Protected: Kaleidoskopsie.. | July 11th, 2010 |
Protected: Silent conversation piece.. | July 6th, 2010 |
Wenn viel los ist.. | May 9th, 2010 |
..dann meist richtig. Im Moment könnte man fast den Eindruck haben, daß ich Durchreiseverkehr aus Russland hier habe, erst Stanislav, dann Leonid, dann Ivan. Tut gut die alle wieder zu sehen – vor allem weil man sie meist nur recht kurz zu gesicht bekommt. Ansonsten hänge ich gerade was die Jobs angeht in einer interessanten Position aus der noch was werden wird, letzte Runde, dann gehts ans Eingemachte – dazu bei Gelegenheit aber mehr.
Ich muss mich in den letzten ein bis zwei Wochen ein wenig mit gefühlter Stagnation herumschlagen. Und ganz getreu dem Motto “Wenn etwas nicht funktioniert, dann versuche etwas anderes” bin ich dabei mich selbst wieder durch den Fleischwolf zu drehen. Kennt ihr dieses Gefühl was man hat, daß man eigentlich glatt losrennen würde, aber weiß, daß einen die Ketten am Hals, an den Armen und Beinen aber nicht weiter als einen Armweit kommen lassen und man daran zerrt und sich vorkommt wie ein angeleinter Köter? So in etwa fühlt sich das an. Ich merke ich habe die Power für die nächsten gut dutzend Schritte nach vorn, da ich aber nicht weit komme, brauche ich da ein wenig Inspiration. Vor allem weil es kein Blindflug werden soll. Himmel geht mir sowas auf den Geist. Und ich mir währenddessen natürlich um so mehr.
Vor allem gibts im Moment eine Menge Buchstaben auf das Weiß zu bringen, viel mehr als man denken würde, aber irgendwie komme ich auch da nur sehr wenig zu. Schade eigentlich. Aber was solls, ich kann mich ja nicht gleichzeitig um jeden Mist kümmern. Einiges muss eben warten.
Ich glaube am meisten scheitert es an der Motivation. Wenn ich Zeit hab, kann ich einen Moment ruhe und geistigen Abschaltens wirklich gut gebrauchen und häng mich nicht hinterher. Ansonsten kommt wieder oben beschriebenes Gefühl auf. Oder das andere, was ich fast genauso nervreibend finde – dasjenige, was sich anfühlt als würde mir meine Zeit, mein Leben, jeder Tag davonlaufen. Ich muss das irgendwie langsamer bekommen, sonst geh ich noch durch die Decke. Alles irgendwie nicht so prickelnd grad – Zeitmanagement ist dummerweise nicht Realitätenkompatibel in meinem Fall. Und von Stimmungskompatibilität ganz zu schweigen – das war auch so ein Ding, Freienfels z.B. Ich kann mir nicht helfen, aber so schön das Wetter war und so schön die Zeit dort auch manchmal ist, wenn sich in mir alles zusammenkrampft wenn ich auch nur in Gedanken auf dem Platz dort stehe in meinem jetzigen Befinden, dann spar ich mir das doch lieber. Vielleicht nächstes Jahr wieder. Aber vielleicht auch nicht – we shall see.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Wieder die selbe Frage.. | March 12th, 2010 |
..die ich gestellt bekomme. Ich hasse es, mich zu wiederholen – ich kann Wiederholungen ganz generell nicht viel abgewinnen, aber wie es scheint muss es manchmal sein. Aber von vorn: Immer wieder fragen mich und sich meine Mitmenschen, warum ich mich länger bei ihnen nicht melde, warum ich dann und wann lieber einen Abend oder sogar mehrere Tage hintereinander alleine verbringe oder nur mit ganz wenigen gezielt ausgewählten Personen und für sie keine Zeit zu finden scheine. Manchmal sind es Phasen die einen Abend halten, in anderen Fällen geht es eine Woche oder mehrere Monate. Für jemanden wie mich, für den Zeit kaum eine Rolle spielt aber Timing wichtig ist, ist nicht das “wie oft/bald” und das “wann” wichtig, sondern das “was genau zu welchem Zeitpunkt”. Offenbar gibt es mehrere Menschen da draußen, die es eigentlich besser wissen müssten, aber sich immernoch fragen wo der Unterschied ist. Ich glaube am treffendsten kann ich es mit folgendem Satz beschreiben:
“Auf die Fragen, die ich zur Zeit habe, hast Du keine Antworten für mich. Und auf die Fragen die Du zur Zeit hast, wirst Du von mir keine Antworten bekommen mit denen Du etwas anfangen kannst.”
Ich bin kein Fan von “schön, daß wir darüber geredet haben”. Nicht in diesem Kontext zumindest. Ich bin hier. Ich war schon immer hier. Und ich werde wahrscheinlich noch eine ganze Weile hier sein. Also ist Zeit unwesentlich, der Zeitpunkt und das Passen ist das entscheidende und was das angeht bin ich sehr intuitiv geworden. Und es funktioniert. Zumindest in sofern, daß ich nicht mehr (so sehr) die Notwendigkeit verspüre mich gänzlich abzukapseln und den Rest der Welt im Dunkeln tappen zu lassen was mich betrifft.
Mir ist bewusst, daß vielen es nicht einfach fällt zu akzeptieren, wenn ich mich nicht bei erstbester, zweit- oder drittbester Gelegenheit melde wenn ich mal einen Augenblick an Zeit frei habe.. für mich ganz allein (oder mit Menschen die das kanalisieren) habe um mal Luft zu holen oder Dampf abzulassen. Aber so ist das nunmal. Das hat akzeptiert zu werden. Alles andere wäre ein Zwingen entgegen dem natürlichen Werdegang den ich für mich als richtig spüre und wer das erwartet, ist bei mir an der falschen Adresse. Ich behalte meine vorgehensweise bei. Die Beschwerdeabteilung ist geschlossen, ihr wisst doch eigentlich schon seit Jahren wie es läuft, was soll das jetzt also? Ist das Zitat oben zu metaphorisch? Ich glaube kaum.
Dieser Post richtet sich nicht an spezielle Personen im Einzelnen, sondern ist eher eine Reaktion auf einige Schwingungen die bei mir so angekommen sind im Laufe der letzten Wochen. Ein generelles Statement, wenn Ihr so wollt. Aber wie ich bereits erwähnte – nichts neues.
Ich danke für die Aufmerksamkeit,
Brother Arnoc
The higher Art of Suicide.. | March 12th, 2010 |
..is a matter of perception. Zunächst mal eine Feststellung, die jedem mit genug Moralinsäure im Blut, jedem Evolutionspsychologen und jedem Plüschwetterweltzombie unschön aufstoßen wird. Es gibt nichts, gar nichts, nicht das Geringste was an Suizid und Wahnsinn verwerflich ist. Gar nichts. Das eine ist eine Tat, das andere ein geistiger Zustand. Per se völlig wertfrei und doch so vielschichtig, daß man es nicht einfach abtun sollte. Diese Welt sanktioniert Wahnsinn in all seinen Formen – da brauche ich nicht weit bis zu den Beispielen – das geht bei JEDER Kirche schon los, die versucht das Konzept des persönlichen Verhältnisses zur Welt (nichts anderes sind Glaubensrichtungen und Ideologien) in ein leicht kontrollierbares und benutzbares System zu pressen. Das geht bei unserer Gesellschaft weiter vom Konsum bis zur Verwerkstofflichung des Menschmaterials. Genauso könnte man auch die meisten gesellschaftlichen Normen in ihrer Reinform als Wahnsinn titulieren – das Benehmen, Ansichten über Abweichungen von der Norm (angstgeprägter Selbsterhaltungstrieb der Normalwelt), das Fördern von Wegrationalisierung der Welten hinter dem Schleier und jenseits der Träume, der Welten in uns selbst, die uns doch genauso sehr ausmachen wie alles andere. Diese Welt ist voll mit Wahnsinn. Voll mit Pathos, Fehlinterpretationen und völliger Absurdität. Soweit, sogut – nichts neues, nicht wahr? Aber worauf will ich hinaus? Darauf, daß alle Grenzen fließend sind und uns beigebracht wird das nicht mehr zu glauben. An Tagen wie heute sträube ich mich dagegen besonders. Vielleicht nur aus einer Laune heraus, vielleicht aber weil es mir gerade heute besonders auf den Sack geht und ich es gern auskotzen würde.
Ich bin noch nie der Idealist gewesen, der meint die Welt verändern zu können oder zu wollen. Nicht in dieser Art. Das ist mir zu “Jugend demonstriert!” oder “Boykottiert den Fischfellhandel!” Einfach nicht mein Ding. Jeder muss selbst in dieser Welt klarkommen und ich hab auch so schon genug am Hals ohne daß ich mir ständig darum Gedanken machen muss, was wie wer wohl für besser empfindet was man tun könnte. Nein, was mir fehlt hier, was mich beschäftigt an Tagen wie heute ist, daß die Menschheit ihren eigenen Wahnsinn wenigstens als solchen versteht und daraus folgend mit ihm besser unter einem Dach zu leben lernt. Denn eigentlich ist das alles nicht so wichtig. Eigentlich sind die Ziele und Absichten, Aufgaben und Leistungen, die Tätigkeiten und die Errungenschaften nicht viel mehr als Staub und Asche, solange diese Welt sich nicht selbst diesen gefallen tut, sich nicht den Gefallen tut zu sehen wie Wahnsinnig sie ist. Wahnsinn als Weltrettungskonzept. Herrlich, meine Absurdität übertrifft sich selbst. Genug plakative Begriffe – was konkret soll passieren? Rumgeheule aus, Action an. Spontan auch mal “nein” sagen, auf sein “Bauchgefühl” hören und ruhig auch mal paranoid, frei und irrational sein dürfen. Ja, ich weiß, jetzt kommen wieder die Typen die immer von Rücksicht reden, immer schön mit den Augen auf den Boden und bloß nicht zu laut lachen. *kopfschüttel* Die glauben doch tatsächlich, sie machen diese Welt besser. Peinlich. Oh, es würde ja so viel schlimmer werden wenn.. wenn was eigentlich? Wenn Menschen drauf scheißen würden was der Nachbar denkt und ihre Meinung sagen? Wenn andere sich damit anfreunden müssen, daß ihre Meinung eben nur eine Meinung ist? Daß ihre Meinung und Taten, die sie nach bestem Wissen und Gewissen erledigen eben einzig und allein ihre Sicht der Dinge sind und für den Lauf des Universums so unwichtig wie alle anderen auch? Und das absolut JEDER mit allem Recht und Segen sagen können müsste: “Da geb ich n Scheiß drauf!” Ja, wer mag das schon hören? Ist schließlich unpopulär. Man möchte ja wichtig sein und seinen Beitrag leisten. “Für den Ruhm und die Ehre Roms!”, hör ich den Centurio aus Asterix-Filmen schreien. Man möchte sich identifizieren, weil man seine Identität vermisst, man möchte versuchen jemand zu sein, nur um nicht niemand sein zu müssen. Mitleidserregend. Ekelerregend. Beschämend. Spezies Mensch – you have failed.
Das wichtigste und unwichtigste was wir haben ist unsere Sicht der Dinge. Und erst wenn wir verstanden haben, warum sie unwichtig ist, begreifen wir WIE wichtig sie eigentlich ist. Klingt schön paradox, nich? Ein Grund mehr es zu mögen in meinen Augen. Aber denkt mal drüber nach. Oder habt ihr schon? Gut. Damit kommen wir zum Suizid des Abends. Ich unterscheide zwei verschiedene Arten. Den Unterschied zu beschreiben fällt mir nicht ganz einfach – aber versuchen wir es doch mal so: Der eine hört sich an wie “Sentenced” und der andere klingt nach verheultem Emo-Gejammer. Der eine ist ein “Fuck off, I’m outta here!” und der andere ein “Watch me die and feel my tragedy!” – Entschlossenheit vs Verzweiflung. Keine Frage welchen von beiden ich als Konzept, als Tat, als künstlerisches Motiv interessant finde und welchen eher armselig. Aber warum mache ich den Unterschied zwischen den beiden Arten? Spielt es eine Rolle wie jemand draufgegangen ist, wenn er sich selbst über den Jordan gehievt hat? Ist es nicht egal, wenn das Ergebnis doch das gleiche ist? Ja – für den Selbstmörder ist es das möglicherweise, ich glaube die haben mit ganz anderen Sachen genug zu tun als sich darüber gedanken zu machen. Aber für mich ist das Motiv entscheidend. So entscheidend wie ich meine ganz persönliche Meinung zum Bewerten einzelner Handlungen benutzen möchte. Die meisten Angehörigen von Suizidpersonen oder denen die es werden wollten, aber wohl doch noch ein Weilchen bei uns zu Gast sind, sind recht verwirrt und versuchen sich oft genug als Laien psychologisches Grundwissen anzueignen, um zu verstehen was einen Menschen zu so einem vernichtenden Befreiungsschlag / in so eine unglaubliche Verzweiflung und Hilflosigkeit gedrängt hat.
Und genau hier verbinde ich die beiden Themen: Das Konzept des Wahnsinns muss verstanden sein, bevor man das Konzept der Selbsttötung ohne gesellschaftlich/religiös/staatlich eingebildeten “höheren” Zweck verstehen kann. Das Konzept des Wahnsinns, diese unsere Welt beschenkt uns tag täglich mit einer unglaublichen Menge Menschen, die ihre Aggression nicht mehr unter Kontrolle haben und entweder der Sucht oder anderen Formen der Autoaggression verfallen, darunter zählt riskantes Fahrverhalten, sowie einiges andere. Die die das Glück haben dumm genug zu sein, um nicht zu sehen daß sie selbst ihr größtes Problem sind, sind einfach primär nach außen aggressiv. Und so schaffen sie sich selbst und andere die so sind wie sie, weil sie nicht verstehen was sie eigentlich mit jedem Schritt anrichten. Aus A folgt B folgt Y folgt R folgt Z und am Ende sind alle tot. Und jetzt bitte zum gemeinen Sinn dieses ganzen Beitrages, ich kann mich selbst langsam schon nicht mehr hören mit der Wiederholung von Themen die ich im Kopf schon so oft durchgekaut hab.
Wir schaffen mit dem was wir tun solche, die sind wie wir. Ein ganz abgewichstes “Wie es in den Wald schallt..” – das Problem ist nur, daß niemand so recht zu wissen scheint was er hier tut. Sie tun alle nur so. Manche überzeugender als andere, aber alles in allem: Unbewusstsein. Wir werden mit dem Ziel raus in die Welt geschickt “Versucht so lange wie es nur geht vorzugeben, daß ihr normal seid – was auch immer das heißt. Wenn ihr gut seid, dann schafft ihr das bis ihr tot seid. Viel Glück!” – Und genau das ist doch der Wahnsinn! Wahnsinn?! Das ist Spaaaaaartaaaaaaa!
Und da wundern sich Menschen darüber, daß Schüler Amoklaufen, Priester Chorknaben missbrauchen, Bürgerkriegstreiber Soldaten ab 11 Jahren unter Sold stellen und all die anderen schönen Dinge die es hier zu besichtigen gilt. Normal heißt Augen zu. Und ich kanns nicht mehr sehn. Ich will es nicht mehr sehn. Es langweilt mich bestenfalls, es regt mich schlimmstenfalls auf. Aber nein, ordentliche, pünktliche, saubere, tugendhafte, keusche, züchtige, hilfsbereite und vor allem nette Menschen wollen wir spielen. Und dann kommt der Lotto-Effekt: “Wer nicht spielt, hat schon verloren.” Da lach ich drüber. Nächste Woche, wenn ich einen guten Tag habe. Vielleicht.
So, schön Dampf abgelassen, gute Nacht.
Brother Arnoc
Blood, Glory & Steel