Und so sollte also mein Abend beginnen, in einem Jahr, enden in dem anderen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht wie ich mein Silvester zubringen würde und habe mich dazu entschlossen, ganz entgegengesetzt meiner Stimmung, doch aus dem Haus zu gehen. Die Planung war simpel – ich würde mit Toni und Nina (die semiunerwartet hinzukam) ins Hard Rock fahren, dort auf Liz treffen bevor sie in die Batsche fuhr und dann weiter zum Jochen, der wahrscheinlichst daheime sein würde. Gesagt getan also – das Projekt der Party beim Tuschl grad mal abgesagt, kamen auch schon die beiden Wackianer bei mir an und es gab ordentlich (und unordentlich) Kaffee. Ich hatte meinen Pfefferwurz schon fertig und der Flachmann erfreute sich klirrender Kälte des Kühnschranks. Der wurde sogleich gekillt, nebst ein paar Zigaretten und noch mehr Kaffee, während wir uns ne Runde Sodom reingezogen hatten.

Nach einiger Verfahrerei kamen wir im Hard Rock an und erfreuten uns der Tatsache, daß wir noch einen Platz ergattern konnten. Liz war bereits vor Ort, aber von Arthur abgesehen war von den anderen keine Spur. Nungut, wie es ist, isses eben. Kurz mit Arthur gequasselt, eine Runde Getränke geordert und dann gingen ein paar recht heitere Debatten los, die wir aber recht zeitig wieder aufgaben, weil bei den verschiedenen Standpunkten zwischen Toni und Nina vs. mich und Liz einfach kein Blumentopf zu gewinnen war. Nach kurzer Klärung, wie man denn nun mit Tonis Karre, die in der Textorstraße wartete von Altsachs nach Bergen kommt, waren die beiden allerdings schon verduftet und Liz und ich machten uns gen Ostbahnhof um dem sachsenhäuser Geballer frühzeitig zu entrinnen und dahin zu kommen wo wir hin wollten.

Nachdem ich beim Jochen eingefallen war und ihn beim NCIS-Glotzen vorfand, schloss ich mich ihm an und wir schauten ein paar Folgen der Staffel 2 noch durch. Währenddessen killten wir das kleine Mitbringsel zu Weihnachten, eine Flasche “Russkij Standard” – und das in so milden und kurzen Zügen, daß es gar nicht mehr anders ging als nachzuschenken. Wir begannen mit dem obligatorischen Unfug und machten wieder mal allerlei blödsinn, bevor wir irgendwann kurz vor Ladenschluss was zu essen bei Food Rockers orderten und uns NCIS-Folgen bis zum bitteren Ende zu Gemüte führten. Die Schlange hat sich mittlerweile an mich gewöhnt gehabt und wir starrten uns bei meinen sporadischen Besuchen im Wohnzimmer gegenseitig an und zeigten uns die unverschämte Zunge. Ich fühlte mich, wenn auch ein wenig vom Regen durchnässt – sehr wohl und das Feuerwerk und das Wetter taten ihr übriges.


Gegen halb Fünf rum, begannen wir langsam abzubauen und vertagten die nächste Folge auf die noch mit Sicherheit bestehende Gelegenheit beizeiten. Ich machte mich auf den Weg zu Anna, wo ich gedachte Maddin anzutreffen, der tristerweise zuvor den Biernotstand verkündete. Als ich da ankam, h
ing mir ein seltsames Schild entgegen, an dessen Kriterium Nummer 2 ich wohl seinerzeit nicht ganz unbeteiligt gewesen bin..
“Oh mein Gott, der macht das ja wirklich!”
— Alucard beobachtet Exbier metertief fallen
Die üblichen Verdächtigen waren da. Man könnte fast meinen, es wäre Dienstag und man wäre im Final aufgetaucht. Maubi war einer der wenigen, denen man die vernichtete Menge Sprit angesehen hatte. Was sich auch unter anderem dadurch zeigte, daß er eine Weile gebraucht hat, mich wahrzunehmen, denn mit mir hat er eigenen Angaben zufolge überhaupt nicht mehr gerechnet. Genausowenig wie wohl so manch anderer. Bestandsaufnahme! Wir kartographierten die Trunkbestände und stellten die aus unerfindlichen Gründen heil gebliebene Wiki-Blut-Flasche kalt, gaben uns aber noch gut Vorspeise mit widerlicher Plörre und ihren Derivaten.


Nach einigen musikalischen Ausschweifungen Childreniger und DarkAgeiger Art, etwas Insomnium und einer Pulle Wiki, ist letzten Endes die Belegschaft langsam aber sicher aufgebrochen und hat nur ein paar zerstörte (einige geistig, einige körperlich) zurückgelassen. Es wurde um halb sieben also auch für mich Zeit, mein Zeug zusammenzusuchen und loszuziehen. Mit Freedom Call und Gamma Ray in den Ohren bahnte ich mir also meinen Weg nach Hause.
Das Fazit des Abends war, ich war trotz allem ziemlich zufrieden. Es hätte schlimmer ausgehen können. Die die ich unbedingt sehen wollte, die hab ich gesehen. Alle anderen können warten, es war ja nicht der letzte Tag auf Erden. Zumindest nicht für mich. Vielleicht bleib ich das nächste Silvester gänzlich daheim? Oder wird es genauso wie dieses, ein Nomadieren? Wer weiß das schon? Ich habe jetzt ein Jahr lang Zeit, mich nicht dadrum zu kümmern.
Das Jahr ist vorbei. Lassen wir es gehn.
Hail to the Kingdom. The Kingdom of Steel!
Brother Arnoc