..daß Opa und ich gen Allgäu fuhren. Wir hatten eine nette kleine Ferienwohnung reserviert, die in der Nähe vom Hopfensee – ganz unweit des Städtchens Füssen – gelegen war. Es schneite noch nicht ganz so stark und wir konnten die Gegend etwas erkunden, fuhren erstmal Vorräte kaufen und sind danach zurückgekehrt um fürstlich zu kochen. Als nächster Programmpunkt stand ein Stadtrundgang auf dem Plan. Füssen ist ein kleines, recht verschlafenes Wintertouristen- und Wanderörtchen, man könnte fast davon ausgehen daß es davon lebt. Es gibt allerhand hübsche Häuser in der Innenstadt, ein Kloster und die eine oder andere befestigte Anlage.
Das Wetter wurde im Laufe der Tage rauher und war irgendwann so heftig, daß wir knietief im Schnee standen noch bevor wir am Auto waren. Und das Auto hatte es natürlich auch zugeschneit. Das ist mal ein Winter nach meinem Geschmack!
Wir fuhren ein wenig durch die Gegend und schauten uns den See etwas genauer an – legten auch den Jésus hin mit einmal übers gefrorene Wasser gehen – kundschafteten aus, wohin man von hieraus noch konnte und spielten Tourist. Natürlich haben wir auch Neuschwanstein einen Besuch abgestattet und da wir beide an dem Tag nicht gerade bestens zu Fuß waren, haben wir mit der Kutsche Vorlieb genommen. Das Schloss selbst ist unheimlich interessant, es ist vielseitig, an so einigen Ecken wunderschön und an anderen etwas fragwürdig – alles in allem eine nette kleine Welt in die sich der Schlossherr damals geflüchtet hat, nachdem er fast alles verloren hatte. Vermutlich war Ludwig II von Bayern im Laufe der Jahre mehr als Wahnsinnig geworden und hat vor allem gegen Ende hin immer weniger von dieser Welt hier mitgekriegt. Die Flucht in Alkohol, ein Märchenschloss und das hin- und herspringen zwischen Sagengestalten mit denen er sich mal mehr und mal weniger identifizierte brachte ihm nicht umsonst sein Ende. Hätte der die Leute um ihn herum nicht so behandelt wie er es Tat, wäre man auch nicht so einfach an ihn rangekommen, mutmaße ich mal. Aber alles in allem, schickes Schloss, grandioser Ausblick, sehr beeindruckend!
Bei der Rückfahrt gesellte sich noch eine japanische Kleinfamilie mit in die Kutsche und die waren alle sowas von knuffig und quirlig, daß mir langsam ein Licht aufgegangen ist, warum diese ganzen japanischen Cartoons so einen hirngulaschartigen Eindruck machen und so abgefahren sind: Die Japaner scheinen in ihrer Art tatsächlich so zu sein.. oO
Hin und wieder gab ich mir den Spaß im Armyshop in Füssen vorbeizuschauen und dort Handgranaten käuflich zu erwerben. Wofür? Ist doch egal! Ich find die Dinger eben hübsch, tatsächlich sowie metaphorisch. Der nette junge Mann hinter dem Tresen hat auch ein Bißchen aus der Schatulle gequatscht, offenbar gab es mittlerweile nur noch wenige Armyshops und die im Volk verhaftete Zwangspazifisierung sorgt dafür, daß der Ruf jener Läden darunter leidet. Ih, Armee – ih, Waffen – ih, Flecktarn – ih, Militär – Ach zum Henker mit Euch. Ich erinnere mich noch an die Zeit wo ich einer der ersten und wenigen war der damals Armyhosen trug und die sich, genauso wie das Camo-Muster, so langsam etablierten. Praktisch und robust, aber das wissen die eleganten betagten Herrschaften in dem Winterkurort natürlich nicht zu schätzen.
Ein vielseitiger Trip war das, eine Menge leckeren Essens, viel frische Luft, schöne Berge, jede Menge Schnee und etwas Zeit zum lesen und quatschen. Es tut gut mit Opa etwas Zeit zu verbringen, dieses Ferienwohnungsverreisen hab ich schon immer gern mit ihm gemacht, wobei meistens irgendwo in den Odenwald hinein.
Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc
Hier mal ein paar Bildhafte Eindrücke:
Unsere Ferienwohnung
Stadt Füssen
Hopfer See
Oben bei den Schlössern
Blood, Glory & Steel 













































