The Garden reloaded..

..oder das H:O:A 2012. Mittlerweile sind wir echt routiniert was die Festivals angeht, besonders wenn es an den kulinarischen Höhepunkt im Sommer geht, den wir in Brande-Hörnerkirchen jedes Mal lostreten. Mittlerweile haben wir faltbare Kanister, Herdplatte, Geschirrzuber und einen kompletten Koffer mit Tellern, Schälchen und Besteck, die nötigen Gewürze und Zutaten für diverse Gerichte. Da artet sowas wie ein kleiner Snack schon aus in Bacon-umhüllten Ziegenkäse vom Grill, mit etwas Honig und Thymian, versteht sich. Aber dazu später, jetzt erstmal zu meinem Highlight und gleichzeitig traurigsten Ereignis auf diesem Festival: Dem Solemnity-Abschiedsgig.

Solemnity hat mich größtenteils durch mein Studium geboxt, vor allem die Zeit in Berlin, die endlosen Bahnfahrten und Spaziergänge – alles zur Stimme des Königs der Träume. Ich hab die Alben seinerzeit gefressen, die neuen wie die alten und das was jetzt erschienen ist – die Circle of Power, soll das (vorläufig) letzte sein – zumindest laut Sven. Leider ist es ihm (bis auf weiteres) nicht mehr möglich eine Produktion nach der anderen im Alleingang zu stemmen und die Konditionen der Anbieter, es über das Web zu vertreiben, lassen es sich ebenfalls mitnichten amortisieren. Sehr sehr schade. Mehr als. Ich werde die unregelmäßig neuen Infusionen dieser mitreißenden Band vermissen. Aber vielleicht kommt der Tag, an dem sie allen Widerständen zum Trotz noch eine Scheibe nachlegen – wer weiß. Mehr als hoffen traue ich mich derzeit aber nicht.

„Andere fahren Ski, ich mache professionelle Musik. Beides kostspielige Hobbies, nur ist es bei den Alben so als würde man jedes Mal ein neues Paar Skier brauchen..“
— Sven the Axe, Solemnity

Aber noch ist die letzte Show nicht gelaufen, also rüsten wir uns – es wird ein ganz gewaltiges Kawumm, mit dem sich diese Band verabschiedet! Und da wird alles dabei sein: Funkensprühen, Flammen, Rauch, Oblaten und Blut – eben alles, was dazugehört – und wir mittendrin! Und genau so kam es. Mit einem Gewitter brach die Show los und unsere Kehlen wussten nicht anders als einzustimmen – von den neuen Stücken war „Surviving the Sun“ ganz hoch im Kurs, ansonsten gabs Klassiker aufgetischt, einen nach dem anderen – ein regelrechter Showdown! Blut, flammenspuckende Schwerter, besudelte Oblaten für das Volk – zum hieressen und mitnehmen. Als die Show durch war, der Puls sich langsam wieder einkriegte und der Adrenalinspiegel einen Pegel erreichte, an dem normale Bewegung und Konversation möglich war, kriegten wir immernoch keine Worte zusammen, was für eine Welle gerade über uns hinweggefegt war.. Hut ab, war das eine geile Darbietung!

Und dann ging es zurück zur Lagerküche – was gab es eigentlich dieses Jhar? Jede Menge eingelegte Garnelen, gebraten – mit Salat und Kräuterbaguette. Ach ja, natürlich auch den Ziegenkäse, eingewickelt in Bacon, mit Honig angebrutzelt und Thymian bestreut, dazu Tagliatelle. Natürlich die obligatorischen Pilze, gefüllt mit Kräuter- und Knobibutter. Also ganz bescheiden dieses Mal, aber dennoch von kulinarischer Finesse. Nächstes Mal rüsten wir wieder weiter auf! Versprochen.

Abgesehen davon haben wir uns natürlich die eine oder andere Band reingezogen (Hobb’s hat echt reingehauen) und einiges an Eiskrem vertilgt. Aber das ist ja mittlerweile Routine.. 😉

Now playing: Solemnity - Survivng the Sun | Stimmung: Gemischt, halb aufgeladen, halb traurig

Return to the Battlefield..

..it has been a couple of years. Jetzt hab ich ganz vergessen den Bericht zu posten. Nachdem ich sechs Jahre nicht mehr auf dem Bang Your Head war und diesen Sommer von Festivals nicht genug bekommen konnte, hab ich mir in den Kopf gesetzt wieder hinzufahren. Nicht zuletzt ist es – zumindest seitens Bands – D:A:D zu verdanken. Aber Balingen wäre nicht das selbe, wenn ich meine alte Truppe nicht ausgegraben hätte: Einigen Monate vor dem Event hatte ich den Frank aka „Schwilli“ über Xing wiedergefunden, nachdem sich das Web als informationsresistent und unfreigiebig gab, eine Kontaktmöglichkeit herzustellen. Aber kaum wusst ich, daß er und die anderen die ich von früher kannte fahren würden, orderte ich meine Karte und plante den Urlaub ein.

Als ich in Balingen ankam, wurde ich erstmal sonstwohin umgeleitet – zu meinem Leidwesen war das Stück wo man normalerweise rausfährt nämlich von Baustellen gesäumt, zumindest angeblich. Hinterher stellte sich heraus, daß das Blödsinn war und einen einfach an den Campingplatz außerhalb verfrachten sollte, anstatt daß man probiert in der Nähe des Festgeländes zu zelten. Der Bereich an den ich mich das letzte Mal zu zelten erinnerte, war mittlerweile plattgewalzt und bebaut worden, direkt gegenüber der winzigen Brücke am Hauptzugang stand eine größere Lagerhalle. Da wo wir früher gecampt hatten, war jetzt ein Möbelhaus oder Küchenhandel oder was auch immer.

Ich kam auf dem Zeltplatz an und Jörg koordinierte mich zum „Rotten Core“ Schild und somit auf den Platz an dem die nächsten Tage gefeiert und gegessen wurde. Ich war eine gute Stunde vor Schwilli und den Nachzüglern aus Köln vor Ort und nachdem wir alle irgendwann vollzählig waren, machten wir ein riesiges Fass auf. Man hatte sich immerhin 6 Jahre nicht gesehen und hatte sich einiges zu erzählen. Wir gossen uns ordentlich einen ein, qualmten einige ausgezeichnete Zigarren und bewegten uns nach einem köstlichen Essen richtung Partyzelt. Ab da wird es ein wenig blurry. Aber es war ein grandioser Abend, so viel weiß ich noch!

Tags drauf wurde mir erstmal die volle Wucht meines Aufenthaltes bewusst -> ich war auf einem mittelgroßen Festival in einer lockeren unkomplizierten Atmosphäre, aber war weitab vom Battleground. Das erste Mal wo ich die Worte „Shuttlebus“ und „pendeln“ gehört habe, wurde mir schlecht. Ich musste gleich ans RHOA denken und die mieserable Anbindung dort und das hat mir die Stimmung ganz schön ins Kreuzfeuer genommen. Aber ich sollte mich irren. Und zwar gewaltig: Die Busse waren so angelegt, daß sie alle paar Minuten fuhren, immer mindestens zwei, eher drei an der Station standen und in nullkommanix war man direkt am Gelände. Und danach der selbe Spaß zurück. Hut ab, SO muss das aussehen!

Das führte dann zwar dennoch dazu, daß ich die vor allem Morgens angesetzten Bands (die ich aber 2 Wochen später beim H:O:A nachholen konnte) verpasst hab und auch nicht „mal spontan“ hingegangen bin, aber irgendwann hatte man den Bogen raus. Schade fand ich, daß Gereon und einige andere nicht mit uns gezeltet haben, jener hat sich mit einigen weiteren in einem Hotel in der Nähe einquartiert und die Herrschaften pendelten mit dem PKW an. Aber wir werden alle nicht jünger und besser so als auf Verschleiß zu fahren (ja, ich hab auch ein paar Jahre gebraucht, bis ich das kapiert hab) – und immer wieder kommt mir sein Zitat ins Gedächnis..

„Als wir in Eurem Alter waren, hatten wir Bierkästen mit aufm Festival, Grillanzünder und Isomatten – was ist es heute? Heizdecken und Rheumasalbe!“
— Gereon, BYH2006

Ich schaute mir Crimson Glory an und natürlich D:A:D, sowie einige andere Acts, aber eigentlich – so ganz eigentlich – war ich nicht wegen der Musik da, sondern wegen dem Drumherum. Es tat echt gut, durch dieses mittlerweile über 20.000 Leute fassendes Festival zu stapfen und zu beobachten was sich alles verändert hatte, was gleich geblieben ist und was man an Gesprächen und Bekanntschaften mitnehmen konnte. Der Disneyland after Dark Gig war natürlich außergewöhnlich geil, ich glaube ich hatte lange schon nicht so eine Vorfreude mit auf ein Konzert gebracht und sie derartig übererfüllt gesehen, die muss ich mir unbedingt nochmal angucken!

Alles in allem war die Atmosphäre super, die Leute waren nett und die Preise für die Verköstigung sehr moderat. Meine Abreise gestaltete sich dennoch etwas verfrüht, ich hatte gesehen und gehabt weswegen ich da war und trat am Spätnachmittag schon den Heimweg an – nach immerhin einigen Tagen und einem kräftigen Sonnenbrand war ich dann irgendwann des Wartens überdrüssig (der Mensch, der für die Billing-Reihenfolge zuständig war hat nicht wirklich ein Meisterstück abgeliefert) und bevor ich weiter in der Hitze vor mich hin grummelte und anderen auf den Sender ging, weil die Nächte im einstelligen Temperaturbereich meinem Rücken langsam auch den Rest gaben, machte ich mich von dannen. Boah, was fühl ich mich alt! Aber war geil. Ich denke nächstes Jahr bin ich wieder mit von der Partie.

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Disneyland After Dark - No fuel for the pilgrims | Stimmung: Schwelgend

Kyrbisfest, Mr Jarre..

..dieses Mal etwas anders als sonst. Eigentlich bringe ich Samhain eher damit zu, daß ich Kyrbisse schnitze, Kerzen reinstelle, Liz auf einen Tee vorbeikommt, etc. Da dieses Mal das Fest auf einen Montag fiel und wir noch allerhand zu tun hatten bis man sich Abends hätte treffen können, verschoben wirs und ich blieb ganz ohne orangene Ackerfrüchte.

Wo ich am Abend jedoch war, war die Festhalle. Jean Michel Jarre gab einen Auftritt und dort gab es eine Show der Extraklasse, Laser, Finsternis, sphärische Klänge und Töne die auf Bewegungen reagierten. Sehr spannend und schön anzusehen, wenngleich die Hallendecke sich leider leider leider ob ihrer Beschaffenheit nicht als Projektionsfläche eignete. Wirklich schade. Aber die Musik gab gut Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen und während Oxygene und andere Klassiker vor sich hinrauschten, stellte sich Entspannung ein.

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Jean Michel Jarre - Oxygene - Part II | Stimmung: Sehr gediegen

Rock am Härtefällesee..

..oder Härtsfeldsee, wie er eigentlich heißt. Da ich dieses Jhar unbedingt noch Iced Earth mit Barlow am Mikro sehen wollte, hatte ich mir die Gigs in D-Land bereits frühzeitig rausgeschaut und so kam es, daß ich mich für dieses 4K-Seelen-Festival irgendwo im Nirgendwo hinter Dinkelsbühl entschieden hatte. Da Arthur und Jochen sich schon länger gewünscht haben mit mir wiedermal ein Festival zu erleben, ließ ihr Anschluss nicht lang auf sich warten. Da im Vorfeld leider sowohl Lord Micha als auch Suffix abgesprungen waren, war die Gruppe dann zwar nicht ganz so groß ausgefallen wie zunächst vermutet, aber es hat gepasst.

Wir reisten also in Richtung Südosten und kamen nach einer übersichtlichen Weile auch am Festivalground an. Oder dem, was die Veranstalter dafür hielten. Alles in allem wars nämlich beschissen organisiert von der Verteilung, dem Funk, der Infrastruktur, den Park- und Zeltmöglichkeiten usw. Endlose zugeparkte Feldwege, Leute die nicht wussten was ihre Kollegen einen Checkpoint eher von sich gegeben hatten und vor allem totale Fehlkalkulation was den Platz anging.

Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir uns entmutigen lassen würden, so fanden wir irgendwann auf dem eher provisorisch wirkenden Campground 3 eine Möglichkeit nahe des Autos zu Campen (verglichen mit den Stellen zuvor) und auch wenn wir jedes Mal um den winzigen aber netten See herum mussten um aufs Gelände zu kommen, fehlte es nach dem Aufbau nicht an Gemütlichkeit. So schenkten wir ein und tranken, machten was zu Essen und genossen erstmal die Atmo.

Alsbald gings auch schon los – Doro, Frei.Wild und Onkel Tom standen für uns auf dem Programm. Dann begann die Erinnerung an den Abend etwas schwummrig zu werden, denn nach den ersten paar – stellenweise ungenießbaren – Drinks am Redbull-Vodka-Stand und der stimmunglichen Losgelöstheit wurden die Kehlen nicht mehr so schnell trocken. Wir gaben uns Doro, bei Frei.Wild hatte ich die drei anderen bereits verloren gehabt und bin irgendwo in der Menge umhergeirrt, zuhörend und zusehend, was aber beim pöbelnden Publikum nicht ganz so einfach war. Ich erinner mich aber nur bedingt an das „wie“, ich weiß nur ungefähr „das“ ich sie gesehn hab. Irgendwann danach war ich wohl draußen, wo ich Matze über den Weg gelaufen bin, der mich bei irgendwem abgestellt hatte, während er den Metstand-Menschen zusammengefaltet hat weil er ihm keine doppelten Mete geben wollte. Danach wirds unübersichtlich, irgendwann fand ich mich auf dem Zeltplatz neben meinem Auto wieder und beendete meinen Ausflug für den Tag.

Am Tag drauf gabs erstmal eine Weile Campsitzen mit leckerem Futter und Jacky-Coke, ich denke ich tue ganz gut daran das Bier auf den Festivals runterzuschneiden, ich merke das hat auf meine Kondition und Stimmung im Laufe des Abends positive Auswirkungen und geschmacklich sind die Alternativen definitiv nicht schlechter. Irgendwann kam ein etwas dusselig wirkendes Kamerateam vorbei und fragte ob die neben uns drehen durften – was sie auch mit Zustimmung dann taten. Wirkte natürlich alles ein wenig gekünstelt und als wir das Ergebnis gesehen haben wurde uns klar, daß die die Stimmen komplett neu eingespielt haben. Das war jedoch keine große Überraschung, bei dem Gelächter, Lärm und den Kommentaren, die sie zu ihrem Zubehör von uns ausm Off bekommen haben wäre es ein Wunder gewesen, hätten die irgendwas davon im O-Ton senden dürfen, geschweige denn überhaupt wollen. Aber eines ist sicher.. WIR hatten Spaß.

Es dauerte nicht mehr lang und dann war die restliche Mucke auf dem Programm – Iced Earth (mein intialer Grund herzufahren) und Sabaton. Die Frosterde hat in gewohnter umwerfender Qualität ein schönes Set gespielt, die komplette Wicked Trilogy inklusive. Ein wunderschönes Konzert an das ich mich noch lange erinnern werde. Zu Kreator machten wir Pause und einige von uns nutzten die Gelegenheit sich ein stilles Örtchen zu suchen. Mein bevorzugtes lag auf der anderen Seite des Sees in dem kleinen abgeschiedenen Waldstück.

Zurück bei Sabaton. Sie spielten gut wie man es von ihnen nicht anders kennt und der Sound war sogar sehr passabel. Das war etwas was mir bereits zuvor aufgefallen ist, die Zeltatmo und überschaubare Größe des Ganzen war der Akustik durchaus zuträglich. Die meisten Stücke jedoch, die die Schweden einbrachten waren von der Art of War und der Coat of Arms, die anderen Alben kamen meines Erachtens ein wenig zu kurz. Schade eigentlich, aber bei der aktuellen Tour und ihren Vorgaben, war vermutlich nicht viel anderes möglich. Und trotzdem, der Gig war super, die Stimmung hervorragend und die Nackenmuskeln und Stimmbänder wurden würdig beansprucht.

Am Morgen darauf gings auch schon wieder ans Packen und die Rückreise begann. Wir hätten vielleicht wirklich noch den Donnerstag mit dranhängen sollen, das Festival-Feeling war trotz des zuweilen unbedarften und eigentlich viel zu jungen Publikums schön, aber irgendwie gefühlt ein wenig kurz. Ich gab aber Gas, in Frankfurt wartete immerhin die Reptilienbörse noch auf mich, wo ich mir Svetlana und Valentin holte, eine Geniculata und eine Metallica (Spiderling).

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Alice Cooper - Lock me up | Stimmung: Glorreich

North from here..

..is where I go. Dänemark stand eigentlich in der Planung, aber leider musste ich das kurzfristig umkippen, da Thorstein leider eine Urlaubssperre vom Feinsten aufgedrückt bekommen hat. Schade, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn sich im Norden zu tummeln ist mir immer wieder ein Vergnügen, der Anlass ist da fast schon austauschbar. Also das Huhn gesattelt und ab durch die Mitte, erstmal zu Wiebke und Andreas nach Hannover und einen Zwischenstop einlegen. Wir quatschten, machten Kuchen (den wir dann aus Zeitverzerrungsgründen nicht mehr gemeinsam verspeisen konnten) und schauten From Dusk Till Dawn. Es ist Jahre her, daß ich den Film gesehen habe, aber die hohlen Sprüche und sinistren Dialoge bleiben einem im Kopf, genauso wie der absurde Humor, der vor Cordit und Blut nur so trieft.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter gen Hamburg, da ich mich zeitig aufgemacht hatte, dauerte es auch nicht lange, bis ich da angekommen war. Ich nutze jede Gelegenheit in dieser Stadt kurz einen Zwischenstop einzulegen oder wenigstens mal hindurchzufahren, so auch dieses Mal. Danach ging es weiter nach Neumünster und ab zum großen Real, der uns auch schon von den Einkaufstouren rund ums H:O:A her zu Genüge kennen dürfte. Von da aus ab durch die Mitte zu der neuen Niederlassung, einem Gasthof in Homkrug-Aufeld. Schick ist die Bude durchaus, sehr viel Deko (sagt mir bekanntlich ja sehr zu) und eine interessante Komposition aus Handarbeit, Technik und rustikalem Stil.

Wir hingen ein wenig auf der Couch rum, kochten und zockten, qualmten und überlegten uns was wir in nächster Zeit so anstellen würden. Eigentlich war für Freitag – also meinen Geburtstach – Kiel auf dem Plan, da gab es wohl eine Location schwermetallischer Art. Da wir uns aber irgendwie nicht darauf einigen konnten wie wir hin- und wieder zurückkommen sollten, keiner Bock hatte zu fahren, Lene langsam Kopfschmerzen bekam und wir auch nicht den Nerv hatten von den Öffentlichen abhängig zu sein, hängten wir das an den Nagel, zugunsten russischer Trinkart, entsprechender Zuspeisen und Borderlands.

Selbiges Game zockten wir auch durch im Laufe der nächsten Tage. Ein abgewracktes Mad-Max-Fallout-Comic-Endzeitstimmungs-Ambiente, mit abgewichsten Charakteren, einer total Hirnzerfleddernden Welt und jeder Menge Outlaw-Klischees, was will man mehr. Jäger und Schläger gegen den Rest der Welt. Auf Pandora gibts Waffen und Munition, die man vom Automaten ziehen kann – der Planet KANN nicht so übel sein. Gut, hin und wieder steckt man bis zum Hals in Skag-Scheiße und kann froh sein, wenn man nicht in einem Hügel Patronenhülsen verblutet, aber hey – Spaß machts trotzdem! Oder gerade weil. Rockt die Hütte, bin auf die DLCs schon gespannt.

Am Samstag gabs eine Geburtstagsparty mit Bandauftritt im Proberaum/-Keller. Daniel hatte seinen Geburtstag nachzufeiern und so fuhren wir nicht nach Flens- wie ich jüngst am Telefon verstand, sondern nach Rendsburg. Das Publikum bzw. die Gäste waren bunt gemischt, es gab die obligatorischen Metaller aus der Umgebung, ein Studentengrüppchen, ein paar Leute die sich verirrt zu haben schienen und natürlich auch einige Undergroundler. Der Gig war eine nette Sache, leider hat das Publikum weil es nicht deswegen da gewesen ist, kein Stück mitgezogen und so wars am Ende dann doch eher Perlen vor die Säue, was die Bandstimmung ein wenig trübte. Glücklicherweise hielt sich das trüben nicht lange und es ging wieder in die Feierroutine über. Da das Grillen irgendwie untergegangen ist und wir die Salate und Co wieder mitnehmen konnten, hatten wir am nächsten Tag noch ein fürstliches Essen zu erwarten.

Am Sonntag verschlug es uns dann doch nach Kiel und wir haben uns Sushi zu Gemüte geführt. Es hat mich in dieser Hinsicht verwöhnte Sau qualitativ nicht unbedingt vom Hocker gehauen (das ist aber dank Yama und Dante nicht einfach zu bewerkstelligen), aber alles in allem war das ein nettes Unterfangen. Die Tage drauf musste Thorstein früh schaffen, war aber middachs wieder da und so blieb ich bis ich irgendwann wieder fuhr. Ein schöner Urlaub, ein toller Trip und eine gemütliche Heimfahrt. Auf dem Rückweg juckte es mich noch in den Fingern ein weiteres Mal in Hamburg aufzuschlagen, diesmal mit einem Stündchen Aufenthalt oder zwei, ich ging ein wenig spazieren, schnupperte die hamburger Luft und ließ es mir gutgehn.

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Helltrain - Ghouls | Stimmung: Entspannt

In the theatre of death..

..we meet – Alice Cooper. In der Jahrhunderthalle gings los um 19:00 Uhr mit Eisbrecher. Da sie aber nur eine halbe Stunde spielten und ich noch arbeiten musste, ist mir das leider entgangen. Schade eigentlich, hätte die mal gern gesehn, hab bisher nur positives von ihrem Liveprogramm gehört, wenn auch insgesamt bisher nicht wirklich viel. Die nächste Band im Programm war die ex-Nachtwischsängerin Tarja. In Anbetracht ihres bisherigen Materials war ich doch recht froh, daß wir Sitzplätze hatten, zog sich das stellenweise doch ganz schön.

Mike Terrana hat zwar ordentlich reingeknüppelt, aber alles in allem hatte die Diva ihre Stimme zu den anderen Teilen der Band überproportional nach vorne gedrängt, was vor allem bei den beiden Nightwish-Songs eher störend und befremdlich und missgelungen wirkte als sinnig. Alles in allem schien die finnische Dame jedoch mit ihrem tiefen Ausschnitt und der figurbetonten Garderobe die Menge zu begeistern und war stimmlich ganz gut drauf. Oder wie heißts so schön? Gelernt ist gelernt? 😀

Als dann der Vorhang aufzog und uns ein großflächiges Bild des Todestheaters von Mr. Cooper bot, war die Vorfreude schon am köcheln. Mit einem Ruck segelte dann irgendwann selbige Leinwand gen boden und Alice und seine Mannen begannen ihr Programm.

Eine schöne Show gab es da – jede Menge Hinrichtungen und Todessymbolik, ein Hauch von gesellschaftsfähiger Perversion, Zynismus und sanften bis grausamen Anspielungen auf unsere Welt, die Medienlandschaft, das vorherrschende Bild von [Thema Einsetzen] und natürlich auch dem Umgang mit dem Tod selbst.

Geköpft, gehängt, im Rollstuhl und in der Zwangsjacke, als Mörder, als Monster, als Freak und als normale Person, als Künstler nahm uns Alice mit auf eine Reise durch seine düstre und schaurige Gruselwelt – ohne dabei mit zu viel Direktheit zu protzen oder literweise Kunstblut zu vergießen, was das ganze noch ein Stückweit näher an das Leben rückte als es den meisten bewusst war.

Von der „Along came a Spider“ gab es nur Vengeance is mine zu hören, eigentlich schade, wäre doch bestimmt Zeit für so manchen Song gewesen. Aber die Klassiker waren allesamt dabei, das Publikum zog mit und es war ein tolles Konzert alles in allem. Am Ende gab es ein zweites Mal School’s Out auf die Ohren, dieses Mal mit vollem Einsatz der mitsingenden Menge, um sie ein wenig wachzurütteln, wie mir schien, ein Teil schien zum letzten Viertel doch etwas an Schmackes verloren zu haben – doch die waren im Nu wieder wach. Er kann es halt einfach!

Hail to the Kingfom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Blitzkid - Pretty in a Casket | Stimmung: Dezent unterbeschäftigt und müde

It’s been a while, Paddy & Pub

Es ist schon Jahre her gewesen, daß Paddy im Bornheimer Irish Pub aufgetreten ist, daß wir das miterlebt haben. In letzter Zeit haben wir ihn sowieso nur wenig zu Gesicht bekommen. Seit das An Sibin zugemacht hat und uns damit eine Irische Hauptschlagader in Frankfurt weniger zur Verfügung stand, war er hierzulande eher weniger denn mehr unterwegs. Aber es dauerte nicht lange und mit einem Schuss 16er Lagavulin und ein paar Klassikern konnte der Abend beginnen. Irgendwie hatte sich der Bereich vor der Bühne nur langsam gefüllt, wir hatten (seltsamerweise) einen Tisch hinten an der Türe – wohl im Beschallungspunkt, doch nicht in Sichtweite. Aber das tat dem Pegel, dem der Geräusche und der Gäste, sowie unserer entspannten Stimmung keinen Abbruch, wenn ich auch sagen muss, daß ohne dieses ablenkende und verstrahlende Gekicke auf der Mattscheibe hier und da es vermutlich wesentlich uriger und gemütlicher zugegangen wäre. Ich weiß schon, warum ich Läden meide, wo einem Screens geboten werden. Zum Glück blieben wir von gröhlenden Fußballfans verschont, was mich zu der Annahme treibt, daß das Spiel wohl nicht so wichtig sein konnte, daß man es nicht auch hätte abschalten können.

Nach einer Weile bekam ich auch Hunger und verschlang einen dieser köstlichen Burger, die einem dort geboten werden. Ein Pitcher nach dem anderen verteilte sich in den Mägen von Jan und Killer und der Schnupftabak sorgte hier und dort für eine angenehme Note. Ich glaube das ist eine Wunderbare Methode um sich die Umgebung schönzuriechen. Seit dem Rauchverbot in Konzerthallen und Ähnlichem ist es (vor allem auf Tanzflächen und vor Bühnen) für Menschen mit vernünftigen Geruchsnerven nämlich immer schlimmer geworden, was die Ausdünstungen anderer angeht. Ich denke ich habe lieber den Geruch von Whatever-Snuff in der Nase als meine Mitmenschen in dichtem Gedränge und biergeschwängerter Atmosphäre. An dieser Stelle nochmal danke für diesen nicht nur aromatischen, sondern auch pragmatischen Tip!

Nach dem zweiten Drittel von Paddys darbietungen, nach dem Fußballspiel und der zweiten Pause begann sich der Laden zu leeren. Nicht ungewöhnlich für einen Sonntag, aber eigentlich recht schade. Die Flimmerkistenkopfschmerzen setzten bei mir auch recht bald ein und so langsam trat dann auch der verbliebene Rest den Rückzug an. Auf einen Kaffee zum Killer, ein wenig quatschen, man kommt ja sonst kaum dazu, dann ab zurück. Das war ein feiner Sonntag!

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Christy Moore - Welcome to the Cabaret | Stimmung: Neugierig und Geruchserforschend

Rinderspiralnebel..

..oder geheime Wochenend-Touren. Über Umwege und Suchereien hat Serious einen Gig von Samsas Traum ausfindig gemacht, der bei uns in der Nähe war, nicht groß promotet wurde und somit komplett unter dem allgemeinen Veranstaltungsradar war. Der Veranstaltungsort war „Das Rind“ in Rüsselsheim, ein kleiner und gemütlicher Laden mit moderaten Getränkepreisen, guten Parkmöglichkeiten und einer einigermaßen brauchbaren Akustik. Ich war noch nie dort und muss sagen, von der Location ist das echt eine willkommene Abwechslung.

Was einem gleich zu Anfang jedoch auffällt ist das offensichtlich niedrige Durchschnittsalter des Publikums. Und ich rede hier nicht von knapp hinter zwanzig, ich meine durchaus schon eher die Richtung achzehnanhalb. Nachforschungen in Folge des Konzerts ergaben, daß es beim Rind offenbar eher Regelmäßig ist als selten, daß besagte Altersgruppe dort überwiegt. Ich denke das hängt größtenteils damit zusammen, daß die Gegend dazu einlädt – kurzum, die Dorfjugend hats da näher und sonst ist auf den Käffern wo man ohne Auto eher schleppend hin oder weg kommt ja eh nichts los.

Wie man es von Dorfparties ja kennt, ist ein guter Teil der Leute an einem Freitagabend primär da um sich einen einzugießen bevor die Nacht zu alt wird. Hier und dort ragen mal mehr mal weniger deplaziert wirkende Herrschaften höheren Alters aus dem Publikum und beäugen kritisch was sich ihrem Auge bietet. Serious und ich platzierten uns mittig hinten im Raum, direkt an der Theke, zum einen weil wir so am besten hörten, zum anderen weil es etwas Sinnfrei war nach vorne zu ziehen und bei den ganzen kreischenden Teens herumzuhängen – ich denke dafür sind wir beide ein wenig zu alt, wir waren wegen der Musik hier, wegen der Kunst und nicht um uns zu profilieren oder begaffen zu lassen, wie so manche im Teufelchenkostüm aufgezogene Gestalt des minderwertigenjährigen Publikums.

Aber zurück zum eigentlichen Konzertgeschehen – der Slonjonok-Wochenende-Tour (Slonjonok heißt kleiner Elefant auf Russisch, anm. d. Red.) – Nachdem das Intro, die Hoffnung stirbt zuletzt, durchgeklungen ist und die ersten paar Songs (unter anderem F.M.N.F. und Name im Kristall) verklungen waren, löste sich auch auf, warum Alex diesen Laden gewählt hatte für seine Zwischenstation, hier begann damals die Aura-Tour, genau hier als Samsas Traum noch eher weniger bekannt waren. Doch mit zunehmender Konzertdauer beschlich den Mann auf der Bühne augenscheinlich der Verdacht, daß er hier eine Karrenladung Perlen vor eine hallenladung Säue wirft. Immer mal wieder blökten aufmerksamkeitsgeile Rotzgören mitten in der Ansage den nächsten Titel von der Setlist, beschwerten sich über angebliche Schleichwerbung oder ähnliches, bis es echt nicht mehr auszuhalten war und der gute Künstler das eine oder andere deutliche Wort an sie richten musste. Alles in allem, Fanverhalten unterster Güte, kaum jemand dabei der wirklich zu verstehen schien von was er da sang und warum, nein – denen gings ums Extrem und darum, daß sich auch im Heimatdorf Mal die Gelegenheit ergab sich so richtig schwarz anzuziehen.

Ich finde es immer sehr schade für die Künstler, wenn sie von so einer undankbaren Menge als mittelmäßige Unterhaltungsdienstleister abgetan werden, wie es in einigen Gesichtern zu lesen war. Wir mussten schon derbe an uns halten als die Wall of Death ausgerufen wurde, nicht voll mit einzusteigen – aber ich glaube dafür wars definitiv das falsche Publikum. Das ist ja bei der Durchschnittsstatur ja fast so als würde man Klitschko auf einen dreijährigen losschicken und ihm sagen „pass auf, der hat einen fiesen linken Haken“, um mal ein Zitat aufzugreifen. Nein, wir hielten uns dezent zurück, obwohl wir sicher wahnsinnig genug gewesen wären uns gegenseitig eine zu zimmern und dann nach englischer Manier zum Tresen zu torkeln und uns was zu bestellen was zu Blut und Zähnen (im Mund, nicht in der Hand) gut schmeckt. Zwischendurch wurde man behelligt von der einen oder anderen Trantüte, die der Meinung war, wir hätten keinen Spaß und würden nicht locker aussehen – wenn das Knäblein nur wüsste! Und ob wir ihn hatten.

Denn musikalisch, sowie von der Songauswahl war das Konzert absolut tadellos und auch wenn es am Anfang klanglich zu basslastig wirkte, gab sich das recht schnell. Ich würde sogar sagen, das es von der rein musikalischen Performance definitiv nicht im Schatten des letzten Gigs in der Kapp stehen würde, eher gleich wenn nicht gar einen unwesentlichen Tick besser – um so mehr ist es natürlich schade, daß das Publikum nicht so beigetragen hat wie es hätte sein können. Wie immer luden die Texte zum Kopfbildsalat ein und eröffneten auf inspirierende und makabere Art und Weise neue Spielräume von Interpretation, eher additiv als ausschließend – ich mag es wenn ich sowas mitnehmen kann. Hinzu kommt, daß es von ST einen neuen Song gab, klangvoll betitelt mit „All die toten Spiegel“ und der in die Kerbe zwischen Endstation Aura schlug. Vom Grundgefühl her ein schönes Stück, eins meiner Highlights an dem Abend. Weena Morloch stellte mit „Ein Lied Dich zu töten“ auch neues Material vor, davon soll es auch eine 7-Zoll-Vinyl geben – was doch eher ungewöhnlich ist.

Ich denke ich werde es mir nicht nehmen lassen im März in der Batsche vorbeizuschauen und mir Alex und seine Truppe ein weiteres Mal reinzuziehen, aber hoffentlich bleiben die Kinder dann zuhause oder es kommen genug Leute, die wissen das sie wegen der Musik da sind und sich auch angemessen verhalten. Denn diese Wertschätzung sei Alex zu gönnen, ich hoffe nur der Gig in der Matrix in Bochum am nächsten Tag reißts für ihn wieder raus, hin und wieder haut sowas Künstlern nämlich gang gern gegen die Motivationsleber, wenn sie die Strapazen des Tourlebens, der Staus und all der anderen Unannehmlichkeiten auf sich nehmen und übers Wochenende einfach mal ein paar Gigs hochziehen und es dann so gedankt bekommen. Fazit ist und bleibt wohl, daß es ein Abend mit Luft nach oben war, sich aber dennoch voll und ganz gelohnt hat.

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Samsas Traum - Gitter | Stimmung: Zufrieden und etwas hungrig

Schlachthof, der letzte Akt

Es ist soweit, der Schlachthof in WI schließt seine Tore und was dann kommt ist ungewiss. Ein würdiger Abschied, den wir da hatten – ASP gab sich die Ehre und im Gegensatz zum letzten Mal war es erstaunlich leer. Gut, was heißt leer – der Saal war halb bis zweidrittel voll aber kein Vergleich mit dem letzten Gig hier. Dafür schienen es an diesem Abend wenigstens vom Publikum her etwas homogener, sie wussten alle weswegen sie da waren und sie haben bekommen! Es wurde gesungen und getanzt, ganz wie es sich gehört.

Die Stimmung war grandios und musikalisch war die Performance absolut top. Die Setlist hatte nur wenige Überraschungen, dafür eine ganze Menge Highlights, auch wenn das Konzert mir vor Ort fast schon kurz vorkam, so schnell wie die Zeit verging – aber schön! Und ich wurde im Gegensatz zum Airbourne-Gig auf der Rückfahrt nicht geblitzt, heißt wohl wieder was gelernt. 😉

Wer Konzerte wie Musik von ASP zu schätzen weiß, dem brauche ich vermutlich nicht erzählen wie gut es gewesen ist, die welche es noch nicht kennen haben was verpasst. Ich freu mich schon auf den Gig im Dezember in Mainz, der wird zwar bestuhlt, dürfte sich aber qualitativ in dem Feld der letzten Unplugged-Touren bewegen – edel!

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: ASP - Nie mehr | Stimmung: Erfrischt und aufgeladen

Still this garden burns..

..and it wont quit! Im Gegensatz zum letzten und vorletzten H:O:A konnte ich dieses Jahr leider keine komplette Woche vorher freischaufeln und musste zum Festivalgelände direkt anreisen. Donnerstag früh um Sechs gings also zu dritt in zwei Karren mit Kosta und Vio raus aus der Stadt und ab nach Norden wie der geölte Blitz. Nach einem kurzen aber heftigen Stau am Elbtunnel (den ich bisher immer irgendwie umgehen konnte, weil ich mich bei in HH bei C. oder W. einquartiert hatte) wurden die Straßen leerer, der Sprit billiger und die Gegend ländlicher. Am Treffpunkt angekommen, ab in den Edeka und Grillzeug holen. Während des Einkaufs schlug auch der Rest der Belegschaft auf – Thorsten und Anne und leicht später auf dem Parkplatz Daniel und Dana. Damit fehlten nur noch drei, aber die sollten auf dem Platz zu uns stoßen.

Wir kamen an, suchten uns ein schönes und ruhiges Plätzchen und ich lehnte mich zurück und sah den anderen beim Aufbauen zu. Mein Zelt stand ja schon. Die Alubeklebung kam erst später. Deutlich später. Erstmal gemütlich auf die Ankunft einen Heben und dann ab aufs Schlachtfeld, schauen was ansteht. Am ersten Tag standen für mich Steel Horse und Grand Magus auf dem Programm, sowie Destruction. Erstere waren ein schöner Opener, brachten gute Laune mit altklassischem Hard’n’Heavy, nichts exorbitant ausgefallenes aber sehr Stimmungsförderlich. Wie ich später hörte, haben sie mit ihrem Auftritt einen ziemlichen Erfolg hingelegt, der Bassist erwähnte daß er von all den CDs die sie mit hatten, um sie unter das Volk zu bringen nur noch eine Handvoll mit zurück nehmen können würde. Vergriffen wie warme Semmeln. Sei ihnen gegönnt. Grand Magus sind ja eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber seit ich die neue Scheibe gehört habe war ich gespannt auf das was sie live zu bieten hatten und wurde keinesfalls enttäuscht. Die Atmo erinnerte mich ein wenig an BLS und vom Stil her war das alles nicht ganz so doomig wie ich anfangs befürchtet hatte. Während ich das alte Zeug nicht wirklich gut hören kann, stößt das aktuelle bei mir auf Zustimmung. Destruction haben an dem Abend reingehauen wie wahnsinnig. Der Sound war super, die Stimmung schön geladen und auch wenn ich nicht in der perfekten Stimmung dafür gewesen bin (wäre auf einem Festival gelinde katastrophal) war das ein würdiger Gig.

Eins vorneweg: Ich vermisste sehr unsere dekadenten Kochorgien. Aber was zu retten war, wurde gerettet. Immerhin haben wir das Improvisationstalent so gut wie gepachtet. Thorsten hat an die Nudeln gedacht, ich habe es mir nicht nehmen lassen Unmengen von Fleisch anzuhäufen und unser alter Kumpel Jack sorgte für den Rest. Schön war dieses Jahr auch, daß Daniel aka Privateer mit von der Partie war und wir einen heben konnten. 2 Jahre hab ich ihn jetzt nicht gesehen gehabt, weil wir das große „Glück“ hatten uns ständig irgendwo zu verpassen. Hab mich ganz schön gewundert wie er in die Breite geschossen ist, hat jetzt ein Kreuz mit dem er Bäume ausreißen könnte. Da merk ich erst wirklich wie wahnsinnig viel Zeit vergangen ist. Mist, ich werd alt. -.- Wiebke und die beiden Andreasse haben sich kaum verändert – gut bis auf das rote Haar, was wie ich finde besser zu dem schwarzen Leder passt – aber das sieht man unten besser als ich es hier beschreiben könnte. Overall war die Truppe harmonisch und locker und alles griff ganz gut ineinander. Ich hatte natürlich die Hälfte meines Krempels zuhause vergessen (passiert mir immer wenn ich überstürzt nach der Arbeit eine Reiseausrüstung zusammenwerfen muss), aber zum Glück hatte der Metal Bus alles in seinen Innereien, was man nur brauchen konnte. Die üblichen Verdächtigen – Till und Fabian – traf man selbstverständlich auch, genauso wie unseren Lieblingsholländer bei dem ich mir immernoch nicht sicher bin ob der überhaupt wegfährt jedes Jahr oder da dauerzeltet.

Wir zogen uns am Freitag die Show von Roxxcalibur rein (irgendwer hat sie mir empfohlen vor langer Zeit, aber ich hab vergessen wer) – war ein feiner Einstieg. Ich mag es, wenn ich sehe, daß die Musiker derb viel Spaß haben bei dem was sie auf der Bühne abliefern und das sah man denen an. Ähnlich wie Steel Horse hat sie die recht frühe Uhrzeit nicht gestört und der Platz war auch durchaus gut gefüllt. Zu Stormwarrior ging es nach einem legeren und leggeren Mittagessen ein zweites Mal vor – diesmal nach vorn. Wie jedes Mal. Ich weiß nicht warum, aber Stormwarrior ist bisher die einzige Band, die mich wirklich jedes Mal bis in die erste oder zweite Reihe zieht. Das war seit ich die das erste Mal gesehen hab nicht anders, zumindest nicht daß ich mich erinnern kann. Privateer war bereits vor Ort als ich eintraf und wir ließen es vorn so richtig krachen, Matte schütteln und mitsingen was das Zeug hielt. Lars war in Bestform und legte als letzten „Song“ das Axeley hin, ein 6-Stücke Medley mit all dem Material was zu lang wär zu spielen von der Zeit, was so geil war daß die Fans es hören wollten und er nicht übers Herz brach es wegzulassen. Boah war das geil. Das war perfekt. Das war genau das was ich seit langem gebraucht hab. Heiser und fertig nach diesem Gig gings für mich erstmal zurück zum Zeltplatz – was bin ich gespannt auf das neue Material im Dezember. Mal gucken, wenn die Releaseparty in meinen Urlaub fällt, werd ich mir das nicht nehmen lassen..

Aber damit noch nicht genug, denn für den Abend gabs noch zwei Bands die ich mitnehmen wollte – das eine waren Angel Dust und das andere waren niemand geringeres als unsere gutgelaunten britischen Gentlemen DEMON. Obwohl ich so manchen Song bei Angel Dust verpasst habe, bis ich wieder unten am Platz war, konnte ich mich doch definitiv davon überzeugen, daß sie Live noch eine ganze Ecke wuchtiger daherkommen als man denken mag. Direkt im Anschluss an sie spielten Demon auf, mit ihrer locker-charmanten Art begeisterten sie das Publikum auf eine Weise, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt. Es ist vor allem das Herz, was bei Demon mitsingt und das freudige Lächeln der Künstler auf der Bühne, warmherzig und unkompliziert, straight to the point und mit feinem Humor. Es war ihnen nicht anzusehen, daß sie geschlaucht waren von Flug und Busfahrt, slightly genervt von Verspätungen und Verzögerungen – sie waren wegen dieser Bühne hier, sie sollten ihre Bühne bekommen. Nachdem mein Chip letztes Konzert voll wurde und ich den neuen in die Kamera drückte, wurde mir offenbar, daß mein einer Akku auch schon weg vom Fenster war. Egal, was solls, dachte ich mir, packte das Ding weg und genoss so viel von dem Gig wie ich konnte – und das war ziemlich direkt nach den ersten Songs. Und ich tat gut daran. Ich glaube ich habe den Terminus „Gute Laune“ neu definiert. Nachdem ich bei Stormwarrior schon Power getankt hab, gings hier auf die Laune – and then indeed I was a happy man. Hinterher kamen die Jungs noch raus zum Meet & Greet, was vorher wegen des Fliegers ausfallen musste – und waren bester Dinge, offenbar war für die der Gig genauso belebend wie für mich. Was haben die gegrinst. 😀

Schade daß ich zu Culprit schon zu durch war, aber ich glaube ich war so bedient an dem Tag, ich hätte das nur bedingt noch genießen können. Am nächsten Tag geschah allerdings etwas sonderbares. Es wirkte, als hätte irgendjemand den Soundtechniker verschleppt und durch eine Kopie, ein billiges nordkoreanisches Fabrikat, ersetzt. Bei Not Fragile, die mir Liz irgendwann bei einem Melodic Speed exkurs mal nahegelegt hatte, hielt es sich in Grenzen – bei Omen hingegen wars absolut unhaltbar. Vielleicht waren die 4-5 Positionswechsel alle in dem Bereich der mies klang (Daniel erzählte mir später, daß es mittig weit vorne völlig okay war) aber das ist halt so eine Sache – bei Omen sind die Gitarren auf eine sehr eigentümliche Art eingestellt und entweder hat jemand bei der Abmischung so sehr Scheiße gebaut, daß sich da was überlagerte oder der Leadgitarrist spielte dieses Mal sonderbarerweise ein Dauersolo, was übers Echo so befremdlich rüberkam. Ich hab mich noch nicht mal wirklich an die Songs koppeln können, die Setlist war super, aber der Klang hatte es mir nach dem Abend zuvor irgendwie verdorben. Naja – bester Demon-Gig (von 2) und bislang schlechtester (von 4) Omen-Gig auf einem Festival – auch eine Range.. oO

Ich zog etwas enttäuscht vom Platz und machte mir erstmal meine Hoaburger und nahm einen ordentlichen Zug aus der Metpulle, konsultierte Jack zu einem kurzen Gespräch und lümmelte bei guter Beschallung und guter Gesellschaft noch etwas auf dem Zeltplatz herum. Zu Virgin Steele kamen wir wieder auf den Platz runter und stellten fest, der Doom Metal hatte zugeschlagen. Solitude Aeternus haben in ihrer Spielzeit offenbar nicht nur die Takte langsam und genüsslich vor sich hin gespielt, nein – offenbar verzerrten sie mit ihrer Musik das komplette Zeitgefüge der Bühnenumgebung. Je näher man der Bühne kam, desto langsamer wurde alles um einen herum.. und.. nach.. einer ziemlichen.. Weile.. haben.. die dann.. auch.. eine Zugabe.. hingelegt.. bevor.. sie fertig.. waren. Boah. Ich weiß nicht warum, aber Doom fühlt sich für mich Geschwindigkeits und Powerjunkie immernoch an wie heißes Blei, welches man trinken muss. Das ist mal so garnicht meine Welle. Und das obwohl die musikalisch wirklich nicht schlecht waren – einfach nicht mein Ding. Und wir warteten. Anscheinend brauchte diese Realität eine ganze Weile um sich wieder in die Normalzeit zurückzumanövrieren.

Und dann endlich der langersehnte Hauptact – grandios mit „Immoral I stand“ eröffneten Virgin Steele ihr Konzert, leider starb in dem Moment das Mikro vom guten David eines schnellen und schmerzhaften Todes und gab trotz gutem Soundcheck gar keinen Ton mehr von sich. Es dauerte wenige Sekunden, bis ein 2-Mann-Team im Hintergrund auf der Bühne herumkrachselte und versuchte das Ding wiederzubeleben. Unterdessen nahm sich DeFeis das Mikro zu seiner Linken und machte gute und vor allem laute Miene zum tontechnischen Spiel. Fast vier Songs waren die Techniker nicht von der Bühne zu bekommen, versuchten dies und das und versagten immer wieder. Gut, in deren Haut möchte ich nicht gesteckt haben, das was da passiert ist, ist der Alptraum jedes Veranstalters – die Fans trugens mit Fassung. Sie wussten, sie würden noch bekommen weswegen sie hier waren und David gab sein bestes einen brillianten Gig abzuliefern. Was ihm und seinen Mannen schließlich auch gelang. Der Sound war stellenweise okay, aber größtenteils nicht zu gebrauchen und doch die Musik zu gut um zu gehen wie ich das bei Manowar auf dem Earthshaker gemacht habe, als es zu einer ähnlichen tontechnischen Katastrophe gekommen ist. „Lieber kein Konzert als ein schlechtes!“ war seit dem mein Motto geworden und das hier war beileibe kein schlechtes. Es hätte nur nahezu endlos ungenutztes Potenzial nach oben gehabt. Irgendwann ließ ich den Klang hinter mir und sprang auf die Musik auf wie auf einen fahrenden Zug. In solchen Momenten IST man Musik. Und das ist auch gut aufgegangen – ich hatte eine Menge Spaß und offenbar waren Künstler wie Zuschauer trotz der technischen Flaute über die Maßen begeistert. Das ganze ging auch gut ne halbe Stunde länger als angedacht – inklusive Verspätung und allem drum und dran war ich bedient und fertig im Auto gegen drei, halb vier oder so.

Am nächsten Morgen aufgewacht stellte ich fest „Oh, fast alle weg..“ – Gut, die Nordlichter hatten nur kurz zu fahren bis Heim, da kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich nicht 2 h hinsetzen und warten bis man ausgepennt aufwacht – Wiebke und Andreas waren jedoch noch da. Offenbar auch beide etwas länger unterwegs gewesen. Unpraktisch wars für sie, daß die Truppe, die ihnen ihr Zeug hier angekarrt hatte schon weg war mit den Autos. Sehr verantwortungsvoll, jaja. Naja – mir kams gerade recht mit den beiden noch einen Moment abseits des Trubels zu verbringen also packten wir ihr Zeug in meine Karre und sahen zu, daß wir nach einem Futter- und Tankstopp in HH (wie vermiss ich diese Stadt) in Richtung Hannover zogen. Immer schön langsam, damit Andreas auf dem Bike noch hinterherkam ohne, daß ihm der Kopf platzte. Dort angekommen, kurze Kaffeepause, mal Wohnung angucken – gemütlich haben die es. Ich stellte mit Erstaunen fest, wie wenig Sprit ich verbraucht hatte und entschloss mich dazu das Tempo auf der Heimfahrt nicht über 120 gehen zu lassen – einfach mal um zu sehen wie lang die Tankfüllung für sagenhaft günstige 134 ct reichen würde. Ich kam nach kurzen Querelen, die in den Kasseler Bergen an letztjährige Probleme erinnern, um 22 Uhr rum zuhause an. Das nächste Mal tanken musste ich im Odenwald, nach meinem Besuch die Woche darauf. Und das obwohl ich nur 35 L hab. Vielleicht sollte ich meinen Fahrstil ein wenig überdenken.

Fazit: Alles in allem eine geile Gartenparty, dieses Headbanger’s Open Air – war jetzt mein drittes und die Karte für das vierte liegt im Auto. Nächstes Jahr freu ich mich besonders auf Striker, Torch und natürlich Crystal Viper. Und wie dieses Mal und eigentlich jedes Mal – auf eine Menge Bands die selbst an mir bisher vorbeigezogen sind und die einfach super Entdeckungen und Eindrücke zum mit zurücknehmen sind.

Hail to The Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Demon - One Helluva Night | Stimmung: Glorreich. Einfach nur glorreich!