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Up from the ashes..

August 25th, 2007

..and back to hard routine. Ich glaube die, die in den Wochen nach Wacken versucht haben, mich zu sehen wissen was ich damit meine, wenn ich sage ich hatte die letzten drei Wochen so gut wie keine Zeit (Wochenenden eingeschlossen). Tatsache war, daß sich aufgrund einer Verkettung seltsamer Umstände ein Berg Arbeit auf mich wartete, der in der Zeit Wackens liegengeblieben war. Das war mir eigentlich nur recht, zumal sich das W:O:A katastrophal auf meinen Ressourcenplan ausgewirkt hatte: Ich habe insgesamt 2 Wochenenden plus 5 Urlaubstage damit zugebracht mich in einer nicht ganz bequemen Umgebung nicht zu erholen. Von der Tatsache, daß das Wacken meinem Seelenfrieden im Gegensatz zu sonst nicht wirklich zuträglich gewesen ist, klaffte noch ein gigantisches Loch in meinem Haushaltsplan. Und Löcher gehören gestopft, also Kopf wieder angeschmissen und ran an die Arbeit. Bit für Bit und Byte für Byte. Nach etlichen Überstunden, einem wahrscheinlich unmenschlichen Berg Kaffee und kaum mehr als ein paar Stunden Schlaf die Nacht hatte ich wenigstens ein wenig das Gefühl, daß die Zeit für mich arbeitet anstatt gegen mich.


Zu meiner großen Überraschung fand ich zwischen Tür und Angel doch noch immer wieder die paar Stündchens das Wichtige wahrzunehmen, sei es meinen Opa im Krankenhaus zu besuchen, der die DK-OP erstaunlich gut überstanden hat und sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung befindet, oder das umrüsten meiner beiden Rechner auf funktionsfähiges Linux Kubuntu Feisty 7.04 KDE. Ich hab mich am Anfang sehr geärgert weil ich mich mit Linux so null auskannte, daß ich es eigentlich hätte anders angehen müssen, aber nach der xten Neuinstallation hab ich dann die kleinen Handgriffe gelernt, wie zB das Updaten des Systems (ohne das grad mal garnix geht) und so weiter. Foren sind da die Lösungsquelle Nr.1. Mittlerweile bin ich mir fast sicher, daß ich in 3 Tagen Linux-Experimente mehr gelernt hab als in einer ganzen Woche Lehrgang überhaupt möglich und kann die Konsole relativ sicher bedienen und auch den ganzen anderen Scheiß, der per se supereinfach ist unter einer Voraussetzung.. man weiß wie es geht. :D Das Niveau auf dem ich mich bewege ist zwar noch sehr rudimentär, aber ich merke in den ersten paar Schritten Linux schon wie viel freier das System ist verglichen mit Windoze und werde mich da weiter einarbeiten. Den Laptop hab ich jetzt fast nur noch unter Linux laufen, alles tut was es soll, außer dem 3D-Desktop, da hapert es an den ATI-Treibern für die Mobilgeräte, die für sich genommen unter Windows schon scheiße sind (und der Grund warum mein Rechner monatelang ein Absturz-Lotto veranstaltet hat). Die Datensicherung hab ich über TrueCrypt bequem mithilfe unseres Servers durchgeführt und nach weniger als einem Tag hatte ich es tatsächlich hinbekommen mich der Pinguinfront anzuschließen und loszuhämmern.

Nebenbei habe ich mir jetzt ca. 22 Plug-Ins für den Firefox geholt, angefangen vom Wetter-Tool bis zu meinem Lieblingsspielzeug im Raum Web-Design: MeasureIt. Ein Lineal zum ausmessen von auf dem Bildschirm angezeigtem Kram. Ich stelle einige PlugIns bei Gelegenheit mal vor, damit hier mal sowas wie meine Top-5 Liste reinkommt. Der Firefox ist ein unglaublich mächtiges Werkzeug geworden und während die IE-User immernoch denken sie haben tolle Microsoftqualität (die nebenbei bemerkt noch immer keine Stylesheets gescheit anzeigen kann und riskiert jede seite zu verhunzen die mehr als nur ein wenig Design besitzt) und die Opera-Menschen auf ihre Widgets schwören, denk ich mir meinen Teil dazu, ja
ge haufenweise Daten über den FireFTP oder freue mich wenn in meiner Statusleiste rechts ein kleines Gewitterwölkchen auftaucht und mir sagt, bald gehts ab. Ich weiß nicht wer die Browserkriege endgültig gewinnt (und vielleicht wird das niemand, was besser fürs Geschäft ist aber scheiße wenn die Hampel von MS sich nicht an die W3C-Geschichte halten) aber für mich gibt es einen Champion auf den ich in den Weiten des Internets nicht mehr verzichten möchte und es zum glück auch nicht muss. Alleine das über FTP aktualisierende Bookmarksystem ist schon genial, wenn man keine Lust hat an vier verschiedenen Rechnern ständig alles doppelt und dreifach zu speichern. Social Bookmarking á la MisterWong oder delicious sind klar eine feine Sache, aber gerade bei den spezielleren Bookmarks freu ich mich über meine XML-Basierte Schaltzentrale die dafür sorgt, daß ich den Scheiß IMMER im Browser dabeihab. :)

Spaßig war auch, daß im Büro sich die Monitore auf meinem Schreibtisch häuften. Keiner wusste genau um den Sinn und zweck der Aktion, aber es war eine sehr freudige Geschichte, als ich dann vor drei Monitoren und zwei Mäusen saß und nicht mehr so recht wusst, was wohin und wie. Diese Verwirrung läste sich recht schnell wieder auf, aber es ist schon irgendwie abgefahren mit verlängertem Bildschirm zu arbeiten.

So, aber genug von der technischen Front – kommen wir zu leckeren Entdeckungen. Die haben wieder was mit dem Grill zu tun, den ich auf Balkonien mittlerweile regelmäßig in Betrieb nehme. Das überdimensionale Waffeleisen war eine der Besten Investitionen seit langem – für schlappe 30 Tacken, wartungsarm und eine echte Wohltat für spontane Grilleinlagen auf Balkonien. Nach dem Wacken haben wir es mit Killer, Dyron und Alucard direkt in Betrieb genommen und dabei die letzten Reste der aus Wacken mitgebrachten Asgaard-Biere beseitigt. Lecker und locker. Einige Tage später haben wir mit Anja ein kleines Pilze-auf-dem-Grill Experiment gestartet und auch das war durchaus von Erfolg gekrönt, do daß ich es jetz vor kurz und knapp auch wiederholt hab. Aber das war nicht das einzige wovon ich mich ernährt hab, denn da ich noch etwas Erdnussbutter und Martini im Haus hatte, hat sich auch da ein Rezept verselbstständigt, was sich immer größerer Beliebtheit zu erfreuen scheint.

Wermütiges Huhn in Erdnusssoße (für 3-4 Pers.)

Man nehme 600g Hühnerbrustfilet, Gewürze verschiedener Art (weißer Pfeffer, Estragon, etc.), etwas Erdnussbutter, Schlagsahne und einen großzügigen Schluck Martini.
Phase 1: Man nehme das Huhn und schneide es etwa in die Dimensionen 4x7x2cm. Dann kommt es in die Pfanne wo es gewürzt und angebraten wird, bis es durch ist.
Phase 2: Der Martini wird über das Huhn gegossen und es wird leicht darin angekocht. Sobald sich jener fast verflüchtigt hat, kommt Erdnussbutter dazu und wird ordentlich unter das Huhn gerührt. Man brate es bis es anfängt an einigen Stellen anzukrusten.
Phase 3: Die Sahne kommt nach Augenmaß drüber und löscht die Klebekruste, die sich gebildet hat, ab. Jetzt – abhängig davon ob man dazu Reis oder Nudeln servieren mag – kommt Käse drauf. Es ist kein Geheimnis, daß Reis und Käse nur sehr sehr bedingt vereinbar sind und hier ist das nicht der Fall. Ich empfehle Thai & Basmati Mix dazu, dann kanns auch ruhig etwas mehr Sahne sein, oder aber Bandnudeln, die dazuwandern in die Pfanne und dann mit einem milden Käse verfeinert werden.
- fertig -

So, das war jetzt eigentlich kein wirklich effizienter Bericht des täglichen Tuns und Lassens der letzten Wochen, vielmehr ein Versuch das ganze zu umreißen und wenigstens mal wieder in die Schreibroutine zu kommen. Und jetzt hol ich mir meinen Kaffee und schaue, daß ich Choko vor die Tür bekomme und den Ian mal wieder herhol, der ist nämlich mittlerweile wieder im Lande. :)

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Seven deadly sins..

August 15th, 2007

..seven ways to win. Das siebte Wacken stand vor der Tür und es begann so, wie es immer beginnt: Mit der Warm-Up Party. Ich hatte einige Kleinigkeiten zusammengestellt, die an dem Abend noch gespielt werden sollten und begab mich nach einem ziemlich langen und mühseligen Wochenende in Richtung Entspannung, womit ich etwas vor Elf im Final eintrudelte. Die üblichen Verdächtigen hatten sich längst im Raum verteilt und nach der gewohnten Begrüßungszeremonie hatte ich festgestellt: Oha, nicht alle die mitkommen sind hier, aber alle die mitwollen würden sinds. Nun, bei ein paar Gestalten war ich erfreut/überrascht, weil man die nicht zu oft sieht, aber so ists ja bei etwas größeren Happenings immer.


Wir feierten wie es sich gehört und gewöhnten uns schonmal an die Tatsache, daß es am nächsten Morgen etwa 600 km gen Norden gehen würde. Ein Teil der Leuts jenseits des Main sind schon dort gewesen, aber bislang kam von ihnen keine weitere Meldung, also ist anzunehmen, daß alles war wie es sein sollte. Wir planten Göhrks “wie komm ich auf den Campground”-Aktion und quasselten einen Haufen Unfug zusammen unter Verzehr von u.a. honighaltigem Getränk. Danks selbigem erinner ich mich – mangels Gewohnheit wahrscheinlich – nicht mehr wirklich an allzuviele Details davon, aber das Gröbste bekomm ich noch einigermaßen zusammen.. aber wofür ;) War einfach mal wieder bitter nötig und hat gut getan und damit basta! :D Es war ein Abend, der in Anbetracht der Planung des darauffolgenden Tages eigentlich wieder mal viel zu spät endete. Das war zwar auch so vorgesehen, aber aus irgendeinem Grund liefs so gut, daß es gar nicht enden wollte und als dichtgemacht wurde, war es auch noch immer einigermaßen gut Gefüllt. Ja – ich auch. :P Ende vom Lied ist wohl gewesen, daß ich mir den Wecker auf 0900 gestellt hatte, ihn aber wohl nicht gehört hab.


Die Abfahrt war – im Gegensatz zu den Jahren davor – nicht auf Mittag gelegt, sondern auf zwei Stunden früher. Dies führte bei so einigen Herrschaften zur Verwirrung mittlerer Größenordnung und auch ich war von selbigen Umständen, nebst Weckergeschehen, davon betroffen. Irgendwann klingelte es und Pela und Tuschl standen bei mir auf der Matte. Ich suchte was ich greifen konnte an Krempel zusammen und wir begaben uns zum RV, wo die meisten schon auf uns warteten. Nicht alle, aber die meisten.Es gab eine beschleunigte Repack- und Frühstückssession, bei der ich meine Habe einigermaßen sinnvoll noch dahin stopfte wo platz war und nicht gemerkt hab was ich alles vergessen hatte. Das fiel natürlich erst dann auf, wo es schon längst zu spät war. Naja, sollt wohl so sein – ich vergess warme Sachen und co ja auch ständig, aber so desorientiert wie ich an dem Morgen wohl war, hatte ich dummerweise weder an die CDs gedacht die ich für die Fahrt brennen wollte, noch daran meine Schlüssel einzustecken – was später noch zu einigen unvorhersehbaren Umständen führen sollte, aber dazu später mehr.

Zunächst mal wieder zu den Dingen die (fast) waren wie immer.. Die Fahrt. Nun, genaugenommen war sie alles andere als wie immer, was an dem Musikmangel lag. Normalerweise hatte ich immer meine Compilations mit und Arthur seine ein bis zwei Folder wo CDs drinne waren. Dies mal hatten wir nicht eine CD. :( Einiges war aber doch typisch für unsere Fahrten, nämlich ein LKW mit entsprechend passender Beschriftung. Dieses Jahr gab es Steel Trans – und wem das nicht Klischee genug ist, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Wenigstens besser als Engel-Umzüge letztes und Toten-Transporte (Norsk) vorletztes Jahr. :] Wie üblich machten wir an den gewohnten Stellen Rast und ließen uns auch die Schnitzelplatte nicht entgehen. Nachdem der Krautsalat bewertet und für überflüssig befunden wurde, Schnitzel und Pommes jedoch ihren Weg in den Magen fanden, fuhren wir trotz durchaus alarmierender Meldungen von Thorsten weiter. Was hättemer auch machen sollen, nich? ;)

“Wenn das Excalibur ist, will ich nicht wissen wie es jemand geschafft hat, dieses Schwert in einen Stein zu stopfen”

— Anton

Nach einer kurzen Unentschlossenheit, einem mit Schwert und Schaumstoffrolle ausgetragenen Kampf und einem nicht besonders gut organisierten Einkauf, hatten wir alles zusammen, was wir brauchten. Und ein paar Dinge mehr, natürlich. Da Bramanns Karre nicht mal eine Handbreit über der Straße hing, gings dann erstmal ans Umverladen und so verfrachteten wir auch einige Sachen in den Bus und überhaupt hin und her. Ich wollt mir dieses Jahr zur Komplettierung meines Zeltschildes Aluschalen holen, die gab es auch wo wir waren, doch wurde dieses Unterfangen vom aktuellen Wetterbericht abgewendet.

Db0: “What do you want these for?”

Arnoc: “Keeping away the sun..”

.. *one thought more* ..

Db0: “Arnoc.. there won’t be any sun!”

(Problem solved!)
Wir dachten wir hatten das beschwerlichste hinter uns als wir in Wacken einfuhren. Weit gefehlt. Kaum Metaller zu sehen, überhaupt irgendwie alles tot – wir fuhren weiter und erkannten den Ort fast nicht mehr, wurden umgeleitet und ein mal über den gesamten Weg um den Campground geschickt. Was hier los war, war unklar – klar war lediglich, daß es irgendwie nicht so war wie sonst und unsere Chancen auf C zu kommen sanken und sanken. Als der Transporter auf O gelenkt wurde und man uns bat uns bei E oder D blicken zu lassen, gings uns schon auf den Senkel. Als wir aber am Elefantenfriedhof auf D ankamen, war es mit der guten Laune endgültig vorbei.Eine Qualle mit Seargentstreifen dirigierte uns auf den mehr oder weniger durcheinandergewürfelten improvisierten Parkplatz. Wider gegen jede Feuerschutzvorschrift und wider jeden Wunsch am Wagen zu campen mussten wir also allem Anschein nach den gesammelten Schrott auf eine mutmaßliche Campingfläche schleifen, teils so tief im Matsch, daß an saubere Schuhe wohl den nächsten Monat nicht mehr wirklich zu denken war. Na lecker – Karre weiß der Himmel wo, Zelt in einer Pfütze aufstellen und die Pavillions drumrum. Wird ja immer besser: Wir sind am Fuß eines Hügels gelandet, an dem mangels Windschatten uns selbiger von einer Seite die ganze Zeit in den Nacken ging. Nungut, ich musste erstmal sehen, daß ich meine Sachen aus dem Bus bekomme und dann aufbauen kann, dann wird Lagebericht gemacht und Schaden begrenzt. Go, go, go! Ich suchte mir eine nicht zu nasse Stelle und begann mein Wüstencamo auseinanderzufalten, danach wurden die Pavillions so gut zusammengepackt wie es die Umstände zuließen. Mangels Auto fehlte natürlich jede grundsolide Befestigungsmöglichkeit.


Nachdem wir mit der Schlepperei, den Zelten und den Pavis durch waren, galt es erstmal einen zu heben. Wo zum Henker sind wir? Dreiländereck C/D/E. Nargh, bollocks! Das fängt schon mal gut an.. Einige Biere später hatte ich keine Lust mehr im Lager vor mich hin zu faulen und klemmte mir ein wenig was zu trinken unter den Arm und stiefelte bei Thorsten vorbei und danach ein mal über C – wie jedes Mal. Auf C selbst sah ich einige zerstörte Pavillions vom Sturm die Nacht zuvor und einige Autos, die so über und über mit Dreck waren, daß es nicht möglich wäre sie anzufassen ohne was mitzunehmen. Wenigstens waren ein paar Manowarfreaks in der Nähe mit denen sich gescheit anstoßen ließ. Die Legion lagerte dieses mal auch ungewohnterweise nicht am äußeren Rand von C, sondern am oberen – wenigstens hatten die sich mit ihrem Mannschaftszelt so eingerichtet, daß es hielt. Einige Nachtgestalten später traf ich – wie könnte es auch anders sein – auf ein paar bekannte Gesichter. :) Nach ein paar weiteren Bieren landete ich irgendwann wieder bei uns im Camp und sah wie die letzten noch den sechsten Pavi hochzogen, beteiligte mich aber nicht mehr an der Aktion, da sie mir zu dem Zeitpunkt nicht sinnvoll erschien und überließ das den Enthusiasten.

Als ich am Morgen aufwachte und einen Blick über die Landschaft streifen ließ, waren die Pavillions nicht zu entdecken. Ich zog meine BW-Bergtreter an und machte mich auf dorthin wo sie in der Nacht noch gestanden haben. Und da lag es vor mir, einem modern(d)en Kunstwerk gleich, zerschredderte Metallstücke und Plane in einem wüsten Knäul. Nachdem Arthurs Telefon, welches von einem Ordner aufgefunden wurde, aufgegriffen haben und die anderen nach und nach erwacht sind, begannen wir, diese Konstruktion auseinanderzufriemeln. Ging auch. Unter der Anleitung unseres hauseigenen Baumeisters haben wir angefangen die Mutter aller Pavillions ins Leben zu rufen. Aus 6 mach 1. Wir verankerten das neue Baby nicht nur über nen Meter im Boden, wir stifteten noch vier Rollen Panzertape und das Ding stand. Windschild. Querbalken. Eingelassene Hauptträger. Wenn wir einen direkten Treffer einer atomaren Fernlenkwaffe kassieren würden, müssten wir die Plane wechseln – aber das wars.. er STAND!!!

Dann wurde es Zeit den Generator, den Kühlschrank und andere Kleinigkeiten (of Beer) von Camp O nach Camp C/D/E zu schleifen. Das ging nach einigem Umherlaufen und tatsächlich Finden des Transporters auch ganz gut. Währenddessen versuchte die Wacken-Orga die schwachsinnige Aktion gegen das Wasser. Sie holten einen Hubschrauber und versuchten das Wasser von Camp soundso, welches da wohl stand, nach “außen” zu drücken um das Gelände zu “trocknen”. Das ganze hatte was von einem Überdimensionalen fön und nicht ganz trockenen Socken und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, daß es was genutzt hat, aber ein lustiger Anblick war es wohl. Schade daß ich davon kein Foto habe – sonst würdet ihr ein fliegendes Fass sehen, daß über ner grünen Wiese schwebt. :P Zeit für den Grill. Bis die da mit ihrem ganzen Scheiß fertig sind, ist mein Fleisch (of gut aber günstig) längst nich mehr wie den Tag davor, also nix wie losgelegt. Schön mitten auf den Weg vor unserer Kaserne gepflanzt – kohle drauf und los kanns gehn. :) Yumyum!

Nach dieser Aktion war der Dienstag eigentlich auch schon fast rum und die Sonne zog gegen Abend, also warteten wir bis die Dunkelheit sich endgültig über das Gelände gesenkt hatte. Immer mal wieder zwischendurch kamen ein paar Besucher im Lager vorbeigestrauchelt, einige für Länger, einige für weniger lang. Thorsten hatte mir ein paar Flaschen Met mitgebracht, welcher sich auch wirklich als erstaunlich gut herausgestellt hat. Als es dann endlich so weit war, daß man eine Flamme auch auf Entfernung gut erkennen konnte, tunkte Kostas seine Haare in Wasser, seinen Kevlar in Öl und legte los. Es dauerte zwar einen Moment bis alles gescheit zu brennen angefangen hatte, doch kaum fingen die ersten Bewegungen an, war der Flammenkreisel nicht mehr zu bremsen.Das einzige, was unseren wabernden Feuerball störte war die Kette von Zeit zu Zeit. Aber er hat sich trotz gelegentlicher Reinwirrungen ganz gut durchgewuselt und uns eine feine Show geliefert. Leider bekam ich das aber auch nur ein mal mit, weil er den Rest zu andrer Zeit und an andrem Ort aufgeführt hat, doch hörte man hier und da mal von völlig fremden von seinen Gauklerkünsten :]

Nun, nachdem die Enden des Feuerstockes erloschen waren und Toni und ich uns auf durch die Nacht gemacht haben, nahm der Abend seinen wirren Fortverlauf. Programm war “Festival schönsaufen in guter Gesellschaft”. Ging auch soweit ganz gut. Nach ein paar gänzlich langweiligen Gestalten die wir quer verstreut angetroffen haben, nach einigen wenigen lustigen, ging mir Toni irgendwann aber wieder abhanden. Irgendwo tauchte dann dieses englische Ehepärchen auf mit denen ich zunächst eine weile quasselte. Ich denke der Kerl hieß Tim, den Namen von der Frau weiß ich nich mehr, aber sie hatte mehr Piercings im Gesicht als Lisa wohl am ganzen Körper, daher war das etwas markanter für meinen blauen Kopf zu merken. Nun, irgendwann war ich wieder auf dem Weg heim, nachdem ich mir Hand und Huf eingesemmelt hatte im hiesigen Schlamm, weil ich Autoschiebtechnisch wohl hilfsbereiter war als es für meine Hosen gut war. Drauf gehustet, ließ sich ja alles abklopfen. +++ AUTOPILOT +++Ich mache die Augen auf und sehe Camo über und neben mir. Mir ist kalt. Halt mal.. das ist GRÜNES Camo und nich meine Wüstenfarbe.. das is auch nich mein Schlafsack. Wo zum Henker bin ich hier und wie komm ich her? Nach einem kurzen Blick um mich und dem Erspähen der beiden Feuerstäbe in der Ecke vom Zelt war mit klar, daß ich wohl heute Gast der Camopolis geworden war und ein paar Momente später sah ich Kostas Füße aus meinem Zelt lugen. Na klar – er hatte meinen warmen Schlafsack und ich hatte nen wirren Blick, sah aus wie ein Zombie und mir war kalt. Von den 6 Flaschen Met war nicht mehr viel übrig und ich zog den Schluss daraus, daß egal wie viel ich trinken würde, ich mir dieses Wacken offensichtlich nicht mal mehr schönsaufen kann. Ja, ich hatte am Dienstag schon das Radar zugenüge voll. :-/ Aber dazu später mehr. Die Geschichte der Nacht war dann wohl relativ knapp gehalten – ich fand über den Autopilot ins Lager und pflanzte mich hin, pennte ein. Irgendwann haben die mich ins nächstbeste Camozelt geschmissen wo noch keiner drinlag, weil sie nich wussten welches meins war. Gut, es standen einige dort.. und alle baugleich. Kaffee gut, alles gut. Nach einer Tasse konnt ich wieder geradeausgucken und dann konnte der Mittwoch beginnen. Was stand heute an? Ach ja, Bändchen und all der Mist. Na gut, dann machen wir mal.. Hier also die Teilnehmer der sonnigen Mittwochsrally:


Der Mittwoch war sonnig, einigermaßen ruhig und wir hatten hier und da Besuch von unseren Russen vom letzten Mal, von Leuts aus anderen Lagern usw. Ans Umherziehen war nicht zu denken bei der knallenden Sonne und ich stieg wieder auf Hopfenkühlung und Pegel um nich umzukippen. Kreislauf.. Ich brauch erstmal nen Kaffee. :) Irgendwann war der solare Schrecken aber auch vorbei und wir machten uns so langsam durch die Gegend. Ich quartierte mich zeitweise bei Thorsten im Lager ein, wo auch ein paar spaßige Gesellen herumhingen, nebst den üblichen Galgenvögeln natürlich ;)

Thorsten: “..och seit Ewig.”

Arnoc: “Wie lange ist ewig?”

Thorsten: “Unendlich lang, mein Freund!”

Arnoc: “Das waren ACHT MINUTEN!”

— Philosophisches zur Zeit ( Unendlichkeit + Ewigkeit = 8 Min.)

Alles in allem gabs eine Menge Gegrilltes und wir ließen den Tag gemütlich passieren, Alucard kam zwischenzeitig im Lager an und baute mit Alex noch weitere die anderen Mitmenschen verwirrenden Camoflagezelte auf. Es wurde sich eingelebt und der letzte Rest vom Met fand irgendwann seinen Untergang in unseren Kehlen. Währenddessen tummelten sich immer Grüppchenweise mal hellhaarige Damen, mal dunkelhaarige bei uns im Lager, teils im Wechsel mit dem Lager von Thorsten. Reger Quasi-Austausch. Anschließend befassten wir uns mit zeitgenössischer Landschaftsfotographie:

Der Mittwochabend ging genauso schnell um wie die beiden Abende davor, allerdings war ohne einer unglaublichen Menge Alkohol kaum zu übersehen daß der Altersdurchschnitt um ein paar Jahre gesunken ist, das geistige Alter allem Anschein nach um mehr als ein Jahrzehnt und der Pegel der Exzess-Penner die von Mutti mit zwei Schulkameraden und nem Kasten Bier samt Taschengeld auf das Festival losgelassen wurden höher war als notwendig. Es war das alte Katz’ und Maus Spiel in einer sonderbaren Abwandlung. Die ganzen Jungspunde die sich benommen haben als hätten sie auf den Wackenbroschüren “Zwischen den Blowjobs gibt es Freibier und dazu laute Musik” gelesen pöbelten immer dreister alles an, was offensichtlich nicht Männlich war. Meine Fresse, wenn dem ersten dieser Hampel mal ne echte Frau über den Weg läuft, scheißt der sich doch in die Hose. Worauf die Kiddies wahrscheinlich spekuliert haben waren die ganzen 14-18 jährigen Gören, die mal was hartes spüren wollten – dumm nur, wenn man eben als einer dieser Pisser nicht zu den harten zählt. Da machen die harten Getränke das auch nich besser. Toller Irrglaube.. -.- Kurzum: Die Boys wollten die Girls, die Girls wollten die Men und die Men wussten um den Unterschied zwischen Girl und Woman. Jeder der irgendwas wollte wurde um so verzweifelter weil der Gegenpart nicht mitspielte und so wurden die Boys aggressiver und exzessiver, haben begonnen zu randalieren, während die Girls verzweifelt versucht haben mit Sprüchen wie “Horn gegen Titten” die an Land zu ziehen, die ohnehin mittlerweile nur noch genervt waren oder besoffenermaßen desinteressiert. Während also die Küken mit “Fick mich!” in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen von Lager zu Lager wankten, die Genervten schon aufhörten zu zählen wie viele Leute sie in ihrem eigenen Erbrochenen oben auf fremden Zelten haben schlafen sehen und versuchten den Feuerwerkskörpern auszuweichen, ballerten die beknackt gewordenen Kids die genausogut hätten auf die Loveparade fahren können mit Raketen durch die Gegend. Ganz großes Kino. So – das waren jetzt die drei am deutlichsten zu beobachtenden Klischees, der Rest verteilt sich irgendwo dazwischen. Also sorry, ich hab dafür kein Verständnis. Dass in der harten Szene gesoffen und gebumst wird was das Zeug hält, das gehört dazu und ist normal, aber DAS als HAUPTPROGRAMM zu betreiben halt ich für Quatsch. Das können die auch Zuhause und müssen nicht einem Festival daß vom Ausverkauf der marketingreichen Illusion “Wer in Wacken war ist hart” geprägt ist auch noch den letzten Rest geben. Wenns nach mir ginge, hätten wir da ruhig ne kleine Massenpanik ham könn, dann hätten die sich alle halbtotgetrampelt, und auf ein mal hätte man da wieder ein wenig Ruhe. :-[
"Wenn ich mir so die Schnuller, Lätzchen und die Made-in-Wacken-Kid-Shirts angucke, würd ich den Kondomen die die hier verteilen aber nich trauen.."

--- Ein Langhaarfreak am Merch-Stand

Ich glaube, die drei Filme Lord of the Weed, Wie macht man Wacken? und schließlich Full Metal Village haben ihr möglichstes zu der fragwürdigen Popularität beigetragen. Hätten sie es bloß gelassen. Tja - die Gei(st)er die man ruft.. *kopfschüttel* Das ist kein Ort für mich. Nicht mehr.

Irgend so ne Technofigur: "Eigentlich is das überhaupt nich mein Ding, aber fette Party habt ihr hier."

Arnoc: "Wenn das nicht Dein Ding ist, was machst Du dann hier?"

--- Die Witzfigur hats bis zum Ende nich kapiert.

Alles in allem war dieses Wacken voll mit Erstlingen, was ja nicht so schlimm ist. Scheiße wirds dann, wenn jeder halbwegs ernstmeinende Erstling drei bis vier Pappnasen dabei hat, für die gestärkte Wäsche schon zu hart ist, von Metal und Camping ganz zu schweigen oder daß die meinen die können sich benehmen wie sie wollen. Laufen rum und brüllen Wacken und was nich alles, ihr hirn verpestet von Euphorie die sie vielleicht niemals verstehen werden. Ich will mich hier nicht als ein Teil irgendeiner Elite aufspielen - das brauch ich nicht, wer mich kennt wird seine Schlüsse aus meinem Urteil schon ziehen können, aber für mich ist das Wacken Open Air gestorben und ich werde mich wieder mehr auf Alternativen besinnen. Ist ja nicht so, daß ich eine Woche Urlaub plus zwei Wochenenden plus haufen Geld nich besser und schöner gegen die Wand fahren könnte. Soll doch Holger und sein ICS-Verein sich den ganzen Zaster hinten reinstecken bis er vorn wieder rauskommt und sich mit dem Tokyo Hotel Shirts die es auf dem Metalmarkt gab den Hintern abwischen, schade nur um ein gutes Festival, daß mittlerweile zu einer Parodie vom Rock am Ring verkommen ist. Eigentlich wollt ich mal meine gesammelten Wacken-Jahresrückblicke mal zusammentragen und mal einen Post mit einer Timeline machen und und und, aber ehrlichgesagt - wenn ich mir das so angucke, ist es mir das nicht mehr wert. Es würde meine Zeit verschwenden und die Eurige auch. Ich denke meine Meinung ist hier deutlich rübergekommen und ich muss nicht mehr viele Worte verlieren.

Also zurück zum Festivalgeschehen selbst. Der Donnerstag begann und das Festival war vorbei, jetzt begannen die Konzerte. Ich zog meine Kreise durch die Gegend und traf auf diverse lustige Leute. Ich hatte Privateer ein paar Tage vorher im Camp schon aufgefunden gehabt (auch einer von den wenigen auf die ich mich wirklich sehr gefreut hab :) und irgendwo nicht weit von ihm wehte eine Flagge mit einer durchgestrichenen Schere.. Hairforceler. Nun, zumindest dachte ich es waren welche, kann aber auch sein daß sie den Pavillion gekapert haben. Wie dem auch sei - wenn man lang genug an der Kreuzung steht kommt auch irgendwann wer vorbei. Und witzigerweise passierte genau DAS. :] Hanna und Sascha kamen aus dem Nichts vorbeigestiefelt und waren ebenfalls wohl auf der Suche nach den Leuts aus dem VZ. Gut, wir stapften dann zu dritt weiter bis wir vorn ankamen, wo Corni bereits in der X-Mas Schlange anstand, wo man zum All-Inclusive noch zwanzig Tacken drauflegen sollte für das Bändchen. Nunja, als er endlich durch war und ein paar Biere später, schien er ja doch ganz happy das hinter sich zu haben. Zeit zum Treffen mit den Leuten die live auch gruscheln (gröhlen & wuscheln).

Ja, nach einer Weile umherirren, quasseln, der Vernichtung von einigen Flaschen Met, einem Schwertkampf in dem die Schwerter irgendwie gewonnen haben und einem Marsch zurück zu unserem Lager, war es soweit. Der Opener dieses Wackens sollten Blitzkrieg sein und die Eingänge waren gerammelt VOLL. Ich hatte noch mein Klappmesser vom Camp mit und die Security war so frei es zu ignorieren. Nein, es waren nicht alle wegen der Musik nach vorn, nein sie gingen nach vorn weil man da hin konnte und die Leute die die Band wirklich sehen wollten kamen zum Teil zu den letzten 4 Liedern und hatten nicht viel davon. Super Sache. Nun, immerhin hatten wir jetzt die Chance auf diesem Matsch-und-Heu-Boden aka Battleground umringt von Kennern, Posern und dem Rest uns eine Superstimmung ohne Gedränge zu geben und das eine oder andere Lied nachzuholen, was wir auf dem Swordbrothers verpasst hatten, darunter Blitzkrieg, Tortured Souls und andere feine Sachen :)

Da blöderweise der Gig recht knapp gehalten wurde (vor allem für die schlecht, die dank Stau zu spät kamen), hatte ich nicht unbedingt die Motivation länger zu verweilen. Sicher ists immer wieder eine Freude die Bands zu sehen, die in Wacken auf dem Donnerstags-LineUp zu sehen sind, aber ich muss sagen mir waren die herbeiströmenden Menschenmassen schon mehr als genug und ich sah zu daß ich wieder aus dem Gedränge rauskam. Erstmal zurück ins Camp, mich einigermaßen zurechtfinden und dann Planung.Viel mehr war aus dem Donnerstag eigentlich nicht rauszuholen, jeder war irgendwo und ich hab gemerkt, ich hab eigentlich überhaupt keinen Nerv auf alles was bei uns im Lager is und eigentlich hatte ich noch nicht mal den Nerv auf den gesamten restlichen Schwachsinnsverein, der durch die Gegend stiefelte, irgendwas von “Spiderschwein” rief und sich vollgelaufen am laufenden Band irgendwelche Scheiße leistete. Also Krempel gepackt und mich mal in aller Ruhe zum Camp H leiten lassen, wo ich auch den Rest des Abends in überaus angenehmer Gesellschaft recht ruhig zubrachte, bis auf einen Generator (of the marsh) und einigen Leuts die gegen ein Zelt schifften wo ein Chemieklo drin war – was für Verwirrung mittleren Ausmaßes sorgte.Ich hievte meinen müden Hintern ins Zelt und schlief ein wie tot. Ich glaube am Morgen darauf sah ich auch genauso aus. Zumindest fühlte ich mich entsprechend. Eine Woche Campen ohne alles und ohne nix ist ja gerade auf Festivals nicht das Problem für mich, aber das ist halt nochmal Tagesformabhängig und in dem Moment wo ich mich an einem Ort nicht mehr allzu wohl fühle, bekomm ich schneller schlechte Laune als mir lieb ist. Faszinierenderweise hatte das Pärchen von der anderen Seite der Mauer (oder in diesem Fall des Grabens) ein interessantes gegenseitiges Servicesystem hochgezogen. Und da heißt es Servicefachkräfte seien hierzulande Mangelware..

Doch begann der Freitag gemütlich. Wir hatten allerhand Kaffee und Käse war auch noch da, Eugen hatte ein wunderbares Gullasch den Tag vorher zusammengezaubert und man konnte wirklich nur noch über die Sonne klagen. Zu viel Sonnenlicht macht mich allem Anschein nach depressiv, hab ich festgestellt. Das is im normalen Alltag eigentlich nicht das Problem, aber auf einem Feld wo man ihr kaum entrinnen kann, sieht es schon völlig anders aus. Ich ließ so einige Konzerte an mir vorbeirauschen und versuchte mich wieder in meinem kleinen Universum zurechtzufinden, indem ich nur die hineinließ, die ich wirklich da haben wollte.Ging auch soweit ganz gut. Irgenwann war der Zeitpunkt gekommen, wo ich mir Guardian mit dem Fernglas vom Biergarten aus ansehen wollt und sammelte unterwegs die ein, die das selbe vorhatten. Sie hatten bereits begonnen und auf dem Weg dahin, den wir über Camp C nahmen waren sie auch laut und deutlich zu hören, was sich aber schnell auf der offenen Fläche vor dem Biergarten erledigt hatte. Die Menge des Publikums war beachtlich, aber es war so brechend voll, daß es bei allem guten Willen wohl hinter den Absperrungen kein Vorankommen gegeben hatte. We stood and watched. Corny und Thorsten holten sich eine Schweinshaxe und ich packte das Fernglas in Richtung Bühne und versuchte zu sehen was da vor sich ging.

Seit wann muss Hansi beim Bard’s Song durchsingen? Wie konnte es sein, daß ich diese schier endlose Menge an Menschen nicht hören konnte während sie ihre Zeilen hatte? Warum sind die mit jedem Lied leiser geworden? Es war ein Trauerspiel. Instrumental wie programmtechnisch waren die Jungs in guter Verfassung und haben alles gegeben, aber what the fuck war mit dem Publikum los. Klar, wenn man mittendrin stand, wars anders und der Wacken ist nicht gerade für guten Sound berühmt (siehe Slayer vor paar Jahren), aber DAS war eine KATASTROPHE. Es war dieser Band und den Liedern nicht würdig. Wo waren die Schreie nach Valhalla zwischen den Liedern? Alles so leise? Ich tat das, was ich bei der letzten Katastrophe zum Manowargig auf dem Earthshaker gemacht hatte. Die Devise “Lieber gar kein Konzert als SO EIN Konzert.” Und ging. Es tat weh. Das hier war nicht Wacken. Das hier war eine überzüchtete Farce. Das war kein Wacken Publikum, das war irgendwas anderes. Welcome to dying. Ich stiefelte enttäuscht in die frische und nicht allzu kühle Nacht und sah zu daß ich wieder ins Lager kam. Das konnte es nicht gewesen sein. Keine Demons & Wizards Nummern – und an der Stelle würd ich sogar sagen – gut so! Das Publikum hätte dumm aus der Röhre geschaut und niemand hätte was damit anfangen können. Perlen vor die Säue.. :( Ich hatte die Schnauze gestrichen voll. Geiles Billing hatten wir dieses Jahr, ohne Frage. Was daraus wurde, steht auf einem völlig anderen Blatt. Ich entschloss mich dazu, daß ich mir nur noch Stormwarrior geben würde und danach die Wackengeschichte für mich ein Ende gefunden hat. Gesagt getan. Während im Hintergrund das was von Iced Earth noch übrig geblieben ist versucht hatte klangtechnisch gegen die ständig zündenden Knallkörper anzukommen und sich mit dem Treiben auf den Wegen ein paar Meter vor meinem Zelt vermischte, schlief ich mit dem Gedanken ein, daß dieses Zelt einen entscheidenden Vorteil hatte: Hier drin hatte ich wenigstens meine Ruhe. Naja, irgendwann am Morgen des Samstags brach die Sonne wieder durch und schmiss mich nach Atemluft ringend wieder aus dem Zelt.

“There’s nothing fancy about it. You clear out the bad taste and move on..”

— Andy McNab

Ich packte meine Habe schon mal rudimentär zusammen und begann gleich nach dem Kaffee damit, mir einen Kühlungspegel zusammenzusammeln, was auch dank der Kiste Asgaard (aka “die trübe Brühe”), die mir Thorsten freundlicherweise mitgebracht hatte, auch kein Problem war – die Bodenkälte hatte den Flascheninhalt auf Trinktemperatur gesenkt und die Biertemperatur machte sogar unserem Kühlschrank Konkurrenz. Ich hab mal den Andreas, den ich von der Gemeinschaft der pornografischen Gottmenschen her kenne, angefunkt und herausbekommen daß er gar nich so weit von uns campt. Zeit ihn mal in 3d anzutreffen, dacht ich mir und machte mich auf den Weg. Er und seine illustre Truppe haben mich auch recht herzlich empfangen und es gab erstmal die üblichen und angenehmen “Wer zum Geier bist Du wirklich”-Gespräche, nebst Festivalerfahrungsaustausch und dem Verzehr von weiterem Kaltgetränk.


Nachdem wir ein paar Trottel dabei beobachtet hatten, wie sie zu fünft ihre Karre im Schlamm versenkt haben und uns darauf geeinigt haben, daß es sich lohnt mal vorzustapfen und zu sehen was so geboten wird, waren wir ein paar Schritte später auf dem Gelände. Tina hatte ein Klo im abgesperrten Bereich entdeckt und verschwand dort auch direkt, woraufhin sie begeistert wiederkam und erzählte, daß ein Security-H
ampel sie gefragt hat was sie dort zu suchen hatte, sie ihre Metalclub-Karte gezückt hat, ein “It’s okay, I’m with In Flames” von sich gab und wieder rauskam. Das wurde wohl ohne weiteres so gefressen.. :] Als wir da so rumstanden, entdeckte ich im Augenwinkel den Schriftzug “Stahl, Titten, Alkohol..” – HALT! Das kennste doch, dacht ich mir. Grinsend umgedreht und Tatsache, Eve war geradewegs auf uns zugelaufen. Sie und der junge Mann neben ihr waren wohl sich ständig am Bier zusammensingen gewesen und gaben auch noch ein paar laute “Metaaaaaaal!” und “Glorrrryyyyyy!” von sich, bevor sie weiter in Richtung Stage wankten.

Ich stiefelte noch etwas umher, von dem einen Lager ins nächste und wunderte mich jedoch immer mal wieder, daß ich das Camp vom Privateer nich mehr gefunden hab, bzw daß da jetzt ganz andere Leuts sich einquartiert war und von ihm und seinen keine Spur. Nungut – der Abend rückte näher und so tat es auch Stormwarrior. Fine by me. Nachdem einiges hier und da in Flammen aufgegangen war und es langsam Zeit wurde den Platz an der Partystage zu erkunden und einzunehmen, sammelten sich Alucard, Alex und ich zusammen und stiefelten hin. Ich war leider zu optimistisch, was meinen Akku von der Digi anging und so kam es auch, daß sie nach dem dritten Lied ihr Goodbyeflimmern von sich gab und ich das Konzert ohne sie genoss. Aber zur Lage vor Ort: Zwanzig Minuten vor Beginn hatte sich schon ein wenig wer zusammengesammelt. Stormwarrior-Shirts und Undergroundkutten. Zivilisierte Manieren und kein Geschubse. Zwei Minuten vor Beginn, zweite Reihe und Spannung.


Dann brach es los. Die “At foreign Shores” gehört zu meinen Lieblings-Livealben (die Dinger sind meist entweder göttlich oder verhunzt, dazwischen gibts nich viel) aber das was wir da gesehen haben, das war die DVD wert, die sie daraus machen werden!!! Lars war in Topform, das Publikum war super und als die Klassiker eins nach dem anderen losbretterten flogen die Haare nur noch. Als ich dann zum zweiten Mal “Heading Northe” hören durfte (siehe MCM-Bericht) konnte ich die Vorreude auf die kommende Platte nicht leugnen :) Zweite Reihe und nicht einmal ein Ansatz von Gedränge obwohl bis hinten alles voll war.. ein Zusammenfeiern wie ich es kannte.. Brüder und Schwestern aus Stahl! Man konnte abgehn als gäbs kein Morgen mehr und die Stimmung war herrlich. Wir gaben alles. Und die Jungs auf der Bühne auch. Hansen bereicherte das ganze noch mit einigen Hits aus der Jericho-Zeit und nach dem Konzert waren es nur noch glückliche, zufriedene und einigermaßen fertige Gesichter um mich.. so be it.Das war ein glorreicher Abschied und der Sache definitiv würdig.Ich bahnte mir meinen Weg durch die Schar an In Flames Fans die sich angesammelt hatten – ich brauch Platz um sowas zu genießen – und das war etwas was wir da nicht wirklich hatten. Die Flämchen haben auch einen verdammt guten Gig abgeliefert, aber ich habs mir lieber im Hintergrund laufend angehört und war mit meinem Kopf eigentlich schon ganz woanders. Nach einer Reihe von Unverschämtheiten wie “Scheißrocker, ausm Weg, was machst Du hier überhaupt..” und “Was? Wie, hier spielen Bands?” (so wie die aussahen war es KEIN Scherz) die mich dann so verdutzten, daß ich noch nicht mal angemessen reagiert hab, kam ich irgendwann im Lager an und ließ den Abend ausklingen. Es war vorbei. Morgen packen, Grill in die Luft jagen und ab nach Hause. Während ich irgendwann zu Corpse einpennte, wurde es in meinem Zelt schlagartig scheißhell und eine Hitzewelle drückte sich durch die Wand. Feuer. In meinem Halbschlaf drehte ich mich den wenige Meter entfernten Flammen entgegen und tat was ich sonst immer tue in solchem Fall. Ich hatte nicht wirklich vorgehabt zu Cannibal Corpse’s Fucked with a knife abzutreten, da wär mir ja Death in Fire von Amon Amarth ja schon lieber gewesen.. Nene,.. so nich.. Als das Feuer wieder aus war und die Dunkelheit samt Nachtgeräuschen á la Wacken die Umgebung wieder erfüllte, fiel ich in einen traumlosen Schlaf der Erleichterung und Freiheit.Am Morgen sammelten wir die Zelte auf und steckten alles Zeugs zusammen wie es nur ging, karrten die Autos zum Camp und ich ließ es mir nicht nehmen noch ein letztes Mal über den geschundenen und (teils wörtlich) ausgebrannten Battleground zu stiefeln als hätte ich Seelen Verstorbener aufzusammeln. Ich fand hier und da noch ein brauchbares Metallrohr und stapelte ein paar davon zusammen für unsere alljährliche Pavillion-Total-Destruction-Session. Bei der Bestandsaufnahme wurde festgestellt: Die beiden Felle von Bramann und Arthur sind verschwunden. Da Kunstfell nicht von alleine Läuft, hat sich wohl irgend ein Arsch an fremder Leute Eigentum vergriffen. Sitten sind das. :( Inmitten des Getümmels verschwand übrigens noch ein Zelt – als wäre es vom Erdboden verschluckt. Wir wunderten uns nicht, da der Besitzer einen Tag zuvor abgereist war, jedoch staunten wir nicht schlecht, als wir gehört haben, daß er es nicht mitgenommen hatte. Sitten sind das. :(

Wir ließen uns unsere Zerstörungsorgie jedoch nicht nehmen und kloppten unseren Pavillion-MKII zu Schutt und Asche. Das dauerte ob der besseren Konstruktion ungeachtet der Tatsache daß wir ein paar Leute mehr waren erheblich länger als die Jahre zuvor. Es reicht! Jetzt war der Grill dran. Eugen und Marcus schritten ans Werk und einige Sekunden später gab die Gaskatusche ein bemitleidenswertes “Plopp” von sich.. wieder Sekunden später gefolgt von einem dumpfen “Bumm” und der Grill war Vergangenheit. Unter lautem Gejubel sattelten wir auf und zogen auf die übliche Art und Weise noch einmal über den Platz, bevor es auf der Autobahn gen Heimwärts ging. Die Fahrt war wie immer recht ereignislos und ruhig, nach einem kurzen Stau, einer Sit-in-Session mitten auf der Autobahn und einigen Stunden Fahrerei waren wir wieder in Frankfurt eingetroffen, wo ich mir erstmal die Schlüssel organisieren durfte, unter die Dusche stieg und die Tage des schwarzen Wassers einläutete. Die Sachen in die Maschine, Wecker auf halb acht und ab in die Falle, Montage sind selten eine gute Idee nach so einer Woche.

Hier kommen wir nun zum Ende meines Berichts. Ich danke für die Aufmerksamkeit und das – sofern getätigte – fleißige Lesen. Wenn noch ein paar schicke Bilder auftauchen sollten, werde ich sie spätestens beim Nachtreffen hinterherwerfen oder es taucht bei Kostas schon auf. Das hier war mein letzter Bericht, der sich um Wacken dreht (man braucht keinen Doktor in Psychologie und Soziologie um das aus den vorangegangenen Zeilen herauszulesen, oder? ;) – es war schön so lange es dauerte und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei allen bedanken, die die über die letzten sieben Jahre verteilt mit mir auf jenem Festival eine verdammt geile, abgedrehte und höllische Woche geteilt hatten und für Erinnerungen gesorgt haben, die mir keiner mehr nehmen kann. Und bevor ich hier noch sentime(n)tal werde, schließe ich mit einem prägenden Zitat, daß sich immer wieder bewahrheitet hat und eigentlich älter ist als die angegebene Quelle, die ich normalerweise gern dafür benutze.
“If it is not in thy bloode, thou will never understande!”

Hail to the Kingdom of Steel!
Brother Arnoc

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Unser Stahl ist frei von lebensverlängernden Zusatzstoffen und die mit ihm hergestellten Rückstände sind zu 100% biologisch abbaubar.
 
“The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.”
--- William Shakespeare ---