Wieder im Wildpark

Die schwarzen Berge sind immer einen Besuch wert. Im Frühjahr sind zahlreiche Jungtiere unterwegs und die einheimischen Viechers genießen die ersten warmen Tage des Jahres. Auch wenn am Samstag verhältnismäßig viele Leute mit ihrem plärrenden Nachwuchs unterwegs sind, gibt es doch die eine oder andere ruhige Ecke, wo man einen Hauch von Natur mitbekommt ohne Störfaktoren, die vermutlich draußen gefressen worden wären.

Badende Bären, sich sonnende Luchse und jede erdenkliche Menge Kröten – vor allem natürlich am Teich. Selbige sind natürlich gefährdet, von Kinderwagen mit rücksichtslosen Fahrern plattgewalzt zu werden, wir mussten des Öfteren einschreiten. Oder von sammelwütigen Kindern, die durch das Gras stapften und mehr von den Viechern sammelten als sie tragen konnten, mit dem Resultat, daß sie ihnen aus den Händen sprangen und um ihr Leben davonhüpften.

Zwischendurch gab es noch eine Runde Platzregen und die Besucher verflüchtigten sich wie Insekten in einer dunklen Grube, wenn man eine Taschenlampe auf sie richtet. Natur? Ja, aber bitte sonnig und trocken und bloß nichts was so riecht wie Tiere oder einem die Frisur oder das Make Up ruiniert. Wie dem auch sei, WIR hatten eine Menge Spaß! Und die Schweinchens auch. 😀


Now playing: Alkaline Trio - Private Eye | Stimmung: Freudig

Nächste Station, Hamburg Innenstadt..

..bitte Aussteigen. Ich denke gern an Hawesko zurück und den Spaß den ich mit den Kollegen dort hatte. Als es losging, hat man Marcel und mich in ein Aquarium gepackt gehabt, irgendwann wurden die Büros umgebaut und ich bekam mein eigenes Cubicle, aus dem ich dann ein würdiges Deus Ex: Human Revolution Office gemacht hab, mit beklebten Fenstern, beschichtetem Tisch, weiteren Dekorationen und orangener LED-Beleuchtung. Kein Vergleich zu dem grau-in-grau wie es vorher war. Hat mich auch eine Kleinigkeit gekostet, aber was solls. Ich hatte das hübscheste Office in der ganzen Firma, selbst die Chefs kamen nicht aus der Begeisterung heraus als sie zu Besuch waren und einen Blick hinein geworfen haben, irgendwann haben die sogar einen Fotografen vorbeigeschickt, der einfangen sollte wie modern „wir“ es haben. Und selbstgemacht waren am Ende auch die Möbel in unserer Kaffeeecke, die ganze IT-Anwendungen-Abteilung hat an den Europaletten herumgesägt und -gehobelt, bis wir Sessel und Sofas und einen Tisch hatten.

Aber manchmal gehen Dinge eben überraschend zu Ende und dann wird es Zeit weiterzuziehen. So kam es auch, daß ich irgendwann bei einem kleinen Start-Up in Hamburg selbst anheuerte. Eigentlich war es meine zweite Wahl gewesen, die erste war auch ein Start-Up – eins welches die Welt der Reiseportale revolutionieren wird über kurz oder lang (wie ihr seht, glaube ich an deren Idee bereits). Leider hatten die in dem Moment wo ich die Entscheidung treffen musste wohin es für mich weitergeht noch die Jahresfinanzierung in der Schwebe und da sie mir nichts versprechen wollten was sie nicht garantieren können, haben wir unsere Gespräche auf Eis gelegt.

Alles hat seine Zeit, heißt es. Vielleicht irgendwann später, wer weiß. Ich bin jetzt jedenfalls bei Iconic gelandet und fühl mich dort wohl. Zusammen mit zwei Programmierer-Nerds und einem TechChief spielen wir mit neuer und experimenteller Software herum stellen wir einen neuen Tech-Stack auf und entwickeln bald Produkte die unseren Kunden erleichtern zueinander zu finden. Das Konzept ist recht einfach – angenommen ihr seid ein Spieleentwickler und wollt eine Batman-App auf Android und iOS bauen, woher nehmt ihr die Lizenzen dafür? Time Warner selbst anfragen? Als kleine oder gar mittelgroße Klitsche eher unwahrscheinlich. An der Stelle kommen wir ins Spiel, über uns baut ihr einen Pitch und wir sorgen dafür, daß das Proposal an den richtigen Rechtehalter kommt, ihr direkt Feedback habt und wenn alles in trockenen Tüchern ist direkt loslegen könnt. Das selbe gilt für in-App-Käufe von lizensierten Objekten usw. Zumindest ist das die Grundidee.

Ich bin also Ende Januar mit meiner neuen Firma auf einen Workshop nach Charbouyx gefahren, so klang das zumindest. In Wirklichkeit wars Scharbeutz – an der Ostsee. Dort bekam ich dann einen Gesamtüberblick über die bisherigen drei Jahre und die strategische Aufstellung bisher. Die Kollegen von außerhalb (Aus Amerika, UK und der Schweiz) waren auch mit dabei, also die vollständigste Versammlung von Iconic die es bisher wohl in der Form gegeben hat. Alles in allem sind das in ihren Gebieten ganz fähige Leute, auch wenn wohl keiner von ihnen bisher in einem Tech Startup tätig gewesen ist. Das Produkt war für mich nach wie vor sekundär (ich interessiere mich nicht wirklich für „intellectual property“ und kann mich für Lizenzrecht kaum erwärmen, aber die technische Plattform die wir stellen sollen und werden könnte eben spannend sein) und eine Vision konnte ich nur sehr begrenzt zwischen den ganzen Excell-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen erahnen, aber so lange mein Team cool ist und die Technik mitspielt, werd ich den Teufel tun mich zu beklagen. 😉

Alles in allem war das eine gute Entscheidung, bei IF anzufangen – ich spare mir jeden Monat fast 600 km Fahrerei (Tornesch war schon arg weit draußen), entsprechend Benzin, hab nicht das Gefühl die Firma versucht den Fortschritt zu verkrusten und ich lerne massig neues Zeug, kann aber das jüngst mitgenommene auch mit einbringen. Natürlich fehlt mir der Wein, den es immer mal wieder gab – andererseits hab ich auch noch immer volle Regale und wüsste ggf nicht wohin damit. Mal sehen was die Zukunft bringt – wir haben uns jetzt jedenfalls ordentlich mit NERF-Knarren ausgestattet und seitdem sind die Meetings angenehmer und kürzer geworden, gelegentliche Schießereien gibts nach dem Mittagessen und der Postbote weiß sich wegzuducken wenn er bei uns was abliefert. Spaß ohne Ende!

Now playing: Wolf - Don't fear the Reaper | Stimmung: Freudig

Play us a Symfony

Unsere kleine Delegation besuchte im Januar eine würzburger Softwareschmiede, um mehr über Scrum, Git, Symfony und agilen Workflow direkt aus der Praxis zu erfahren. Hintergrund war die Entscheidung, ob wir bei der neuen Joomla 3 Version weitermachen oder uns auf eine komplette Eigenentwicklung in Symfony stützen würden, was weitere Webprojekte anging – jetzt nachdem wir uns für den Moment gegen Typo3 Neos/Flow und auf Java basierenden Frameworks entschieden haben.

Untergebracht waren wir im durchnittlich komfortablen Hotel Amberger, fast mit wundervollem Blick aufs Theater.. parkhaus. Die Zimmer waren sauber und würden für die zwei Nächte ausreichen, wenngleich die anderen etwas auszusetzen hatten – mal wars nicht dunkel genug, mal war es zu kalt um vernünftig schlafen zu können, mal die Betten zu kurz – konnt ich nicht nachvollziehn, aber jeder hat halt seine Sicht.

Für den spätabendlichen Snack ließen wir uns eine Chinabox empfehlen mit der Ausweichoption auf einen texikanischen Imbiss, sollte uns das nicht zusagen. Der Chinaladen war bereits geschlossen als wir dort ankamen (immerhin war es Montag und nach 22 Uhr) aber das Habañeros hatte noch auf. Zu einem überschaubaren Preis gab es in dem ambientigen Laden gescheite Burger und vor Käse und Jalapeños nur so strotzende Nachos, kross gebacken. Muy bien. Me gusta!

Am morgen gings zu fuß die Straße runter und durch den angrenzenden Park, über die Brücke und direkt in die Zentrale von Mayflower. Wir wurden herzlich empfangen und es begann die obligatorische Vorstellungsrunde. Die Mitarbeiter waren durch die Bank Experten auf ihrem Gebiet und für mich zeichnete sich deutlich ab, wie groß der Unterschied zwischen uns als Gemischtwarenhändler auf dem Codingmarkt und eingefleischten Vollblutentwicklern aus einer Softwareklitsche war. Da gigs um mehr als nur ein paar Tools und Standards, das hatte etwas mit dem Approach zu tun und natürlich mit dem Modus Operandi.

Wir bastelten uns einen Themenfahrplan für die zwei Tage zurecht und legten mit dem Austausch los. Die Themen erstreckten sich von Scrum, PHPStorm, Git und Node.js über Pair Programming, Release Management bis zu Symfony-Aufbau, Bundles, Composer, etc. Eine ganze Menge Stoff, viele Beispiele und Begriffe, die Köpfe qualmten ganz ordentlich. Etwa acht Stunden später waren wir durch, in mehreren Hinsichten. Zeit für ein Festmahl!

Der Ratskeller bot die entsprechende Gelegenheit und während wir die Riesenhocker aus Massivkork bewunderten und uns bewirten ließen, kam es zum Meta-Austausch über Firmenalltag, gemeinsame und individuelle Erlebnisse, sowie Anekdoten aus prädigitaler Zeit. Nach reichlich Speis und Trank verabschiedeten sich unsere Gastgeber und wir machten noch eine kleine Abendwanderung zur Marienbrücke, wo wir mit bestem Glühwein in fast klirrender Kälte den Ausblick auf die Burg und andere beleuchtete Gebäude genossen, bevor es zurück ins Hotel ging.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um sieben und wir fanden uns erneut bei unseren Gastgebern ein, diesmal um Virtualisierung zu vertiefen und einen genaueren Blick in ein Projekt zu werfen. Datenbankmigration, Fallback-Vorrichtungen, Softwarearchitektur, vieles stand auf dem Plan und wir kamen gut durch, auch wenn die kurze Nacht ihren Tribut forderte. Doch irgendwann waren wir mit dem Programm durch und machten uns auf den erstaunlich schnellen Weg zurück in den Norden.

Der ICE von München nach Lübeck ist ein Geschwindigkeitsmonster, teils mit 200 Sachen. Es dauerte tatsächlich nur 3,5 Stunden und wir waren wieder nerdlich der Elbe und somit nicht mehr in Bayern.

Now playing: Shadowrun Returns OST | Stimmung: Hirnüberladen

Es ist zwar noch nicht das Ende der Welt..

..aber man kann es von hier aus sehen. Mit State of Decay wagt sich Microsoft zum ersten Mal auf untotes Terrain – mit im Boot sitzt an ausführender Stelle eine Firma namens Undead Labs – geleitet vom ehemaligen Blizzard-Mastermind Jeff Strain, der bei Diablo, Warcraft, Starcraft und Guild Wars die Hände mit im Spiel hatte. Schwerpunkt des Games ist Survival, Sammeln von Ressourcen, Ausbau von Basis und Außenposten, sowie das Treffen von Mitüberlebenden der Zombie-Apokalypse.

Den ersten Protagonisten und spielbaren Char Marcus trifft die Untotenschwemme am Mt. Tanner völlig unerwartet, er und sein Kumpel Ed waren auf einem zweiwöchigen Angelausflug, im Naturschutzgebiet gab es keinen Empfang und die Schlagzeilen des Tages erreichten niemanden, um zu zeigen wie sich die Welt immer mehr in einen zombieverseuchten Moloch verwandelte. Plötzlich umringt von vermeintlichen Psycho-Kannibalen und nur mit einem Ast bewaffnet schleichen sich Marcus und Ed zur Ranger-Station durch und suchen dort nach Hilfe. Vergeblich, denn die Station hat bereits ihre eigenen Probleme – zwei Erschöpfte und ein Verletzter, sowie ein Typ der versucht sich um die Leute zu kümmern. Man klettert auf einen nahegelegenen Wasserturm und schaut sich um – es gibt neue Orte zu entdecken und danach abzugrasen.

Irgendwann hört man Schüsse vom Flussufer und gabelt dort eine weitere Überlebende auf, zurück in die Rangerstation und.. das war wohl nichts. Die hat es alle erwischt. Unsicherheit macht sich breit als die drei versuchen, sich vom Mt. Tanner zu verabschieden und nach Spencer’s Mill durchzuschlagen, wo einige Leute sich in einer Kirche verschanzt haben. Mit dem Auto kommt man nicht weit, die Brücke hat es offenbar zerrissen, also einen Weg drumherum suchen. Mittlerweile wird es dunkel und die Taschenlampen locken diese Mistviecher an, die Waffe hat schon ordentlich gelitten und ist nach einigen Schlägen gänzlich hinüber, nur noch Tritte und Geschubbse bleiben im Arsenal. Zum Glück kann man beim Schleichen die meisten Einzelgänger überrumpeln, aber auf Dauer ist das keine Lösung. Andere Seite des Flusses, ein Auto, na endlich! Nichts wie weg von hier – vielleicht haben die dort Essen, sauberes Wasser und frische Kleidung.

In der Kirche angekommen muss Ed erstmal auf ein Lazarettbett, er hat Fieber – der Vater von der Funkerin hat ihn wohl gebissen, bevor unser Team ihm den Schädel zu Brei schlagen musste – ich hoffe das wird wieder und er hat sich nicht diese Tollwut eingefangen. Und da erfahren wir es: Es ist mittlerweile überall so und das seit fast zwei Wochen – die Polizei ist kollabiert, die Ämter gibt es nicht mehr, die Bewohner sitzen in ihren Häusern fest und das Militär versucht entweder gewaltsam Plünderer aufzuhalten oder kümmert sich um ihre eigenen Befehle und Leute. Kein Strom. Keine frischen Lebensmittel. Kein Kontakt zu irgendwem außerhalb von Trumbull Valley. Und so beginnt das Abenteuer um die mal wachsende, mal schrumpfende Gruppe Überlebender in State of Decay.

Hat man sich mit dem einen oder anderen angefreundet, kann er oder sie einspringen, wenn man mit seinen Kräften am Ende ist und Ruhe braucht. Versorgungstouren in andere Häuser oder Apotheken, Diner oder Baustellen sind an der Tagesordnung – manchmal kann man sich Hilfe dazuholen, aber größtenteils ist man auf sich allein gestellt. Autos am Straßenrand, Wracks auf den Kreuzungen, eingestürzte oder abgebrannte Ruinen von Häusern und jede Menge Blut und Verwahrlosung zeugen von dem was hier die letzten Tage passiert sein musste. Die Atmosphäre ist duster und melancholisch, selbst am Tage – wenn die Farben der Welt gewohnt bunt und grell das Leben widerspiegeln, ist der nächste Schlurfer nicht weit. Oder gleich eine ganze Horde.

Der Tod gehört zum Alltag, dafür hat das Spiel gesorgt – eine der Funktionen über die man keine Kontrolle hat ist das Speichern – in dem Moment wo ein Überlebender stirbt, wird ein Autosave generiert, wie auch sonst zwischendurch. Und ein Zurück gibts nicht – tot ist tot. Besonders schmerzlich ist das, wenn es den Hauptchar trifft und man es noch nicht wusste – ich habe deswegen neu angefangen, da mir das für den Anfang ohne ihn zu schwer und zu blöd war – immerhin hat er mich seit meinem Anfang in State of Decay begleitet, meine Verwirrung geteilt um das was vor sich ging und gehörte dazu. Im Spielverzeichnis fand ich dann die Class3.0.ulsav (in dem DLC Breakdown heißt sie Sandbox.0.ulsav) und kopierte sie manuell, benannte sie um. Was man nicht alles tut, um dem Tod von der Schippe zu springen.

Das Spiel ist für seinen Anspruch ein guter Start, es ist nicht perfekt aber für einen frischen Wind in Sachen Zombie-Survival sorgt es auf jeden Fall! Das Gameplay – ein paar Abstriche hingenommen – ist durchaus brauchbar trotz Primärentwicklung für die XBOX. Die Missionstypen sind für den Anfang unterschiedlich genug und das Setting schön grimmig, auch wenn ich zugeben muss, daß ich die US-Amerikanische Kornfeldidylle mit Zombies schon etwas über hab (seit der Serie The Walking Dead, dem dazugehörigen Telltale Computerspiel und einigen Maps von L4D2). Ich hoffe ja noch immer, daß es einen ausgebufften und aufgebohrten nächsten Teil gibt – mit Stadtszenario oder Kartengenerator – aber so weit ist das Spiel so schon ganz in Ordnung. Was mir hier richtig gefehlt hat, war Interaktion zwischen Personen – zumindest auf lange Sicht. Im ersten Durchlauf des normalen Games mit der Story gehts noch, aber in dem späteren Sandbox-DLC kommt das tatsächlich zu kurz.

Bei dem Realismus bin ich etwas zwiegespalten – einerseits ist die Idee Charaktere wirklich draufgehen zu lassen schon nicht ohne (sowohl im positiven als im negativen) – andererseits kann man einen Pickup nicht mit Krempel beladen den man gefunden hat und wenn man zu zweit unterwegs ist, ist man trotzdem der Einzige der etwas schleppt obwohl noch einer hätte etwas mitnehmen können. Da ist definitiv Nachbesserungsbedarf – genauso wie beim Scrollen des Inventars (ein Bug, den sie beim DLC zumindest für die Charaktere gefixt haben) oder der Tatsache, daß Begleiter nach Hause gehen sobald man eine neue Mission annimmt oder auf Minen latschen und man sie nicht zum warten anhalten kann. Das ist irgendwie ein wenig halbherzig, da hätte ich etwas mehr erwartet – genauso wie eine weitere Map für die Sandbox, aber vielleicht kommt das ja noch – wer weiß? Alles in allem macht das Spiel sehr viel Spaß, lässt sich nahezu endlos zocken – zumindest wenn man die (zugegeben sehr stimmungs- und liebevoll ausgestaltete) Szenerie nicht irgendwann vollends über hat und steigert die Vorfreude auf Dying Light, L4D3 und Hellraid.

Now playing: Woodkid - Run boy run | Stimmung: Gegruselt

Der Mittelrhein..

..oder genauer Rüdesheim. Mein Opa und ich haben für einige Tage während meines letzten Frankfurt-Aufenthalts einen Ausreißer gemacht und sind in die Weinhauptstadt gefahren. Eigentlich sollten wir in einer Ferienwohnung in Rüdesheim unterkommen, daß es sich aber dabei um einen Stadtteil ca 10 km vom ohnehin winzigen Städtchen entfernt handelte, ist uns irgendwie entgangen. Und als ob das nicht genug war, das Haus war so konstruiert, daß man im Inneren keinen oder kaum einen Handyempfang hatte, vom Internet ganz zu schweigen.

Das und die Tatsache, daß es in einem Dorf war in dem man zu Sonnenuntergang die Bürgersteige hochzuklappen scheint, hat dafür gesorgt, daß wir die nötige Ruhe und Erholung fanden in dem ganzen von A nach B in FFM. Ich machte mir den Spaß und demonstrierte Opa in der Küche, was ich an verschiedenen fleischfreien Alternativen mittlerweile erprobt hatte. Er hat es für gewöhnlich nicht unbedingt mit kulinarischen Experimenten, er ist eher ein Freund von guter alter und vor allem vertrauter Küche – insofern war seine Reaktion auf die doch sehr nah am Fleisch gehaltenen Imitatprodukte für mich spannend. Verhalten bis neugierig (ihm erschloss sich der Zweck des Ganzen nicht so ganz) war das Resultat. Jedenfalls war es kurios ihn dabei zu beobachten. 😀

Am ersten Tag schauten wir uns in Rüdesheim selbst um, das letzte Mal war für mich Jahre her. Die Stadt ist winzig und bis auf den alten Stadtkern kaum erwähnenswert, wären da nicht die Weinberge (die zT auch noch im November die Früchte für den Eiswein trugen). Man merkte jedenfalls, daß gerade nicht Touristensaison war – bis auf das Foltermuseum war ausnahmslos alles geschlossen und würde erst eine Woche drauf zeitgleich mit dem im Aufbau befindlichen Weihnachtsmarkt öffnen. Nur ein paar Souvenirshops und Restaurants boten den gelegentlich auftretenden unbeirrten japanischen Besuchern ihre Dienste und Waren an. Ein ruhiger Rundgang, der damit endete, daß wir die von oben die Stadt überblickende Statue „Germania“ besuchten und das Rheinpanorama im Spätherbst genossen.

Auf dem Rückweg beschlossen wir am nächsten Tag in die andere Richtung zu fahren und zu schauen wohin es uns verschlug. Gesagt, getan – in der nicht allzu sengenden Mittagssonne fuhren wir über windige Straßen raus auf die Strecke am Rhein entlang und immer weiter Richtung Koblenz. Einen malerischen Zwischenstop legten wir an dem Dreiburgenblick ein und besuchten zuvor noch die Loreley. Und die schöne Strecke wieder zurück, bevor es zu dunkel wurde – eine schöne Gegend!

Ein schöner kleiner Ausbruch aus dem täglichen Grau, mal wieder nur für uns – ich habs vermisst! 🙂

Now playing: Billy Idol - Rat Race | Stimmung: Relachst

Im wilden Park

Der Wildpark „Schwarze Berge“ ist ca eine halbe Stunde südlich von HH und beherbergt allerhand sehenswerte und liebenswürdige Tierchen. Wie so oft bei unseren Ausflügen packten wir Sandwiches, Getränke und Knabberzeug zusammen, schwangen uns ins Auto und fuhren eines schönen herbstlichen Sonntagnachmittags dorthin. Das Areal ist hügelig, weitläufig und waldartig, viel natürlicher als der landläufige Zoo oder Park. Regelmäßig kreuzten Hängebauchschweine unseren Weg, überall waren nicht nur die Viecher zu bestaunen, es gab auch jede Menge über die heimischen Wälder und Tiere zu lernen – Edutainment eben.

Hirsche, Rehe, Wölfe, Luchse – klassisches Waldtreiben, aber auch Bären, Eulen, Falken und Elche, sowie Otter und Dachse bekamen wir zu Gesicht. Mein persönlicher Höhepunkt waren die Nilflughunde, die in der Anlage in der sie zuhause waren sich frei bewegen konnten, an uns vorbeiflatterten und ein Mal sogar auf Kiki landeten und entlangkletterten. Ein goldiger Anblick! Leider hatten die Elche für dieses Jahr die Geweihe bereits abgestoßen und wirkten etwas gemütlich (oder zugedröhnt) als wir nach ihnen schauten, ganz im Gegensatz zu dem anderen Wild, welches wild wuselnd durch die Botanik eierte, mal mehr mal weniger interessiert an den geneigten Besuchern.

Ich genieße in solchen Anlagen immer die Luft und Ruhe, etwas abseits der Kinderwagenkohorte und des Eistütenverkäufers – so haben wir uns letztes Mal zum Picknick auf einer Anhöhe oberhalb des Sees an die Spitze einer kleinen Hügelschlucht auf eine Bank gesetzt, während der Wind buntes Blattwerk aus dem Tal hüfthoch in unsere Richtung wehte.

Now playing: Damh the Bard - Sons and daughters of Robin Hood | Stimmung: Erfreut

Like Death in the Sunshine..

..we’re melting away. Zwei Spieltitel sind mir jüngst über den Weg gelaufen, die bei schönem Wetter einem unschöne Dinge abverlangten. Beides sind die dritten Teile der vorangegangenen Reihe und zumindest bei Max Payne war die Messlatte in Sachen Atmosphäre recht hoch. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Zugegebenermaßen waren mir in der Presse bereits vor dem Release Berichte zu Ohren und Augen gekommen, das Spiel sei stumpfsinnig brutal und nicht viel mehr als das. Gut – jeder, der die ersten beiden Teile des Shootout-Noir gespielt hat, wird wissen daß es in einer Welt in der Drogen, korrupte Beamte, Verräter auf der einen und private Rachefeldzüge, Schmerz, Verlust und Wut auf der anderen Seite keinen Platz für Fluffy-Bunny Geplänkel gibt.

Die Beschreibungen trotzten der Tiefe des Spiels dennoch und betrachteten es als das was es auf den ersten Blick zu sein schien – ein brasilianischer Alptraum aus Rum, Blei und Blut. Kennt man aber den Background von Max und lässt sich ein wenig auf die Welt ein, behandelt das Spiel durchaus die aktuellen Themen unserer Zeit – die Armut in der 2. und 3. Welt, die Exzesse der 1., Organhandel und Ausbeutung der Unterschichten, Drogen und Menschenhandel. Verständlich, daß jemand, der in der Unterhaltungsindustrie als Schreiberling tätig ist sich lieber nicht damit auseinandersetzt. Verständlich aber sehr sehr schade.

Aber zum Game selbst: Die Grafik ist auf der Höhe der Zeit, das Setting wirkt mit Sao Paolo recht frisch und die narrative Art des Spiels gepaart mit der rastlosen Verkettung der Adrenalinmomente, sowie die Rückblenden in Max‘ Vergangenheit passen zu einer aktuellen Interpretation des damaligen Comic-Hero-Noir-wider-Willen. Betrunken, abgefuckt und unerbittlich schlägt sich Max durch eine Welt aus Diamanten in Champagnergläsern und gülleüberzogenen Wellblech-Bordells, ein treffendes Portrait der zwei Seiten von Brasiliens Hauptstadt, wobei man sich natürlich nicht der Illusion hingeben sollte, sie seien die einzigen. Alles in allem, schönes Konzept, gut umgesetzt und fesselnd.

Was mich gegen Ende ein wenig gestört hat war, daß es zu schnell vorbei schien. Mit 16+ Stunden zum durchspielen war es zwar keineswegs „viel zu kurz“ geraten, aber es fühlte sich nicht nach der Zeit an. Durch das ständige schonungslose von-einer-Scheiße-in-die-nächste System, legte es ein – im Nachhinein betrachtet – halsbrecherisches Tempo vor, wie passend und gerechtfertigt das auch ingame gewirkt haben mag. Der Showdown war jedenfalls sehr episch und die kernigen Sprüche des in seinem Kopf immer mit sich selbst sprechenden Mr. Payne waren so typisch wie nur irgendwas hätte sein können.

Der andere Titel war Far Cry 3. Ich habe die ersten beiden Teile nicht gespielt (die Story hing nicht zusammen), aber ganz brauchbares Zeug von ihnen gehört. Neulich hab ich den ersten mal aus Jux angefangen, konnte aber wegen dem besseren dritten Teil und ähnlichem Setting (wieder eine Insel mit Palmen und bösen Buben) mich nicht dazu überwinden da groß einzusteigen. Vielleicht ändert sich das beim zweiten Teil ja noch, der hat ein anderes Setting und die Grafik ist natürlich weniger hölzern als bei FC1. Aber zurück in die Zukunft, also zu dem Dritten:

Man beginnt als Jason Brody, einem jungen Amerikaner aus gutem Hause, der – typisch für die Schicht – nicht so wirklich was auf dem Kasten hat, punkto Survival Skills oder ähnliches. Weder körperlich noch mental, wobei er als Luxussportler zumindest ansatzweise trainiert zu sein scheint. Nun, er und seine milchgesichtigen Freunde werden bei einem Fallschirmsprung bei Seite getrieben und landen auf einer Insel, wo sie Piraten als Geisel gefangennehmen, um von ihren Eltern Geld zu erpressen. Der Anführer dieser sinistren Typen ist ein abgefuckter Irrer namens Vaas, der mit seinen Piraten gegen seine nicht minder irre Schwester und ihre Ureinwohner-Anhänger einen Vorherrschaftskrieg führt.

Man türmt irgendwie und wird von einem Typen namens Dennis aufgelesen, der einem ein Tattoo sticht, etwas vom Pferd Pfad des Kriegers erzählt und mit der Kultur der Einheimischen vertraut macht, die von Vaas, seinen Piraten und seinem Boss die Schnauze gestrichen voll haben und mit Citra zusammen eine Rebellion anzetteln wollen. Und um sie zu unterstützen und seine Freunde zu befreien, muss sich der mental völlig überforderte Jason erstmal seine Sporen verdienen, Techniken lernen, Gebiete befreien und Herausforderungen meistern. Open world, sehr nett gemacht und mit einem Brecher von Umweltgrafik. Ein wenig erinnerte es mich an Dead Island Riptide, nur ohne Zombies und mit einem eher luschigen Typen als abgewichsten Charakter der schon vor dem Anfang vom Ende mit allen Wassern gewaschen war.

Die Story ist recht zielführend, Nebenquests eher primitiv, aber es gibt viel zu entdecken und auszuprobieren. Alles in allem ist die Palette der möglichen Interaktionen mit der Umgebung sehr schick umgesetzt, die Story ist ein Stück weit bewegend und der kleine Junge Jason vom Anfang hat mit dem abgebrühten und kalten Monster, was er im Laufe des Fortschrittes wird immer weniger gemein. Am Ende steht natürlich die Frage, ob sich dieser Wandel endgültig vollzieht oder man wieder zur Besinnung kommt. Vermutlich wird man aber eher irre im Schädel, wenn man gezwungen wird die Dinge zu tun oder mitanzusehen, die im Verlauf der Handlung von einem erwartet oder einem serviert werden, ist also nur Menschlich. Abgründe, aber menschliche eben.

Abgesehen von recht repitativen Nebenquests und der nicht besonders weiten Optionen die man im Laufe des Spiels im Sinne von Entscheidungen treffen kann, ist das Spiel eine echte Spaßgranate mit Wahnsinnsgarantie, ein Horrortrip in einem Paradies mit jeder Menge heruntergekommener, zumindest zerrütteter oder erschütterter Gestalten, charismatischen Antagonisten (mich beschleicht manchmal das Gefühl, daß die sich bei ihnen mehr Mühe gemacht haben als bei den „good guys“). Es soll noch einen recht beinharten Ko-op Kampagnenmodus geben mit selbem Setting aber vollkommen anderer Geschichte und Teilnehmern, angesetzt ein halbes Jahr vor der Handlung des Hauptspiels – aber den Auszuprobieren, dazu bin ich noch nicht gekommen.

Now playing: Damian Marley feat. Skrillex - Make It Bun Dem | Stimmung: Beurlaubt

Wenn die Sonne uns grillt..

..dann grillen wir zurück! Naja, ganz so einfach war das dieses Jhar nicht – immerhin hatte das H:O:A sich die wärmsten Tage am Stück rausgepickt und wer das fragwürdige Glück hatte, sich permanent draußen aufzuhalten, war über kurz oder lang angeschissen. Wir fuhren bereits am Mittwoch auf den Ground und breiteten uns aus, bauten auf und befestigten die baumelnden Lampen an strategisch wichtigen Punkten. Da Daniel uns überreden konnte, uns die Warm-Up Party anzugucken und wir an einer der Gassen nach draußen geparkt hatten, sattelten wir nach dem Aufbau Thorsteins Karre und machten uns auf nach IZ in die Lauschbar. Dort angekommen merkten wir erst, wie voll es war – gut die Hälfte der „Besucher“ standen draußen und im Innenraum war dennoch alles so dicht gedrängt, daß es kein Nachvorne kommen gab.

Die Luft war zum schneiden, die Menge einigermaßen angetrunken und vom Bühnenspiel habe ich nicht viel erhaschen können. Grobes Fazit – ganz nett, aber irgendwie wären wir jetzt eigentlich lieber am Camp und würden uns auf die anstehenden Tage einstimmen. Gedacht, getan! Kurze Zeit später stand die Karre wieder da wo sie vorher stand, wir klappten unsere Möbel auf und schenkten uns ordentlich einen ein. Ich hatte leider vergessen mir etwas zum Abdecken der Fenster mitzunehmen, ist das auf dem H:O:A doch meist ein größeres Problem als auf den anderen Festivals. Aber zum Glück hatte Thorstein die alte Armeeplane noch mit, also ein Mal Antenne ab und drüber damit.

Wir ließen es uns gut gehn und bekamen irgendwann Besuch von unserem letztjährigen Platzverwalter – einem etwas kaputten Jungen aus der Umgebung, der sich auch letztes Jahr bei uns schonungslos gehenließ. Mir wurde nach einiger Zeit jedoch langweilig und ich bewegte die anderen zu einem Rundgang, also klapperten wir nach einiger Zeit die Nachbarschaft ab. Zu meiner Freude hatte unser Nachbar von vorletztem Jahr mit seiner recht großen Truppe unweit unseres Areals das Partyzelt aufgeschlagen und da deren Beleuchtung und Beschallung problemlos hätte ein Dorffest bedienen können, schlossen wir uns der feiernden Meute an.

Irgendwann trafen wir dort auch auf den aus den Niederlanden angereisten Exilperser „Animal“, der auf charmante Art versucht hat mit der jungen Frau von neben dem Großlager anzubandeln, aber von ihr immer wieder abgewiesen wurde. Nach dem dritten oder vierten gescheiterten Versuch seinerseits ging er dazu über sich durch Überspitzung selbst zu persiflieren und legte ein beträchtliches Maß an Selbstironie an den Tag, sehr unterhaltsam. Im späteren Verlauf gerieten wir in eine gesamtgesellschaftliche Unterhaltung über seine Erinnerungen an die Erziehung und Indoktrinierung der Kinder im Iran, den krassen Kontrast dazu in den Niederlanden, die Sicht auf Götter und Ideologien und was sie mit Menschen machen. Am Ende waren wir beide gesprächsgeflashed und er spielte mir noch was von seiner Band vor – Act of State – bei der er sang. Die Tracks hörten sich gut an und da die Scheibe auch brauchbar produziert war, kam ich nur zu gern der Bitte nach ein wenig Werbung dafür zu machen und sie gegebenenfalls an gewisse VIPs zu reichen, die vielleicht ein paar Gigs organisieren konnten oder vielleicht sogar einen Festivalauftritt. Mal sehen was daraus noch wird.

So verklang der lange Abend irgendwann mit den Morgenstunden und ich wankte alles andere als nüchtern in Richtung Auto. Am nächsten Morgen wurde ich von buntem Treiben ums Auto geweckt. Arne und Thorstein waren bereits aufgestanden, Sandra wuselte auch schon umher und die Sonne brezelte mir volle Möhre aufs Dach. Nicht einmal die Plane half da großartig, kurz nach elf war es schon fast 30° heiß. So kühlte ich mich für einige Minuten mit der Klimaanlage und stieg dann wohlerfrischt aus meinem Domizil. Das einzige, was am Kochen im Camp richtig nervt ist das Spülen. Kein fließend Wasser, kein Geschirrgitter, nichts. Aber dieses Mal hatte ich wenigstens ein faltbares doppelwanniges Spülbecken dabei (Danke an Jochen für diese wundervolle Inspiration) und somit war es dann doch einigermaßen erträglich. Man denke sich die ManowaR/WotW-Mucke und -Aussprache zu „Soap is everywhere – washing dishes open air, we’re warriors, warriors of the food – like water floods the gates, cleaning forks and plates, we’re warriors, warriors of the food..“

Die folgenden drei Tage verschmelzen unter der gnadenlosen Hitze von fast 40° im Schatten zu einem einzigen, brühend heißen Tag mit gutem Essen, viel zu wenig Schlaf, halbwegs kühlen Getränken und jeder Menge Musik. Von den Bands sahen wir uns wieder eine auserwählte Handvoll an, vor allem aber King Leoric, Demon und Sacred Steel – die alle eine gewohnt gute, gar vortreffliche Darbietung hinlegten. Ich freue mich schon irre auf den Gig von King Leoric im November in HH – das ist halt eine von den wenigen Bands die einem jederzeit Power und gute Laune stiften können, ganz gleich wie mies der Tag gewesen sein mag. Sonstige Betätigungen fielen der Sonne zum Opfer, wir bewegten uns kaum und versuchten so wenig wie nur möglich uns direkter Einstrahlung auszusetzen, sie ließ kein gutes Haar an uns. Die eine oder andere Partie Magnet-Dart (ich hatte meinen Kollegen für ein paar Tage ihre Scheibe abgeschwatzt) haben wir natürlich gespielt, aber leider war bei dem Gebrutzel an garnichts mehr zu denken.

So war es auch nicht verwunderlich, daß ich mich auf der Rückfahrt – dem einzigen kurzen Moment mit Regen – an der Klimaanlage erkältet habe. Diese Erkältung blieb mir als Souvenir noch einige Wochen(!) erhalten und je mehr ich darüber nachdenke wie man dem vorbeugen kann, desto mehr komm ich um besseres Equipment nicht herum. Vielleicht wirds nächstes Mal Zeit nicht nur einen Generator mitzunehmen und eine Strombetriebene Kühlbox, sondern auch eine Alternative zur Zeltplane direkt über dem Auto zu ersinnen. Das Starthilfegerät hat sich übrigens als sehr nützlich erwiesen, ich konnte ohne Probleme meine Karre kurzschließen und losgurken obwohl sie zuvor leer war. Also schon zwei Anschaffungen für den Sommer, die sich gelohnt haben, mit der Wanne zusammen. Göhrk brachte mich auf dem BYH darauf, demnächst auch eine faltbare Duschkabine mitzunehmen, am Anfang war ich skeptisch – bis ich in der Affenhitze unser ab nächstes Jahr nicht mehr mitkommendes Bus-Vorzelt als selbige genutzt habe, mit meinem faltbaren Wasserkanister zusammen, das war so derbe erfrischend – das muss nächstes Mal einfach sein.

Now playing: King Leoric - Lingua Regis | Stimmung: Ein wenig fertig

Bye bye, Balingen..

..oder genauer, mein letztes Bang Your Head. Warum das letzte? Ganz einfach: 1600+ km hin und zurück, ein Tag extra für Anreise, usw. Nicht, daß mir das Festival keine Reise wert ist, das durchaus, aber bei den heutigen Benzinpreisen und den Alternativen ist das einfach zu weit ab, da fahr ich nächstes Jhar lieber aufs Rock Hard (dort sind meine Kölner ja auch immer mal wieder anzutreffen und vielleicht erwärmen sich ein paar Frankfurter auch dafür). Doch genug davon und zurück zum Festivalbericht – musikalisch schwelgte ich ein wenig in Götzenhain-Zeiten-Nostalgie, wollte mir Rage und Strato angucken und wo wir schon dabei waren, die Pretty Maids gleich mit.

Wir fuhren wie (früher) immer vom Parkplatz hinter der Fina-Tanke los, Göhrk und ich in meiner Karre wie letztes Jahr, Arthur und Jochen in einem weiteren Auto und als weitere Delegation der wackener Belegschaft waren noch Mark und Björn mit von der Partie in einem dritten Fahrzeug. Da weder der Göhrk noch ich einen Stuhl mit hatte – dachte ich doch bis zuletzt ich hätte einen in Frankfurt gelassen – und wir noch ein paar Kleinigkeiten brauchten, machten wir kurz halt in einem Fachgeschäft für in China hergestellten Ramsch und versorgten uns mit dem Nötigsten, bevor es auf die Autobahn südwärts ging.

Wir kamen größtenteils gut durch, bis auf einen kleinen Stau um Stuttgart herum und trafen den Rest vor Ort unweit des Campgrounds. Einige Minuten später hat man uns tief in selbigen hineindirigiert, so daß wir ziemlich direkt gegenüber des Supermarkts und Partyzelts unser Lager aufschlugen. Jochen und Arthur hatten Zeltmäßig ein Upgrade hingelegt und ein Konstrukt aufgebaut, was qualitativ und von den Dimensionen her eher an ein Bungalow als an eine Campingbehausung erinnerte. Mit dem Generator, den Krachmöbeln, den Gasherdplatten und der Trockeneis-Kühlbox waren die auch bestens gerüstet für die Tage die da kommen sollten. So eine Ausrüstung – vor allem was die Küche angeht – kenn ich eigentlich nur von unserem H:O:A-Team. Mein Equip tat mit den Stahltellern und dem Topf- und Pfannenset sein Übriges und so wurde für mich auch ein kleiner Traum wahr: die Jungs haben geschnallt, daß es absolut glorreich ist, auf einem Festival den Kochlöffel zu schwingen und die umliegenden Grillplätze in Schande zurückzulassen über das was bei uns aufgetischt wird.

Der erste Abend war wie immer – ein Leberdesaster. Ich hatte mir den Spaß gemacht zuerst die Kölner ausfindig zu machen und mir dann Schwilli zu greifen und abzufüllen, danach – als die betagteren Herrschaften ins Bett mussten, waren Björn und Mark dran. Bis in die frühen Morgenstunden gröhlten wir die Klassiker im Partyzelt mit, völlig egal ob „Warriors of the World“ jetzt zum achten oder zehnten Mal lief und danach „Run to the Hills“ die Bude beschallte. Wir lagerten keine komplette Gehminute vom Zelteingang und so begab es sich, daß wir uns derartig viel Black Pearl in die Rübe geschraubt haben, daß der nächste Morgen uns schon eine prächtige Mahlzeit bieten sollte, wenn wir auf den Beinen bleiben wollten.

Datteln im Speckmantel und dazu Rührei, wenn ich mich richtig erinnere. Und Sonnenschein. Und immer kühle Drinks. Etwas, was ich auf dem HOA vermissen werde: Neben dem Partyzelt gab es einen Festivaltauglichen Edeka-Ableger, der Eiswürfel tütenweise verkaufte! Bei den Temperaturen draußen und in den Gläsern ein absolutes Muss. Wir überbrückten irgendwie halbdeliriös den Mittag und bewegten uns langsam zum Pretty Maids Gig, als die Zeit dafür reif war. Da Stratovarius recht zeitnah danach spielte, blieben wir unter der Berücksichtigung des Getränkestandes da wo wir standen und genossen weiter die Show, bevor es zurück zum Camp ging.

Der folgende Abend war eher bescheiden in der Trunkenheit, dafür aber um so entspannter. Es gab grandiose Küche, gute Gesellschaft – nur hatte irgendwie die musikalische Beschallung zu wünschen übrig gelassen, war Arthur doch der Meinung uns mit einem Übermaß an Schnulzen von Celine Dion und irgendwelchen anderen Sachen quälen zu müssen. Das ließ sich dann irgendwie noch schöntrinken, aber so richtig gesellig wurde es dann doch nicht auf der Basis. Am nächsten Tag begann das massive Bekleben von allem in Wurfreichweite mit blauem nassgemachtem Klopapier. Es dauerte nicht lang und die Rufe nach einem Dartboard wurden laut, jedoch konnten wir uns nicht aufraffen ein selbiges zu fertigen. Ich nahm mir vor für das nächste Festival eins dieser magnetischen Dinger zum aufhängen zu beschaffen – für richtige Steel-Dart Pfeile waren mir dann doch zu viele Zelte und Autoreifen in der Nähe, muss nicht sein.

Auf dem Programm stand für mich als nächstes und einzig noch übriges Rage – irgendwann danach wollte ich auch schon abrücken, immerhin stand mir noch eine Nacht in FFM bevor und ein Sonntag auf der Autobahn bis ich zuhause ankommen würde. Nur musste ich dieses Mal meine Habe nicht umpacken, sondern konnte sie größtenteils einfach in der Karre lassen, bis zum H:O:A wars ja nicht mehr lang. Aber zurück zur Gegenwart: Peavy lieferte ein Bombenkonzert ab und auch wenn ich mir ein paar songs mehr gewünscht hätte, war ich sehr zufrieden. Nach langen Jahren wieder Rage sehen tut echt wunder. Und unser kleiner Gesangsverein wie er so da stand war auch prima – jeder konnte seinen Scheiß noch. Das ließe sich dann nur noch toppen, wenn Savatage erneut wieder auf die Bühne klettert und ganz tief in die Mottenkiste greift und wir dann Chance zum besten geben dürfen oder Believe.

Zufrieden wieder am Campground angekommen bin ich erstmal die Escape-Route abgelatscht, immerhin waren die meisten Camper noch da, fast alles noch aufgebaut und ein Großteil der Besucher würde erst morgen fahren, weil sie die Hauptacts des Samstags nicht verpassen wollten. Zum Glück war der Weg aber einigermaßen frei und Göhrk und ich machten uns nach einem erfolglosen Versuch die Kölner zwecks Verabschiedung anzutreffen auf den Weg gen Norden. Schönes Festival war das! Schade nur, daß es so weit weg ist.

Now playing: Quiet Riot - Metal Health | Stimmung: Glorreich

Worst vacation ever..

..welcome to Palanai! Nach dem Südseetrip auf die Insel Banoi finden sich die vier Überlebenden von Dead Island in Gefangenschaft auf einem Marineschiff der BDF wieder. Sie und noch ein weiterer Immuner namens John werden eingeknastet und getestet – bis das passiert, was immer passiert, wenn ein Virus in einem geschlossenen System unterwegs ist: Die Crew ist untot, der Kapitän wurde gefressen und auf wundersame Weise kommt man aus der Zelle raus und darf aufräumen helfen. Wobei helfen hier zu viel gesagt ist – das Schiff rast mit voller Wucht auf die Küste von Palanai zu und das nächste was man mitbekommt, ist ein Erwachen am Strand.

Man sucht sich den Weg ins Camp Paradise und trifft dort auf weitere (nicht immune) Überlebende, offenbar ist das was auf Banoi geschehen ist hier ebenfalls passiert – also wird es Zeit wieder die Klingen zu verdrahten, aufzumunitionieren und im Gürtel etwas Platz für Molotows und Sprengköder zu machen. Dead Island: Riptide haut in die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger, aber mit ein paar merklichen Verbesserungen der Stilmittel – mein Favorit unter jenen sind die Belagerungsszenen, aber auch die Gruppenraserei ist eine feine Idee. Eine der Neuerungen, die ich nicht verstehe ist die nicht mehr aktiv nutzbare Alkoholoption – man kann zwar immer noch vom Saufen gesünder werden und besser zuschlagen, aber da sich weder ein Hotkey dafür finden lässt, noch sich die schicken Flaschen im Kampfgürtel verstauen lassen, ist es eher unpraktisch.

Die Story von Banoi wird hier aber angemessen weitergesponnen, viele Einzelheiten die im ersten Teil noch als zur Kenntnis genommene Fragezeichen einem im Kopf rumschwebten sind jetzt recht offensichtlich, Vermutungen bewahrheiten sich und die ganze Situation wird immer schlimmer. Auf dem Weg nach Henderson, der Hauptstadt in der sich die Wohlhabenden verschanzt haben sollen, gilt es durch einen Bunker, eine Fähre und jede erdenkliche Menge Zombies hindurchzusteigen. Drei neue Mutantentypen sind außerdem noch dabei, einem das Leben noch schwerer zu machen – etwas was an eine überdimensionale Version eines Charger-Tanks erinnert (L4D), ein Schreier, der mit der Stimme lähmt und einen ordentlich auseinanderpflückt (eine Hommage an die Witch, ebenfalls aus L4D?) und so Labor-Forschertypen die mit ihrem eigenen explosiven Fleisch um sich werfen. In der Zwischenzeit hat man jede Menge Gelegenheit, das Letzte aus seinem Überlebensinstinkt rauszuholen, überschwemmte Ruinen zu besichtigen, Death Zones leerzuräumen und dort mindere aber besondere Infizierte zu besichtigen und zu töten.

Nach vielem hin und her kommt man dem Ursprung des Virus immer näher und findet auch heraus was es sich mit der Immunität auf sich hat und was sie aus einem macht. Nichts weltbewegend neues – außer natürlich dem zweiten kultigen Sam B. Song „No room in Hell“ – und doch ein sehr schönes Game, ob alleine oder im Team – besser sogar im Team dank der modifizierten Gemeinsamkeits-Skills für die Frenzy.

Now playing: Sam B. - No Room in Hell | Stimmung: Beurlaubt