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Spielleut und Narren..

May 29th, 2007

..auf der Burg! Der Tag begann mit einem Kaffee vor der Kiste und auf voller Pulle laufender Wargods of Metal. Ich polierte meine Rüstung und unternahm den erfolgreichen Versuch, meine mittlerweile aufmüpfig gewordene Haarpracht in eine altertümliche Form zu bringen, die dem kommenden Ereignis angemessen sein würde. Irgendwann, gegen eins rum dürfte es gewesen sein, packten wir uns zu viert in die Karre und machten uns auf den Weg zur Ronneburg. Dort angekommen hörten wir schon die ersten Herolde irgendwas verkünden, die üblich gewandeten Gestalten kamen uns entgegen und ich nahm das eine oder andere Schwert in Augenschein. Majid nutzte die Gelegenheit eifrig, um sich auf die übliche Art ablichten zu lassen, während ich mich erstmal auf den Weg machte, die Burg genauer in Augenschein zu nehmen..

Als erstes verschlug es mich durch den Zugang hoch auf den Platz mit dem Pranger, von da aus in die Rüst- und Folterkammer. Dann nahm ich die Backstube unter die Lupe und schaute mir den Speisesaal an. Im Gewölbekeller war eine Truppe mit Hornpfeifen zugange und einige Gäste speisten an Langbänken. Ich legte mir die entsprechende Mundart zurecht und fing an mich zu entspannen.. herrlich! Kann das nicht die ganze Zeit so sein?


Nach einem kleinen Rundgang bei den hiesigen Waffen- und Tuchhändlern stellte sich schnell heraus, daß ich mal wieder nicht genug Bares einstecken hatte, um schwer gerüstet zu werden. Wie immer. Vielleicht dieses Mal besser so. Ich holte mir ein schönes 0,5-er Trinkhorn, da mein altes noch bleibt, aber den Rentenstatus nach so ausgiebiger Verwendung erhalten hat. Das neue Horn hat eine Schwarz-nach-Weiß-Färbung, einen gebogenen Bauch, so daß es gut in der Hand liegt und lachte mich als einziges an von denen, die dort hingen – und da waren eine Menge. Ich verschaffte mir sogleich wunderbares Metbier (das Zeug kannte ich schon vom Gewölbemarkt im Final, in der Flasche ist es aber nahezu unbezahlbar) vom Stand und schaute mich weiter um.Ich kam zurück zum Eingang vom Markt und erblickte ein paar Gestalten, die mir irgendwie seltsam bekannt vorkamen. Sackpfeifen, Trommeln, kurz: Gedudel! :) Es waren niemand geringeres als Saltatio Mortis, die uns mit den Klängen erfreuten. Daraufhin luden die Spielleut das Publikum ein sie ebenfalls zu erfreuen mit Klängen in einen Hut. Ein paar Taler hat man ja immer und bevor sie einem ein Loch in die Tasche brennen, besser ist das. Der finnische Paarungstanz erheiterte uns weiter, genauso wie das Palästinalied und immer mehr sammelten sich auf dem Vorplatz, um sich das bunte Treiben anzuhören. Irgendwie erinnerte mich die Szene an Gothic I auf dem Burgplatz, wo In Extremo zum ersten mal in einem Computerspiel auftraten, mit dem eindeutigen Unterschied, daß die Stimmung wie die Überraschung größer war, weil es nicht angekündigt ward.

Der guten Stimmung nicht genug, bewegten sich die Spielleut nach einer kurzen Qualmerpause n
ach oben in den Burghof zum Teestand um dort ein weiteres Mal einige Stücke zum besten zu geben. Unter anderem auch den Salzweibertanz, nach welchem uns erklärt wurde, warum Tonträger so heißen wie sie es tun – die praktische Demonstration vor Ort war erheiternd – und mit einigen weiteren Dudelklängen war das Spektakel auch zu fortgeschrittener Stund rum, es wurde sich unterhalten, das eine oder andere Getränk vernichtet und herzhaft gelacht.“Nennt mir ein Land.. irgend ein Land..” – “Schweden” – “Richtig! Italien!”
— Eine der schmuckvollen Ansagen

Ich traf auch ein paar bekannte Gesichter mit denen zusammen wir später den Ale-Stand belagerten, Whisky verkosteten und natürlich einige interessante Geschichten austauschten. Bruce schleppte nach einer Weile einen leeren Kanister an und ließ sich betanken. Man kann das gute schwarze Ale aus dem angebrochenen Fass nicht einfach so wegschütten.. aber erstmal der Reihe nach. Majid und Cezary hatten inzwischen den Brunnenraum besetzt und fotografierten fleißig. Der Brunnen hallte herrlich und wenn man sich überlegt, daß er knapp 100 m in die Tiefe geht, wird einem schon ganz anders.. Ritterphotosessions mit einer solchen Besetzung – kein Wunder, daß da jeder an den dreizehnten Krieger denken musste, so wie sich Ibn heute anstellte.. ;) Wo war ich? Ach ja – Wir beschlossen nach einer Weile noch ein Mahl zu uns zu nehmen und kehrten im Gasthaus der Burg ein. Dort ging es zwar eher zu wie bei einem Restaurant, aber das änderte weder an der Stimmung was, noch am Hunger.

Die beiden Knipsbegeisterten wollten noch ein paar Bilder schießen gehen – was eigenen Angaben zufolge etwa 20 Minuten dauern sollte – also dackelte ich noch mal vorwärts, abwärts zum Ale-Stand, wo es mittlerweile am Tropfen war. Nachdem Cezary und ich uns mit Met zum Mitnehmen versorgt hatten und er dann zum Weiterknipsen verschwand, blieb ich den Rest der Zeit bei der Truppe und harrte der Rückkehr der Anderen nicht weit von der Stahlkutsche.“Dekadent ist man nicht, dekadent LEBT man!”
— Ian zum Thema Speck in Streifen

Im Zeltlager wurde es immer lustiger. Einige kamen, andere gingen, einige aßen, tranken, qualmten und trotz Aufbruchstimmung war die Laune doch herrlich, gastfreundlich und enorm entspannend. Ich muss sagen ich habe schon lange keine Zusammenkunft so als Urlaub gesehen wie diese hier und es war einfach klasse – vielleicht lebe ich ja wirklich in einer gänzlich anderen Welt. Ich müsste nur endlich umziehen…

Einige Streifen Speck, ein paar Schluck Ale und etwa 60 Momente Später fragte ich mich dann langsam wo die Truppe mit der ich gekommen war abgeblieben ist. Am Auto war keiner und nur der vom Nieselregen durchnässte schwarze Hund vom Nachbarzelt war dort in der Nähe geblieben und sprang mich dann auch sogleich an, wuselte fröhlich hinter mir her und wollte spielen. Ein großer schwarzer Stadtwolfwelpe.Der Nebel zog grau übers Land und als der richtige Regen kam, waren wir (leider) schon auf halbem Weg zurück in Frankfurt. Ich muss sagen, ich kann mich über den Montag nicht beschweren. Ich habe mir sogar doch eine kleine Waffe zugelegt, einen kleinen Morgenstern, der größentechnisch in meine hohl
e Hand passt. Putzige Alternative zum sonst überall verbreiteten Brieföffner-Schwert. Ich werd mal wohl schauen müssen, daß ich des Öfteren solche Events mitnehme – das tat zu gut als daß ich mir das entgehen lassen kann.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Sunday mix-up..

May 25th, 2007

..and the Knights of the round Table. Der Montag war frei gewesen und bei der Gelegenheit ging im Final die Glocke los zum Pingpong. Nevermore und LordDagor spielten eine Runde musikalisches Abwechseln. Ich hatte das – verwirrt wie ich war – so verstanden, daß es wie zu Arthurs Geburtstach auf zwei Floors stattfinden sollte. Irrtum. Leider. Die beiden Musikalisch gut ausgerüsteten (alleine von LordDagors Seite her schon) DJs haben sich am Hauptpult abgewechselt. A night in the Kitchen & A Hell to Dismember.. hätte mir eher aufgehen können. Nungut, genug der verwirrten Worte, kommen wir zu dem, was klarer ist als klar.


Ich war musikalisch nicht besonders gut beraten. Die Musikalien passten gut zu einander und das Publikum – von dem reichlich vorhanden war – schien damit auch zufrieden zu sein. So far, so good.. so what?! Bis auf die wenigen Perlen, die der Arthur ab und zu dazwischenwarf, war das eigentlich ein ziemlicher Einheitsbrei, der mir persönlich ein wenig auf die Laune schlug, zumal ich etwas unterbeschäftigt herumsaß – mit ein paar weiteren, welchen es nicht anders ging. Zugegeben, über Zero, etwas Paganmetal und Evergreens konnte man sich zwar freuen, doch war das so rar gesäht, daß ich mich nach Gründen dafür umgesehen habe.

Erster Blick durchs Publikum zeigte eine schwarzbunte Mischung an Emos, NewMett-Hampeln und sonstiger zweitklassiger Pistenkönige. Diese waren durchaus zahlreich. Ein paar Leuts traf man doch an und quatschte auf die gewohnte Art, Kleini war anlässlich seines Geburtstages auch da und fing bald an mit Hauser zusammen eine Papierschiffchenarmada aufzustellen, die irgendwann den ganzen Tisch füllte. Währenddessen baute ich an meinem Panzer, welcher die Flotte vom Land aus unterstützte.Nach etlichen Stunden Sitzbelagerung mit wechselnder Besetzung wurde es dann irgendwann vier und ich machte mich auf den Weg heimwärts, laut schallend das letzte Elaborat von Ensiferum auf den Ohren und versuchte die Bilder der quergestreiften Leute aus meinem Kopf zu verbannen. Gelang mir. Ich kippte relativ müde ins Bett und freute mich schon auf den Tag darauf.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Tactical movement..

May 24th, 2007

..and time advantages. Die Woche verlief bei mir einigermaßen ruhig. Ich hab auf der Arbeit die Möglichkeit genutzt, mich mal in WordPress einzuarbeiten, was mir wahrscheinlich noch einige Male nützlich sein wird, weil es ja etwas ist, was ständig weiterentwickelt wird und an sich für viele Dinge (ungeachtet mancher Anpassungsproblemchen, die dann meinerseits mit Wegbomberei bedient werden) geeignet ist. Mal sehen, was ich daraus noch mache.

Der Donnerstag verschlug mich mal wieder ins Final. Nach langer Zeit – ich bin schließlich schon seit April nicht mehr regelmäßig und es fehlt mir. Die Leute, die Musik.. aber da kann man wohl nicht viel tun – in jedem Fall wollte ich mir das Maiden-Special nicht entgehen lassen, sei es auch für ein bis zwei Stunden wo ich da war. Es war eigentlich erschreckend leer – wobei anzumerken sei, daß die Festivalsaison wieder auf vollen Touren läuft und dabei natürlich die Metalheads in alle Himmelsrichtungen verstreut werden. Schön wars trotzdem.


Ein paar jüngere Metalköppe, lass die mal so um die 18 gewesen sein, hatten sich in einem ganzen Rudel dort zum ersten Mal eingefunden. Abgesehen von quietschenden Sohlen hatten wir von ihnen allerdings nicht viel gesehen, weil die es bevorzugten unter sich zu bleiben. Jungvolk. So langsam kommt man sich igendwie immer älter vor.. komische Sache. Am besten gar nicht erst daran denken. Irgendwann gegen halb eins karrte mich der Dömsen auf dem Weg heim an der Fina vorbei und ich trabte gemütlichen Schrittes nach Hause, wo ich mir den Rest von Underworld II gegeben hab, bevor ich pennen ging.

Nachdem der Freitag rum war, war zu Dyrons Geburtstag eine Runde in der Zapp angesetzt, zu der Killer und ich aufgekreuzt waren, bevor wir um Marcus und Johannes verstärkt wurden. Die waren gerade mit dem Packen von Marcus Sachen fertig geworden und genehmigten sich erstmal ein ruhiges Bier. Ich war schon viel zu lang nicht mehr in der Zapp, es tat mal wieder gut und die musikalische Zusammenstellung war wieder super :) Da wir alle allerdings einen langen und beschäftigten Tag hatten, brachen wir nach ein paar Bier/Äppler gegen halb zwölf die Runde schon wieder ab und bewegten uns gen Heim. Das ließ mir zumindest noch ein wenig Zeit meine Gedanken zu sortieren und mich geistig darauf einzustimmen, was ich am Tag darauf machen würde. Marcus requirierte Dyron und mich zu einer kleinen Schlepperei in Darmstadt, weil er die Bude so schnell wie möglich verlassen wollte. Gleich wird auch klar warum.

Um 9:00 packten wir uns bei mir los, nachdem ich komplett verpennt hatte, sackten Dyron ein und tuckerten unter der Flagge von Brocas Helm nach Darmstadt. In der Wohnung angekommen, zögerten wir nicht länger und schleppten einen Haufen Krimskrams die Altbautreppen runter, wonach Marcus den Wagen holen wahr, den wir darauf beluden und besetzten, um an der neuen Bude den Kram die Altbautreppen wieder hochzuschleifen. Darauf kurze Pause bei was kaltem zu trinken. Die Treppen waren schlimmer als die Sachen – was daran lag, daß die Knie nac
h einer Weile – egal wie gut man trainiert war – die Hoch-Runter-Aktionen nicht mehr unbedingt mitmachen wollten. So viel zur Kurzfassung des Vormittages und des Mittags.“Und dann begann das Blutbad!!!”
— FBI Agent Smacker, Boondock Saints

Wir hatten nur noch den Schrank zu schleppen, da stellte sich der Exmitbewohner in den Weg und fing erstmal auf großartige Art an uns anzupöbeln. Nach einigem hin und her, verbläht mit den üblichen Beleidigungen und Verschwörungstheorien, hatten wir doch für nen Moment ruhe und sind an die Arbeit. Den Hammer in der Hand, lief der geistig definitiv mehr als nur umnachtete tunesische Suppenkasper herum und warf ein paar Brocken sinnlosen Kauderwelschs in unsere Richtung. Das is die Art von Mensch, wo man zwingend das Bedürfnis hat, sich zu waschen, wenn man den mal gesehen hat. Widerlich. Wir hatten unsere Sachen ziemlich rapide heruntergepackt und im letzten Moment, nach den Provokationen in meine Richtung, dem Zuschwallen von Dyron und dem Angiften von Marcus, wurde der Herr handgreiflich, was ihm aber auch nicht wirklich gelingen wollte, weil Marcus rechtzeitig das ehemalige Domizil verlassen hat. Was für ein unglaubliches Arschloch. Ich hab schon vieles gesehen, aber der Knabe schießt dem Fass den Boden aus. Mir ist schleierhaft wie solche Leuts überhaupt frei rumlaufen dürfen. Is schwer zu glauben, wenn man nich dabei war.

“Eine so niedere Lebensform wie ein Mensch kann einen Drachen doch nicht beleidigen.. Für Drachen sind Menschen doch nichts. Sie sind wie Grashalme für uns. Du kannst ihm nichts schulden, du musst ihm nichts glauben und er kann Dir gleich sein. Tritt drauf, weg ist er.”
— Jochen über die majestätischen Drachen (Anm. d. Red.: Drachen kann man durch Götter ersetzen in diesem Satz)

Naja, ausgestanden ist ausgestanden – wir sind ein zweites Mal zu der neuen Bude, luden aus und brachten die große Karre zurück. Genug des Umzugs – es wurde Zeit um zum angenehmeren Teil des Abends zu kommen. Grillen. Bei mir fand sich noch der Killer ein und wir machten uns auf Fleischagt. Erfolglos beim Rewe, holten wir uns beim HIT-Markt an der Fleischtheke unseren Proviant und nahmen bei Marcus in Altsachs den Grill in Betrieb.

Der Grillspaß sollte gerade beginnen, da schlug uns die erste Böe um die Ohren. Die schwarze Wolkenfront zog in unsere Richtung und brachte Wind, Wolken und Regen. Ich schwieg einige Momente, im Geist singend, spürte einige Tropfen und lauschte dem Flüstern des Windes. Wir bauten ab und verfrachteten uns in die Bude. Ich habe zum ersten Mal einen Umluftgrill zu Gesicht bekommen. Komische Sache.. nix mit Kohle oder Feuer, dafür waren die Steaks herrlich. Wir tauschten ein paar musikalische Eindrücke aus und ließen den Abend zu Van Canto und Y&T ausklingen.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Kristallschlange & heil’ges Blechle

May 21st, 2007

Der Morgen begann glorious, mit zwei Tassen Kaffee und einer entspannten Erweckungszeremonie, die den üblichen Prozess von Wasser, Haut, Haar, Leder und Ketten nach sich zog. Ich kritzelte unseren Weg nach Andernach auf einen Notizzettel, legte noch einen dazu auf den die Running Order des fünften (und für mich zweiten) Swordbrothers gebannt wurde und war abmarschbereit. Es wurde Hut, Sonnenbrille und Kutte zusammengesucht, das Zeug im Auto verstaut und schon konnten Alucard und ich Db0 vom Tengelmann abholen. Da ich zu bequem war, mir eine Playlist für die Fahrt zusammenzustellen, hab ich die Arbeits-Tracks auf random gesetzt und an den Adapter gepopelt, womit wir den Rest des Weges bestens mit verschiedenem Schwermetall beschallt wurden.

In ziemlich zügigen Schritten kamen wir über Limburg und Koblenz in Andernach an und stoppten erstmal beim Mäc, um uns Nahrung fragwürdiger Qualität zuzuführen. Einige Ecken weiter, einen U-Turn und einige Kurven später, erreichten wir das JUZ und sahen auch die ersten langhaarigen Bombenleger vor uns, die weiten Felder dahinter und die Power-Towers (of Steel), auch genannt Strommasten.


Die Musik, das Bier und die zum Teil grillenden, zum Teil schwankenden Metallermassen weckten ein Gefühl, daß man IMMER hatte, wenn man auf einen Battleground kam. Zuhause! Kutten, Haare, Bier – Musiker mitten unterm Volk.. ich liebe es. Wir schauten uns ein wenig um und ich ergeierte mir sofort einige Tonträger, welche in meiner Sammlung noch fehlten, sowie ein oder zwei Shirts – wie es bei mir eben auch usus ist. Den Krempel in der Karre verstaut und ein paar Burger vertilgt, dann waren wir bereit für die Schlacht.“We have some of steel. And that one is of plastic – it sucks.”
— Alucard kommentiert die LandschaftDie Eröffnung haben Deja Vu geleitet und ließen es gleich mal ordentlich krachen. Die Stimmung kochte sich langsam auf und immer mehr Publikum fand sich bei der Bühne ein. Nach einer donnernden und gröhlenden Runde “Heavy Metal Breakdown”, bei der auch so manche Haare flogen, folgte “Nightmare” und damit haben die Jungs die Menge soweit gehabt, daß nach “Catch me if you can” der Grundstein für einen unvergesslichen Tag gelegt worden war.

Bestens gelaunt und schon so ziemlich im eigenen Element, harrten wir der Ankunft von Crystal Viper. Eigentlich waren CV, Sacred Steel und Blitzkrieg die Bands wegen denen ich hauptsächlich hergekommen war und in anbetracht der Tatsache, daß mich die Kristallviper durch so manche trübe Stunde in den letzten Wochen gezogen hat, war ich enorm gespannt, wie der Auftritt der polnischen Gäste wohl laufen würde. Der Anfang war relativ happig. Als das Intro begann, hatte die eingelegte Konserve einige Sprünge und Knister und Hänger. Die Nervosität machte sich bei der Band breit und man sah ihnen für einen kurzen Moment die Un
sicherheit deutlich an. Damit war Sense, als die Gitarren eingriffen und “Night Prowler” losbrach. Nach den ersten paar Tracks wurde klar, daß die Vollblutmusiker keinerlei Grund gehabt hätten unsicher zu sein und die Band, sowie das Publikum machten eine Riesenparty draus.

Leather Witch, zunächst ganz in weiß, war wohl etwas kleiner als ich sie mir vorgestellt hatte, was allerdings nicht das Geringste an ihrer Stimmgewalt und ihrem Auftreten änderte. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, beim “Last Axeman” meine mitgebrachte Axt als Gitarre und Jubelinstrument zu schwingen. “Fury” und “City of the Damned” waren ebenfalls der Hammer und die Stimmung war einfach super. Ich muss sagen, ich war schwer beeindruckt, denn meine Erwartungen wurden mehr als Erfüllt! Als dann aber Mutze (of Sacred Steel) die Bühne enterte und verkündete, daß sie gleich“Flaming Metal System” spielen würden, kam ich aus der Freude nicht mehr raus. Der Nacken litt wie die Stimme unter dem Manilla Road Cover und die Wellen hereinbrechenden und hineinschneinden Stahls und Schalls waren einfach nicht mehr zu beschreiben.

Nach Crystal Viper brauchten wir erstmal was kaltes zu Trinken und nutzten die Gemütlichkeit uns einen Moment in die Sonne zu hängen und mal etwas Frischluft zu tanken. Das JUZ ist für vieles berühmt, aber für die Luft ist es zum Teil völlig zurecht berüchtigt – man hätte sie schneiden, in Kisten packen und rauskarren können. Eine Raumtemperaturwarme Kombo namens Stikky Fykk hatte sich als nächstes auf der Speisekarte des Bühnenmenüs befunden, jedoch verpassten wir sie irgendwie und bummelten, tranken ein oder zwei Bier und hingen in der schwermetallischen Gegend rum.

“No, I by myself am just stupid. It’s just when I talk, I’m funny.”
— Db0′s communication philosophy

Das hatte sich soweit auch als die besser Lösung rausgestellt, sofern man nicht mit Lippenstifft an der Backe und über und über mit Bonbons und Konfetti auf den nächsten Gig warten wollte, die Damenkleiderträger hatten dort, dem Bodenbelag hinterher nach zu urteilen, dort eine Art Karneval im Schnelldurchlauf gefeiert. Naja, wems gefällt, der soll halt. Als nächstes standen Desperation aus Belgien auf dem Programm und das klang auch durchaus solide, was sie von sich gegeben haben. Klassischer, guter alter Hard’n'Heavy wie es sich gehört. Die Einflüsse in den Bewegungen und in den Metaphern waren unverkennbar und damit war im Grunde auch klar, daß diese Mannen hier richtig am Platze waren, wobei ich eigentlich sagen würde, daß sie sich sicher auf dem KIT nicht schlecht machen würden.


Nachdem Desperation fertig waren, merkten wir langsam, daß das ständige Stehen doch irgendwo seinen Tribut forderte, vor allem, was Wachheit anging und mangels Kaffeestand (der aus mir völlig unbegreiflichen Gründen abgeschafft wurde) tingelten wir nochmal nach Andernach rein und versorgten uns mit dem nötigsten, was auch das Abendessen für den Tag darauf beinhaltete, weil ich komplett vergessen hatte, daß am Tag darauf nichts auf hat und mein Kühlschrank leerer war, als die Trinkegeldbüchse eines englischen Küchenchefs. Bei der Rückkehr schallten uns Reaper entgegen und schienen mit nicht allzu zahlreichen, aber dafür um so mehr erfreuten Fans ihre Freude zu haben. Mal Doom, mal eher thrashiges, mal klassisch wie Leder, mal Breaking the Law.. wenn man bedenkt, wie alt die Band ist, fand ichs schon schade, daß nur so wenig Leute da waren – aber das war dieses Mal sowieso irgendwie komisch mit der Besucherzahl.
Genug gestanden, der Kaffee kickte noch nicht so ganz, haben wir uns auf die Steine und Wiese vor dem Eingang platziert und sind dort erstmal ein weilchen geblieben. Valkyries’ Cry aus Kanada haben wir uns von außen angehört. Zum einen weil es drinnen doch recht voll und somit richtig warm wurde, zum anderen, weil weder ich noch einer der beiden anderen mit dem Sound nicht wirklich was anfangen konnten. Mir war das irgendwie zu hektisch und zu ungeordnet. Böse Zungen behaupten, ich nenne sowas “viel zu progressiv”. ;) Tu ich das? :P Irgenswann waren Arctic Flame an der Reihe und wir begaben uns nach Fleisch im Brot oder wahlweise unter Ketchup/Curry ertränkt, wieder in die Halle. Bis auf einige einzelne Stellen, muss ich sagen, haben die nicht so reingehauen wie ich gerechnet hatte. Irgendwie schien es ein wenig, als wäre da die Luft raus, als ich mich an die Hörproben erinnerte. Bei einigen Songs gings schon, aber so an sich hat es mich leider nicht vom Hocker gerissen.
Wir hatten es uns gerade in der Umbaupause gemütlich gemacht und belagerten das Auto, als wir vom inneren der Halle enorm trwe Klänge hörten. Eigentlich sollten Emerald spielen, doch was da wohl tatsächlich lief, war “Battle Angel” und die Truppe, die auf der Bühne stand, war niemand geringeres als Sacred Steel. Hatten die getauscht gehabt? Waren Emerald ausgefallen? Verwirrung machte sich breit, wurde aber sehr bald hinfortgefegt von dem schallenden “Hammer of Destruction”, “Open wide the Gate” und “Metal reigns supreme”, und so mental zunächst etwas unvorbereitet, bestaunten wir die schwäbischen Heiligblechler auf der Bühne, good as ever. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, wenn ich zurückdenke, wann ich sie zum ersten Mal gesehen hatte – das war noch in der Hafenbahn damals. Glorious wie die sich weiterentwickelt haben seit da.. Mal was von der Bloodlust, mal w
ieder zur Wargods of Metal, zwischendurch noch “Generally Hostile” von Panzer.. Durchatmen war nich!


Es war eine einzige Urgewalt. Ich war wieder da. Nach der TTD-Katastrophe auf dem KIT, war das hier eine um so größere Wohltat. Stahl. Blut. Es war ein herrliches Konzert. Gegen Ende hin, kam Leather Witch als Verstärkung auf die Bühne und sie legten “Wargods of Metal” im Duett hin. So muss das sein.. So einen regen und spaßigen Austausch hab ich seit Labyrinth und den Nocturnals nicht mehr gesehen. Die Zugaben hatten es auch in sich, erst nach “Slaughter Prophecy” haben sie Ruhe gegeben und den Nacken konnte glaub ich keiner mehr spüren, der am Ende noch dabei war.Happy und eigentlich ziemlich erledigt, kehrten wir uns zusammen und packten uns ins Auto. Blitzkrieg wär eigentlich noch als Abschluss die Dröhnung gewesen, aber da ich gewährleisten wollte, daß meine Truppe gut nach Hause kommt und ihr Fahrer NICHT auf den endlosen Straßen ohne Kaffee ausversehen einpennt, war das konditionsmäßig nicht mehr zu machen. Das nächste mal nehm ich eine Thermoskanne mit, wenn ich fahren muss. Und ich werde versuchen vor drei pennen zu gehen den Abend davor. ;) Eine sehr ruhige Fahrt auf einer fast komplett leergefegten Autobahn später, waren wir in Kürze wieder in Frankfurt angekommen. Ich verteilte die Leuts in der Botanik und machte mich auch heimwärts. Ich ließ die Sachen zunächst im Auto, das war mir dann zu viel Schlepperei, dazu war morgen auch noch Zeit. Das typische Pfeifen in den Ohren begleitete mich in die Nacht, als ich mein Rüstzeug ablegte und mich in meine Gemächer zurückzog. Was für ein Tag. Was für eine Nacht.Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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Grillen for Glory

May 19th, 2007

..is as good as ever! Nachdem uns das Wetter am Mittwoch und Donnerstag einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und man sich über die Tage mal hier, mal da hat blicken lassen, landet man eh wieder da, wo es lodert. Diestmal hatten wir dreierlei zu feiern: Killer hatte es nur noch wenige Wochen bis zum Etappenende seiner momentanen Anstrengungen und gerade prüfungstechnisch einiges hinter sich gebracht, Alucard war wieder in Frankfurt und Melli hatte nach etwa 7 Jahren mal wieder was von sich hören lassen und so nutzten wir die Gelegenheit, eine Runde zusammenzutrommeln, die sich z.T. echt lang nicht mehr gesehen hat. Göhrk war erfreulicherweise auch irgendwann dazugekommen und nach einigen Lots- und Logistikproblemen, haben Dyron, Marcus und JustJoe ebenfalls hingefunden :)

Ich baute die Fackeln auf und betankte sie, Göhrk und Killer taten ihr bestes das Feuer in Gang zu bringen und nach einigen Ausflügen zum hiesigen REWE war das letzte Grillgut besorgt und sogar die Musik unter Dach und Fach. Killer erfreute sich besonders seines frischgepflückten Trinkhornes und der Met (of Kanister) floss in entsprechenden Strömen. Etwas später, nämlich nachdem es wirklich gelungen war das Feuer einzuladen, hatten wir das Gitter bereitgelegt, um die Speis’ drauf zu garen.

“Du hast da was zwischen den Fingern..”
— Marcus kommentiert Dyrons Wartehaltung

Timing war mal wieder göttlich, denn kurz nachdem sich Dyrons Messer durch das schnitzelschützende Plastik gesenst hatte, stand jener mit ordentlich Fleisch an der Hand vor den glühenden Kohlen. Nur das Gitter war nirgends zu sehen.. Kein Wunder, es befand sich in der Reinigung. Und das doch für einen für ihn nicht enden wollenden Moment..

Einige Zeit später bastelte Melli Göhrk einen Götterkranz, mit dem er eine Götzenstatuette aus der griechischen Antike versuchte nachzustellen. Der Erfolg blieb nicht ganz aus und er ließ sich eifrig feiern, bevor sich das hübsche Gestrüpp von den Stoppeln auf den Tisch neben die Musicbox begab. Wäre Göhrky ganz in Weiß oder mit einer Tunica/Toga bekleidet gewesen, hätten wir nur noch eine Medusa gebraucht und einen Säulengang, um aus Dömsens Garten eine Sehenswürdigkeit zu machen.

Musikalisch spuckte der Pod gescheit mit Hard’n'Random um sich, bis Martin, Göhrk und einige andere (größtenteils finalansässige) Chaoten dann irgendwann Savatage- und D&W-singend eine Chorgruppe aufzumachen drohten. Zugunsten des nordischen Getränkeguts wurde dann allerdings entschieden, die Kehlen nicht weiter vertrocknen zu lassen und dazu musste natürlich wieder die Eiche und der Met zur Untermalung her. Einige Zeit später entschied sich der Göhrk, wir hätten nicht genug bier und beschloss noch zwei Kisten Öttinger anzukarren, die aber den Abend über nicht weggingen und die ich dann am Ende zum Swordbrothers mitgenommen hab, weil er keine große Lust hatte sie mit dem Fahrrad durch die halbe Stadt zu fahren.

“Hier, nehmt die mit, verteilt die morgen, macht Euch ein paar neue Freunde.. was weiß denn ich?!”
— Göhrk und Bierentsorgung

Wir vertrieben uns die Zeit mit dem verschiedensten Tun und genossen munteres Beisammensein, bis mir irgendwann der Schädel begann zu dröhnen. Etwas ZeroCoke später ging das dann auch wieder etwas besser, wir entschlossen uns dennoch, uns bereits gegen halb zwölf vom Acker zu machen, da am Tag darauf ja noch einiges anstand..

Ich fuhr Killer und Dyron erstmal heim und schleifte Alucard dann noch mit zu mir, wo ich erstmal begutachtete, was er alles im Ritterladen mitgenommen hat. Es war klar wie das Wasser aus unseren Tälern, gelb wie reife Weizenähren.. ehm.. ja. Öhm, Met! :) Den Kilt, den er sich über die Tage da ebenfalls geholt hatte, trug er ja auch den Abend lang über und es schien sich bei diesem Wetter wohl durchaus bewährt zu haben.

“Der Song handelt von Äxten und Trollen, aber eigentlich geht es darum, daß Bier ziemlich gut schmeckt!”
— Ensiferum in einem Interview

Wir unterhielten uns noch eine Weile über dies und das, tauschten musikalische Inspiration aus und überlegten uns, wie wir den morgigen Tagesablauf am besten gestalteten. Der Tag an sich war – so chaotisch es am Anfang ausgesehen hat – durchaus geil gewesen, ich hab es sogar noch geschafft, meine Großeltern zu besuchen. Schad war nur, daß der Joki kurz vor dem Losziehen seinen Marschbefehl für 5:30 bekommen hat und uns dann nicht mehr mit seiner Anwesenheit beehren konnte.

Hail to the Kingdom of Steel!

Brother Arnoc

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“The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.”
--- William Shakespeare ---