D-A-D auf dem Hafengeburtstag

Volksfeste sind ja normalerweise nicht so meins, aber als Neubürger der Hansestadt gibts ein paar Sachen, die es mich reizt einfach mal gesehen zu haben. Und wenn dann auch noch meine Lieblingsdänen die Bühne rocken, kann man sich auch mal ins Getümmel stürzen. Da mir das aber zu overdosed war bei einigermaßen gutem Wetter die Schiffsparade anzugucken, bevorzugte ich die weniger volle Atmosphäre des kühlen Samstagabends, um um die Büdchen zu schleichen und mir das Fest anzugucken.

Wirklich außergewöhnlich an dem Schauspiel war nur das maritime Thema, der Rest könnte vom Publikum und Attraktionen genausogut die Haaner Kerb, Weihnachtsmarkt oder die Dippemess sein, also Buden wo Zeug verkauft wird, Essens- und Getränkestände, Souvenirs der Stadt, etc. Die Bühnen in verschiedenen Größen rundeten das Spektakel klanglich ab und auch wenn die Leuts hinterm Mischpult sich den einen oder anderen Schnitzer erlaubten, alles in allem war der Sound für ein open air Event gar nicht so übel.

Da stand ich also vor der Bühne, während No Fuel left for the Pilgrims durch die Boxen drückte und ließ meinen Blick durch die Menge schweifen. Das Publikum war gemischt: vom mittzwanziger Hipster mit Wollchapeu á la preservativ bis zum alternden möchtegern Luden-Kalle fom Kiez, von Teenie-Metalpärchen bis zum Astrapils-Greis. Wie sich ein so heterogenes Partypublikum auf die Stimmung auswirkt, kann sich jeder selbst vorstellen, letzten Endes aber wussten die Profis auf der Bühne genau was sie taten und im Handumdrehen hatten sie die gute Laune unters Volk gebracht.

Vereinzelt tönten Jubelrufe bei erkannten Songanfängen und selbst die plapperfreudigsten Labertaschen von Jahrmarktbesuchern konnten sich zum Applaus hinreißen lassen, wenn sie mal ihr Bier nicht am Mund und ihre Gesprächspartner nicht am Ohr hatten. Alles in allem ein super Gig, wenn auch etwas zu kurz für meinen Geschmack. Und eine kleine pyrotechnische Überraschung gab es auch, der Basser hat sich, exzentrisch wie er ohnehin ist, einen Helm angezogen, der bis zur Bühnendecke Funken sprühte.

Now playing: D-A-D - Point of view | Stimmung: Erfreut

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