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Kaperfahrt und Schiffbruch.. 19th September 2008

..steht dieses Wochenende an. Nun sitz ich hier in meiner Kapitänskajüte und sortiere die Schatzkiste um, schnauze meine Umgebung zu Ehren des “Talk like a Pirate day” an und gleich gehts in die Kombüse und was zu beißen zwischen die Kauleisten und einen Humpen Grog! Ja, Ihr Landratten, Piraten und Freibeuter sind in aller Munde heutzutage, nicht nur weil sie Opfer von Vertuschungsaktionen werden, oder das eine oder andere Kartenspiel kapern, nein - für solch einen Festtag gibt es mittlerweile einen ordentlichen Fundus an Klängen (Running Wild, Alestorm, etc.), Geschichten und den einen oder anderen Brocken Kautabak zum auf den Boden spucken. Aber genug davon!

Rekonfigurationsliste :

Phase 1: Rette sich wer kann - Backup vorhandener Daten
a) Unter Linux von DataVault(ntfs) auf MOAB(ext3)
b) Von Dimension VII(ntfs) auf MOAB(ext3)
c) Windoof booten und von DataVault(ntfs) auf Dimension VII(ntfs)
d) Umbenennen von nichtkonformen Windowsumlauten nach ae/oe/ue

Phase 2: Plankengang für unbrauchbares
a) Die Festplatte kielholen mit 1×67 GB NTFS und dann Fenster darauflegen
b) Den Rest der Festplatte über Bord und in 1×67 GB Systemteil 1×2 GB Swa(m)p-Partition und 1×300 GB Daten /home/ Partition ext3 aufknüpfen
c) Beide Systeme an die Benutzung anpassen, nach Updates fischen, zu Wasser lassen usw.

Phase 3: Segel setzen und auf Kaperfahrt fahren
a) Daten von den Festplatten wieder eingliedern, sortieren, sichern
b) Backups von 1997 bis heute aufräumen
c) Datensicherung automatisieren

Gestern ist Phase 1 fertig geworden, heute ist Phase 2 dran und die Phase 3 wird wohl Monate brauchen bis sie abgeschlossen ist. Aber wenigstens hat die Sache zumindest Land in Sicht und geht mir wohl nicht allzu schnell in Ihrer Gänze über Bord. Bei der Gelegenheit, lasst mich Euch eine Geschichte erzählen, die mir von weit her zugetragen wurde. In fernem Land soll es einen Hafen geben, der dankbar, erreichbar und zügig Eure Schatztruhen beherbergen kann. 1000 mannsgroße Kisten kann man da lagern und jederzeit von überall auf diese Schätze zugreifen und sie zur Schau stellen. Die Rede ist von MyFabrik.com - einem Webstorage-Provider, der flexibel dafür sorgt daß man seine Photos, Videos und was sonst noch alles überall einbinden kann. Schaut mal rein, ich habe bereits eine Testfahrt gestartet und werde darüber berichten, wenn es mir klarer wird und der Neulingsnebel sich gelichtet hat.

Arrrrrr. Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Update: Es ist viertel vor fünf und nach einigen Quälereien, viel zu melancholischer Musik und etlichem Treibergehacke und -gekratze in Windoof und ein paar Energydrinks läuft hier mittlerweile wieder der Großteil der Sachen die laufen sollen. Dank CLEO muss ich mir wegen des Firefox keine Sorgen und Mühen machen. Jetzt nur noch den Adept-Updater anschmeißen und machen lassen, der Rest kommt von alleine. Gute Nacht!


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Several days later.. 16th September 2008

..still just getting on with it. Die Woche war relativ voll mit Terminen, Treffen, Ideen, Gesprächen, Erledigungen, Aufgaben, Vorschlägen aber auch mit sinnvollen Tätigkeiten. Recht angenehm war, daß ich die Gunst der Stunde mehrmals nutzen konnte, beim Ralph vorbeizuschauen. Ich könnte jetzt an dieser Stelle beginnen mich auszukotzen über das ganze überflüssige Gehetze, die Spritpreise und die Farbprofile im Druckbereich, aber ich glaube das lesen zu müssen ist nicht der Grund warum Ihr hier seid. Es gibt eigentlich bis dato noch nichts überragend neues bis auf die paar Bildchens.

Naja, ein paar relativ unspektakuläre Neuigkeiten gibts schon - ich komme langsam mit dem Sortieren meines Datenmülls voran, das Feintuning meiner Linuxgeschichte nimmt immer genauere Form an und ich hab es geschafft mein Telefon zu fetzen indem ich es ein mal zu oft auf- und zugemacht hab und an der schwächsten Stelle was brach. Was solls, grad bei eBay ne neue Hülle bestellt, da ist das Tastatur-Gummipad mit dabei, also wird der bisherige Abrieb resettet und das Ding ist so gut wie neu. *freu* Das wars fürs erste.


Bei Gelegenheit gibts mal ein bißchen mehr, zumindest wenn mehr passiert als Alltag und ich die Zeit finde ausführlich darüber zu berichten.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc


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Es hat gedauert.. 8th September 2008

..aber endlich komm ich mal wieder zum schreiben. Nach zwei Stunden auf dem Stuhl und einem Zahn weniger, Spritzen, Gesäge und dem bersten von Knochenmaterie, einer Woche unter Schmerzmittel und letzten Endes gezogenen Fäden, bin ich jetzt wieder einigermaßen fit und erfreue mich wieder verschiedenster Dinge, unter anderem meines Alltages, Nahrung die ich teilweise sogar schon auf beiden Gebissseiten kauen kann und vor allem verschiedener Käsesorten - aber dazu wann anders mehr.


Im Grunde ist in den letzten zwei Wochen alles und nichts passiert, ich hatte jeden Tag mehr als genug zu tun und bin doch nicht wirklich vorangekommen mit dem was ich wollte - also hier mal ein kleiner Abriss:

Die Geburtstagsfestlichkeit meiner Mudder hatte viele Gäste angelockt und mir jede nur erdenkliche Gelegenheit gegeben Möbel, Nahrung und Getränke nach oben bzw unten zu transportieren, damit die Gäste die Nahrung und die Getränke wieder in Einzelportionen nach unten transportieren konnten und ich danach die Möbel wieder hoch. Seltsam aber wahr, schon paradox - dieses Leben.

Der Mauerfall ist natürlich auch berichtenswert. Wie der Fall einer jeden Mauer seine unvorhersehbaren und nachhaltigen Folgen und Auswirkungen hat, so auch dieser. Die Zappbar ist mit sofortiger Wirkung als Raucherkneipe zu betrachten - bis auf einige blasse Spuren und Rillen, erinnert nichts mehr an die bauliche Trennung des von Staatswillkür aufgeteilten Volkes, welches wieder zusammengefunden hat. Es ist gemütlich, die Beleuchtung ist entspannend und man kann sein Bier mit einer Zig genießen ohne in eine Gruft gesperrt zu sein. Hach, ist das schön, wenn das Wohnzimmer wieder so ausschaut wie früher. Bilder folgen.

Meine kleinen Experimente mit Linux haben mich endgültig auf die perfekte Konstruktion gebracht die für mich am geeignetesten ist. Ich habe das aktuelle Kubuntu (8.04) mit dem alten KDE 3.5 und als Sekundärsystem Windoof laufen (für Spiele, wenn ich denn mal in den Luxus kommen sollte, daß ich mal Zeit dafür habe). Ich habe meine Versuche mit dem KDE 4.X eingestellt, nachdem ich gemerkt habe wie wenig intuitiv er ist, wie gut es auch immer aussehen mag. Es geht wieder einen Schritt weg von der vollen Freiheit des KDE gegenüber dem GNOME der mich mit seinen Einschränkungen vom Gefühl her an Win erinnert, wovon ich ja weg wollte. Klar, wird es irgendwann so sein, daß Aufgrund der Halbwertzeit der qt3-Engine es eine Umstellung geben muss, doch hoffe ich darauf, daß die Herrschaften die den grünen Drachen ins Leben gerufen haben mich damit verschonen mir den Delphin und dieses Mühselige KDE4 aufzuzwingen - oder eine Alternative entwickeln die mich überzeugt. Was mich definitiv nicht überzeugt hat, war die x64 Architektur. Überflüssig. Wenn ich über 4 Gig Ram adressieren will, klar, super - aber dafür die ganzen Kompatibilitätsprobleme in Kauf nehmen? Nein danke, nicht mit mir. Ich steig wieder auf die x386er runter, da kann man über meinen Pioniergeist sagen was man will.

Anbei sei anzumerken, daß ich zuhause erstmals die 2-Terrabyte-Marke geknackt hab, als ich mir letzte Woche die TrekStor DataStation maxi geholt hab. Das Dateisystem VFAT schien zwar problemlos seitens Linux les- und schreibbar zu sein, aber als überzeugter User werd ich nicht auf ext3 verzichten. Einerseits wegen der Anfälligkeit von NTFS Systemen, andererseits wegen der Umstände daß Umlaute durch Windows in Dateinamen bei Linux nicht angezeigt werden können. Oder genauer, die Dateien werden nicht angezeigt. Jetzt hab ich endlich mal eine sinnvolle und vor allem geräumige Schublade, in der ich meine Backups die ich noch von teilweise 1997 rumliegen habe, einsortieren kann ohne mir großartig Gedanken über Platzprobleme machen zu müssen. Schön. :) Ich werde den Eindruck bei vielen neuen Versionen nicht los (u.a. bei dem aktuellen Wordpress-Update), daß eine eindeutige Tendenz zur Verschlimmbesserung grassiert.

Was davon zum Glück nicht mehr betroffen zu sein Scheint, ist der Firefox 3 - der mir am Anfang wegen seiner immens langsamen Reaktionszeit nach dem Abspeichern von Bildern negativ aufgefallen ist. Mittlerweile habe ich ihn an meine Bedürfnisse angepasst und sogar FEBE und CLEO (Config-Export mit Addons als .xpi für FF) gibt es mittlerweile für die aktuelle Version des Browsers. Leider kann man das von meinem bevorzugten FTP-Bookmarkabgleich-Addons nicht behaupten, so muss ich also auf die Foxmarks-Maschine zurückgreifen wenn ich auf allen Rechnern wo ich arbeite ein ähnliches Favoritenverzeichnis haben möchte. Aber auch dazu bei Gelegenheit mal etwas ausführlicher, ich bin grad einfach mal froh, daß es besser läuft als zuvor und gut is.

Übrigens habe ich zwei trinkbare Schmuckstücke erworben, ein mal den lange gejagten Bushmills 21 Madeira Finish und ein mal den Dalmore 15 y.o. den mir Richard auf der letzten Interwhisky-Messe empfohlen hat. Ersteren werde ich aber aufgrund seiner Seltenheit erst aufmachen, wenn ich eine Flasche davon in Reserve habe. Diese Anschaffung ist geplant, wenn ich mir auch noch eine weitere Portion des 15er Red Breast zulege, die Flasche neigt sich dem Ende, aber eine sollte noch für in ein paar Jahren aufgehoben werden.

Das waren erstmal die Neuigkeiten, mehr kommt sicher noch wenn ich einen Augenblick durchatmen kann und nicht mehr von allen Seiten beansprucht werde.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc


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Böses Erwachen.. 21st August 2008

..und das am besten drei bis fünf Mal in der Nacht. Ja, es ist meine mittlerweile dritte Nacht unter barbarischen Schmerzen, mein Hirn schon halb wahnsinnig weil sie mich jedes Mal aus dem Schlaf reißen, nach einer scheinbar beliebigen Weile von zwischen 45 und 120 Minuten. Ich wache auf, mein Gebiss fühlt sich an als würde mir jemand gerade ohne Narkose ein Kieferpiercing verpassen, meine Gedanken sind noch halb im Schlaf, der Rest meines Körpers noch recht träge von der eben noch so entspannten Ruhe und gehorcht mir noch nicht so ganz.

Während sich in meinem Bewusstsein eine Operette aus Träumen, Schmerzen und Deja vu einem Puzzle gleich zusammensetzt, wanke ich ins Bad, vor den Spiegel. Nichts. Ich fluche leise, öffne den Mund um zumindest mal die Luft von der Anspannung rauszulassen und kippe fast nach hinten als mich ein heller, vibrierender Schmerz von Ohr zu Zahn durchzuckt und die rechte Hälfte meines Kopfes vom Jochbein bis hinter zum Nacken bis hinunter zum Kinn in einen einzigen wüsten Druckpool verwandelt.

Ich schaue auf den Stapel mit den Schmerzmitteln, Dolormin, zahllose Aspirinvarianten und Paracetamol 500 und frag mich ob es nicht langsam zu viel wird, ob die sich vertragen, ob ich noch eine nehmen soll und wann es anfängt zu wirken. Gestern hatte ich den Stapel noch nicht, himmel gings mir da dreckig. Heute hab ich ihn und er bringt mir nicht viel bis auf eine leichte moralische Unterstützung in Form dessen, daß er die Illusion aufrechterhält, ich könnte wenn ich genug nehme schmerzfrei einschlafen. Bis zum nächsten bösen Erwachen. So liefs bisher zumindest. Frustrierend.

Die Spritze, die Behandlung, das alles was heute Mittag lief, half mir zumindest bei dem oberen der beiden Problembeißer. Der untere scheint aber Hauptverantwortlicher zu sein, will also heißen der ganze Zirkus von vorn morgen. Wenigstens bekomm ich da ne Betäubung rein, daß ich den Tag über Ruhe hab, aber wenn ich das morgen nicht über die Bühne bekomm, dann ist das ganze Wochenende fürn Arsch, und ich meine SO RICHTIG.

Das einzige was wirklich zu helfen scheint sind Spülungen mit Schwedenbitter. Die die das Zeug kennen wissen wie abartig es schmeckt, vom Geruch gar nicht erst zu reden, aber ehrlich - lieber das ein paar Minuten im Mund als eine halbe Stunde diese Kieferbohrgefühle. Ich glaub langsam das ist noch viel mehr ein Allheilmittel als es die meisten denken würden - wo ichs auch eingesetzt hab, es hat Besserung bewirkt. Ich muss mir mehr davon zusammenbrüten, es geht nämlich leider recht zügig zur Neige wenn man es in dem Umfang nutzen muss.

Wenigstens bekomme ich auf dem Zahnarztstuhl nicht mehr meine Mit-Drei-Jahren-in-Sowjetkrankenhaus-Adenotomie-ohne-Betäubung-festgeschnallt-auf-Stuhl-Flashbacks und nen halben Blutrausch wenn mir jemand mit Werkzeug an die Kauleiste geht. Zeiten ändern sich. Zum Glück. Bei meiner Weisheitszahn-OP wars noch nicht soweit.

Was solls. Mein Tee ist alle, ich werd jetzt nochmal den Balkon frequentieren und dann seh ich zu daß ich mal die Sitzschlaftechnik probiere - vielleicht hab ich da mehr Glück und es liegt echt an der Lage. Sonst gehts doch grad auch.. Aber so ist es damit. Nach zehn Minuten ist das gröbste Vorbei, hält einen für ne halbe Stunde wach, dann ist man wieder so müde und optimistisch und probiert es nochmal mit dem Schlafen. Bis zum nächsten bösen Erwachen. Gute Nacht.

Brother Arnoc


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Fürst von Meckernich.. 14th August 2008

..oder auch bekannt als mein Post zum auskotzen. Hier gibt es keine Bilder, hier folgen keine Videos, hier achte ich nicht auf die ganzen guten Seiten. Denn hier gehts darum Mängel aufzuzeigen und nicht klarzumachen wie geil man sich das alles TROTZDEM geben kann wenn man nur weiß wie. Und um nichts anderes. Und dabei meine ich nicht die Fälle wo es “anders nicht ging” wie beim R:H:O:A wo der Veranstalter plötzlich mit ein paar Grillmeistern alleine dastand und sehen musste daß das Fest läuft.

Eins noch vorneweg: Glaubt bloß nicht, daß ich Euch hier was bahnbrechend neues erzähle. Ich mache mir hier nur etwas Luft. Nichts weiter. Heißt aber andererseits auch nicht daß alles bekannt ist.

Sicher wird dem einen oder anderen meiner Leser nicht entgangen sein, daß ich während der Sommersaison einiges hatte worüber ich mich wenig erfreut zeigte - ich hab mittlerweile schon genug dazu gesagt und es muss nicht wiedergekaut werden. Für die die es noch nicht mitbekommen haben (die Stammleserschaft darf getrost überspringen):

Auszug Thema Szene, Zeitwandel und Lockerheit (Quelle)

“Denn mal ganz offen gesagt, die ‘Metalszene’ brüstet sich ja immer mit sog. Offenheit, aber je mehr allgemeiner Zustrom dazukam, desto allgemeiner wurden dann die Ausgrenzungen auf den Partygrounds. Klar gibts immer ein paar Freaks mit denen man was unternehmen kann, aber wie sieht die Realität in den letzten Jahren aus? Dieses ‘Gruppe sitzt, man kommt dazu, bleibt Außenseiter bis man geht weil alle schweigen’ ist bei der selbsternannten Partyelite ja fast schon Mode geworden. Bei irgendwelchen schnorrenden Saufkids aufm Wacken versteh ich das ja auch durchaus, aber das als allgemeine Stimmung anderen gegenüber ist doch wohl kaum als angenehm zu bezeichnen.”

Auszug Thema Szene, Medienübersättigung und Neugier von Außen (Quelle)

“An dieser Stelle würd ich eigentlich gern eine tierisch lange und unfreundliche Abgrenzungsdebatte lostreten, weil mir dieser Medienrutsch, diese Verharmlosung und Verspielplatzung der Festivals, Konzerte und Meetings so sehr auf die Balalaika geht, daß ich mich ernsthaft frage, wann eine Metalparty den Status eines Beachclub-Cocktailabends erreicht. Jeder der früher dazustieß hat gemerkt daß er was besonderes mitgemacht hat, ist herangeführt worden oder hat selbst angefangen zu lernen was für ihn wichtig ist und es zu schätzen gewusst. Metal ist etwas besonderes, schon immer gewesen - aber einige die heutzutage auf den Festivals rumhängen haben das nicht nur vergessen, sie scheißen drauf. Oder werden hereingedrängt noch bevor sie klar denken können, als Kinder. Das ist doch kein Hort. Hier werden Kinder gemacht, nicht erzogen, hier wird Schlagsahne auf Titten serviert und einige Leute benehmen sich nach allen Regeln der Kunst daneben, lernen draus und feiern sich und andere wie sie es seit Jahrzehnten tun. Aber die beherrschen das auch, im Gegensatz zu den Flaschen die man heute überall zu sehen bekommt, die aufkreuzen weil in ihrem Tausend-Seelen-Kaff um die Ecke nichts los ist und die Bild geschrieben hat daß Metaller freundliche und nette Menschen sind, nur eben laut und langhaarig. Sind einige vielleicht ja auch, aber wen zum Teufel geht das was an?!”

Dem sei zunächst nichts hinzuzufügen.

Was mir aber noch zu fehlen scheint ist die logische Kette die zwischen [gelangweilte Jugendliche] - [Musikindustrie am Abgrund] - [Musik "erleben"] - [extrem sein um des Extrems willen] - [Profitgepushter Verkauf von Anteilen an der Szene in Form von (beliebiges begehrtes Gut einsetzen)]. Jeder kann sich sicherlich unter den Begriffen das eine oder andere vorstellen. Sehr schön. An Phantasie mangelts nich. Nur irrelevant, weil wir es riskieren aneinander vorbeizuschreiben/-lesen wenn ich nicht erkläre was ich hier meine. ;)

Beginnen wir mit dem was wir heutzutage en masse haben, in Großstädten, Dörfern und im Internet bei Youtube und WoW: den Jugendlichen von heute, immer auf der Suche nach einem Kick den er vorher noch nicht hatte, immer motiviert sich wenigstens in irgendetwas außer seinem Konsum von (beliebige Substanz oder Beschäftigung einsetzen) zu übertreffen. Lange Jahre hatten wir ruhe vor diesen komplett gelangweilten, völlig in sich eingesperrten Alltagstrotteln. Sie haben sich abgekapselt oder sind anderen Beschäftigungen nachgegangen. Bis sie gemerkt haben müssen (unter anderem durch die satte Medienmaschinerie) daß es etwas gibt was extrem anders ist als alles was sie bisher so kennenlernten. Und eine gänzlich andere Rolle einnehmen konnten. Sie waren jetzt nicht mehr einfach nur Schulkids die nachmittags nix zu tun hatten, nein, sie planten Besäufnisse unter Metalbeschallung und Fahrten zu Festivals. Versteht mich richtig: Es gibt einen Haufen ehrlicher, herzlicher und neugieriger junger Metaller heutzutage die es ernst damit meinen und für die nur weniges wenn überhaupt was über Metal geht. Ich meine hier gerade die anderen. ;) Früher war es Mühe und Zeit die man investieren musste, man musste sich mit den Leuten befassen, mit den Bands, mit den Gepflogenheiten.. und heute? Heute googlet man eine Runde, meldet sich zum Mitreden in nem Forum an und schon hält man sich für einen waschechten Metalhead. Und das so lange bis man damit irgendwie auf die Schnauze fliegt und dann gehts heulend zurück zu Mama, die Shirts werden bei eBay verhökert und der PC wird wieder der beste Freund und man erzählt allen im sog. TS von seinen “krassen” Erfahrungen. Es ist so wie bei der Musik - früher musste man ein Instrument erlernen, Stunden, Tage und Wochen proben, hier und da mal ein Gig, Touren durch rauchige Spelunken, bierluftige Volksfestzelte bis man mal das Glück hatte daß die Band natürlich an ihrem Erfahrungsschatz groß oder “entdeckt” wurde. Heute gibts Talentscouts, Trendsetter, Castingshows und Synthies bis zum Brechen - im Grunde also ein Ernten - Säen - Ernten -Säen.. wir klatschen sie alle an die Wand, mal sehen wer wie lange klebenbleibt. Auch das ist nichts neues und so kommen wir zum nächsten Punkt unser medial völlig überfressenen Welt.

Zum Thema Musikindustrie brauche ich wahrscheinlich nicht viel zu sagen. Jeder der auch noch so Themenfremd ist hat sicherlich von dem “epic fail” gehört, wo der Onlinehandel mit Musikdateien um Jahre verpennt wurde und die Verwerter - so viel sie auch manchem Künstler gegeben haben mögen vor ewigen Jahren - haben nichts auch nur annährend so qualitativ wie die Kunst selbst weiter erschaffen. Und sich dann daran versuchten, sich eifersüchtigst um “ihre” Ware zu kümmern, was letzten Endes immer mehr daran erinnert, daß man beim Verlassen eines Landes seine Urlaubsfotos hergeben müsste, weil man ja nur Besucher war und nicht mehr als das. Nicht mal Gast. Es gibt genug Blogs, Bürgerrechtsbewegungen und Zeitungen die über die aktuellen Geschehnisse wie auch künftige Alternativen schreiben, also spar ich mir das jetzt alles - wichtig ist: sie haben den Krieg um die Freiheit der Kunst verloren. Schon sehr lange. Und sie wissen es. Und nun? Wie geht es weiter mit der Branche? Events sind das Zauberwort. Man organisiert Konzerte und Festivals, bietet den Leuten ein Erlebnis, verkauft ihnen eine Erinnerung. Ja, ganz recht, das sind die Einnahmequellen die laut den Topmanagern Zukunft haben sollen. Es ist Zeitlich begrenzt - Vorteil für die Industrie - man kann jede Menge Zusatzgewinne verbuchen wie Merch, CDs, DVDs, Speis und Trank, etc. - weiterer Vorteil - man kann es wiederholen ein mal im Jahr - also ist es noch lukrativer.. und fertig war das Geschäftsmodell. Ach ja, huch - das gibts schon und das auch nicht erst seit gestern? Egal, solang genug Leute da sind. Machen wir eben NOCH EIN (beliebigen Ortsaspekt oder Motto einsetzen) Open Air. Wie Pilze aus dem Boden. Nicht das Vielfalt schlecht wäre, ganz im Gegenteil, aber durch den restlosen Überlauf isses letztlich so, daß alles aufs gleiche hinausläuft: Früher fuhr zum BYH ein anderer Schlag Leute als zum Breeze oder zum WOA. Heute, wenn man sich mal auf den Plätzen umguckt - wirkt alles so gleichgeschaltet. Ich hab beileibe kein Problem damit wenn sich Leute verschiedenster Art die Festivals alle angucken, aber der Menschliche Kitt der die große “graue” Masse bildet geht mir gegens Gerüst. Jeder der länger als nur ein paar Jährchen dabei ist, wird wissen was ich meine. Es wird langsam unspektakulär, lediglich exzessiver, vulgärer und für manche durchaus frustrierend, weil das verloren geht was es früher ausgemacht hat. Klar, mag einem nich so auffallen wenn man nur auf einem Festival rumhängt, am besten noch aufm Wacken und das wars - aber schaut Euch um - alles strebt auf den verschiedensten Events nach “Wacken-Verhalten” - was bei so schönen kleinen Sachen wie dem KIT oder sogar dem RockHarz völlig deplaziert ist. Vor allem weil Wacken mittlerweile dem Rock am Ring immer ähnlicher wird. Kleiner Auszug aus deren kürzlichen News in Stichpunkten mit jeweils nem Comment von mir:

1) “Das verstärkte Anzünden von Toilettenhäuschen könnte für erhöhte Ticketpreise im nächsten Jahr sorgen.” - Weckt irgendwie die Illusion die Preise senken zu können wenn mal kein Dixi brennt, oder? Rechtfertigung leicht gemacht, dann isses eben nächstes mal nicht Maiden, sondern Dixi was am W:O:A so kostspielig war. Gut für den Veranstalter: Dixi will keine 300 K an Gage für den Donnerstag.

2) “Ein weiteres Problem auf den Zeltplätzen war in diesem Jahr das vermehrte Abbrennen von Feuerwerk.” - Früher war eine Rakete oder zwei ein gefeiertes und willkommenes Ereignis. Und heute kann man happy sein wenn die Leute sich nicht gegenseitig damit beschießen, irgendwelche Zelte anzünden wo am besten noch Leute drin liegen, usw. Große Klasse.

3) “..das Aufschneiden und Ausräumen von Zelten..” - Hat es früher nie gegeben, nicht in Wacken. Bis zum großen Rutsch vor paar Jahren war es kein Problem seine Habe im Zelt zu lassen und heute muss man selbst die Becher wegräumen weil die sonst die Putze vom Klohäuschen um halb fünf morgens klaut. (So beobachtet 2005)

4) “Beim Crowdsurfen schlugen miese Taschendiebe zu.” - Auch das gabs damals nicht. Ich frage mich wie es bloß dazu kommen konnte daß solche Leuts jetzt vom W:O:A angezogen werden. Wie heißts auf Russisch so schön “Zum Pfaffen kommt die Gemeinde die er verdient.” Andere frage bzgl. Sprachgebrauch, gibts heutzutage auch noch Taschendiebe die nicht mies sind?

5) “Im nächsten Jahr gibt es dann ein Ampelsystem, um freien Ausgänge deutlich zu markieren. Bitte beachtet zukünftig die Durchsagen und orientiert euch an den Ampeln.” - Wär ich jetzt zynisch würde mir sicher ein Vergleich mit einem Lager einfallen, wo NICHT gezeltet wurde. Lämmer für die Schlachtbank. Organisieren wir ein paar Massen zum Melken. Großartig. Jeder nur ein Kreuz.

6) “Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, damit der Spaß und die Gemeinschaft der Metal-Anhänger in ihrer gewohnten Form erhalten bleiben - beim größten Heavy Metal Festival der Welt.” - Die gewohnte Form ist bereits vor Jahren gebrochen worden und wurde immer schlimmer. Früher hatten wir es nicht nötig uns als Fans so behandeln zu lassen wie heutzutage von irgendwelchen trotteligen Securities die keine Ahnung von ihrem Job haben, mussten nicht aufpassen daß man unseren Mädels GBH oder sonstwas an Sachen in die Drinks kippt, wie mir dieses Jahr aus erster Hand berichtet wurde oder so schöne Sachen wie bei den Schubsereien von 1,90 Kerl vs. 1,60 Frau nur um Richtung Bühne zu kommen letztes Jahr.

Ach wie ich Propaganda liebe. Mir ist an dieser Stelle jetzt einfach mal egal wie geil Du mein werter Leser Wacken fandest und was Du da tolles erlebt hast, tatsache ist und bleibt, daß das alles was es am Metal in der Gemeinschaft schätzenswertes gab auf solchen Festivals mittlerweile vor die Hunde geht und es nicht mehr lang dauert bis Leute mit Überdosis vom Campground gekarrt werden wie aufm RaR und das zum Alltag gehört. Und bevor einer mit Totschlagargumenten kommt á la “Das sind alles Einzelfälle” oder “Irgendwas ist aber immer” oder “Deppen gibts aber überall” oder oder oder, komme ich auf das Thema der Kette zurück.

Das Extrem ums Extrems Willen läuft in den perspektivlosen Köpfen der aktuellen Generation von Jugendlichen schon seit etlichen Jahren, wie wir dank phänomenen wie Krankenhausreifsaufen und ähnlichem zumindest in den Städten regelmäßig beobachten dürfen - wobei ich nicht denke daß es auf dem Land anders zugeht in der Hinsicht. Metal ist extrem. Und in diesem Extrem gibt es noch andere Extreme und Extremitäten. Und wer extrem wenig Ahnung hat, landet auf einmal an einer Stelle, wie sagt man so schön auf englisch? Not easy to handle. Und da stehn sie nun, aufgereiht wie Schaulustige bei einem Autounfall. Jung, extrem, überfordert. Und dann wundern die sich, was es Jahre später aus ihrer Psyche macht. Es heißt nicht harte Szene weil es hier besonders hart zugeht, wie so mancher meinen mag. Es heißt so weil die Leute aus etwas anderem Holz geschnitzt sind die herfinden. Klar gehts dabei auch mal hart zu, aber das ist normal. Nicht umgekehrt.

Und wie ich es schon oft gehört, gesagt und geschrieben habe. Metal war noch nie eine Musik für die breite Masse und das was aus der Szene heutzutage geworden ist, seien es Strampelanzüge mit Slayer drauf, Sonnenbrillen mit Wackenhologrammen drin oder Vibratoren mit eben jenem Logo, Emo-Pussy-Shirts in Rosagestreift mit weißen Schädeln auf dem größten Festival dieser Art, daß angeblich sooooo “Heavy Metal” ist.. es ist ein Trauerspiel. Wie es auch in der Doku “A headbanger’s Journey” hieß: “Und wenn Euch das nicht gefällt? Wir kommen auch glänzend ohne Euch klar..” - Frag ich mich, wer sagt, daß wir MIT denen klar kommen müssen? Oder sollen? Oder wollen? Sind wir zu lieb und freundlich und und und daß wir es zulassen sollten daß das alles verwässert und demontiert wird, wir die stellenweise Jahrzehnte damit zugebracht haben diese Subkultur am Leben zu erhalten? Ist es das worauf es hinauslaufen soll?

Jochen sagte zurecht, es wird Zeit daß sich die Szene gesundschrumpft. Es wird verdammt nochmal höchste Zeit!

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc


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“Art can contradict science.”
--- Austin Osman Spare ---