Geschützt: And the card house collapses..

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Now playing: Hadouken - House is falling down | Stimmung: Gemischte Gefühle meets Excitement

Tear down the walls..

..once again! Wir haben es geahnt, daß wenn die Maurer hier eine Kernbohrung machen es irgendwie schlimmer werden wird als besser. Und wir hatten Recht. 🙁

Nachdem mir ein (dem Klang nach) ziemlich besoffener und verwirrter Handwerker bei mir angerufen hat und selbst nicht mehr genau wusste was er bei uns machen sollte, kam es irgendwann nach einem dritten Telefonat zu einem tatsächlichen Termin. „Na das fängt ja gut an!“, dacht ich mir. Ich hatte bisher immer irgendwie Glück mit den Handwerkern – mal inkompetent, mal unzuverlässig, mal beides. Auch dieses Mal sollte ich nicht enttäuscht werden. (Hier bitte Werbeslogan-Ton dazudenken:) Die sind das Handwerk, die können das!

Als die Handwerker wieder weg waren, entdeckten wir auf der Rückseite unserer Wohnzimmerwand (wo die gebohrt haben) im Schlafzimmer ein vergleichbar großes Loch, wo uns ein Stück Wand und Putz herausgebrochen ist. Einfach so. Weil auf der anderen Seite etwas gemacht wurde. Krümeliges Zeug – „Schlackewand“ nannte das der Maurer. Super, jetzt haben wir überall außer im Bad und im Flur große Löcher in der Wand. Die sehen keinen Cent für die Renovierung, wenn wir hier abziehn! -.-

Now playing: Poisonblack - Them Walls | Stimmung: Irritiert

Was mach ich hier eigentlich?

Diese Frage ist eine berechtigte. Was tu ich den ganzen Tag im Office, vor den beiden großen Bildschirmen an denen mein Lappy angeschlossen ist? Was kommt dabei raus, wenn wir im Mob-Programming einen halben Tag Zeit hatten, Dinge anzupacken? Die Antwort: Jede Menge Code!

In den letzten Wochen und Monaten war ich hauptsächlich mit technischen Evaluierungen beschäftigt, dabei ging es unter anderem darum, eine Testumgebung für unser Angular-System aufzusetzen und es modular zu strukturieren. Zu den bevorzugten Mitteln der Wahl standen Mocha, Jasmine, Cucumber für die eine und RequireJS für die andere Aufgabe. Leider hat sich das alles irgendwie gebissen und vor allem mit der asynchronen Natur von Angular kamen die meisten Tools nicht ohne weiteres zurecht. Manchmal half ein Plugin aber dann scheiterte es an einer anderen Ecke, der Code wurde entweder zu unübersichtlich. Sehr unbefriedigend, irgendwie.

Letzten Endes funktionieren all die Tools, in begrenztem Umfang auch miteinander, aber es war so wie es leider viel zu oft ist – für genau meinen Use Case würde es in einem Debakel enden, wenn ich das irgendwie lose zusammentackere, in ein Unterverzeichnis schiebe und dann vergesse. Ich hab jetzt mal meinen Teamchef angehauen, daß der mir einen Tester besorgen soll, der CucumberJS und PhantomJS/Zombie verdrahtet und startklar macht – so kann ich lernen wie das geht, was ich übersehen habe und wir bekommen vernünftige automatisierte Tests auf Browserebene.

Von der Arbeit mal ganz abgesehen, gibts hier noch einen schönen kleinen Park in der Nähe mit Gänsen, ein paar nette Möglichkeiten essen zu gehen – unter anderem das New Saigon und das Di Liberto (beide sehr empfehlenswert) – und die üblichen Office-Schießereien natürlich.


Now playing: Hadouken - House is falling down | Stimmung: Entspannt

Geschützt: Etwas Verwinkeltes

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Now playing: Alice Cooper - Give the radio back | Stimmung: Dezent gelangweilt

Pflanzen und Blumen

Ich lebe nun schon seit einigen Jahren in Hamburg und doch ist es mir bisher noch nicht vergönnt gewesen zu einer halbwegs zivilen Jahreszeit im Planten un Blomen aufzuschlagen. Und auch dieses Mal war alles noch nicht so wie es wohl sein könnte, im japanischen Garten war das Wasser noch nicht auf der Höhe, eine tote Ente lag im Bachgraben, Frostzweige lagen auf der Blumenwiese und alles in allem wirkte die Anlage ein wenig verwahrlost.

Dennoch hat sie ihren Charme, ob die verwinkelten Mäuerchen hinter dem Apothekergarten oder das am Wasser gelegene japanische Teehaus, das Potenzial ließ sich definitiv erahnen. Ich werd mir das Mitte Sommer nochmal genau angucken, dann nehm ich auch die richtige Kamera mit, so lange sollen die paar Schnappschüsse hier genügen.



Now playing: Pidgeon John - The Bomb | Stimmung: Erwartungsvoll

Chicago hat Wifi-Zugang

Jetzt hab ich die ersten paar Stunden den Ubisoft-Titel Watchdogs angespielt und der erste Eindruck bietet mir gemischte Gefühle. Einerseits ist die City riesig, man kann vieles machen und die digitale Omnipräsenz des Hackbaren zieht sich in jede Pore der Stadt, andererseits wirken Namen, Berufe, Profile der Menschen, die man da beobachtet, hackt, belauscht und um ihr digitales Geld erleichtert flach und unrealistisch. Eben wie frisch aus dem Zufallsgenerator. Der Protagonist selbst erweckt auf mich nicht den Eindruck eines tiefgehenden Charakters, andererseits ist das auch nicht in jedem Spiel notwendig, hier fällt das allerdings auf weil die bislang echt bescheiden überraschende Story ihn voll einzunehmen scheint.

Die Steuerung ist (wie bei allen eigentlich für Konsole entwickelten Spielen) ziemlicher Mist und oft genug mussten Passanten, Autos, Stadteigentum und alles mögliche andere darunter leiden, wenn man gerade mit einem Fahrzeug oder einer Waffe hantiert. Das unrealistische Kampfsystem lässt leute nach nem Tütchen Blei im Kopf umkippen – jedoch nur dann wenn sie nicht alarmiert sind – wenn ein Schuss gefallen ist oder sie anderweitig aufgewühlt wurden, muss man ihnen mehr als ein mal selbiges verpassen. Gleiches gilt für flüchtige Typen die auf einen schießen: wenn ich Bonuspunkte bekomme, wenn ich bei der Verbrechensvereitelung den Täter am Leben lasse und er direkt draufgeht, wenn ich ihm in die Wade schieße, kann ich den Gedankengang nicht nachvollziehn.

Vom Ambiente her hat man das Gefühl, die hätten versucht GTA, Assassin’s Creed und Deus Ex: Human Revolution miteinander zu verheiraten. Mit dem Ergebnis, daß die kriminellen Handlungen größtenteils konsequenzfrei und somit irrelevant bleiben, dank der Steuerung die Unauffälligkeit mehr als schwer fällt und die nützlichen Cybergliedmaßen fehlen. Kurzum, eher durchschnittlich. Die NPCs laufen ziellos umher, sollen ganz normale Stadtbewohner mit ganz normalen Geschichten darstellen – das Resultat ist allerdings, daß es einfach hirnfrei rüberkommt – die Modelle und ihre Verhaltens- und Bewegungsweisen erinnern an die zahllosen Klone in Vampire: Bloodlines, nur daß es mehr als fünf Gesichter gibt.

Hinzu kommt das Sammelfieber in das Ubisoft seit einigen Spielen seine Nutzer drängen will – man bekommt das Gefühl, das eigentliche Spiel würde zur Nebensache. Als würden die nur abertausende Minigames zusammenbacken in ein großes Meta-Spiel. Nicht immer ein schlechtes Rezept, aber bei dem Setting unglaublich schade. Sinnfrei finde ich nebenbei diese Ruf-Geschichten, die man hat wenn man Verbrechen vereitelt – klar, ich verfolge einen Typen, der einem anderen eine gezimmert hat und klaue im nächsten Moment fünfzehn ganz normalen Passanten mit miesen Jobs ihr sauer verdientes Geld und das ist in Ordnung. Klar, das eine weiß die Öffentlichkeit, das andere nicht – aber ganz im Ernst, jemandem der als Schildhochhalter arbeitet und damit keine 17K im Jahr verdient MÖCHTE ich vielleicht keine 500$ aus der Tasche ziehen, selbst wenn ich das als fähiger Hacker auf der Straße mit einer Wifi-Attacke könnte. Was ich als so jemand viel eher tun würde, wäre hinter einer Wand aus Proxy-Bausteinen zu sitzen und im großen Stil Gelder umleiten, die eh keiner Vermisst weil dort eh mehr ist, wo das herkommt. Aber mit Logik hat Ubi seine ganz eigenen Probleme. Wenn ich in einem Waffenladen eine neue Wumme kaufe und sie ausrüste und mir angucken will, schreien alle und verziehen sich – und ich kann den Laden ausrauben. Was ist denn das für eine Absichts-Prediction? Neeeeeeeee. Echt nicht.

Von der Aufmache und der Kritik am technischen Überwachungswahn und was für seltsame Blüten das treiben kann – da gefällt mir das Spiel. Aber aufgrund eines belauschten Gespräches dem Juckreiz der Selbstjustiz nachzugeben – das ist mir zu amerikanisch, sorry. Es gehört mehr dazu als den Protagonisten zu „chaotic neutral – might save your life, might steal your car“ zu erklären, das ist mir alles irgendwie zu wischi-waschi. So wie ich mich kenne, werde ich die Haupthandlung durchspielen und dann fliegt das Game wieder von der Platte. Schade eigentlich, aber zum kurzweiligen Zeitvertreib für zwischendurch langt mir das nicht, da zock ich dann lieber wieder Prototype – inklusive der Phantastereien und völlig unrealistischen Gewaltexzesse.

Überhaupt, erinnert mich Watchdogs sehr an Prototype – Eine schön ausgebaute Stadt, jede Menge Menschen die nix wichtiges machen und überall Gelegenheiten sich etwas oder jemanden zu greifen und irgendwas damit anzustellen. Mit dem Unterschied, daß Alex Mercer abgefuckt und overpowered war, Häuser hochlaufen und große Strecken gleiten konnte, was die Stadt geschmeidiger machte – gut, er konnte nicht mit dem Auto fahren, in NY ist das aber ohnehin ein verzichtbares Erlebnis. Prototype war aber alleine wegen der Morph- und Kampfoptionen schon fancy, irgendwie ist mir Watchdogs da zu undurchdacht – klar, auf alltäglicher Ebene alles hacken ist eine realitätsnahe Idee (wartet mal noch 20 Jahre, bis wir dezentrale device-to-device Netze haben) und spannend und alles – aber würde ich wirklich ohne Grund einfach vor mich hin hacken und in anderer Menschen Müll wühlen, nur weil ich was finden und behalten könnte? Ich glaube nicht.

Gut möglich, daß ich mit meiner Sicht auf das Spiel alleine dastehe – gut möglich, daß mein Anspruch auf story driven Gameplay und Charakterentwicklung höher ist als der vom Durchschnittsgamer. Vielleicht erwarte ich nach der Ezio-Reihe von Assassin’s Creed und Splinter Cell: Blacklist einfach zu viel von Ubisoft, weil ich zu wissen glaube, daß sie es eigentlich können. Ich hoffe die haben dieses „Schalte alle Klamotten/Waffen/Achievements frei“, „Spiele zufallsgenerierte Mission mit einem Random aus dem Netz“ und „Hier ist noch die Zigste OOC Mission“ bald mal durch – ich werde das Gefühl nicht los, daß die versuchen eine Art Community-Bindung zu betreiben wo es eigentlich hauptsächlich Spieler sind, die für sich genommen genießen wollen anstatt ständig vernetzt sein zu müssen. So kann man sich auch ins Knie schießen…

Now playing: Rise Against - Help is on the way | Stimmung: Gemischt. Enttäuscht.

Bruderkriege vor der Tür

Es gab nur wenige geopolitische Ereignisse die mich so traurig gemacht haben wie der ukrainische Bürgerkrieg. Als Russe bin ich damit aufgewachsen, daß es zwischen Russen und Ukrainern nur den Unterschied gibt, daß letztere auch noch ukrainisch sprechen. Sie waren „wie wir“ nur halt „von da“. Auch immer vor Augen, daß Russland staatsgeschichtlich von der Kiew-Rus abstammt und somit beide einander auch entsprechend eng und freundschaftlich miteinander verbunden sind. Und dann lese ich in den Medien, wie sich Menschen in den Heimatorten von Freunden und Bekannten gegenseitig umbringen. Artillerie auf Eltern, Schüsse auf Geschwister, Kampfhubschrauber bei Großneffen und brennende Häuser bei Tanten. Ich glaube das ist der erste Krieg, dessen Wahnsinn ich nicht von mir schütteln kann, von dem ich nicht gut geschützt wie ich hier bin kühl Abstand nehmen und ihn der Gesellschaft zynisch gegenüber kommentieren kann, ihr ihr eigenes Versagen vorhaltend, wie ich das gerne mache.

Ja, mittlerweile ist genug Blut geflossen um das Ganze in den Medien surreal und mit einer gewissen Derealisierung zu betrachten, vielleicht sogar mit einer gewissen auf die Globalpolitik reduzierten Sicht. Aber jedes Mal wenn ich wieder Schlagzeilen aus der Region lese, kann ich nur stumm den Kopf schütteln während mir die Kehle zugeschnürt ist. Und immer wieder hallt es in meinem Kopf: „Ihr seid doch vollkommen irre! Was zum Henker tut ihr da eigentlich?! Seid ihr noch bei Trost?“

Politisch ist für mich der Fall einfach, es handelt sich um den ersten richtigen Stellvertreterkrieg in Europa zwischen USA und Russland, die einen mit Söldnern und Finanzierung (wie immer) und die anderen mit false flag Operationen/hybrider Kriegsführung. So weit, so bescheuert (weil sowas IMMER bescheuert ist). Das Instrumentarium ist Stoff für Thriller und Strategiespiele, geheime Propaganda, gegenseitige Anschuldigungen schwerster Art und Volksteile die meinen zu wissen wo es langgeht und die Revoluzzer-Tabletten geschluckt haben. Dann große Gelder. Waffen. Jeder gegen jeden. Nationalisten, Marodeure die rumreisen und mit vorgehaltener Waffe Geld und Wertsachen zusammenrauben – wer sich weigert die Postsendung am Schalter adressiert in die Westukraine zu verschicken, dem wird gesagt „Wenn Du das nicht machst, schießen wir Dir eine Kugel in den Kopf und der nächste macht es.“ So mir angetragen von einer Schwester besagter Postperson in der Ostukraine.

Und jetzt auch noch die Kulturzensur mit reißerischer Rhetorik. Ich muss als nicht-Völkerrechtler mir keine Gedanken darüber machen, ob die Annexion der Krim (die ja vor einigen Jahrzehnten noch „russisch“ war) richtig ist oder falsch, ob sie geopolisitsch Strategisch nachvollzieh- und vorhersehbar war – alles was geschieht, bei dem Menschen für die Einflussgier anderer Menschen leiden ist i.d.R. gefährlicher Unfug – Tatsache ist, daß die Eskalation der Ukraine-Krise von den USA befeuert wurde wie nur irgendwas. Der „Fuck the EU“ Vorfall war dafür genauso exemplarisch wie das Rumzetern diverser US-Senatoren. Mal wieder sieht man, daß Krieg für die USA immer irgendwo anders stattfindet und es ihnen deshalb auch egal sein kann. Die müssen ja weder als Nachbarn noch als Betroffene mit den Folgen leben, es ist abstrakt genug um daraus ein kleines globales Spielchen zu machen. Und währenddessen sterben Menschen, die mit irgendwem verwandt oder befreundet sind, den ich kenne. Widerlich.

Now playing: Alice Cooper - Pick up the Bones | Stimmung: traurig

Da fallen einem die Würmer aus der Wand

Ich habs mit Altbauwohnungen ja ohnehin nicht so, ihr einziger Vorteil in meinen Augen ist die Kühle im Sommer. Da ich nicht allzu groß bin und von Prunk nicht viel halte, sind mir Decken, Stuck und die Optik von außen relativ egal. Hinzu kommt, daß alte Häuser konstruktionsbedingte Marotten haben, die von unerfreulich bis gesundheitsgefährdend reichen können. Zum einen ist die Isolationsbeschaffenheit – und das gilt für Schall, Temperatur, Zugluft und dergleichen – oft sehr dürftig, zum anderen ist selbst bei sanierten Bauten durch Einsparungen die Bausubstanz schimmelanfällig oder einfach instabil.

Letzteres ist bei uns auch der Fall, die SAGA hat der Verarbeitung nach zu urteilen vor ein paar Jahren die billigsten Pfuscher mit dem miesesten Material auf die Wohnung losgelassen und das dann Sarnierung genannt. Ende vom Lied ist, daß wir feuchtigkeitsaffine Wände haben, die einfach hingezimmert wurden ohne die Nutzbarkeit zu bedenken. Das Material scheint Porenbeton zu sein, aufgeschäumte Fertigwand aus mehlfein gemahlenem Kalk, Sand und Wasser. Das Zeug ist so hochporös, daß man einen Nagel mit bloßen Händen in die Wand drücken könnte und sie einem entgegenkommt, wenn man ein Stück Tesafilm von ihr abmachen will. Wenn man versucht ein Loch zu bohren, wird es allein durch die Vibration des Bohrers etwa drei Mal so breit und oft genug ist nur wenige Zentimeter nach Beginn der Operation ein unverhoffter Stahlträger plötzlich im Weg, und das immer nur an einer Seite.

Regelmäßig passiert es uns mit den Wänden, daß irgendwas einfach runterkracht. Sei es ein Bild in Postkartengröße an einem Nagel oder auch einfach mal ein Stück Wand, nachdem dort ein textilüberzogener Stuhlrücken ein Mal zu oft beim Aufstehen dagegengeschoben wurde. Das Loch übrigens mit Moltofill oder anderen Reparaturmitteln wieder zuzukitten hat nicht funktioniert: das Reparaturzeug hat sich beim trocknen um wenige Millimeter zusammengezogen und die es umgebenden Wandkörner einfach mit sich genommen. Es passte, ließ sich aber rausnehmen und saß fortan nur locker. Der Flächendeckende Einsatz von Zwei-Komponenten-Flüssigdübel wurde zur Pflicht, manchmal war aber sogar der Druck aus der Tube schon zu viel für die Wand, oder aber die anschließende Verschraubung, die mit einer Dehnung einherging, brach gleich ein faustgroßes Loch in die Verankerung.

Nur den Decken trau ich noch über den Weg, die haben aber auch eine Probe von 9 kg pro Haken bestehen müssen, bis ich die 12 kg Leinwand dort anbringen wollte. Vermutlich liegt es an einer Verkleidungsschicht aus Holz und dem Umstand, daß der Flüssigdübel dahinter besonders gut griff. Ich habe für die Konstruktion auch wirklich epische Dübel und Haken genommen, alles andere wär mir zu riskant. Aber warum eigentlich gerade dieser Rant?

Ich saß gestern gegen 18 Uhr in der Küche und programmierte mir den Wolf, da tat es einen gewaltigen Schlag und am anderen Ende des Raumes krachte das Gewürzregal mitsamt allem was da drin war nach zwei ruhigen Jahren auf den Kommodentisch darunter und begrub in einem Meer aus staub alles unter sich, was dort gestanden hatte. Die Wand hatte nachgegeben und unter entsprechenden Verlusten ihren Ballast abgeworfen, die Risse in der Farbschicht wurden deutlicher als je zuvor und in den Löchern schienen sie sich noch im innern der Wand fortzusetzen. Wenn das jetzt hinter jedem Riss in der Farbe steckt, ist es nur eine Frage der Zeit bis..

..ach Du Scheiße, die Hängeregale müssen runter. Sofort! Ich hab seit ich sie angebracht habe jedes Mal ein mulmiges Gefühl wenn ich den Geschirrspüler ausräume. Selbe Wand, etwas höher, kurze Zeit später: das letzte Glas und die letzte Tasse verschwand unter dem bedrohlichen Knacken von hinter dem Regal auf den Tisch. Schrauben wurden leicht gedreht und schon konnte ich die Dinger runternehmen. Dann alles wieder reinräumen und erstmal stehen lassen. Alterfalter!

Nachdem wir letztens den endgültigen Wunsch zum Umzug artikuliert haben, ja sogar fast eine Wohnung bekommen hätten die uns zusagte, steht die Entscheidung – wir müssen raus. Ich hab schon seit längerem den Verdacht, daß diese Bude, ihre guten Seiten in Ehren, uns übel zusetzt: Opas Elefantenohrgewächs, daß sonst sprießt wie Zunder ist bei uns kleiner geworden. Wenn man die Pflanzen nur ein Mal zu oft gießt, beginnt die Erde direkt zu schimmeln. Der Zimmerbrunnen verlor seine Pumpe an nicht näher identifizierbaren Schleim. Fünf Haustierchen fanden bereits ihr Ende, die meisten waren an ihrem Lebenslimit nicht angekommen, es geschah einfach, als wäre das Leben anstrengender hier. Die Lebensmittel die nicht im Kühlschrank lagern verfaulen so schnell, daß man fast zugucken könnte. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gereiztheit. Möglicherweise versucht uns diese Wohnung tatsächlich abzumurksen, wer weiß.

Ich bin jedenfalls froh, daß wir bald umziehen und der Prozess jetzt beginnt. Vielleicht haben wir dann auch endlich den Raum, wir selbst zu sein. Eng ist es hier. Wobei wir bei der letzten Umstellung schon einiges gewonnen haben, nur eine Dauerlösung ist das nicht. Aber dazu mehr zu einem anderen Zeitpunkt..

Now playing: Alice Cooper - House of Fire | Stimmung: genervt

Hammerpunch Knockdown..

..die zweite. Man kennt es ja, wenn es kommt, dann kommts ganz ganz dicke. Und ich hab gesundheitlich gerade wieder derartig in die Scheiße gegriffen, daß man von Gesundheit an der Stelle kaum noch sprechen sollte. Gut, ich stecke das alles gerade erstaunlich gut weg, aber dennoch ist es wie ein Schlag in die Fresse. Mit Anlauf. Und Metallhandschuhen. Die Spikes haben. Rostige Spikes.

Ich hab neulich irgendwann eine Pizza im Ofen warmgemacht und urplötzlich hatte ich von unserem uralten Bosch-Gerät der 70er Ära nur noch den Griff in der Hand. Ehe ich wusste, was geschehen war, brach die schwere heiße Glasplatte vorn von ihren Halterungsschrauben und landete mit einer ihrer Ecken schön vertikal in meinem rechten Fußrücken. Klingt episch, fühlt sich scheiße an. Das olle Ding war nämlich so schwer, daß der Ofen ohne sie jetzt nicht einmal mehr offen bleibt! Wie das bei meinen Füßen ja bekanntermaßen ist, bleibt so ein Angriff nicht lange ohne Folgen.

Keine zwei Tage später begann die Wunde sich zu entzünden trotz all dem guten Zuspruch und mir schwante schon wieder das alte Wundheilungsdefizit, was ich irgendwann 2007-08 rum gehabt hab mit allem drum und dran. Ich sollte nicht enttäuscht werden, die notwendigen Maßnahmen zum Eindämmen meines Lymph-Ödems, die Mumifizierungsverbände und die Gänge zu diversen Haut- und Gefäßspezialisten ließen nicht lange auf sich warten. Und als ob das nicht genug war, hab ich mir noch eine Influenza eingefangen, also eine richtige Grippe. Diejenige, bei der man für 2 Wochen erstmal weg vom Fenster ist, weil ansteckend.

Klingt schon mal ganz schön satt, oder? Denkste! Das war erst der Anfang, denn da Lymph-Ödem-Patienten eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, daß bei der kleinsten Verletzung an ihrer Haut – vor allem den geschwächten Stellen – sich eine Wundrose (sprich: eine Infektionserkrankung der Haut, meist in Fläche) einschleicht, war mein Pech noch nicht alle. Neben Hautrötung, Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und anderen typischen Infektionsbeschwerden, Alpträumen, Desorientierung und mangelndem Hungergefühl hatte ich zu allem Überfluss auch noch schlechte Laune und durfte zur Ablenkung noch nicht einmal arbeien. Und das wo ich meinen neuen Job echt genieße! 🙁

So lag ich hustend, schniefend, humpelnd, im Fieberwahn vor sich hin gestikulierend die letzten anderthalb Wochen auf der Schnauze und bis ich wusste was ich alles hatte, war das schlimmste größtenteils schon rum. Allem Anschein nach bin ich jetzt auf dem Wege der Besserung, ich kann wieder geradeaus gucken und schmecke jetzt Nahrung und Getränk. Aber dieses Wundrose-Risiko-Souvenir wird mir wohl ein Leben lang bleiben, denn die Vaskulitis die ich habe ist offenbar chronisch oder zumindest wiederkehrend (wie so ein blöder Zombie). Das heißt, in dem Moment wo ich auch nur wage mir eine Schürfwunde am Knie nicht zu desinfizieren, kann ich die Stunden zählen, bis der ganze Affentanz den ich hier geschildert habe (abzüglich der Influenza) wieder von vorn losgeht.

Watt könnt ich Landminen kacken vor Freude!

Now playing: Cornerstone - Some people fly | Stimmung: Enttäuscht und traurig

Nächste Station, Hamburg Innenstadt..

..bitte Aussteigen. Ich denke gern an Hawesko zurück und den Spaß den ich mit den Kollegen dort hatte. Als es losging, hat man Marcel und mich in ein Aquarium gepackt gehabt, irgendwann wurden die Büros umgebaut und ich bekam mein eigenes Cubicle, aus dem ich dann ein würdiges Deus Ex: Human Revolution Office gemacht hab, mit beklebten Fenstern, beschichtetem Tisch, weiteren Dekorationen und orangener LED-Beleuchtung. Kein Vergleich zu dem grau-in-grau wie es vorher war. Hat mich auch eine Kleinigkeit gekostet, aber was solls. Ich hatte das hübscheste Office in der ganzen Firma, selbst die Chefs kamen nicht aus der Begeisterung heraus als sie zu Besuch waren und einen Blick hinein geworfen haben, irgendwann haben die sogar einen Fotografen vorbeigeschickt, der einfangen sollte wie modern „wir“ es haben. Und selbstgemacht waren am Ende auch die Möbel in unserer Kaffeeecke, die ganze IT-Anwendungen-Abteilung hat an den Europaletten herumgesägt und -gehobelt, bis wir Sessel und Sofas und einen Tisch hatten.

Aber manchmal gehen Dinge eben überraschend zu Ende und dann wird es Zeit weiterzuziehen. So kam es auch, daß ich irgendwann bei einem kleinen Start-Up in Hamburg selbst anheuerte. Eigentlich war es meine zweite Wahl gewesen, die erste war auch ein Start-Up – eins welches die Welt der Reiseportale revolutionieren wird über kurz oder lang (wie ihr seht, glaube ich an deren Idee bereits). Leider hatten die in dem Moment wo ich die Entscheidung treffen musste wohin es für mich weitergeht noch die Jahresfinanzierung in der Schwebe und da sie mir nichts versprechen wollten was sie nicht garantieren können, haben wir unsere Gespräche auf Eis gelegt.

Alles hat seine Zeit, heißt es. Vielleicht irgendwann später, wer weiß. Ich bin jetzt jedenfalls bei Iconic gelandet und fühl mich dort wohl. Zusammen mit zwei Programmierer-Nerds und einem TechChief spielen wir mit neuer und experimenteller Software herum stellen wir einen neuen Tech-Stack auf und entwickeln bald Produkte die unseren Kunden erleichtern zueinander zu finden. Das Konzept ist recht einfach – angenommen ihr seid ein Spieleentwickler und wollt eine Batman-App auf Android und iOS bauen, woher nehmt ihr die Lizenzen dafür? Time Warner selbst anfragen? Als kleine oder gar mittelgroße Klitsche eher unwahrscheinlich. An der Stelle kommen wir ins Spiel, über uns baut ihr einen Pitch und wir sorgen dafür, daß das Proposal an den richtigen Rechtehalter kommt, ihr direkt Feedback habt und wenn alles in trockenen Tüchern ist direkt loslegen könnt. Das selbe gilt für in-App-Käufe von lizensierten Objekten usw. Zumindest ist das die Grundidee.

Ich bin also Ende Januar mit meiner neuen Firma auf einen Workshop nach Charbouyx gefahren, so klang das zumindest. In Wirklichkeit wars Scharbeutz – an der Ostsee. Dort bekam ich dann einen Gesamtüberblick über die bisherigen drei Jahre und die strategische Aufstellung bisher. Die Kollegen von außerhalb (Aus Amerika, UK und der Schweiz) waren auch mit dabei, also die vollständigste Versammlung von Iconic die es bisher wohl in der Form gegeben hat. Alles in allem sind das in ihren Gebieten ganz fähige Leute, auch wenn wohl keiner von ihnen bisher in einem Tech Startup tätig gewesen ist. Das Produkt war für mich nach wie vor sekundär (ich interessiere mich nicht wirklich für „intellectual property“ und kann mich für Lizenzrecht kaum erwärmen, aber die technische Plattform die wir stellen sollen und werden könnte eben spannend sein) und eine Vision konnte ich nur sehr begrenzt zwischen den ganzen Excell-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen erahnen, aber so lange mein Team cool ist und die Technik mitspielt, werd ich den Teufel tun mich zu beklagen. 😉

Alles in allem war das eine gute Entscheidung, bei IF anzufangen – ich spare mir jeden Monat fast 600 km Fahrerei (Tornesch war schon arg weit draußen), entsprechend Benzin, hab nicht das Gefühl die Firma versucht den Fortschritt zu verkrusten und ich lerne massig neues Zeug, kann aber das jüngst mitgenommene auch mit einbringen. Natürlich fehlt mir der Wein, den es immer mal wieder gab – andererseits hab ich auch noch immer volle Regale und wüsste ggf nicht wohin damit. Mal sehen was die Zukunft bringt – wir haben uns jetzt jedenfalls ordentlich mit NERF-Knarren ausgestattet und seitdem sind die Meetings angenehmer und kürzer geworden, gelegentliche Schießereien gibts nach dem Mittagessen und der Postbote weiß sich wegzuducken wenn er bei uns was abliefert. Spaß ohne Ende!

Now playing: Wolf - Don't fear the Reaper | Stimmung: Freudig