..der Technik. Die Zeit ist nicht aufzuhalten, der Fortschritt auch nicht und mit ihm kommen all die netten und (mal mehr, mal weniger) nützlichen Spielzeuge des Alltags auf. Mobilität und Flexibilität ist heute mehr gefragt denn je und in genau dem selben Zeitgeist wächst unser Bedürfnis nicht nur mehr zu können, sondern alles was wir können auch wirklich IMMER und vor allem ÜBERALL zu können. Was früher das Lesen der Zeitung aufm Klo war, ist heute das schicken von Bildern vom Oktoberfest aus dem Bierzelt, Bier für Bier den Status mittels Mobiltelefon an jeden zu übermitteln den es interessiert und an jeden anderen auch (Gruß an Bernie an dieser Stelle).
Doch was haben wir davon, immer alles und überall zu können was wir sonst nur unter der Voraussetzung von [hier techn. Hürde einsetzen] konnten? Wird dadurch besser, was wir können oder tun? Gewiss nicht, aber es wird aktueller und interessanter als zuvor und in einigen Fällen bewegender. Jetzt tut mal bitte nicht so als hättet Ihr den Satz “Nie hat man eine Kamera, wenn man eine braucht..” noch nie gehört oder seid nie auf die Idee gekommen, jemandem einen akustischen Gruß über das Telefon zu schicken, wenn ihr auf einem Konzert wart und der Empfänger gern dabei gewesen wäre aber nicht konnte. Es gibt eben viele Momente die wir in unserem Leben gern teilen. Und die Möglichkeiten das zu tun, haben sich auf ein ganz neues Level gehoben. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Besser werden wir alle nicht dadurch, aber vielleicht lernen wir so schneller voneinander und können von dieser Wissensautobahn profitieren.
Aber genug drumherum. Ich habe ja vor einer Weile mein Telefon abgeschafft. Der scheinbar günstige Zeitpunkt dafür entpuppte sich als schlecht gewählt. Wenige Tage später landete ich dank meiner Beingeschichte im Krankenhaus und das Telefon war das einzige Mittel mit dem Rest der Welt den Kontakt nicht zu verlieren (auch wenn es etliche Stunden am Tag still war). Mittlerweile habe ich mir wieder einen Base-Anschluss besorgt und eine Internetflatrate (für die Hosentasche) – warum? Ganz einfach – ich benutze gern SMS zwecks Koordination von Unternehmungen und will mir demnächst ein Gerät organisieren, mit dem ich Wikipedia und Google in der Hosentasche mit mir herumtrage – wenn ich eins nämlich noch weniger leiden kann als nervige und lästige Telefonanrufe (die sich mein Umfeld über die Jahre erfreulicherweise fast gänzlich abgewöhnt hat ^^ ) dann ist es das Gefühl irgendwas nicht nachschlagen zu können, daß mir irgend ein Detail entfällt und mir keine Ruhe mehr lässt, etc. Das Wurmen. Gruselig. Ein weiterer Grund ist die Erledigung von Papierkram, Ämtergängen, Anrufen bei Bank und Krankenkasse und Versicherungen oder dem Pizzaboten – etwas ärgerlich, wenn man kein Festnetztelefon hat. Letzteres hätte allerdings noch mehr Nachteile ohne die Vorteile, also lasse ich es lieber ganz weg.
Der negative Nebeneffekt von einem Telefon war.. *hust* absehbarerweise die Möglichkeit wieder belästigt zu werden. Aber damit werd ich wohl leben müssen – Lautlos ist es erträglich. Dauerlautlos ist es dauererträglich. Wenn ich nicht ständig vergessen würde es aufzuladen oder aus dem Auto mitzunehmen, wenn ich aussteige. Also an alle die hofften, mich besser erreichen zu können: Vergesst es. Was für ein Endgerät in den nächsten Monaten mein Eigen wird, ist noch nicht klar – aber ich will was von HTC und das wenn machbar mit Android. Nokia rühr ich aus Prinzip nicht mehr an, nicht nach dem “Lex Nokia” was sie in FIN abgezogen haben. Das Touch Pro 2 ist natürlich ein schickes Ding, aber für den oberen dreistelligen Bereich fehlt mir im Moment die Kauflaune, vor allem weil es eben “nur” ein Gerät ist – Geräte, egal wie gern ich sie mag, fallen bei mir unter die Kategorie “Gebrauchsgegenstände” und sind somit unweigerlich von Verschleiß bedroht usw. Ich glaube, da bin ich mit dem HTC Tattoo besser beraten, auch wenn es Displaytechnisch hinter dem Touch Pro2 und dem Touch HD liegt von Auflösung und Qualität. Naja, wir werden sehen was das noch wird. Ich will ja schließlich keinen Rechner für die Hosentasche.
Diesen habe ich nämlich schon. Dank eines kleinen aber unheiligen Deals mit meinem Dad habe ich sein 1 Woche altes Netbook aus dem Hause Asus übernommen. Für die Geeks, es handelt sich dabei um einen Asus eeePC 1000HG. An der Stelle kam bei mir natürlich auch die Frage nach dem richtigen OS dafür auf. Wie schnell die XP-Home-Version da die Fliege gemacht hat, könnt ihr euch sicher denken.
Und als erstes testete ich Xubuntu, kam aber mit dem auf mich etwas rückständigen xfce nicht klar, da war ich schon zu sehr KDE-verwöhnt. Als nächster Testlauf war eeebuntu griffbereit. Leider steckt es noch in der Alpha-6 Phase und ist noch nicht mal für Tester so richtig einsatzbereit, also auch runter damit. Dann war das Ubuntu 8.10 mit KDE 4.x der nächste Versuch, war aber recht langsam und stellte sich ungewohnt hölzern an. Dann erzählte mir Kosta von Moblin, einem speziellen Linux für Netbooks. Klang gut und sah gut aus, ich installierte und testete hier und da und musste feststellen: Das ist die perfekte Netbook-Umgebung. Für Menschen die ihren Rechner nicht konfigurieren können und auch nicht erwarten, daß er mehr kann als ein Mobiltelefon, mit festgelegten Routinen. Daraufhin probierte ich es mit EasyPeasy – auch was für Netbooks entwickeltes, es ließ sich jedoch leider nicht installieren und Unetbootin, ein Programm welches aus so ziemlich jedem Datenträger eine bootbare Linux-Install-Version machen kann, hat ihn nicht fressen wollen. Nach einigem hin und wieder her, einem Test mit dem KDE 3.5 und anderen Faxen, habe ich zu guter letzt gewagt, das nagelneue Ubuntu 9.10 draufzuspielen.
Der karmische Koala ist in Verbindung mit GNOME sparsam an Ressourcen und lässt doch nichts missen. Ich brauchte zwar einen Moment um mich auf den Gnom umzustellen, aber alles in allem war das ein winziger Schritt entgegen der Gewohnheit, dafür umso mehr ein Schritt nach Vorn für die kleine Kiste. Unter uns gesagt, ich glaube Plasma killt die Ressourcen bei KDE, die ein solcher Minipc nicht zur Hand hat, aber das ist nur eine Vermutung.
Ich wurde mit Rhythmbox nicht wirklich warm und holte mir stattdessen Exaile, die Gnomversion von Amarok, wenn man so will. Ein bißchen hier was einrichten, ein bißchen da was konfigurieren, aber es läuft wie geschmiert. So viel erstmal dazu.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Blood, Glory & Steel