..desto weniger bleibt gleich. Ich habe vor ein paar Tagen den Umstieg von WinXP auf Win7 gewagt und zeitgleich meine 9.04er Kubuntu auf 9.10 aufgewertet. Win7 ließ sich problemlos installieren, aktivieren und updaten, war auch nicht anders zu erwarten – so lange wie MS sich schon mit Installationsroutinen, Aktivierung und Updates befasst, hätte mich alles andere enttäuscht. Doch dann kam das Grausen. Das Grausen kam heimlich, still und leise. Und blieb. Es war einfach nicht mehr möglich der Maschine einen Ton zu entlocken, egal was ich versuchte – sie blieb still. Natürlich hatte sie für den HDMI-Ausgang die aktuellen Treiber runtergeladen (so automatisch, wie man es eigentlich nur von Linux gewohnt ist), beschwerte sich dann aber, daß meine Lautsprecher nicht angeschlossen waren. Nun – das waren sie auch nicht. Nicht am HDMI. Ich hab ein 5.1-System hier, ganz klassischer Natur, aus dem Hause Teufel – alles funktioniert und bei der Linuxinstallation lief der Sound out-of-the-box. Also kein Kabelfehler, kein Anschlussfehler – nein, schlicht ein Missverständnis zwischen meinem OS und der Hardware. Und das sagt uns: Die Treiber sind schuld!
Wie nach jeder Winstallation muss man die AC97 Treiber von Realtek draufschmeißen, sonst läuft da garnichts. Da hängen die also auch hinterher. Können die denn nicht wenigstens RICHTIG klauen, wenn sie es schon so offensichtlich tun? Wie auch immer – ich besorgte mir die aktuellen Treiber, packte sie aus – und wie man so oft beim Auspacken feststellt – ist nicht das drin was man erwartet hat. Denn anstatt einem kompatiblen Treiber, signiert und zertifiziert, musste ich mich mit Realteks ZIP-Päckchen und Setup.exe begnügen die dann auch gleich begonnen hat bei Windoof einen Treibersignaturfehler zu verursachen. Das alleine ist ja nicht so schlimm, aber WAS ABSOLUT NICHT ANGEHT (!!!!1!11!!) ist, mit zwei riesige Buttons unter die Nase zu setzen: Auf dem einen steht “Dann lieber nicht” und auf dem anderen “Ist mir wurscht”. Und wenn man auf den zweiten klickt – dann passiert GARNICHTS! Verdammt – ja, die haben in ihrem neuen Flaggschiff, ihrer Thronerbin unter den MS-Systemen, einen verdammten Knopf der so dick ist wie mein Handy und wenn man draufdrückt geschieht NICHTS..! Rein Garnichts! Die beiden tauchen einfach so lange wieder auf bis man den anderen drückt. ARGH!!!
Aber gut – abregen und Lösungen suchen. Probiert die Settings über gpedit.msc zu editieren, da die Treiberwarnung zu deaktivieren -> nichts passiert, trotzdem wieder das selbe. Nächster Ansatz war, mit dem “bcdedit /set loadoptions DDISABLE_INTEGRITY_CHECKS” im Admin-Mode in der Konsole (wieso auch immer die das so kompliziert machen mussten) einzugeben – das hätte bei Vista geklappt, bei Win7 angeblich auch – aber Fehlanzeige! Der nächste Versuch zielte auf die F8-Bootoption ab ohne Treiberchecks das System hochzufahren und dann zu installieren. Und ratet mal?! Richtig. NICHTS!!! Relativ frustriert, daß ich nicht doch ein halbes Stündchen Gothic 3 vorm Schlafengehen zocken konnte, loggte ich mich wieder in mein Lieblingsbetriebssystem und ärgerte mich zum zweiten Mal an dem Tag über meinen fehlenden Amarok.
An sich ist natürlich – vor allem bei freien Projekten – nichts dagegen zu sagen, wenn ein Entwicklerteam die Arbeit am 1.4er einstellt und sich fieberhaft auf die 2.2.1er Version einschießt. Hätte das mal gefruchtet. Der Amarok 2 den ich hier getestet habe war z.T. noch schlimmeren Zustandes als kurz nach dem RC. Ich frage mich, warum es nicht möglich war einfach ein .deb-Paket irgendwo ins Netz zu schmeißen mit dem alten 1.4er, solange der neue Audiowolf nicht in der Lage ist ID3-Tags und Audiobibliotheken richtig zu erfassen, stabil Playlisten wiederzugeben und all den anderen Kram zu tun, den ein Audioplayer eben so machen sollte. Als ich mich im Amarokforum umgeguckt hab, gab es zu dem Thema nur 2 Antwort-Arten seitens Entwickler. Das eine war ein “Was willst Du denn, bei mir geht doch. Nein, wir wollen mit dem alten nix machen.” und das andere ein “Aha, wo genau, welche Fehlernummer, welche Distribution hast Du, benutzt Du KDE, wenn ja – welchen genau?” – und ich muss zugeben, für frustrierte User die gerade die Xte nur schleppend und scheppernd funktionierende Version ihres Lieblingsplayers versuchen zum laufen zu bekommen ist die Art von Antwort nicht gerade hilfreich. Als ob die Unterschiede zwischen 9.04 und 9.10 so gigantisch und unüberbrückbar wären mit einem Dutzend Codezeilen und nem “make” Befehl.
Wie dem auch sei, ich habe mich entschlossen wieder auf die 9.04er umzusatteln. Es bringt nichts, Fortschritte zu ergreifen und zu forcieren und auszuprobieren, wenn man noch nicht ganz klar hat warum und vor allem was für einen praktischen Sinn das haben soll, wenns einem Nachteile verschafft. Gruß an Tzench an dieser Stelle. Warten wir es ab, vielleicht gibts bald wieder was, was einen aus den Socken haut aber bis es soweit ist hab ich lieber ein System auf das ich mich verlassen kann und das wenig Schnickschnack hat. An der Stelle hab ich auch mal kurz mit dem GNOME geliebäugelt, den ich ja von meinem Netbook aus kenne – aber das ist mir dann fürs alltägliche dann doch zu weit von meiner Arbeitsroutine entfernt. Genauso wie ich mich mit den Einschränkungen und der mangelnden Übersichtlichkeit in Win7 nicht wirklich anfreunden werde um täglich damit arbeiten zu müssen (von wollen kann da keine Rede sein – dafür bin ich nach mittlerweile über zwei Jahren Linuxerei schon zu weit entfernt.
Edit: Ich hab es – wie es mir Linux nahelegte – mit den C-Media Treibern probiert und das hat irgendwie dazu geführt, daß ich jetzt Sound habe. Das macht das ganze an sich nicht wesentlich besser, aber wenigstens kann ich die Version für das nutzen für daß ich wollte: zocken, wenn ich mal bock hab.
Übrigens, ein leckeres Rezept für ein Festmahl zwischendurch: Hähnchenfilet-Röllchen in Kräutersahnesoße. Das war sogar so lecker, daß ich es erst gegessen habe und dann feststellte “Mensch, das hättest Du aber auch abknipsen können, so hübsch wie das war!” Das ganze bedarf natürlich etwas Vorbereitung, ist aber vom Aufwand weniger als es sich beim Lesen vermuten lässt. Man braucht zu allererst:
- 450 g Hühnerbrustfilet
- 300 ml Schlagsahne
- 10 Scheiben Schwarzwälder Schinken
- 2 Tassen Basmatireis
- 3 EL Olivenöl
Gewürze (8:6:4:2:1)
- ganze Meersalzkristalle
- Pfefferkörner
- Thymian & Rosmarin
- Knoblauch
[ Phase I ]
1. Filet in 10 ca. gleichgroße Streifen schneiden
2. Gewürze in einem Mörser vermengen und zermahlen
3. Sahne in eine Schüssel geben und Gewürze einrühren
4. Filetstücke in der Soße versenken & für 5-6 h ziehen lassen
[ Phase II ]
1. Die Schinkenscheiben auslegen und die Filetstreifen einrollen
2. Den Reis zubereiten (Standardprogramm, Reis zu Wasser 1:2)
3. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen
4. Eingewickelte Filetstücke bei leichter Hitze (50%) im Wenden braten
[ Phase III ]
1. Wenn das Geflügelfleisch durch ist, Hitze drastisch erhöhen bis der Schinken leicht kross wird
2. Dann die Sahne mit den Kräutern darübergeben und Hitze wieder senken
3. Nach wenigen Minuten die Filetstreifen auf dem Reis anrichten und mit Soße übergießen.
4. FERTIG!
Getränkeempfehlung:
Ein trockener Weißwein, aber nicht zu leicht oder ein Portwein, wenn man das Aroma des Schinkens besser betonen möchte. Nichtalkoholische Alternative wäre ein leicht gezuckerter gekühlter Hibiskustee (Karkadeh/Ägypten) mit einigen Eiswürfeln und einer dünnen Zitronenscheibe.
Ich wünsche guten Appetit!
Blood, Glory & Steel