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Von langer Hand geplant gehen Events ja bekanntlich am einfachsten über die Bühne. So einfach, daß es einem blitzschnell vorkommt. Kurz nachdem ich irgendwann meine Runnin’ Wild Mania begonnen hab auszuleben, kam Jan nach etwas herumstochern im Internet auf das Konzert in Wiesbaden – und da dachten wir uns: Das nehmen wir mit! Karten wurden bestellt, Jochen und Arthur wurden dazugeholt und schon stand die Planung einigermaßen. Und so geschah es – wir trafen uns wie besprochen um 19 Uhr in meinen Hallen und sattelten los in Richtung Tanke, dann zum Mäc und dann westwärts. Nachdem ich beim ASP-Gig schon die Location in den Navi geprügelt hab, war das finden ein Klacks. Wir parkten vor der Halle und bewegten uns rein, wo bereits die Vorband spielte [der Name ist mir gerade entfallen]. Das Warm-up lief soweit man sehen konnte ganz gut, aber die Halle war verhältnismäßig voll. Überall liefen die Menschen wie Ameisen auf ihren Straßen durch die statische Menge, aber das sollte sich noch geben.
Nach einer kurzen Umbaupause verschwand aus unerklärlichen Gründen ein Viertel des Gesamtpublikums und es wurde etwas lockerer, man hatte Platz für Unfug und fürs Herumwanken, Bier holen und es war doch alles andere als leer. Airbourne brach einen Sturm los aus klassischen Rock’n'Roll Riffs, typisch australischem Charme und ansteckend guter Laune los und spielte die drei Alben querbeet, wobei man schon einen Akzent am aktuelleren Zeug erkennen konnte. Cheap wine and cheaper women, Born to kill und natürlich Diamond in the rough kamen wie erwartet beim Publikum super an und die gute Stimmung hielt an bis die Helden des Abends das Programm mit Runnin’ Wild und Blackjack zum Ende führten. RUMMS RUMMS RUMMS RUMMS!!!
Sehr glorreich, die ganze Aktion. Ich habe uns noch ein Gruppenfoto von der Verkehrszentrale bestellt mit etwas zu viel aufm Tacho – aber halb so wild, glaub ich. Ich guck mal ob ich von dem Bild eine Gesamtfassung bekomme und nicht nur den Ausschnitt den sie einem zuschicken, wär ja mal ein nettes Gimmick. Wenn das Leben Dir eine Zitrone gibt, dann lass Dir Salz und Tequila dazu reichen!
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Airbourne und wir





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..und es wurde gebührend begrüßt. Begonnen hat alles einige Abende vor Mittwinter, dem kürzesten aller Tage. Vio und Kosta hatten geladen bei ihnen fürstlich zu speisen und Cheeno war an dem Abend auch in der Halle angesetzt. Also erst das eine, dann das andere, dann wieder das erste. Einige Küchenvorbereitungen mitansehen, gemütlich Quatschen und ein paar nette Päckchen überraschen.
“Hey, vorhin kam ein Paket für Dich. Ich glaube es ist ein Wecker oder eine Uhr, es tickt nämlich. Hier..”
— Aus den berühmten “letzten Worten von Cyberpunk-Charakteren”
Danach ging es über die zugeschneite Straße in die Halle – Paul DiAnno war angesetzt und Cheeno begleiten ihn als Vorgruppe. Soweit, sogut. Zugegeben, die klassischen DiAnno hörer sind jetzt nicht gerade dafür bekannt ein offenes Ohr für nicht-klassische-Stücke einer Band zu haben, die noch keine Jahrzehnte alt ist, daher kann man sich vorstellen, daß die Begeisterung für Jenny, Joey und Co sich in Grenzen hielt. Schade eigentlich, ich mochte das neue Material und hab mir direkt auch die Auskopplungsscheibe von ihnen mitgenommen die wohl nirgends sonst zu haben war. Leider hatten sie nicht ihren eigenen Tontechniker dabei, also kams an der Abmischungsfront wieder zum Knatsch, letztes Mal wars irgendwie runder. Schön wars dennoch!
“Later in the evening as you lie awake in bed, with the echoes from the amplifiers ringin’ in your head..”
— Bob Seger, Turn the Page
Also zurück zur Party und in gemütlicher Runde lecker Zeugs vertilgen. Mutierte Gans und unmutiertes Kraut. Zumindest wurde mir das so erklärt.. Ja, lecker wars – sehr sogar! Da allerdings ein Großteil der Anwesenden am Tage drauf arbeiten musste, zog sich die Aktion auch nicht bis in die Nachtstunden und so konnte ich mich zuhause noch ein wenig dem naggich-Küche-putzen widmen, da mir am 21. – am Feiertag selbst also – auch Gäste ins Haus standen. Es gab ein paar Leckereien vorzubereiten, einiges an Kerzen anzuzünden und diverses Räucherwerk der Raumluft zuzuführen. Also klasse Stimmung, untermalt mit Damh the Bard und Hagalaz Runedance und diversen leckeren Getränken aus der eigenen Produktion.
[Shadowrun Handlung]
Am Donnerstag gab es eine Runde Weihnachts-Shadowrun. Eingesperrt in einem gigantischen Einkaufszentrum in dem ein entflohener Knacki, seineszeichens Rigger, die hausinternen Sicherheitssysteme benutzt hat um ein Massaker anzurichten. Unter dem Codenamen “Der Weihnachtsmann” verteilte er großzügig explosive Geschenkpäckchen. Bones, auch bekannt als Bob Jones, sowie einige semikriminelle Prommis (darunter eine Giftmischerin und ein wahnsinnig gewordener Sprengtechniker) und eine Cyberpuppe die einen auf Doc machte, versuchten also primär zu überleben, sekundär den Übeltäter zu stellen und tertiär sich nicht mit dem MMVV anzustecken. Letzterer war übrigens die Hyperinkubations-Variante, die einen innerhalb von wenigen Minuten in einen Ghul verwandelte. Ekelhaft und alles andere als Munitionsschonend. Nun, nach einem einzigen Alptraum voller Blut, Eingeweiden, reparierten Cybergliedmaßen, handzerlegten Watchdog-Drohnen und aus der Wand gerissenen Selbstschussanlagen, Leichen und Rolexuhren aus Tresoren, angenagten Wachleuten und einem kleinen Bogenschießwettbewerb hatten wir dann 250.000 NuYen pro Nase verdient und “Santa” saß hinter Schloss und Riegel. Geschieht ihm recht, wenn man überlegt, daß er versucht hat uns Haftminen in die Kleidung zu kleistern (und es bei einigen sogar hinbekommen hat). Zweie konnten ihren Tod noch vortäuschen und waren ihren miesen Ruf losgeworden – na wenn das kein Bonus ist!
[/Shadowrun Handlung]
“Es tut einen Schlag, die Druckwelle reißt Euch alle von den Füßen, irgend ein feiner Staub rieselt von oben auf Euch.. Stille. Hinten in der Ecke fliegen ein paar Trümmer locker beiseite, Jack steht auf und spuckt ein paar Zähne und grinst:’Boah war das geil, das machen wir gleich nochmal!’”
— Die Spielleitung beschreibt eine typische Szene des Abends
Die Tage darauf waren eine Mischung aus Vampire, noch mehr Shadowrun, gutem Essen, Verwandtschaftsbesuchen und seltsamen eMails. Jan hatte am 27.12. Geburtstag gehabt und wir nutzten die Gelegenheit zum letzten Mal in diesem Jahr in der Zapp einzukehren – diesmal in noch vollerer Besetzung als gedacht, Phillipp war über den Jahreswechsel bei mir einquartiert (besser so als wenn er von Marburg aus alle 1 bis 2 Tage runtergondeln muss mehrmals in der Woche, wenn wir öfter zocken) und Danny ließ sich überraschenderweise auch mal wieder Blicken. Ich hatte an dem Abend den Fehler gemacht zu Fuß runterzulaufen und so gab es natürlich reichlich Anlass uns einige Persico und Guinness in den Körper zu katapultieren. Wir zogen dann auch irgendwann weiter (ins Feinstaub), der Rest der Belegschaft zog ab oder blieb aus mangelnder Bewegungslust vor Ort. Im Feinstaub trafen wir dann auf Arthur und weitere Getränke, unter anderem Kaffee. Wir plauderten über dies und jenes, ließen uns noch ein paar Drinks zu viel kommen um dem Kaffee entgegenzuwirken und fackelten uns in einem obskuren Feuerwehrritual die Flossen beim Löschen des Drinks ab. Alles in allem, sehr geil. Jan musste danach zwar früh raus, aber nachdem er bei mir aus dem Küchenfenster die morgentliche Minaret-Gebetsstunde eingeleutet hat, verpasste ich ihm erstmal einen Kaffee, auf das er den Tag einigermaßen übersteht. War nötig. 
“Diese Abende gehen böse auf die Gesundheit, sind am Ende immer sehr kostspielig, aber trotz aller Kopfschmerzen am Morgen sind sie es doch eigentlich IMMER wert!”
— Phillipp auf die rethorische Frage warum ich mir sowas eigentlich immer wieder antue
Der Tag drauf lief einigermaßen gediegen – es galt ein paar Kleinigkeiten für Silvester selbst einzukaufen und vorzubereiten. Ich glaube ich hatte an dem Jahreswechsel noch weniger Lust mir Rum in meinen Mojito zu drücken als das letzte Mal und so blieb ich bei meinem Lieblingscocktail. Wir haben eine leckere Komposition aus verschiedensten Köstlichkeiten und einer wirklich beeindruckenden Menge an Raclette-Käse zusammengetragen und so rockte Silvester lecker und locker. Dieses Mal sind wir nicht mal raus zum ballern – war auch ganz gut so, dieses Jahr sind mir irgendwie zu viel Schund als Böller im Umlauf gewesen. Nicht daß ich ein moralisches oder akustisches Problem damit habe, wenn jemand einen Kanaldeckel sprengt oder sonstwas damit antut – aber solange ich mir kein Ticket nach Tschetschenien buche für Silvester, kanns mit den Krachern auch gediegener zugehen. Ich musste auch ein paar mal an die arme Choko denken wie die wohl an Silvester total verstört und verängstigt bei meiner Tante auf dem Sofa sitzt, zusammengerollt und schreckhaft. Aber gut, da muss man durch, auch als Hund ohne Haare.
[Vampire Handlung]
Wir machten also mit unserer Truppe das Mittelmeer unsicher, auf der Suche nach einigen Erzfeinden von dem ein oder anderen Char aus unserer Gruppe, und begegneten seltsamen Vampiren, die sich wohl für Nachkommen des Poseidon, der Aphrodite und des Hades hielten. Wir hielten unsere eigenen olympischen Spiele ab und stampften die Truppe ohne große Mühen in den Boden, bekamen dafür unser gekapertes Schiff zurück. Und ich glaube wir hatten auf unsere ganz verquere, absolut abartige und grenzwertig sadistische Art und Weise Spaß dran. (Für Vampire-Insider: Stellt Euch eine Toreador vor, die einem für sie nicht offensichtlichen Nosferatu vorschlägt einen Wettstreit der Verführung zu veranstalten. Wer zuerst an drei Nächten von dem anderen trinkt hat verloren. Ich nahm mit Freuden an – denn ich habe “Grip of the Damned” und “Foul Humors”. Ein Genuss wenn jemand nicht weiß worauf er sich einlässt. Clan der Schönheit.. pah!) Ein weiterer kleiner Segeltörn, einige Inseln später, trafen wir dann auf die die wir suchten und gaben uns dem großen Mysterium “Zeit” hin.
[/Vampire Handlung]
Herrliche Tage – tolle Gesellschaft, was will man von einem Jahreswechsel denn bitte mehr erwarten? Ich knipste dann den pünktlich zum neuen Jahr einsetzenden Schnee (am 31.12. gabs irgendwie keinen) und war froh, daß ich auch dieses Jahr um alle möglichen Parties drumrumgekommen bin, wo man nur den Zweck selbst zelibriert weil mans eben so gewöhnt ist.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Bilder des Jahreswechsels:
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..verabschieden sich ein weiteres Mal. Nachdem wir auf dem Swordbrothers vor kurzem den letzten Gig von Goddess of Desire in Deutschland gesehen hatten, konnten wir es noch nicht ganz glauben, daß es vorbei sein sollte. So nicht. Noch nicht. Es gab noch ein Konzert auf dem Meesterlijk Metaal 4, einen letzten Schwertstreich bevor die Göttin sich verabschiedet. Das letzte Konzert, in der Heimatstadt der Band – in Almere (NL). Nach einigem hin und her in der Planung stellten wir also eine abenteuerliche Expedition auf die Beine: Mittags von hier aus los, ca 430 km nach Holland fahren, würdig bei einigen Bier und Gegröhle Abschied nehmen und nach dem Auftritt noch direkt zurück. Das klingt für manche wie Wahnsinn. Das ist es glücklicherweise auch.
Am 21. November, um 14 Uhr standen wir unten einsatzbereit, tankten die Karre auf, schoben die Musik in den Player und gaben Gas. Raus aus der Stadt, über die bei Köln vollgesperrte A3 hoch, Oberhausen und Arnheim passierend ab ins Land deer Hoolzschuuhe, Tulpeen Windmühleen und doppelten Vookale. Die Hinfahrt gestaltete sich ganz angenehm, bis zu genau dem Punkt wo wir die Stadt erreicht haben. Ich dachte eigentlich, es wäre schon rum und ein Klacks den “De Meester” hier zu finden, den Club unseres Vertrauens, für den heutigen Abend. Weit gefehlt. Es ging gerade erst los.
Nachdem wir durch die Stadt gurkten, die übrigens entfernt an ein Industrie- und Handelsviertel erinnerte, drei Mal den Bahnhof passierten, uns in sämtlichen Kreiseln verfuhren und wahrscheinlich jede erdenkliche Verkehrsregel brachen, kamen wir vor einem Chinfood-Schuppen an und fragten dort nach dem Weg. Einer vagen Beschreibung nach folgten wir wieder durch das Gewirr der endlosen mit dem Lineal gezogenen Häuserblöcke. Abermals am Bahnhof angekommen, ging es von der anderen Seite durch die Stadt, mal hier abgebogen, mal dort, bis wir wieder vor dem Imbiss standen. Von da aus, nochmal hierher und dorthin, das ganze zog sich dann schon etwa eine Stunde, bis wir eine der Straßen gefunden haben, die bei uns auf der Liste stand und die nächste und übernächste dann auch. Und wir erblickten ein paar langhaarige in schwarzes Leder gekleidete Gestalten und wussten – da lang.
Der Club selbst ist eigentlich ganz angenehm, man kommt unten rein, hat direkt die Garderobe links und rechts den Treppenaufgang zur Halle selbst. Der Hallenraum teilt sich in den Thekenbereich, den Merchbereich und den Bühnenabschnitt. Man kommt durch den Thekenbereich zu den beiden anderen, von der Treppe aus und wenn man sich dann mit Getränken versorgt hat, kann man entweder am Rand auf schmucklosen Holzbänken platz nehmen oder sich nach vorn zur Bühne stellen. Das Ambiente ist ganz klassisch auf Live gebaut, egal ob Jazz, Rock oder Metal. Wenn man von dem Abend ausgehen sollte, war der Laden gut besucht und auch wenn das Publikum sehr gemischt war, man hatte durchaus den Eindruck die meisten wussten warum sie hier waren. Die Altersspanne zog sich von 17 – 60+ und bei dem unterschiedlichen Programm was an dem Abend geboten wurde, ist das auch durchaus nachvollziehbar.
Wer die erste Band des Abends war – nun, keine Ahnung, wir haben sie verpasst. Die zweite Band waren Jurassic Park. Die etwas betagteren Herrschaften lieferten ein klassisches Sortiment eingängiger und lockerer Hardrock’n'Roll-Songs. Die Menge in Schwung brachten sie durch die üblichen Bühnengrimassen ihres Sängers, die gelegentlichen Mitsingeinlagen und nicht zuletzt dem Rose Tattoo Cover “Nice Boys”. Alles in allem hat mich das natürlich nicht so von den Socken gerissen wie die Band wegen der ich hier war, aber es hat schon gut gerockt und die anfänglich etwas mittelprächtige Stimmung bei der Ankunft gut aufgelockert.
Nach einer recht aufwendigen Umbaupause und einem etwas dusseligen “Satan Clause” folgte dann der Headliner. Nach dem traditionellen Dreischwerterstreich, eröffneten Goddess wider meines Erwartens nicht mit einem Fullspeed Track, sondern gingen es eher mittelschnell an, was sich aber recht bald änderte. Klassiker wechselten sich mit vergleichsweise neuem Material ab und fliegende Haare mit fliegenden Menschen. Jedes Mal, wenn wieder einer dieser grenzenlosen Ohrwürmer angespielt wurde, konnte man das Publikum jubeln sehen und hören. Und obwohl ich weder die Sprache kenne, noch die Gestik gut genug deuten konnte, entbehrten die Ansagen nicht einer gewissen Komik. Und wie es bei GoD eben so ist, es geht recht ruppig und ne deutliche Spur härter zur Sache als es den sanftmütigen Hammerfall-Fans lieb sein dürfte, aber das ist ja schließlich auch ne gänzlich andere Dreckigkeitsskala, was man hier zu erwarten hat. Oder ums anders auszudrücken, polierte Rüstung is hier nich, hier gibts Blut an der Klinge. Ach war das wieder schön. Das Feuerspucken. Die Flammenzungen im Hintergrund. Das Singen und Schreien der Menge. Ich werde es vermissen. Und ob ich das vermissen werde. Ich habe Goddess jetzt schon so einige Male gesehen und noch nie gabs einen Gig den sie nicht geil abgeliefert haben. Noch nie endete es anders als daß davonziehende Fans auf dem Rückweg zu Zelt oder Auto noch immer die anfeuernden Rufe von sich gaben.
Wir packten unser Zeug zusammen und kletterten ins Auto. Jetzt hieß es wieder zurückzufinden. Einige wenige Stunden später, einen ekligen Blitzer der mir mindestens einen Punkt in Flens verpassen wird und einige Kaffees später waren wir dann im Morgengrauen wieder hier. Entspannt und doch irgendwo ziemlich fertig. Zufrieden.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
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..und wieder gab es so manches Konzert zu bestaunen. Zunächst stand für den Mittwoch Samsas Traum mit der “13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod” Tour in der Batschkapp auf dem Programm. Da das mein erstes ST-Konzert werden sollte, ich aber schon von verschiedenen Seiten gehört habe wie klasse das Live loszieht, war die Vorfreude um so größer. Das Publikum in der Batschkapp war sehr gemischt, der Altersdurchschnitt unerwartet niedrig und den meisten Gestalten sah man (ja, ich als alter Konzertveteran darf das ganz großkotzig behaupten) ihre noch nicht allzu umfangreiche Konzerterfahrung an, jedoch war auch der ein oder andere alteingesessene Schwarzträger bei dem es genau andersherum wirkte. Interessant sind bei den unterschiedlichen Leuten dann immer die Gesichtsausdrücke und Reaktionen auf Songs und Mikrosituationen in denen sie sich von Moment zu Moment wiederfinden.
Ein Spaß das zu beobachten. Weniger Spaß hatten wir mit der Vorband. Eine Truppe die sich Alight nennt und von der Musik her recht passend zu sein schien, als jedoch die Sängerin mit ihrem Organ begann die Botanik zu beschallen, kräuselten sich mir die Zehennägel bis zum Unterkiefer. Nicht nur, daß die Vocalines völlig schief und schepp wirkten, gänzlich mit der Musik disharmonierend – die Stimme hatte etwas von der “Käsereibe des Friedens” aus Munchkin, nur ohne den Aspekt der Ruhe in dem Wort “Frieden”. Man quälte sich durch wenig abwechslungsreiche Songs die allesamt durch die Bank weg klangen als wäre die Sängerin nicht eingeplant gewesen, aber keiner hätte sich getraut ihr das Mikro wieder abzunehmen oder die Gnade besessen ihr den richtigen Song auf den Monitor zu legen. Ein Trauerspiel in mehreren Akten. Meine armen Ohren!
Als es dann nach kurzer Umbaupause soweit war, daß Mr. Alex K. die Bühne betrat und sein Orchestrarium loslegte war das aber schon so gut wie vergessen. Das Publikum sang und feierte mit, Alex witzelte auf die von den Live-Tracks gewohnte Art durch die Ansagen und es gab ein schönes Abrocken ganz und gar wie man es sich vorstellen konnte. Natürlich waren die Gesangseinlagen des Publikums, allem voran bei Endstation Eden und Stormausfall im Herzspital, eine willkommene Gelegenheit kurz die Augen zu schließen und sich von der Welle der Worte überrollen zu lassen – einfach herrlich.
Doch dann folgte des Trauerspieles Nachspiel! Das vorhin bereits erwähnte Engelsstimmchen (..man sieht fast schon den Tunnel am Ende der Lichter und hört die Engels singen, und die Marx natürlich auch.. aua mein Hirn.) wurde doch tatsächlich auf die Bühne gepackt und durfte in bühnenheißem Fieberwahn ihr Schlimmstes mit dem “Satanshimmel voller Geigen” und der “Sterbenden Liebe” anrichten. Na herzlichen Dank. Beim ersten Song im Duett zwischen Engel und Dämon (Nein, wie passend zum eigentlichen Lied..) war noch nicht ganz klar, um welche Sprache es sich handelte, was die Frau da von sich gab. Nach einigem Beratschlagen konnten wir Esperanto ausschließen und entdeckten beim zweiten Versuch mit 70% Wahrscheinlichkeit Italienisch. Abgesehen davon, daß sämtliche mitsingenden Fans durch ihre kakophone Darbietung “in a tongue man is not supposed to hear” (ein Zitat von H.P.Lovecraft kommt bei solchen Gelegenheiten immer gut) derart verwirrt bis entgeistert waren, daß sie aufhörten und der Sängerin ihre Parts überließen, war es eine *hust* willkommene Abwechselung zum Erwarteten Programm. -.-
Doch ließen wir uns davon nicht weiter entmutigen und feierten munter weiter, genossen einen erfrischenden Wechsel von schnellen Songs á la Für immer und Midtempo Nummern in akustischer Interpretation dessen was ich als den “galanten Elefanten” bezeichne, der für diese Band so typisch ist, bzw. den sie derart Perfektioniert hat. Ein schönes Konzert, gen Ende gab es noch gewünschte Lieder, u.a. Thanatan und Athanasia, ein paar kühle Drinks und draußen ein paar erfrischende Tropfen Himmelsnass im Kontrast zu der klammen Hitze, die sich im vorderen Bereich der Konzerthalle entwickelt hatte.
Toller Abend. Schöner Gig. Gern wieder.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Hier ein paar Bilder des Abends:




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..also auf nach Wiesbaden. Ich war bis zu dem Abend noch nie im Schlachthof – eigentlich eine angenehme Location, mehr Platz als in der Batschkapp, höhere Decken und nette “Lounge” mit Plastikstühlen. Selbige kann man übrigens auch als Podest benutzen um mehr zu sehen von dem Bereich aus – das ist fast besser als näher dranzustehen. Als Warm-Up waren Mono Inc. im Programm und Benni hatte recht damit, die machen Spaß – live und auch auf Platte. Was besonders gerockt hat war das D-A-D cover “Sleeping my day away” in ihrer Interpretation – um so lustiger, daß es kaum jemand aus dem Publikum zu kennen schien. Wer mitbekommen hat welchen Ohrwurmfaktor dieser Song bei mir in den letzten Monaten gehabt hat, wird verstehen wie sehr ich mich gefreut hab.
Als ASP dann losging, war das Publikum schon gut aufgewärmt – was mich persönlich aber etwas genervt hat war die Zusammenstellung der Songliste. Irgendjemand wollte ein Warm und Kalt – Schnell folgt auf langsam, dann wieder langsam – trist folgt auf kravtvoll und dann wieder zurück auf trist.. das sollte man tunlichst vermeiden. Die Songs büßten nichts an ihrer Wucht ein, aber bei mir keimte das Gefühl des unwohlen durcheinanders auf, welches sich erst gegen Mitte aufgelöst hat. Ab da ging es zu wie es bei ASP normal ist: Einfach nur geil. Das Publikum war mitgerissen, ein Song nach dem anderen riss einen mit sich mit. Herrlich.
Da ich ASP das letzte Mal auf der Akustiktour gesehen habe, ein sehr ambientiges Konzert im Sitzen – war das hier eine kraftvolle Abwechselung (habe sie das letzte Mal davor in der Batschkapp gesehen, mit The Vision Bleak als Vorgruppe auf der Weltunter-Tour, was ja schon eine Weile her ist. Was das musikalische angeht, der neue Song geht gut rein und passt wie die Faust aufs Auge – leider wollte Youtube mein Video nicht, genauer das Label. Wer allerdings noch nichts von Lahannya oder Mono Inc. gehört hat, sollte diese Bildungslücken nachholen, erstere werden übrigens demnächst im Cave auftreten, auf Tour anlässlich des neuen Albums und danach werd ich sie als Support für Schock! in Erfurt nochmal sehen.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Bilder des Abends:
Mono Inc.

Wir vor Ort


ASP





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