Bye bye, Balingen..

..oder genauer, mein letztes Bang Your Head. Warum das letzte? Ganz einfach: 1600+ km hin und zurück, ein Tag extra für Anreise, usw. Nicht, daß mir das Festival keine Reise wert ist, das durchaus, aber bei den heutigen Benzinpreisen und den Alternativen ist das einfach zu weit ab, da fahr ich nächstes Jhar lieber aufs Rock Hard (dort sind meine Kölner ja auch immer mal wieder anzutreffen und vielleicht erwärmen sich ein paar Frankfurter auch dafür). Doch genug davon und zurück zum Festivalbericht – musikalisch schwelgte ich ein wenig in Götzenhain-Zeiten-Nostalgie, wollte mir Rage und Strato angucken und wo wir schon dabei waren, die Pretty Maids gleich mit.

Wir fuhren wie (früher) immer vom Parkplatz hinter der Fina-Tanke los, Göhrk und ich in meiner Karre wie letztes Jahr, Arthur und Jochen in einem weiteren Auto und als weitere Delegation der wackener Belegschaft waren noch Mark und Björn mit von der Partie in einem dritten Fahrzeug. Da weder der Göhrk noch ich einen Stuhl mit hatte – dachte ich doch bis zuletzt ich hätte einen in Frankfurt gelassen – und wir noch ein paar Kleinigkeiten brauchten, machten wir kurz halt in einem Fachgeschäft für in China hergestellten Ramsch und versorgten uns mit dem Nötigsten, bevor es auf die Autobahn südwärts ging.

Wir kamen größtenteils gut durch, bis auf einen kleinen Stau um Stuttgart herum und trafen den Rest vor Ort unweit des Campgrounds. Einige Minuten später hat man uns tief in selbigen hineindirigiert, so daß wir ziemlich direkt gegenüber des Supermarkts und Partyzelts unser Lager aufschlugen. Jochen und Arthur hatten Zeltmäßig ein Upgrade hingelegt und ein Konstrukt aufgebaut, was qualitativ und von den Dimensionen her eher an ein Bungalow als an eine Campingbehausung erinnerte. Mit dem Generator, den Krachmöbeln, den Gasherdplatten und der Trockeneis-Kühlbox waren die auch bestens gerüstet für die Tage die da kommen sollten. So eine Ausrüstung – vor allem was die Küche angeht – kenn ich eigentlich nur von unserem H:O:A-Team. Mein Equip tat mit den Stahltellern und dem Topf- und Pfannenset sein Übriges und so wurde für mich auch ein kleiner Traum wahr: die Jungs haben geschnallt, daß es absolut glorreich ist, auf einem Festival den Kochlöffel zu schwingen und die umliegenden Grillplätze in Schande zurückzulassen über das was bei uns aufgetischt wird.

Der erste Abend war wie immer – ein Leberdesaster. Ich hatte mir den Spaß gemacht zuerst die Kölner ausfindig zu machen und mir dann Schwilli zu greifen und abzufüllen, danach – als die betagteren Herrschaften ins Bett mussten, waren Björn und Mark dran. Bis in die frühen Morgenstunden gröhlten wir die Klassiker im Partyzelt mit, völlig egal ob „Warriors of the World“ jetzt zum achten oder zehnten Mal lief und danach „Run to the Hills“ die Bude beschallte. Wir lagerten keine komplette Gehminute vom Zelteingang und so begab es sich, daß wir uns derartig viel Black Pearl in die Rübe geschraubt haben, daß der nächste Morgen uns schon eine prächtige Mahlzeit bieten sollte, wenn wir auf den Beinen bleiben wollten.

Datteln im Speckmantel und dazu Rührei, wenn ich mich richtig erinnere. Und Sonnenschein. Und immer kühle Drinks. Etwas, was ich auf dem HOA vermissen werde: Neben dem Partyzelt gab es einen Festivaltauglichen Edeka-Ableger, der Eiswürfel tütenweise verkaufte! Bei den Temperaturen draußen und in den Gläsern ein absolutes Muss. Wir überbrückten irgendwie halbdeliriös den Mittag und bewegten uns langsam zum Pretty Maids Gig, als die Zeit dafür reif war. Da Stratovarius recht zeitnah danach spielte, blieben wir unter der Berücksichtigung des Getränkestandes da wo wir standen und genossen weiter die Show, bevor es zurück zum Camp ging.

Der folgende Abend war eher bescheiden in der Trunkenheit, dafür aber um so entspannter. Es gab grandiose Küche, gute Gesellschaft – nur hatte irgendwie die musikalische Beschallung zu wünschen übrig gelassen, war Arthur doch der Meinung uns mit einem Übermaß an Schnulzen von Celine Dion und irgendwelchen anderen Sachen quälen zu müssen. Das ließ sich dann irgendwie noch schöntrinken, aber so richtig gesellig wurde es dann doch nicht auf der Basis. Am nächsten Tag begann das massive Bekleben von allem in Wurfreichweite mit blauem nassgemachtem Klopapier. Es dauerte nicht lang und die Rufe nach einem Dartboard wurden laut, jedoch konnten wir uns nicht aufraffen ein selbiges zu fertigen. Ich nahm mir vor für das nächste Festival eins dieser magnetischen Dinger zum aufhängen zu beschaffen – für richtige Steel-Dart Pfeile waren mir dann doch zu viele Zelte und Autoreifen in der Nähe, muss nicht sein.

Auf dem Programm stand für mich als nächstes und einzig noch übriges Rage – irgendwann danach wollte ich auch schon abrücken, immerhin stand mir noch eine Nacht in FFM bevor und ein Sonntag auf der Autobahn bis ich zuhause ankommen würde. Nur musste ich dieses Mal meine Habe nicht umpacken, sondern konnte sie größtenteils einfach in der Karre lassen, bis zum H:O:A wars ja nicht mehr lang. Aber zurück zur Gegenwart: Peavy lieferte ein Bombenkonzert ab und auch wenn ich mir ein paar songs mehr gewünscht hätte, war ich sehr zufrieden. Nach langen Jahren wieder Rage sehen tut echt wunder. Und unser kleiner Gesangsverein wie er so da stand war auch prima – jeder konnte seinen Scheiß noch. Das ließe sich dann nur noch toppen, wenn Savatage erneut wieder auf die Bühne klettert und ganz tief in die Mottenkiste greift und wir dann Chance zum besten geben dürfen oder Believe.

Zufrieden wieder am Campground angekommen bin ich erstmal die Escape-Route abgelatscht, immerhin waren die meisten Camper noch da, fast alles noch aufgebaut und ein Großteil der Besucher würde erst morgen fahren, weil sie die Hauptacts des Samstags nicht verpassen wollten. Zum Glück war der Weg aber einigermaßen frei und Göhrk und ich machten uns nach einem erfolglosen Versuch die Kölner zwecks Verabschiedung anzutreffen auf den Weg gen Norden. Schönes Festival war das! Schade nur, daß es so weit weg ist.

Now playing: Quiet Riot - Metal Health | Stimmung: Glorreich

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