Bye bye, Balingen..

..oder genauer, mein letztes Bang Your Head. Warum das letzte? Ganz einfach: 1600+ km hin und zurück, ein Tag extra für Anreise, usw. Nicht, daß mir das Festival keine Reise wert ist, das durchaus, aber bei den heutigen Benzinpreisen und den Alternativen ist das einfach zu weit ab, da fahr ich nächstes Jhar lieber aufs Rock Hard (dort sind meine Kölner ja auch immer mal wieder anzutreffen und vielleicht erwärmen sich ein paar Frankfurter auch dafür). Doch genug davon und zurück zum Festivalbericht – musikalisch schwelgte ich ein wenig in Götzenhain-Zeiten-Nostalgie, wollte mir Rage und Strato angucken und wo wir schon dabei waren, die Pretty Maids gleich mit.

Wir fuhren wie (früher) immer vom Parkplatz hinter der Fina-Tanke los, Göhrk und ich in meiner Karre wie letztes Jahr, Arthur und Jochen in einem weiteren Auto und als weitere Delegation der wackener Belegschaft waren noch Mark und Björn mit von der Partie in einem dritten Fahrzeug. Da weder der Göhrk noch ich einen Stuhl mit hatte – dachte ich doch bis zuletzt ich hätte einen in Frankfurt gelassen – und wir noch ein paar Kleinigkeiten brauchten, machten wir kurz halt in einem Fachgeschäft für in China hergestellten Ramsch und versorgten uns mit dem Nötigsten, bevor es auf die Autobahn südwärts ging.

Wir kamen größtenteils gut durch, bis auf einen kleinen Stau um Stuttgart herum und trafen den Rest vor Ort unweit des Campgrounds. Einige Minuten später hat man uns tief in selbigen hineindirigiert, so daß wir ziemlich direkt gegenüber des Supermarkts und Partyzelts unser Lager aufschlugen. Jochen und Arthur hatten Zeltmäßig ein Upgrade hingelegt und ein Konstrukt aufgebaut, was qualitativ und von den Dimensionen her eher an ein Bungalow als an eine Campingbehausung erinnerte. Mit dem Generator, den Krachmöbeln, den Gasherdplatten und der Trockeneis-Kühlbox waren die auch bestens gerüstet für die Tage die da kommen sollten. So eine Ausrüstung – vor allem was die Küche angeht – kenn ich eigentlich nur von unserem H:O:A-Team. Mein Equip tat mit den Stahltellern und dem Topf- und Pfannenset sein Übriges und so wurde für mich auch ein kleiner Traum wahr: die Jungs haben geschnallt, daß es absolut glorreich ist, auf einem Festival den Kochlöffel zu schwingen und die umliegenden Grillplätze in Schande zurückzulassen über das was bei uns aufgetischt wird.

Der erste Abend war wie immer – ein Leberdesaster. Ich hatte mir den Spaß gemacht zuerst die Kölner ausfindig zu machen und mir dann Schwilli zu greifen und abzufüllen, danach – als die betagteren Herrschaften ins Bett mussten, waren Björn und Mark dran. Bis in die frühen Morgenstunden gröhlten wir die Klassiker im Partyzelt mit, völlig egal ob „Warriors of the World“ jetzt zum achten oder zehnten Mal lief und danach „Run to the Hills“ die Bude beschallte. Wir lagerten keine komplette Gehminute vom Zelteingang und so begab es sich, daß wir uns derartig viel Black Pearl in die Rübe geschraubt haben, daß der nächste Morgen uns schon eine prächtige Mahlzeit bieten sollte, wenn wir auf den Beinen bleiben wollten.

Datteln im Speckmantel und dazu Rührei, wenn ich mich richtig erinnere. Und Sonnenschein. Und immer kühle Drinks. Etwas, was ich auf dem HOA vermissen werde: Neben dem Partyzelt gab es einen Festivaltauglichen Edeka-Ableger, der Eiswürfel tütenweise verkaufte! Bei den Temperaturen draußen und in den Gläsern ein absolutes Muss. Wir überbrückten irgendwie halbdeliriös den Mittag und bewegten uns langsam zum Pretty Maids Gig, als die Zeit dafür reif war. Da Stratovarius recht zeitnah danach spielte, blieben wir unter der Berücksichtigung des Getränkestandes da wo wir standen und genossen weiter die Show, bevor es zurück zum Camp ging.

Der folgende Abend war eher bescheiden in der Trunkenheit, dafür aber um so entspannter. Es gab grandiose Küche, gute Gesellschaft – nur hatte irgendwie die musikalische Beschallung zu wünschen übrig gelassen, war Arthur doch der Meinung uns mit einem Übermaß an Schnulzen von Celine Dion und irgendwelchen anderen Sachen quälen zu müssen. Das ließ sich dann irgendwie noch schöntrinken, aber so richtig gesellig wurde es dann doch nicht auf der Basis. Am nächsten Tag begann das massive Bekleben von allem in Wurfreichweite mit blauem nassgemachtem Klopapier. Es dauerte nicht lang und die Rufe nach einem Dartboard wurden laut, jedoch konnten wir uns nicht aufraffen ein selbiges zu fertigen. Ich nahm mir vor für das nächste Festival eins dieser magnetischen Dinger zum aufhängen zu beschaffen – für richtige Steel-Dart Pfeile waren mir dann doch zu viele Zelte und Autoreifen in der Nähe, muss nicht sein.

Auf dem Programm stand für mich als nächstes und einzig noch übriges Rage – irgendwann danach wollte ich auch schon abrücken, immerhin stand mir noch eine Nacht in FFM bevor und ein Sonntag auf der Autobahn bis ich zuhause ankommen würde. Nur musste ich dieses Mal meine Habe nicht umpacken, sondern konnte sie größtenteils einfach in der Karre lassen, bis zum H:O:A wars ja nicht mehr lang. Aber zurück zur Gegenwart: Peavy lieferte ein Bombenkonzert ab und auch wenn ich mir ein paar songs mehr gewünscht hätte, war ich sehr zufrieden. Nach langen Jahren wieder Rage sehen tut echt wunder. Und unser kleiner Gesangsverein wie er so da stand war auch prima – jeder konnte seinen Scheiß noch. Das ließe sich dann nur noch toppen, wenn Savatage erneut wieder auf die Bühne klettert und ganz tief in die Mottenkiste greift und wir dann Chance zum besten geben dürfen oder Believe.

Zufrieden wieder am Campground angekommen bin ich erstmal die Escape-Route abgelatscht, immerhin waren die meisten Camper noch da, fast alles noch aufgebaut und ein Großteil der Besucher würde erst morgen fahren, weil sie die Hauptacts des Samstags nicht verpassen wollten. Zum Glück war der Weg aber einigermaßen frei und Göhrk und ich machten uns nach einem erfolglosen Versuch die Kölner zwecks Verabschiedung anzutreffen auf den Weg gen Norden. Schönes Festival war das! Schade nur, daß es so weit weg ist.

Now playing: Quiet Riot - Metal Health | Stimmung: Glorreich

Hang Your Bed 2012

Und wieder ist ein Jhar rum und es wurde Zeit, sich zum Bang Your Head aufzumachen. Dieses Mal ließen sich die Kölner leider mangels sie bewegendem Billing nicht davon überzeugen, an den Festlichkeiten in Balingen teilzunehmen und auch Suffix ist arbeitsbedingt abgesprungen – also waren wir zu viert: Jokey, Göhrk, Arthur und meine Wenigkeit. Außer mir war bisher keiner auf dem BYH gewesen und so ließen sie sich von der angenehmen Atmo und der schönen Stimmung positiv überraschen.

Im Gepäck hatten wir die Black Pearl – ein Getränk, welches aus Cola, Bacardi Black und Limettensaft zusammengerührt und auf Eiswürfeln serviert gehört. Selbige war dann auch dafür verantwortlich, daß wir uns am Donnerstag – wo Majesty, Freedom Call und einige andere das Fest eröffneten – derartig aus den Latschen schossen, daß der Freitag mit dem Zusammensammeln unserer Knochen, Innereien und Erinnerungsfetzen begann. Es war wie immer ein Fest Majesty zu sehen und obwohl Tarek mittlerweile der einzige gewesen ist, der von der Ursprungsbesetzung noch übrig war, haben die Jungs gut gerockt. Freedom Call legte noch ein wenig mit guter Stimmung nach und spätestens bei Bonfire wusste ich nicht mehr allzu genau was Phase war. Ich weiß nur noch, daß ich mich vor Jon Oliva’s Pain (der den anderen zufolge ordentlich aus der Sirens-Zeit aufgetischt hat) aus der Halle verabschiedet habe, um am Zelt was zu kochen, damit wir uns vorm Schlafengehen etwas stärken konnten.

Das ganze endete damit, daß ich bis kurz nach halb vier unser Camp suchte. Denn als wir aufbauten, war es immernoch hell und um uns herum gabs jede Menge Platz – als wir wiederkamen, war es stockfinster, alles sah gleich aus und die Black Pearl verursachte ordentlich Seegang. Irgendwann, nachdem ich von Gruppe zu Gruppe torkelte, mich durchfragend, anstoßend und durch und durch verwirrt, stieß ich auf einige aus unserer Truppe, die auf dem Rückweg zu sein schienen. Erik und Tanja waren uns bereits vorher schon am Campground begegnet und hatten diesmal den Rest meiner Leute im Gepäck, also schloss ich mich an in der leisen aber irrigen Hoffnung, sie wüssten wo wir zelten. Wir brauchten noch eine ganze Weile und verloren unterdessen den Göhrk zwei Straßen weiter. Ich hatte mir aus irgendeinem Grund gemerkt wo er war und unterbrach später meine Carbonara-Bemühungen um nochmal nach ihm zu sehen. Der Rest des Abends ist einfach beschrieben: Essen, Schlafen.

Am nächsten Morgen gabs erstmal tactical Bacon („tactical“ weil wir ihn dabei hatten) und Rührei. Danach kam Kaffee auf den Plan und ich goss mir erstmal eine Cola ein – aber Deja Vu, es war die Black Pearl und damit war der zweite Tag eingeläutet. Wir shuttleten uns zum Battleground, sahen uns Powerwolf an und schauten uns bei den Ständen um, Souvenirs, Shirts und so weiter. Einige Bands später ging es zurück auf den Platz und wir machten es uns einigermaßen gemütlich – der Rest des Billings vom Freitag war nur bedingt interessant genug um die Mühe zu wagen, da nochmal aufzuschlagen und zu allem Überfluss hat es bereits begonnen zu schiffen wie aus Eimern. Aber das war nicht so dramatisch, denn der Abwasch ging einem dafür um so schneller von der Hand. Der Garnelensalat war übrigens ausgezeichnet!

Am nächsten Morgen war es wieder etwas sonniger und nachdem wir die letzten Nahrungsbestände vergrillt haben, etwas Ziegenkäse im Speckmantel, sowie Baguettes, packten wir unsere sieben Sachen zusammen und sahen zu, daß wir den Quatsch wieder ins Auto bekamen. Bei dieser Gelegenheit bauten wir auch den Pavillon ab, der an jenem windgeplagten Morgen überraschend noch stand. Es war auch so windig, daß wir noch nicht einmal Kaffee machen konnten! Göhrk nutzte die Gelegenheit, um ein Windspiel zu konstruieren, welches wir dann mit Gestängeresten über unsere Häupter erhoben. Danach gings runter vom Camp und rauf auf die Parkplätze beim Messegelände – wir guckten uns noch Primal Fear an und wanderten etwas umher, machten uns aber noch vor den Hauptacts vom Acker – der Donnerstag steckte uns noch immer hart in den Knochen und ich hatte ja meine große Odyssee vor mir und wollte sie nicht völlig zerschreddert beginnen. Aber geil wars auf jeden Fall!

Brother Arnoc

Now playing: Quiet Riot - Bang Your Head | Stimmung: Glorreich

Return to the Battlefield..

..it has been a couple of years. Jetzt hab ich ganz vergessen den Bericht zu posten. Nachdem ich sechs Jahre nicht mehr auf dem Bang Your Head war und diesen Sommer von Festivals nicht genug bekommen konnte, hab ich mir in den Kopf gesetzt wieder hinzufahren. Nicht zuletzt ist es – zumindest seitens Bands – D:A:D zu verdanken. Aber Balingen wäre nicht das selbe, wenn ich meine alte Truppe nicht ausgegraben hätte: Einigen Monate vor dem Event hatte ich den Frank aka „Schwilli“ über Xing wiedergefunden, nachdem sich das Web als informationsresistent und unfreigiebig gab, eine Kontaktmöglichkeit herzustellen. Aber kaum wusst ich, daß er und die anderen die ich von früher kannte fahren würden, orderte ich meine Karte und plante den Urlaub ein.

Als ich in Balingen ankam, wurde ich erstmal sonstwohin umgeleitet – zu meinem Leidwesen war das Stück wo man normalerweise rausfährt nämlich von Baustellen gesäumt, zumindest angeblich. Hinterher stellte sich heraus, daß das Blödsinn war und einen einfach an den Campingplatz außerhalb verfrachten sollte, anstatt daß man probiert in der Nähe des Festgeländes zu zelten. Der Bereich an den ich mich das letzte Mal zu zelten erinnerte, war mittlerweile plattgewalzt und bebaut worden, direkt gegenüber der winzigen Brücke am Hauptzugang stand eine größere Lagerhalle. Da wo wir früher gecampt hatten, war jetzt ein Möbelhaus oder Küchenhandel oder was auch immer.

Ich kam auf dem Zeltplatz an und Jörg koordinierte mich zum „Rotten Core“ Schild und somit auf den Platz an dem die nächsten Tage gefeiert und gegessen wurde. Ich war eine gute Stunde vor Schwilli und den Nachzüglern aus Köln vor Ort und nachdem wir alle irgendwann vollzählig waren, machten wir ein riesiges Fass auf. Man hatte sich immerhin 6 Jahre nicht gesehen und hatte sich einiges zu erzählen. Wir gossen uns ordentlich einen ein, qualmten einige ausgezeichnete Zigarren und bewegten uns nach einem köstlichen Essen richtung Partyzelt. Ab da wird es ein wenig blurry. Aber es war ein grandioser Abend, so viel weiß ich noch!

Tags drauf wurde mir erstmal die volle Wucht meines Aufenthaltes bewusst -> ich war auf einem mittelgroßen Festival in einer lockeren unkomplizierten Atmosphäre, aber war weitab vom Battleground. Das erste Mal wo ich die Worte „Shuttlebus“ und „pendeln“ gehört habe, wurde mir schlecht. Ich musste gleich ans RHOA denken und die mieserable Anbindung dort und das hat mir die Stimmung ganz schön ins Kreuzfeuer genommen. Aber ich sollte mich irren. Und zwar gewaltig: Die Busse waren so angelegt, daß sie alle paar Minuten fuhren, immer mindestens zwei, eher drei an der Station standen und in nullkommanix war man direkt am Gelände. Und danach der selbe Spaß zurück. Hut ab, SO muss das aussehen!

Das führte dann zwar dennoch dazu, daß ich die vor allem Morgens angesetzten Bands (die ich aber 2 Wochen später beim H:O:A nachholen konnte) verpasst hab und auch nicht „mal spontan“ hingegangen bin, aber irgendwann hatte man den Bogen raus. Schade fand ich, daß Gereon und einige andere nicht mit uns gezeltet haben, jener hat sich mit einigen weiteren in einem Hotel in der Nähe einquartiert und die Herrschaften pendelten mit dem PKW an. Aber wir werden alle nicht jünger und besser so als auf Verschleiß zu fahren (ja, ich hab auch ein paar Jahre gebraucht, bis ich das kapiert hab) – und immer wieder kommt mir sein Zitat ins Gedächnis..

„Als wir in Eurem Alter waren, hatten wir Bierkästen mit aufm Festival, Grillanzünder und Isomatten – was ist es heute? Heizdecken und Rheumasalbe!“
— Gereon, BYH2006

Ich schaute mir Crimson Glory an und natürlich D:A:D, sowie einige andere Acts, aber eigentlich – so ganz eigentlich – war ich nicht wegen der Musik da, sondern wegen dem Drumherum. Es tat echt gut, durch dieses mittlerweile über 20.000 Leute fassendes Festival zu stapfen und zu beobachten was sich alles verändert hatte, was gleich geblieben ist und was man an Gesprächen und Bekanntschaften mitnehmen konnte. Der Disneyland after Dark Gig war natürlich außergewöhnlich geil, ich glaube ich hatte lange schon nicht so eine Vorfreude mit auf ein Konzert gebracht und sie derartig übererfüllt gesehen, die muss ich mir unbedingt nochmal angucken!

Alles in allem war die Atmosphäre super, die Leute waren nett und die Preise für die Verköstigung sehr moderat. Meine Abreise gestaltete sich dennoch etwas verfrüht, ich hatte gesehen und gehabt weswegen ich da war und trat am Spätnachmittag schon den Heimweg an – nach immerhin einigen Tagen und einem kräftigen Sonnenbrand war ich dann irgendwann des Wartens überdrüssig (der Mensch, der für die Billing-Reihenfolge zuständig war hat nicht wirklich ein Meisterstück abgeliefert) und bevor ich weiter in der Hitze vor mich hin grummelte und anderen auf den Sender ging, weil die Nächte im einstelligen Temperaturbereich meinem Rücken langsam auch den Rest gaben, machte ich mich von dannen. Boah, was fühl ich mich alt! Aber war geil. Ich denke nächstes Jahr bin ich wieder mit von der Partie.

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

Now playing: Disneyland After Dark - No fuel for the pilgrims | Stimmung: Schwelgend

The fine Art of Banging Your Head

..war eigentlich recht gemütlich. Bis auf die Tatsache, daß ich beim Schleppen des Festivalkrams ins Auto es irgendwie geschafft habe meinen Rucksack oben zu lassen und mich damit Kartenlos auszusperren, war es eigentlich komplett stressfrei. Dank unserem glorious Warhammer playing Hausmeister (..of Steel!) namens Richard hat auch dieses Problem schnell sein Ende gefunden und wir konnten uns langsam aber sicher in Richtung Autobahn bewegen. Irgendwann Tönte es von Links neben mir:”Okay, wollemer anfangen: A – Adelskrone! B – Becks! C – ?..” Und so ging das bunte Alphabeering durch bis Z. Als wir durch waren kam ein:”Gut, weiter! A – Asbach..” Darauf von Vorn:”B – Balentines” – das ging noch ne Weile. Wir hatten bei Q unsere Probleme, einigten uns aber darauf, daß wir durchaus mal dezent einen Buchstaben unterschlagen können und landeten bei (A)quavit.

Einige Staus und Stunden Fahrt später waren wir vor Ort. Wir hatten bei der Kölner Truppe mit denen ich die letzten 2 Jahre in Balingen war die Plätze freihalten lassen und so war es nur eine Frage der Zeit bis wir uns komplett wohnhaft gemacht haben. Schwili und die anderen CP24-ler empfingen uns mit offenen Armen – Gerion war irgendwo in einem Nebenkaff zur Warm-Up Show gefahren und sollte in der Nacht noch dazustoßen. Bier auf, ab ins Partyzelt – eine Runde den Tanzweibchen auf die Bewegung glotzen und danach umherstreifen und Nachbarn kennenlernen.

Beim HMC-Zollern-Alb platzten wir wohl mitten in eine Geburtstagsfeierlichkeit, bei der Dominik, der gerade 21 Jahre alt geworden ist sich irgendwann angefangen hat zu wundern, wie es kommt, daß ihm 3 Mal so viele Leute gratulieren kamen wie er eigentlich in der Truppe dabei hatte und woher die alle seinen Namen wussten. Whatever, es war eine Mordsgaudi und wir sind von Zeit zu Zeit immer wieder bei denen vorbei. Pela gab sich einen oder zwei Trichter und begab sich irgendwann auf die Suche nach Schweizern. Den Tick wird er wohl auch nicht mehr los – damit scheint ers irgendwie zu haben, wobei ich mich immer innerlich fast totlachen muss, wenn ich diese Leuts sprechen hör.

Irgendwann kam Gerion wieder und wir haben erst die ganz gemütliche Schiene gefahren und uns erstmal bei nem Bierchen gescheit unterhalten, wonach er allerdings schon pennen wollt um am nächsten Morgen einigermaßen gescheit aufstehen zu können. Ich haute mich auch in die Falle, um am Morgen nicht totally fucked auszusehen..

Der Freitag begann im brütend warmen Zelt. Die Sonne knallte schon um halb acht aus voller Kraft auf den Zeltplatz und mit Schlafen war da nicht mehr viel. Geweckt wurden wir mit “Kill the Rabbit” von Elmer Fudd, “Sweet Cherry Pie” von Warrant und “Feuer und Wasser” von Rammstein.. Also Zeit für Kaffee und den üblichen Mist. Nach der betrübenden Nachricht, daß der Kaffee vorn am Stand nichts taugt und zudem noch maßlos überteuert ist, machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt, den wir die zwei Jahre zuvor irgendwie nicht registriert haben. Naja, dafür haben wir den einen oder anderen Spaziergang durch Balingen hinter uns gehabt, ein schönes Städtchen. Kurzum – ab zum Real. Die Kiste Bier zu holen gedachten wir erst nach Leatherwolf, doch Kaffee und Kippchen musste in dem Moment sein. Wir sahen am Morgen schließlich fast alle aus wie frisch ausgekotzt. Bis auf den Dömsen, der aufgrund seiner Beharrlichkeit der Sonne gegenüber noch etwas mehr Schlaf abbekommen hat und ausschaute wie sonst auch. Pela hatte wohl im Hawaihemd, Rock und offenbar der Jägermeistermütze geschlafen.

And again on the battlefield (..of Steel!) – den Gig nummero uno genießend streiften wir ein wenig umher und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Irgendwann haben wir begonnen die Stände abzuklappern und da durfte natürlich weder die Gizeh-Pyramide fehlen, noch die BKK, welche Pflaster verteilte. Eingedeckt mit Shirts und dem Üblichen Das-hole-ich-mir-auf-jedem-Festival-Kram haben wir uns erstmal den Grill bereitgemacht, unter Flotsamscher Beschallung und harrten der Ankunft der Olive von Savatage, während wir uns von den Bühnenklängen unterhalten ließen 🙂

Der alte Jon hat aufgedreht. Alte Sachen. Neue Sachen. Tolle Sachen! Gutter Ballet, Hall of the Mountain King.. da werden Erinnerungen Wach an Wacken und die Langener Stadthalle. Ich freu mich schon total auf die Akkustik-Show im S!nkkasten nächste Woche. Etwas später ging es dann zu den Kürbisköpfen. Ich hab gedacht, ich werd nicht mehr. Wo einst ein Mensch stand mit einer Bühnenpräsenz die das Spektrum von “Unsicher” (Ansagen) bis “Verwirrend” (Äußerungen) gut abdeckte, bewegte sich und sprach da eine Figur mit einer guten Mischung aus Kai Hansen und Tobias Sammet.. soso, Nachhilfe genommen also. Find ich super. Der hat sich gemacht! Und um so geiler hats gekracht.. Helloween, If I could fly, Future World, Eagle fly free, Mrs. God – um nur einige zu nennen. Das Publikum gröhlte und sang sich heiser. Was ein Gig, hab diese Band schon lang nicht mehr so sehr in Topform erlebt. Die nächsten, die meine Erwartungen übertroffen haben waren Foreigner – auch da war die Stimmung absolut genial. Irgendwann kurz vor Juke Box Hero trafen wir (Ron, Jogi und ich) mitten im Getümmel auf Pela, Dömsen und Fluffy Joe. Party! Zu In Flames war ich schon so verbraten und ausgebrannt, daß ich mal den ruhigen gemacht hab. Hab sie schließlich oft genug gesehen, da hat mit hören gereicht. Zeltplatz. Party.

Irgendwann hab ich am Abend mal kurz eine Pause bei der Freakshow vom Jacky-Cola-Club eingelegt. War zwar eine sehr gemischte Truppe aber ein paar warn ganz lustig, wenn auch nicht alle ansprechbar aufgrund der fortgeschrittenen Stunde. Irgendwann gings halt wieder ins Partyzelt. Pela war zu dem Zeitpunkt schon so fertig, daß er sich pennen gehauen hat. Ich hab noch ein wenig die Umgebung unsicher gemacht und begab mich kurz vor Morgengrauen dann auch irgendwann in die Falle.

Der nächste Tag begann angenehm und musikalisch gewohntermaßen untermalt. Da ich auf die glorreiche Idee gekommen bin am Freitag mein Zelt komplett mit Alufolie zu überziehen, kam die Hitze nur gedämpft und ca. 3 Std später überhaupt hinein. Schöne Sachen, dieses Panzertape und die 30 m Rolle Alu. So kam es, daß ich bis kurz vor 10, wo Powerwolf spielten, noch sehr gut schlief. Die erste Frage, die mir Fluffy Joe beantworten durfte – er hatte das zweifelhafte Vergnügen mich zu wecken – war “Sind meine Stiefel noch da?” Ich hatte die Dinger nämlich in kompletter Verwirrung vor dem Zelt liegen lassen. Ich zog mich an, machte mich fertig und war abmarschbereit. Wir bezogen bei Powerwolf die selbe Position wie bei Majesty damals, wo die auch am Samstag den Opener gemacht haben. Was ich leider völlig missachtet und verdrängt habe, war, daß die Sonne nicht im Rücken war, sondern uns voll aufs Gesicht knallte. Daher auch meine momentane Verbrutzelung. Die Sonnenmilch war irgendwie in Vergessenheit geraten.. oder um es mit Fawlty Towers auszudrücken:”..it completely slipped my mind!”

Der Powerwolf-Gig hatte es in Sich. Die Jungs aus Rumänien haben gleich in die Vollen gegriffen und kamen nach Mr.Sinister ziemlich direkt mit Kiss of the Cobra King rüber. Der Gitarrist ist eine lustige Erscheinung, zumal er ja immer vor dem Ventilator steht damit ihm die Haare hochgeweht werden. Irgendwann verließ er seine Position aber und doch wehten die Haare weiter. Suspekt. Während ich mein glorious true metal aufblasbares Schwert (..of Steel!) schwang und mitsang, trafen wir noch auf den Till (den so mancher von Elvenpath kennen dürfte). Nach dem letzten Stück machten wir uns in Richtung Auto, wodrunter ein gut gekühltes Bierfass auf uns gewartet hat. Zwischendurch noch ein kleiner Stop bei der Jacky-Cola-Crew, die sich bereits die 3-Liter-Pullen gegeben hat. Während wir also den Klängen von Anvil und Victory lauschten, kühlten wir unser inneres mit Gerstensaft und harrten der Ankunft der gepanzerten Heiligen. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf Fabi. Lustig, irgendwie trifft man einige Gestalten immer und immer wieder 🙂 Eine riesige Familie halt..

And then there were some Pretty Maids. And THEN there was Y & T!!! War das Geil! Ein Brecher nach dem anderen. BAMM BAMM BAMM.. Forever, Midnight in Tokyo, Hang ‘em High, Rescue Me.. einfach nur ohne Worte. Das einzige was gefehlt hat war Open Fire. Aber auch ohne war es absoluter Wahnsinn!!! Ich war fertig. Und mit fertig mein ich RICHTIG fertig. Was solls! Irgendwann 3 Liter Wasser verwurstet (über Kopf und in die Kehle). Es war einfach nur GODLIKE!!! Man sah, wie sich 30 Jahre Bühnenerfahrung in einem einzigen Moment manifestierten. Was mich persönlich ein wenig gestört hat, war, daß durch die beiden gefallenen Tore gegen Schweden die Nationalelf an zwei Punkten den Jungs irgendwie die Show stehlen wollt. Naja, solang sich das Positiv auf die Gesamtstimmung auswirkt, haben die Künstler mit Sicherheit nicht das Problem damit. Ende. Tot. War ich. Ich kroch mehr als lief zum Zelt zurück und setzte mich. Rick Emmet aus Entfernung lauschend packte ich schon mal die Sachen, damit wir nach Whitesnake direkt fahren konnten.

Strato hatte schon kurz angespielt als wir unsere Position eingenommen hatten, Pela, Iron Mike und ich. Iron Mike traf ich regelmäßig das letzte Jahr seit dem BYH auf jedem Festival.. ulkiger Kerl. Strato macht immer wieder Laune. Nach ein paar obligatorischen Songs wie Paradise, Black Diamond, etc. hat sich die Band aber auch wieder von der Bühne begeben, um der ultimativen APOKALYPSE der HARD ROCK Geschichte Platz zu machen. WHITESNAKE. Und es ist mir scheißegal, daß sie 20 min später angefangen haben und elendlange Soli gespielt haben. Gut, für nen Headliner ist eine Stunde eigentlich NIX, aber nichtsdestotrotz waren sie absolut brachial. Die wichtigsten Songs kamen, die Lightshow war umwerfend und Coverdales Stimmgewalt zog auch der letzten Reihe noch die Socken aus. Und als Opener einen schönen Purple-Klassiker gewählt.. BURN!!!

Etwas überrascht von dem schnell vergangenen Konzert machten wir uns unter dem Feuerwerk in Richtung Zelte, wo wir packten, unsere Knochen sortierten und die üblichen Verabschiedungszeremonien durchliefen.. Müllpfand abholen, Auto beladen, Mucke an und ab gings Richtung heimwärts. Alle total Banane im Kopp, alle restlos verstrahlt. Ich ohne Stimme, Pela halb müde, Johannes mit nem Lachflash, Dömsen mit einem riesengrinsen.. Braindead but Wildhearted!

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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