Nächste Station, Hamburg Innenstadt..

..bitte Aussteigen. Ich denke gern an Hawesko zurück und den Spaß den ich mit den Kollegen dort hatte. Als es losging, hat man Marcel und mich in ein Aquarium gepackt gehabt, irgendwann wurden die Büros umgebaut und ich bekam mein eigenes Cubicle, aus dem ich dann ein würdiges Deus Ex: Human Revolution Office gemacht hab, mit beklebten Fenstern, beschichtetem Tisch, weiteren Dekorationen und orangener LED-Beleuchtung. Kein Vergleich zu dem grau-in-grau wie es vorher war. Hat mich auch eine Kleinigkeit gekostet, aber was solls. Ich hatte das hübscheste Office in der ganzen Firma, selbst die Chefs kamen nicht aus der Begeisterung heraus als sie zu Besuch waren und einen Blick hinein geworfen haben, irgendwann haben die sogar einen Fotografen vorbeigeschickt, der einfangen sollte wie modern „wir“ es haben. Und selbstgemacht waren am Ende auch die Möbel in unserer Kaffeeecke, die ganze IT-Anwendungen-Abteilung hat an den Europaletten herumgesägt und -gehobelt, bis wir Sessel und Sofas und einen Tisch hatten.

Aber manchmal gehen Dinge eben überraschend zu Ende und dann wird es Zeit weiterzuziehen. So kam es auch, daß ich irgendwann bei einem kleinen Start-Up in Hamburg selbst anheuerte. Eigentlich war es meine zweite Wahl gewesen, die erste war auch ein Start-Up – eins welches die Welt der Reiseportale revolutionieren wird über kurz oder lang (wie ihr seht, glaube ich an deren Idee bereits). Leider hatten die in dem Moment wo ich die Entscheidung treffen musste wohin es für mich weitergeht noch die Jahresfinanzierung in der Schwebe und da sie mir nichts versprechen wollten was sie nicht garantieren können, haben wir unsere Gespräche auf Eis gelegt.

Alles hat seine Zeit, heißt es. Vielleicht irgendwann später, wer weiß. Ich bin jetzt jedenfalls bei Iconic gelandet und fühl mich dort wohl. Zusammen mit zwei Programmierer-Nerds und einem TechChief spielen wir mit neuer und experimenteller Software herum stellen wir einen neuen Tech-Stack auf und entwickeln bald Produkte die unseren Kunden erleichtern zueinander zu finden. Das Konzept ist recht einfach – angenommen ihr seid ein Spieleentwickler und wollt eine Batman-App auf Android und iOS bauen, woher nehmt ihr die Lizenzen dafür? Time Warner selbst anfragen? Als kleine oder gar mittelgroße Klitsche eher unwahrscheinlich. An der Stelle kommen wir ins Spiel, über uns baut ihr einen Pitch und wir sorgen dafür, daß das Proposal an den richtigen Rechtehalter kommt, ihr direkt Feedback habt und wenn alles in trockenen Tüchern ist direkt loslegen könnt. Das selbe gilt für in-App-Käufe von lizensierten Objekten usw. Zumindest ist das die Grundidee.

Ich bin also Ende Januar mit meiner neuen Firma auf einen Workshop nach Charbouyx gefahren, so klang das zumindest. In Wirklichkeit wars Scharbeutz – an der Ostsee. Dort bekam ich dann einen Gesamtüberblick über die bisherigen drei Jahre und die strategische Aufstellung bisher. Die Kollegen von außerhalb (Aus Amerika, UK und der Schweiz) waren auch mit dabei, also die vollständigste Versammlung von Iconic die es bisher wohl in der Form gegeben hat. Alles in allem sind das in ihren Gebieten ganz fähige Leute, auch wenn wohl keiner von ihnen bisher in einem Tech Startup tätig gewesen ist. Das Produkt war für mich nach wie vor sekundär (ich interessiere mich nicht wirklich für „intellectual property“ und kann mich für Lizenzrecht kaum erwärmen, aber die technische Plattform die wir stellen sollen und werden könnte eben spannend sein) und eine Vision konnte ich nur sehr begrenzt zwischen den ganzen Excell-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen erahnen, aber so lange mein Team cool ist und die Technik mitspielt, werd ich den Teufel tun mich zu beklagen. 😉

Alles in allem war das eine gute Entscheidung, bei IF anzufangen – ich spare mir jeden Monat fast 600 km Fahrerei (Tornesch war schon arg weit draußen), entsprechend Benzin, hab nicht das Gefühl die Firma versucht den Fortschritt zu verkrusten und ich lerne massig neues Zeug, kann aber das jüngst mitgenommene auch mit einbringen. Natürlich fehlt mir der Wein, den es immer mal wieder gab – andererseits hab ich auch noch immer volle Regale und wüsste ggf nicht wohin damit. Mal sehen was die Zukunft bringt – wir haben uns jetzt jedenfalls ordentlich mit NERF-Knarren ausgestattet und seitdem sind die Meetings angenehmer und kürzer geworden, gelegentliche Schießereien gibts nach dem Mittagessen und der Postbote weiß sich wegzuducken wenn er bei uns was abliefert. Spaß ohne Ende!

Now playing: Wolf - Don't fear the Reaper | Stimmung: Freudig

Aus dem Boden gestampft..

..trifft es ganz gut. Wir haben im März/April angefangen den neuen Shop auf Basis des Symfony Frameworks hochzuziehen, während wir das System selbst gleich mit dazu lernten. Dafür daß wir nur drei Coder waren (plus ein externer Experte von SensioLabs, der uns geschult aber auch mitgebaut hat), war nach etwas über einem halben Jhar der Fortschritt deutlich zu erkennen. Ungeachtet der Komplexität der Anwendung war sie schnell, performant und anständig strukturell aufgebaut, so daß man sie gut weiter- und wiederverwenden konnte. Mittlerweile ist das kleine Schmuckstück fertig und hier zu finden.

Richtig interessant ist es, wenn man das entstehen der Seite – Seitentypus für Seitentypus – miterlebt hat und kleine Abschnitte noch vor ihrem Zusammenspiel/-bau. Irgendwann war die nämlich klein, experimentell und fast nackig. Es kam erst mit der Zeit, daß die mit BDD- und Unit-Tests abgedeckt zusammengesteckt und zum funktionieren gebracht wurde. Schon spannend, so ein Projekt von Anfang bis Ende mitzuverfolgen. Ich hatte großen Spaß die Frontend-Geschichten dafür zusammenzugießen, mit TWIG zu spielen und Rotations- und Schatteneffekte dezent aber wirkungsvoll zu verwursten. Wie der Shop im Endeffekt vom Look n Feel daherkommt, ist aber am meisten unserem Grafiker Andreas zu verdanken – der Kerl hats echt aufm Kasten, was griffige und edle Layouts angeht. Ich mochte seine Entwürfe schon zu 99B-Zeiten – leider kamen wir nie dazu die mobile Version umzusetzen, bevor das Projekt seinen Abgang gemacht hat.

Und natürlich konnte ich mir meinen kleinen Stempel nicht verkneifen, wer ins Impressum guckt, wird beim Copyright-Datum fündig.. 😀

Now playing: Star Wars - Cantina | Stimmung: Ein bißchen stolz

Geschützt: Wenn der Wein schal wird..

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Now playing: Savatage - Castles Burning | Stimmung: Schadenfreudig

Auf der Enter JS 2014

Anfang des Jhares beschlossen mein Kollege Martin und ich auf die EnterJS in Köln zu fahren, um uns die volle JavaScript-Dröhnung zu verpassen. Wir hatten bei unserem Besuch in Würzburg, aber auch danach immer mehr darüber erfahren wie viel wir in dem Bereich noch nachrüsten konnten und sollten, also ließen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen. Ich wollte unbedingt mein Wissen über node.js und seine Ableger vertiefen, Martin wollte punkto Frontend sein Wissen aufstocken und so trafen wir uns wochenends im Zug zu einem Alster und einer ungewohnt langen Bahnfahrt in den Südwesten.

Das Hotel war eher von bescheidener Wahl gewesen, irgendwie haben die es wohl versiebt auf ihrer Website mitzuteilen, daß sie gerade zwei komplette Stockwerke renovieren und deshalb überall anders alles voll ist mit Krempel, der eigentlich eher nach Baustelle als nach was anderem aussieht. Egal, wir waren ja nicht zwecks Erholung dort. Die Veranstaltung begann am Tag nach unserer Ankunft und wir besuchten ersteinmal alles was uns vor die Flinte kam und versuchten gleichzeitig eine möglichst weit gestreute Abdeckung der Themen zu bekommen. Nach einer Weile kristallisierten sich drei grobe Richtungen ab: Die einen Talks waren von den führenden technischen Köpfen im JavaScript-Bereich, die anderen waren thematisch etwas weitgefasster und somit zurecht keynotes, und die dritten waren einfach von irgendwelchen Businessfratzen, die sich profilieren wollten mit so einer „unsicheren, unerprobten und ungewohnten“ Technologie wie JS echte Projekte zu machen. Letztere waren eigentlich eher Präsentationen für ahnungslose Stakeholder verbrämt mit einer Mischung aus Geheimhaltung und Selbstbeweihräucherung, also eine komplette Zeitverschwendung für das Publikum vor Ort.

Wir beschlossen, die dritte Kategorie der Talks von nun an sausen zu lassen und uns auf die anderen zu konzentrieren, klappte auch ganz wunderbar. Was mich übrigens in Begeisterung versetzt hat, war die kulinarische Verköstigung auf der Konferenz. Sie hatte ganz klar Sternrestaurant-Qualitäten und war auch keineswegs knapp bemessen, so ließ es sich bis zum abendlichen Steakhausbummel gut aushalten.

Nach zwei Tagen guter und solider JS Info ging es für uns erstmal in die Workshops, ich selbst hatte einen node.js Kurs bei Golo Roden gebucht gehabt, dem Mitausrichter der Konferenz und Autor auf dem Node-Gebiet. Wir bekamen einen guten einstieg und spätestens nach der ersten Halbzeit konnten wir einen Service wie bit.ly vom Funktionsumfang nachbauen. Ein bißchen waten durch die NPM-Pakete, ein kleiner Besuch in der Callbackhölle, die keine war, alles in allem sehr lohnenswert.

Köln selbst ist gegenwärtig eine riesige Baustelle, überall stehen nur noch Hausskelette, alles ist entkernt und überall sind Absperrungen. Ich bin sehr gespannt was das wird, wenn es mal fertig ist, aber was es jetzt ist und wie es wirkt, das kann man mit dem Wort „verlassen“ sehr gut zusammenfassen. Der kölner Dom war natürlich dennoch einen Besuch wert und das römisch-germanische Museum selbstverständlich auch, ein kleiner Rheinspaziergang und ein paar gemütliche Kölsche waren auch noch drin. Aber dann verließen wir nach unserem Anteil Wissen auch diese Stadt, ich hoffe nächstes Jahr wird es ähnlich Nahrreich.

Now playing: Megadeth - Something I am not | Stimmung: Neugierig

Die Zeit verfliegt rasend schnell..

..und ich komm vor alltäglichem Twist aus Wahnsinn und Methode kaum dazu hier mal ein Wort dazu zu verlieren wie es läuft. Es ist sogar eher so, daß sich die kleinen und mittelgroßen Ereignisse überschlagen und sich auf meinem Kopfinternen Schreibtisch immer mehr stapelt, was ich hier gern unterbringen würde. Wenn ich mal dazu käme! Ich bin leider (oder besser vielleicht „zum Glück“) mittlerweile im Büro so sehr eingespannt, daß ich definitiv nicht mehr dazu komme von dort aus hier ein paar Zeilen geistigen Summasummarums niederzulegen. Aber fangen wir mal mit einem absolut durchschnittlichen Tag an, wie er in den letzten Wochen und Monaten immer wieder vorkam: ein Dienstag.

Ich stehe nach ungeführ 7 Stunden Schlaf um kurz nach 9 auf und mache mir einen Kaffee. Es ist hell, es ist kalt und draußen randaliert wieder die Brut der Nachbarn durchs Treppenhaus. Vor dem Haus fahren massenweise Autos, Busse und Kinderwagen mit kreischendem Personal hinten dran. Alle müssen irgendwohin und verlieren keine Zeit. Ich mach das Fenster zu, setze mich auf den Hocker an der Heizung und warte bis die Senseo fertig ist mit Blubbern. Dann Rechner an, Nachrichten, Kaffee und eine qualmen. Auf dem Umweg durchs Badezimmer such ich mir die passenden Klamotten zusammen und knote mir meinen Zugangschip an die Gürtellasche, Schlüssel einstecken, Geldbörse, Telefon und – ganz wichtig – Sonnenbrille. Ohne die käme ich vermutlich nicht einmal bis zur Garage ohne zu erblinden.

Der Verkehr ist meistens erträglich, etwa zwanzig Minuten später stelle ich mein Auto auf dem äußeren Rand des Firmenparkplatzes ab und watschel immer noch nicht richtig wach in meine kleine Dunkelkammer, die genauso gut hätte aus Deus Ex: Human Revolution stammen können. Technik aufgebaut, wieder Kaffee, raus und aufs Taskboard gucken. Die anderen sind meistens schon da und machen irgendwas. Paul (unser Externer) ist zum Glück jetzt auch wieder zurück nach seinem kurzen Ausflug anderswohin, ohne den würden wir vermutlich am Stock gehen und uns gnadenlos in unserer eigenen Software verlaufen. Zumindest noch ist das der Fall, wir lernen alle gerade wie man das macht was wir da tun und er hat etwas über 10 Jahre Erfahrung mit dem System, also hagelt es saftig DOs & DONTs. Sehr glorreich. Um elf beginnt dann das Daily Scrum, 15 Minuten voll mit „ich erzähl Euch was ich gemacht habe und machen werde“ – ein mal reihum, damit auch jeder das Team durchinformiert hat.

Irgendwann nach 3 Stunden Codegewitter oder irgendwelchen Meetings (daran mangelt es uns besonders Dienstags nicht, alle zwei Wochen gibts vier am Stück und danach ist der Tag rum, nennt sich Sprintende), gehts in die Pause, danach in der Regel zu zweit vorm Rechner wieder an den Code. Mit ein wenig Glück hängen am Ende des Tages weniger Zettel am Board als zuvor und man hat das Gefühl etwas geleistet zu haben. Kurz vor Feierabend checken wir den Code ein und dann geht der Kasten zu, Zeit ein paar Dartpfeile zu schwingen!

Leider ist unsere bevorzugte Kneipe mittlerweile zu, der Betreiber hatte irgendwie nicht mehr so richtig Lust, scheint es. Der einzige Ort, wo man in Tornesch sonst einen Pfeil gescheit werfen kann, ist der Sportverein in der alten Post (die haben Billiard und Dart und noch ein paar andere Sachen), ich mag das Licht dort zwar nicht und die Wände wirken kahl und kalt, aber das Equipment ist brauchbar und man lässt uns in Ruhe werfen (ich bin bei so Vereinen nicht so gern der involvierte Typ). Die Dartscheibe an der Arbeit fehlt mir jedenfalls, seit dem Umbau gabs da irgendwie eine Umhängaktion und die zog sich und irgendwie musste noch ein Schalldämmer her und so lag die jetzt für Monate bei Claus im Büro und staubte vor sich hin – und das wo ich diese kleine Ablenkung gut hätte gebrauchen können.

Nach den üblichen 2-3 Stunden Werferei gibts noch einen Stop beim Supermarkt (sollte noch Bedarf an irgendwas sein) und es geht ab nach Hause. Kiki ist meistens zu dem Zeitpunkt schon von der Uni zurück und wir erzählen uns vom Tag, während ich irgendwas leckeres koche oder wir einen dieser leckeren Weine aufmachen. Danach gibts noch ein paar untote Pixel zum zerballern oder wir geben uns eine Dröhnung Game of Thrones auf unserem wirklich irre bequemen Sofa. Manchmal treibts uns aber auch raus, mit etwas Feuerholz an den Elbstrand oder zur Nacht hin um den Block, frische Luft schnappen. Da ich aber nicht mehr den Luxus des irgendwann-zwischen-elf-und-zwölf-arbeitens habe, wird es eher selten spät oder aber es geht zulasten des Schlafes. Ein ganz normaler Tag.

Now playing: BSG OST - All along the Watchtower | Stimmung: Dizzy

Scrum if you can!

Vor rund einem Jhar hatten wir einen Workshop zum Thema SCRUM bei den Firefighters in Hamburg, wo wir viel über agile Softwareentwicklung und Prozesse gelernt haben. Was damals noch ein wenig wie im Ideen-Rohbau wirkte, nahm im Laufe der Zeit tatsächlich konkrete Formen an – wir haben pünktlich zum Beginn unseres neuen Projektes einen Agile Coach an die Seite gestellt bekommen und machen übermorgen unser erstes Backlog Grooming. Mit dieser für uns neuen Arbeitsmethode sollen wir schneller, regelmäßiger, transparenter und besser organisiert arbeiten und das was bisher passiert ist fühlt sich voll und ganz danach an, daß es tatsächlich auch so sein wird.

In dem ersten Meeting haben wir eine ordentliche Vorstellungsrunde hingelegt und einen sog. „Market of Skills“ durchgespielt – dabei geht es zunächst darum, daß die Teilnehmer ihre jeweiligen Fähigkeiten die sie dem Team anbieten veranschaulichen (in unserem Fall auf einem Flipchart-Bogen), darunter auch welche von „unter der Ladentheke“, also was sie über ihre Fachkompetenz hinaus noch mitbringen. Dann wird kurz vorgestellt, Kommentiert und gemerkt. Wir haben in unserem Team (ohne Externe sind wir sieben Leute) sehr unterschiedliche Charaktere, vom Werdegang wie auch vom Erfahrungsspektrum, das gilt es jetzt erst einmal unter einen Hut zu bekommen.

Das zweite Meeting dieser Art gebot uns eine Teamvision zu entwickeln, uns mit den agilen Werten auseinanderzusetzen und zu beschreiben wie wir als Team gerne von außen gesehen werden wollten. Es wurden Teamvereinbarungen beschlossen die für alle verbindlich waren – vom Umgang mit Bugs bis zum Zeitpunkt des Sprint-Backlog-Updates. Alles in allem fühlt sich das jetzt schon an wie eine richtige und wichtige Synchronisierung, so wie es jetzt läuft kann da kaum was schief gehen.

Die Welt der Klebezettel hat uns wieder – und sie lädt zum nachahmen im kleinen an. Seit ich irgendwann ein Derivat von Personal Kanban für meine Tasks verwende geht mir alles schneller und motivierter von der Hand. Neulich beim Hausputz: 17 Tickets in etwa drei Stunden. Ohne Taskboard verebbt die Motivation spätestens nach fünf Aufgaben und der selben Zeit. Das Pull-Prinzip ist das Motivations-Geheimnis – schnapp Dir den Task der Dir am meisten Bock macht, kleb ihn rüber zu „In Progress“ und leg los bis Du fertig bist, dann nimmst Du Dir den nächsten vom „To do“ auf den Du Lust hast vor und hängst den vorherigen in den „Done“ Bereich. Bäm! 😀

Now playing: Accept - Run if you can | Stimmung: Aufgedreht

Play us a Symfony

Unsere kleine Delegation besuchte im Januar eine würzburger Softwareschmiede, um mehr über Scrum, Git, Symfony und agilen Workflow direkt aus der Praxis zu erfahren. Hintergrund war die Entscheidung, ob wir bei der neuen Joomla 3 Version weitermachen oder uns auf eine komplette Eigenentwicklung in Symfony stützen würden, was weitere Webprojekte anging – jetzt nachdem wir uns für den Moment gegen Typo3 Neos/Flow und auf Java basierenden Frameworks entschieden haben.

Untergebracht waren wir im durchnittlich komfortablen Hotel Amberger, fast mit wundervollem Blick aufs Theater.. parkhaus. Die Zimmer waren sauber und würden für die zwei Nächte ausreichen, wenngleich die anderen etwas auszusetzen hatten – mal wars nicht dunkel genug, mal war es zu kalt um vernünftig schlafen zu können, mal die Betten zu kurz – konnt ich nicht nachvollziehn, aber jeder hat halt seine Sicht.

Für den spätabendlichen Snack ließen wir uns eine Chinabox empfehlen mit der Ausweichoption auf einen texikanischen Imbiss, sollte uns das nicht zusagen. Der Chinaladen war bereits geschlossen als wir dort ankamen (immerhin war es Montag und nach 22 Uhr) aber das Habañeros hatte noch auf. Zu einem überschaubaren Preis gab es in dem ambientigen Laden gescheite Burger und vor Käse und Jalapeños nur so strotzende Nachos, kross gebacken. Muy bien. Me gusta!

Am morgen gings zu fuß die Straße runter und durch den angrenzenden Park, über die Brücke und direkt in die Zentrale von Mayflower. Wir wurden herzlich empfangen und es begann die obligatorische Vorstellungsrunde. Die Mitarbeiter waren durch die Bank Experten auf ihrem Gebiet und für mich zeichnete sich deutlich ab, wie groß der Unterschied zwischen uns als Gemischtwarenhändler auf dem Codingmarkt und eingefleischten Vollblutentwicklern aus einer Softwareklitsche war. Da gigs um mehr als nur ein paar Tools und Standards, das hatte etwas mit dem Approach zu tun und natürlich mit dem Modus Operandi.

Wir bastelten uns einen Themenfahrplan für die zwei Tage zurecht und legten mit dem Austausch los. Die Themen erstreckten sich von Scrum, PHPStorm, Git und Node.js über Pair Programming, Release Management bis zu Symfony-Aufbau, Bundles, Composer, etc. Eine ganze Menge Stoff, viele Beispiele und Begriffe, die Köpfe qualmten ganz ordentlich. Etwa acht Stunden später waren wir durch, in mehreren Hinsichten. Zeit für ein Festmahl!

Der Ratskeller bot die entsprechende Gelegenheit und während wir die Riesenhocker aus Massivkork bewunderten und uns bewirten ließen, kam es zum Meta-Austausch über Firmenalltag, gemeinsame und individuelle Erlebnisse, sowie Anekdoten aus prädigitaler Zeit. Nach reichlich Speis und Trank verabschiedeten sich unsere Gastgeber und wir machten noch eine kleine Abendwanderung zur Marienbrücke, wo wir mit bestem Glühwein in fast klirrender Kälte den Ausblick auf die Burg und andere beleuchtete Gebäude genossen, bevor es zurück ins Hotel ging.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um sieben und wir fanden uns erneut bei unseren Gastgebern ein, diesmal um Virtualisierung zu vertiefen und einen genaueren Blick in ein Projekt zu werfen. Datenbankmigration, Fallback-Vorrichtungen, Softwarearchitektur, vieles stand auf dem Plan und wir kamen gut durch, auch wenn die kurze Nacht ihren Tribut forderte. Doch irgendwann waren wir mit dem Programm durch und machten uns auf den erstaunlich schnellen Weg zurück in den Norden.

Der ICE von München nach Lübeck ist ein Geschwindigkeitsmonster, teils mit 200 Sachen. Es dauerte tatsächlich nur 3,5 Stunden und wir waren wieder nerdlich der Elbe und somit nicht mehr in Bayern.

Now playing: Shadowrun Returns OST | Stimmung: Hirnüberladen

Just another day’s work..

..but with a better cam. Hier nochmal ein paar ordentliche Schnappschüsse von der Arbeit, meinen Kollegen, unserem netten kleinen Raucherraum und der Küche. Natürlich auch dem Gebäude und den Gemäuern drumherum. Unter anderem auch von meinem mittlerweile liebgewonnenen Fischwagen, der uns Donnerstags und Freitags den Mittag veredelt. Heute schien die Sonne und es hatte um die 21° mit einer angenehmen Brise, ein idealer Zeitpunkt um mal rauszuschlendern und die Gegend zu knipsen. Wenigstens konnte ich mir ein wenig Ruhe gönnen, nach dem ich satte vier Stunden damit zugebracht habe, einen JavaScriptfehler zu suchen und ihn in einer Groß-/Kleinschreibung im Dateinamen zu finden.. -.-

Viel Spaß bei dem kleinen Einblick:

Now playing: Machinae Supremacy - Sidstyler | Stimmung: Erfreut

Stahlpfeile und Zielscheiben

Dart mochte ich ja schon immer. Ich hatte sogar als ich halb so alt war wie jetzt eine Scheibe in meinem Zimmer – sehr zum Leidwesen der dahinter liegenden Wand. Danach hatte ich es aber wieder aufgegeben und mich einige Zeit später anderem werfbaren Material zugewandt. Wurfsterne, danach irgendwann Wurfmesser, etc. Und bis auf gelegentliche Ausflüge zum digitalen Dartboard im nächsten Irish Pub, im Final oder der Cozy Bar blieb es auch dabei. Bis vor einigen Wochen.

Claus, ein langjähriger Steel Darter und Arbeitskollege erzählte mir, daß alle paar Wochen im Gambrinius in Tornesch unsere Abteilung die Pfeile zu schmeißen pflegt, nicht alle, aber einige. Der Wirt ist selbst ehemaliger Dartprofi und hat in dem Laden für so manche Scheibe gesorgt. Und so haben wir uns in den vergangenen paar Besuchen immer schön auf die 301er mit double out eingeschossen.

Das Kopfrechnen ist für mich immer noch eine Marter, vor allem wenns schnell gehen sol bekomm ich das nicht so recht auf die Reihe. Am Anfang hab ich es mit einem Taschenrechner probiert, dann irgendwann mit einer dafür konzipierten App, irgendwann hab ichs einfach gelassen, weil mir Claus fleißig vorgesagt hat. Ich muss das echt üben, sonst brauch ich ewig für eine einfache Subtraktion. -.-

Aber so viel Spaß wie das macht, kanns ruhig alle zwei Wochen stattfinden. Demnächst hol ich mir auch mal eigene Pfeile, irgendwas mit 20g aufwärts, und eine Scheibe für daheim. Es geht außerdem das Gerücht um, daß wir im Büro sogar eine aufgehängt bekommen, aber damit warten die wohl noch bis der räumliche Umbau im ersten Stock abgeschlossen ist. Wenn dann auch noch die Sofaecke unweit eingerichtet wird fehlen uns nur noch eine Beschallugsanlage und ein paar dekorative Schildchen mit Guinness drauf und wir können einen eigenen Pub aufmachen!

Now playing: Phil Collins - Land of Confusion | Stimmung: Gespannt entspannt

The SCRUM Bar..

..ist keine Kneipe auf Melee Island. Unser aller Chefchen Hanno – vorausschauend und kreativ wie er von Haus aus ist – hat unserer IT eine mehrtägige Scrum-Schulung angedeihen lassen. Für alle, die den Begriff noch nicht kennen – Scrum ist ein Framework für Arbeitsprozesse aus dem Umfeld der agilen Softwareentwicklung. Will heißen, es ist ein hocheffektives Tool um seine Arbeitsweise im Team zu managen. In aller Kürze zumindest. Aber wenn man ein wenig weiter ausholt, wird es vielleicht ein wenig klarer: Das klassische Vorgehen bei einem Projekt (Wasserfallmodell) ist problematisch, weil vieles linear von dem vorausgegangenen Schritt abhängt. Es ist wenig flexibel und plötzlich dauert alles zum Ende hin nicht nur länger und kostet mehr, vielleicht ist das Produkt völlig an der aktuellen Marktentwicklung vorbeigeschossen, weil es zum Projektstart noch nicht möglich war die nötigen Dinge zu antizipieren.

Und genau da kommen die Stärken von agilen Vorgehensweisen zum Tragen. Iterative Produktionszyklen ermöglichen regelmäßige Aktualisierungen der gesetzten Ziele und durch die Transparenz und Schätzung wird vieles einleuchtender und unproblematischer. Im Grunde besteht ein Scrum-Prozess aus sog. Sprints – das sind immer gleich große Blöcke mehrerer Tage in denen Code produziert wird, ein Produkt weiterentwickelt wird, etc – also „Arbeit“ stattfindet. Jeder Sprint ist in sich geschlossen und bekommt keine „plötzlichen Änderungen“ oder „kannst Du grad mal schnells“, am Ende selbigen steht funktionsfähige und potenziell releasebereite, getestete Software. In der Regel sind Sprints 2 Wochen lang, können aber je nach Team variieren – und nach jedem einzelnen dieser Sprints kann man Änderungen ins Projekt reinbringen, es wird geschaut was gut gelaufen ist und was nicht, Hindernisse werden beseitigt, etc. Die Flexibilität ist erstaunlich!

Als ob das nicht genug wäre, Scrum bietet eine Selbstorganisationsbasis für das Entwicklerteam, einen zuständigen (genannt Scrum-Master) Problemlöser, der bevollmächtigt und willens ist dem Team alles vom Hals zu halten was es bei der Arbeit stören würde und einen Product Owner – früher Anforderungssteller – der versiert genug ist dem Team seine Vorstellungen vom Produkt oder seinen Features in Form von sog. User-Stories zu präsentieren („Als User möchte ich mich einloggen können, um meine Adresse zu ändern.“) – vergleichsweise kleine Häppchen, die in Tasks aufgesplittet werden können („Login-Felder bauen“, „User-Datenbank anlegen“, „Adressen-Maske einrichten“, etc.), die sich das Team dann nach dem Pull-Prinzip krallt um sie umzusetzen. So entsteht kein überflüssiges Code-Gerümpel, kein Zeug das keiner braucht und das Team weiß ganz genau was es zu tun hat. Effizient!

Die Schulung selbst fand bei einer Projekt Management Agentur in Hamburg statt, mit Blick aufs Wasser, unweit der Landungsbrücken. Wir begannen zunächst damit, unsere bisherigen Vorstellungen von Prozessen über den Haufen zu werfen – vor allem was den Arbeitsfokus angeht: Das erste Spiel war einfach – einer Nimmt sich einen Stift und Papier und 4-5 andere sagen ihm der Reihe nach einen Buchstaben ihres Wortes und er schreibt ihn auf. Dann passiert das selbe nochmal, aber er bekommt erst ein Wort buchstabiert, bevor er vom nächsten das zweite bekommt, usw. Die Zeit beider Vorgehen wird dann verglichen und siehe da – die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein: Im zweiten Fall – also wenn der Fokus auf einem Task bleibt – kommen wir mit einem Bruchteil der Zeit aus die wir für den ersten Teil brauchen. Schon mal eindrucksvoll. Das zweite Spiel ist zum schätzen von Größen die wir nicht wissen – dafür bekommen wir ein Set aus Bildern von verschiedenen Tieren und sollen sie jetzt nach Geschwindigkeit sortieren, geschätzt. Wir kriegen das im Team ganz gut geregelt, auch ohne genaue Zahlen zu km/h – die relationen zwischen den Tieren stimmen irgendwann in unserer Einschätzung. Als aufgelöst wird, sind wir erstaunt wie genau wir geschätzt haben – und dabei gehts noch immer nicht um Größen, sondern um „ist schneller als“ oder „ist langsamer als“.

Wir nahmen das alles und noch viel mehr als Eindrücke mit zurück ins Büro und ließen es erst einmal sacken. Nach einigen Tagen kam eine Wagenladung Klebezettel bei uns an und ich begann mein kleines ganz persönliches Burndown-chart mit dazugehörigem Kanban-Board auszubreiten – und siehe da, es machte nicht nur irrsinig viel Spaß, es brachte auch tatsächlich etwas! Mir einen ganz neuen Überblick über die zu verrichtende Arbeit und ihre Strukturierung, den Kollegen einen transparenten Überblick über das was ich gerade tat, vor hatte und abgeschlossen habe – keine Fragen mehr, kein Aufschieben oder Vergessen – in kürzester Zeit hab ich so viel Geschwindigkeit zugelegt, daß ich spielend mit meinen Tasks fertig geworden bin und die frei gewordene Zeit investieren konnte, ein paar Experimente zu fahren und Kenntnisse über verschiedene Dinge zu vertiefen. So macht es richtig Laune!

Now playing: Monkey Island Soundtrack | Stimmung: Inspiriert