Protected: Blattsammlung.. | August 31st, 2009 |
Scroll of Chain Lightning.. | August 20th, 2009 |
..on the Horizon. Jetzt sitze ich hier kurz vor halb fünf und starre gedankenverloren aus dem Fenster. Die offenen Wunden an den Fingerspitzen aus denen Geschichten und Gedanken heute wieder einmal ihren Weg auf ein fiktives Blatt Papier durch mich fanden jucken noch nach und in meinem Kopf dreht sich alles. Fragen über Fragen. Wie wichtig ist das was wir tun? Wie wichtig ist es für die Welt was ein einzelner denkt und macht? Schall und Rauch! Wie wichtig ist es für uns selbst? Wichtiger als alles andere.
Die Gedanken ziehen mit dem Wind und verteilen sich in verschiedene Himmelsrichtungen, aus ihnen allen scheinen die Blitze im Hintergrund zu brechen. Kein Donner bisher, nur Blitze – sie erhellen die Wolken die zwischen mir und ihnen liegen. Die Luft ist warm aber frisch dank Bewegung und genau so fühlt sich Leben an. Kurz vor dem Blitzschlag, kurz vor dem Donnerhall, verdammt – ja, kurz vor dem Sprung aus dem Fenster weil es einfach schöner ist auch nur einen Moment zu fliegen als sein Leben lang darauf zu warten bis etwas passiert, zu sehen wie alles wofür wir gestritten haben verloren, verraten, verkauft oder vergessen wird und nichts als Erinnerung bleibt. Und das auch nur so lange wie andere, die die nach uns kommen, möchten. Ich spüle den letzten Schluck Nihilismus, in diesem Fall auch Ananassaft genannt, hinunter und spüre wie er mir von der Kehle in den Magen wandert.
Vorbei an diesem offen klaffenen Stück gebrochener Maschinerie, vorbei an der offenen Wunde die ich zu meinen schönsten zähle. “C’est la vie..”, denk ich mir. Im Kopf beginnen ein paar dusterschwere Gitarren das Riff eines bösen Märchens zu spielen, genau dieses Lied. Ich schiebe die Gedanken beiseite, die sich mir aufdrängen wie Senfkörner die aus einem Rasen sprießen. Warten muss ich, warten und nochmals warten. Warten bis ich gesund bin. Warten bis sie zurück ist. Warten bis alle Papiere da sind wo sie sein sollten. Warten bis ich wieder einen Schritt weiterkomme. Und in der Zwischenzeit?
Ich habe eigentlich große Lust mich mit einem Revolver und einer Flasche Wodka an einen gammeligen Tisch zu setzen und mir eine Patrone ins Glas und einen Schluck in den Lauf zu packen, laut zu lachen und mich dabei zu filmen. Und zwar einfach nur weil es verdammt lächerlich ist. Ich bin sauer. Um genau zu sein, stocksauer. Ich werd die Welt nicht ändern, damit habe ich mich vor langem abgefunden. Aber was mich im Moment aufregt ist, daß ich ihr nicht das antun kann was ich gern würde. Es ist schon echt scheiße wenn man mittlerweile an dem Punkt angelangt zu sein scheint, daß man nicht lieben kann ohne zu hassen und umgekehrt. Ach was solls – Worte.. nur Worte. MEINE Worte. Ich kann Dir die Welt aus den Angeln reißen, wenn ich will. Worte, mein lieber Freund, sind die einzige, unwiderlegbare und nicht abwehrbare Waffe, die wir im Kampf um unser aller Zukunft haben.
Und daher richte ich mein Wort an jeden, der es nicht hören will: Pass auf was Du sagst, denn es könnte der Spruch sein mit dem Du nach Deinem Ableben zitiert werden wirst.
Heutzutage hat doch kaum einer die Eier, den Stil und die Power was draus zu machen, aus dem was ihm in die Wiege gelegt wurde. Und somit ist ein erschreckend großer Teil von uns verdammt zu einem Leben in Mittelmäßigkeit und Autolobotomie. Wundervoll, wenn mans ignorieren kann. Diese Fähigkeit geht einem aber mit dem im Alter fortschreitendem Zynismus verloren.
Ja, ich weiß, ich erzähle gerade NICHTS neues. Ich werd mich schon wieder fangen, weitermachen, ja und amen sagen und so tun als würde mich das alles nicht die Bohne interessieren. So wie Du. Und Du. Und Du. Und ihr da drüben auch.
Am Arsch die Waldfee! Das ist nicht meine Welt und ich habe JEDES Recht dazu mich in meine eigene zurückzuziehen. Und mal ehrlich, WER kann es mir übelnehmen, wenn ich grad mal bock hab sämtliche Klischees auszuloten, einfach mal die Ansicht die ich gerade noch hatte zu revidieren und mich in ein seelisch-metamorphes Paradoxon zu stürzen? Ich habe Bock auf diesen Scheiß. Dieser Wahnsinn, das Spiel mit der Wahrnehmung und mit der ganz bestimmt weltbewegenden Moral oder bessergesagt Amoral (ob Amor wirklich was davon hat?) – das ist doch alles, was einem bleibt, wenn man sieht wie wenig konsistent der Rest ist.
Und bevor ich in irgendwelchen Mindframes von Vorgestern und Illusionen von Morgen meinen Geist verschütte und mir in Gedanken einen von der Palme darauf wedel, daß ich so tun kann als könnt ich denken, verändern und machen.. schweig ich doch lieber, grinse ich doch lieber, denke Dinge von denen ich nicht will daß sie jemand versteht und versuch der Realität™ eine gewisse Komik abzugewinnen. Geile kranke Scheiße, die Welt auf die man mich geschmissen hat – mal gucken was man draus machen kann. Oder wie Col. Hogan schon über das Stalag 13 sagte – eigentlich ist es ganz nett, aber immer leben möchte ich hier nicht. Aber man hat ja Zeit in meinem Alter. Und es bleibt spannend.
Ich wünsche gesegneten Stuhlgang, allerseits!
Protected: Schicht. Wechsel. | August 20th, 2009 |
Protected: Un Lock Down.. | August 18th, 2009 |
Protected: Ein Abend im Theater.. | August 16th, 2009 |
Blood, Glory & Steel