls erreicht und die Stimmung mehr als “just fuckin’ unbelievable!” Dieser Sound überforderte nicht nur das Mikro meiner Kamera, sondern kickte so weit, daß man sich echt keine Anstecken konnte weil der Bassdruck einem das Feuerzeug auspustete. Es hallte über die Hügel, über die Zeltstadt und in die schier endlose Nacht hinein.. was ein Konzert. Epische Ausmaße. Schwer zu toppen. Ohne Scheiße. Was für eine Geburtstagsfeier für Eric Adams..
Videos des Festivals:
Gotthard – Anytime Anywhere
Gotthard – Sister Moon
Manowar – Death Tone
Manowar – Fighting the World
Manowar – Mountains
Manowar – Pleasure Slave
Manowar – Shell Shock
Manowar – The Oath
Manowar – Violence and Bloodshed
MSG – Doctor, Doctor
Stormwarrior – Heavy Metal Fire
Stormwarrior – Into the Battle
Stormwarrior – Iron Prayers
Bilder des Battlegrounds:
Campsite, Leute und Geschichten
Get your lazy arse to the Battleground!
MSG und Publikum
Alice Cooper as good as ever
Stormwarrior zum zweiten Mal auf dem MCM
W.A.S.P.
Gotthard
Holy Hell und “Metal Force” – die erste Majesty-Coverband
Have a look around
Ladies and Gentlemen, from the United States of America, all hail – Manowar!
Die Kehrseite der Medallie: Zum einen kursieren wilde Gerüchte (of the Wild), daß Scott dem Joey für seine Geschäftspraktiken eine gezimmert und gekündigt haben soll, was auch erklärt warum Rhino beim Gig und der Autogrammstunde an seiner Stelle war – zum anderen hier ein Wermutstropfen, der mir persönlich einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat..
Leider ist das kein Gerücht. Majesty ist Geschichte. Scheiße tut das weh diese Worte zu schreiben. Die letzten gut und gern 7 Jahre war diese Band ein fester Bestandteil meines Lebens, die Lieder bauten einen auf, wenns nichts mehr gab was man hätte aufbauen können und gaben einem Mut, wenn alles aussichtslos schien. Allem Anschein nach hat der Rechtsstreit mit Massacre (der vermutlich auch der Grund dafür war, daß Majesty nicht auf der letzten Magic Circle Festival DVD gewesen ist) Tarek dazu bewegt die Band umzubenennen. In (und jetzt haltet Euch fest) “Metal Force”.. -.- Nicht nur daß es bereits eine Metalcoverband mit dem Namen gibt, es ist auch so abstrakt und identitätslos wie nur denkbar. Selbst mit “Metal Monarchs” wäre das ganze Konzept besser gefahren, zumal die Band hin und wieder eh so genannt wurde. Aber nein, natürlich wird das keinem erzählt. Und wofür braucht eine Band namens Metal Force einen Fanclub namens “Majestic Metalheads” – nicht verwunderlich also, daß die Versorgung jenes FC mit dem nötigsten frühzeitig gekappt wurde. Hätte ja sein können, daß einer der langjährigen Fans und Supporter ein Problem mit den kommenden Schritten hat. Oder noch schlimmer, Lösungen, besseren Ideen.
Also lieber Kopf in den Sand und auf dem Gig in Unterbalbach große Reden schwingen. Ja, lob Du nur die Treue der Fans. Aber selbst keinen Funken für das was Fans wie Musiker, Freunde wie Herausforderer gemeinsam aufgebaut haben? Eine Bandidentität die sich locker mit so mancher Genregröße messen kann! Charakter? Aber wer sind wir schon, wir Fans? Es ist ja nicht so daß wir unersetzlich wären. Und für jeden der früher “Hail Hail to Majesty” schrie stehen jetzt drei da die “Hail Hail to Metal Force” brüllen. Aber ob die die nächsten 8 bis 10 Jahre dabei bleiben und wenn nötig mit dem Blut für die Band einstehen, die mittlerweile aus nur noch einem der ursprünglichen Mitglieder besteht, das wag ich sehr zu bezweifeln! Eine nette kleine Farce.
“Die Tauberbischofsheimer Puppenkiste präsentiert: Tareks wundersames Kasperletheater!”
— Micha “The Lord of Metal” Reis, Ex-FC-Leiter (of bis zum bitteren Ende)
Ich blicke jedoch mit Stolz und Freude auf Majesty zurück. Und bin auf eine sehr zynische Art irgendwo erleichtert, daß sich der Name geändert hat und der “identität” Majesty wie ich sie noch in Erinnerung habe so zumindest weitere Peinlichkeiten erspart bleiben. Tarek sagte “Wir läuten ein neues Zeitalter des True Heavy Metal ein!” – das ist die Stelle wo ich mich frage, wie es kam daß wir die zum “alten” Zeitalter gehören auf einmal nicht mehr gut genug sind und Leute nach sich über 10 Jahre den Arsch aufreißen behandelt werden wie Luft. Wenn ich sowas sehe wird mir schlecht. Das ist das Fallenlassen nach Gebrauch. Großes Kino. Peinlich und feige. Viel mehr ist dazu nicht zu sagen, es spricht für sich.
Festival war geil. Punkt. Ende der Debatte.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
P.S.: Die Alice Cooper videos sind auf YouTube gesperrt worden und deshalb auch nicht verlinkt.































July 15th, 2008 at 6:20
Heh, nice pics
I’ll checks the vids later on
July 19th, 2008 at 7:43
Guter Bericht. Kann mich Dir nur anschließen.
April 22nd, 2009 at 16:11
[...] 3 Posts: 1. Hail and Kill (Bericht vom Magic Circle Festival 2008) 2. Harz unterm Rock (Bericht vom Rockharz Open Air 2008) [...]