..und wieder gab es so manches Konzert zu bestaunen. Zunächst stand für den Mittwoch Samsas Traum mit der “13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod” Tour in der Batschkapp auf dem Programm. Da das mein erstes ST-Konzert werden sollte, ich aber schon von verschiedenen Seiten gehört habe wie klasse das Live loszieht, war die Vorfreude um so größer. Das Publikum in der Batschkapp war sehr gemischt, der Altersdurchschnitt unerwartet niedrig und den meisten Gestalten sah man (ja, ich als alter Konzertveteran darf das ganz großkotzig behaupten) ihre noch nicht allzu umfangreiche Konzerterfahrung an, jedoch war auch der ein oder andere alteingesessene Schwarzträger bei dem es genau andersherum wirkte. Interessant sind bei den unterschiedlichen Leuten dann immer die Gesichtsausdrücke und Reaktionen auf Songs und Mikrosituationen in denen sie sich von Moment zu Moment wiederfinden.
Ein Spaß das zu beobachten. Weniger Spaß hatten wir mit der Vorband. Eine Truppe die sich Alight nennt und von der Musik her recht passend zu sein schien, als jedoch die Sängerin mit ihrem Organ begann die Botanik zu beschallen, kräuselten sich mir die Zehennägel bis zum Unterkiefer. Nicht nur, daß die Vocalines völlig schief und schepp wirkten, gänzlich mit der Musik disharmonierend – die Stimme hatte etwas von der “Käsereibe des Friedens” aus Munchkin, nur ohne den Aspekt der Ruhe in dem Wort “Frieden”. Man quälte sich durch wenig abwechslungsreiche Songs die allesamt durch die Bank weg klangen als wäre die Sängerin nicht eingeplant gewesen, aber keiner hätte sich getraut ihr das Mikro wieder abzunehmen oder die Gnade besessen ihr den richtigen Song auf den Monitor zu legen. Ein Trauerspiel in mehreren Akten. Meine armen Ohren!
Als es dann nach kurzer Umbaupause soweit war, daß Mr. Alex K. die Bühne betrat und sein Orchestrarium loslegte war das aber schon so gut wie vergessen. Das Publikum sang und feierte mit, Alex witzelte auf die von den Live-Tracks gewohnte Art durch die Ansagen und es gab ein schönes Abrocken ganz und gar wie man es sich vorstellen konnte. Natürlich waren die Gesangseinlagen des Publikums, allem voran bei Endstation Eden und Stormausfall im Herzspital, eine willkommene Gelegenheit kurz die Augen zu schließen und sich von der Welle der Worte überrollen zu lassen – einfach herrlich.
Doch dann folgte des Trauerspieles Nachspiel! Das vorhin bereits erwähnte Engelsstimmchen (..man sieht fast schon den Tunnel am Ende der Lichter und hört die Engels singen, und die Marx natürlich auch.. aua mein Hirn.) wurde doch tatsächlich auf die Bühne gepackt und durfte in bühnenheißem Fieberwahn ihr Schlimmstes mit dem “Satanshimmel voller Geigen” und der “Sterbenden Liebe” anrichten. Na herzlichen Dank. Beim ersten Song im Duett zwischen Engel und Dämon (Nein, wie passend zum eigentlichen Lied..) war noch nicht ganz klar, um welche Sprache es sich handelte, was die Frau da von sich gab. Nach einigem Beratschlagen konnten wir Esperanto ausschließen und entdeckten beim zweiten Versuch mit 70% Wahrscheinlichkeit Italienisch. Abgesehen davon, daß sämtliche mitsingenden Fans durch ihre kakophone Darbietung “in a tongue man is not supposed to hear” (ein Zitat von H.P.Lovecraft kommt bei solchen Gelegenheiten immer gut) derart verwirrt bis entgeistert waren, daß sie aufhörten und der Sängerin ihre Parts überließen, war es eine *hust* willkommene Abwechselung zum Erwarteten Programm. -.-
Doch ließen wir uns davon nicht weiter entmutigen und feierten munter weiter, genossen einen erfrischenden Wechsel von schnellen Songs á la Für immer und Midtempo Nummern in akustischer Interpretation dessen was ich als den “galanten Elefanten” bezeichne, der für diese Band so typisch ist, bzw. den sie derart Perfektioniert hat. Ein schönes Konzert, gen Ende gab es noch gewünschte Lieder, u.a. Thanatan und Athanasia, ein paar kühle Drinks und draußen ein paar erfrischende Tropfen Himmelsnass im Kontrast zu der klammen Hitze, die sich im vorderen Bereich der Konzerthalle entwickelt hatte.
Toller Abend. Schöner Gig. Gern wieder.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Hier ein paar Bilder des Abends:
Blood, Glory & Steel 







ALT+A! da bin ich jetzt aber neidisch …versuche die seit 3 Jahren live zu sehen …2 mal wäre es fast soweit gewesen und dann musste ich mit Tourabsagen leben …:(
Aber freut mich, dasses (von der Käsereibe abgesehen) erwartet geil war!
Es hat die Sendung mit der Maus – Ansage gefehlt: “Das war italienisch”.