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The land of Ice..

June 7th, 2009

..and Geysirs. Meine Mutter feierte jüngst ihren runden Geburtstag und hat mich und Majid mitgenommen zu einer atemberaubenden Reise auf eine Insel ohne Wald, dafür aber mit Vulkanen und faszinierenden Landschaften. Nach einem etwas nervigen Terrourismus-Check meiner Gepäckstücke und insbesondere meiner verdächtigen Person (na klar, wenn ich mir den Bart enttschetschenisiere, könnt ich glatt als langhaariger Bombenleger durchgehen – obwohl die Zeiten wo das populär war ja schon einige Jahrzehnte zurück liegen) wurden wir zu unserem Flieger dirigiert und dann gings direkt in die Luft.

Wenige Stunden später landeten wir in Keflavík und nahmen unsere Koffer entgegen. Der Mietwagen sollte sich noch als Problem herausstellen, hatten wir auf einer Insel mit wenigen ausgebauten Straßen doch mal KEINEN Geländewagen genommen. Geographie, sechs, setzen! Was solls, erstmal gings Richtung Reykjavík, raus auf eine der Vorhauptstraßen und ab ins Hotel. Auf der ganzen Insel, so teilten uns die Flugblätter am Mietwagenzentrum mit, herrsche ein maximales Speedlimit von 90 km/h und die Strafen für dessen Überschreitung beginnen im vierstelligen Bereich, mit einer zwei vorne dran. Gut zu wissen. So wusste ich wann ich jedes Mal den Hut festhalten musste, wenn M. beim Anblick der Uniformierten gut auf die Bremse ging.

Die Zimmer waren zweckmäßig und eigentlich ganz angenehm eingerichtet, Internet gabs auch und die Minibar bot genug Platz für eventuelle mitternächtliche Fressattacken, wenn man genug dort gebunkert hat. Rucksack in die Ecke gepackt, umgezogen, Lappy in Betrieb genommen und ab zum Abendessen runter. Wir schlenderten eine Weile auf unserer Straße umher bis wir fündig wurden, aber dort gabs dann auch ein Gedicht von Essen. Langustensuppe, den Fang des Tages (ich glaube es war was dorschiges), dazu noch Nachtisch.. wir rollten eher zurück zum Hotel als daß wir gingen.

Da wir noch im Zeitraum der weißen Nächte nach Island gekommen sind, wurde es auch nicht wirklich dunkel. Gegen drei Uhr morgens war es so hell wie im Juni um halb Acht abends bei uns und dann wurds wieder heller. Interessanter Effekt. Lässt einen die Zeit fast vergessen und strengt ein klein wenig an, vor allem wenn man selbst eher der Nacht zugewandt ist als dem Tag. Aber wofür gibt es die von der bärtigsten Bands aller Zeiten propagierten billigen Sonnenbrillen?   :-D

Am nächsten Tag planten wir eine naheliegende Route und klapperten sie ab: Zu allererst ging es an die Stelle wo die tektonischen Platten von Nordamerika und Europa auseinander driften. Ja, Island wird größer! Auf der einen Seite der Schlucht steht eins der ältesten Parlamente Europas, datiert auf etwa 930. Von dort aus weiter zu den Geysiren, die nicht nur seeehr abenteuerlich rochen (of Schwefel) sondern mit ihren meterhohen Ausbrüchen und Rauchschwaden ein beeindruckendes Schauspiel boten.

Der nächste Halt war der Wasserfall Gullfoss, nicht der höchste aber dafür der schönste. Bis ganz nach vorn konnte man sich vorarbeiten, wurde von fliegendem Wasser gut abgeduscht und konnte vor lauter Rauschen sein eigenes Wort nicht hören. Aber diese Energie.. unglaublich. Ein Gefühl, als würde man an einer der Pulsadern der Welt stehen.

Da wir unbedingt einen Vulkan und sein Lavagestein sehen wollten, bogen wir irgendwo in die Pampa ab und in Luftlinie Richtung des Vulkans Hekla, der im Jahr 2000 erst das letzte Mal ausgebrochen ist. Da für solche Straßen unser Opel nicht gerade die beste Fahrzeugwahl gewesen ist, kamen wir nach einer Weile nur noch stockend voran und der Wagen drohte mit Schüttelattacken und lautem Geräusch aufzugeben sobald wir mehr als 40 km/h fahren wollten. Schotterwege ahoi! Mitten im Nirgendwo machten wir eine kleine Pause und weit und breit war nichts und niemand zu sehen. Die perfekte Ruhe. Und überall schwarze Steinchen.

Irgendwann brachen wir dieses kleine Experiment ab und fuhren zurück in die Zivilisation. Gut, selbige ist relativ zu betrachten, wenn man sieht wie verbreitet an hiesigen Tankstellen Hufeisen und ähnliches gewesen sind. Wir passierten R-Town und fuhren direkt weiter, hatte ich doch ein Flugblatt eingesteckt wo ein Wikinger-Restaurant und -Hotel angepriesen wurden. In selbiges begaben wir uns und speisten vorzüglich. Klassische isländische Küche aus einer längst vergangenen Zeit. Dazwischen gab es noch den einen oder anderen Schwertkampf und Live-Musik von Tisch zu Tisch zwecks Unterhaltung. Herrlich!

Am nächsten Morgen zog es uns in die Blaue Lagune, die mir bereits wärmstens (10 ct in die Wortspielkasse ) empfohlen wurde. Ich traute meinen Augen fast nicht, es war ein sehr skurriler Anblick. Wie ein Pool gefüllt mit heißer blauer Milch. Wir badeten eine Runde in dem gesunden Zeug und machten uns nach einem kleinen Happen auf den Weg zurück ins Hotel, wo wir zu unserem Rundflug abgeholt werden sollten.

Die Eagle Air brachte uns in einer Cesna nach oben, die vom Innenraum gerade mal das 1,5-fache von einem Kombi bot. Tja, manchen wird es etwas blümerant, wenn zwischen ihrem Hintern und dem nächsten Stein etliche hundert Fuß Luft sind. So auch Majid, der seine Mütze zweckentfremden und später entsorgen musste. Ich konnte mir an der Stelle die Gelegenheit natürlich nicht nehmen lassen einen diskriminierenden Spruch zum Thema fliegende Teppiche loszuwerden, was auf selbstironische Gegenliebe stieß. Der arme Kerl konnte einem echt nur leid tun, am Anfang schien es ihm noch Spaß zu machen, aber irgendwann ist ein Luftloch auch mal eins zu viel, wie es aussieht.

Da ich meine Jugend vor Simulatoren aus dem Hause Lucas Arts verbracht hatte und sonst auch leidenschaftlich gern geflogen bin, konnte mich das nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Wir machten eine kleine Zwischenlandung auf einer Insel namens Vestmannaeyjar und wurden dort ein wenig umhergeführt. Unter anderem gab es dort einen “neuen” Berg zu begutachten, der bei der letzten Eruption 1973 entstanden ist und einige Häuser unter sich begraben hat. Aus diesen Häusern haben die Bewohner eine Art begehbares Museum geschaffen.

Wir gingen wieder in die Lüfte, diesmal mit Papptüte in der Hand anstelle der Mütze. Ein kleiner Ausflug zum Gletscher war noch drin, bevor uns das Inselfestland wiederhatte. Das Whale-Watching haben wir mal ausfallen lassen, ich glaube das zu genießen wäre für einige Mägen nicht mehr drin gewesen. Geothermik, faszinierende Landschaft, nette Leute und vielseitige Küche. Ich glaube ich komme wieder. Die Luft, die Atmosphäre.. ruhig, frei und natürlich.

Schöne Insel, schöne Tage. Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

Bilder aus dem Land des Eises:

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Unser Stahl ist frei von lebensverlängernden Zusatzstoffen und die mit ihm hergestellten Rückstände sind zu 100% biologisch abbaubar.
 
“The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.”
--- William Shakespeare ---