Agrimm Doomhammer & Manilla Road

Ich kam punktgenau zum Konzertbeginn im Atzehoe an, hab meine Karre in frankfurter Guerilla-Parking-Manier draußen vor der Grünfläche abgestellt und stapfte voller Vorfreude in die schon mit ordentlich Druck gefüllte Halle. Dem Bass mischten sich Gitarrenklänge und Daniels Screams hinzu und ich suchte mir einen guten Platz rechts vor der Bühne, wo ich auch gleich ein paar bekannte Gesichter entdeckte. Agrimm Doomhammer griffen in die Vollen und lieferten ein abwechslungsreiches Set ab, was nicht zuletzt ihren vielzähligen Einflüssen zu verdanken ist – King Diamond, Reverend Bizzare, Helstar, Ritual Steel (surprise surprise) und Blitzkrieg, um nur einige zu nennen an die ich mich erinnert fühlte. Musikalisch und von der Stimmung her waren sie in ausgezeichneter Form und es dauerte nicht lange, bis der Funken aufs Publikum übergriff. Zwischen den Songs fand der junge Mann hinter dem Tellerregal auch Gelegenheit, auf der Bühne seine Freundin mit einer Heiratsabsicht zu beglücken und so war das vermutlich für das Bandumfeld selbst gleich doppelt feierlich, immerhin waren sie nicht umsonst im Vorprogramm von den alten Göttern gelandet, sondern aus inniger Verbundenheit, wovon nicht zuletzt auch das rote Manilla Road Shirt welches Daniel trug zeugte.

Als die ersten Herrschaften ihre Instrumente niedergelegt haben, war die Stimmung bereits so gut, daß man hätte den Hauptact direkt auftreten lassen können – gibt nicht viele Bands, die gerade emporkommen und das auf mehr oder weniger Anhieb hinbekommen. Aber es gab ja noch Die Void, die uns die Wartezeit verkürzen sollten während wir uns über einige handwarme Biere hermachten. Ich fand die eher weniger spektakulär, was aber vermutlich eher am Kontext lag. Sie passten meiner Meinung nach nicht so recht ins Billing, war ihre Musik irgendwo zwischen Soul Doctor, Astral Doors, Cheap Turtle und Cornerstone vorzufinden. Nette Ecke aber andere Ecke, sag ich zu sowas gern. Zwischenzeitig wurde ich noch in den Tourwagen verschleppt, wo zu meiner großen Freude und Überraschung Manilla Road in tiefster Entspannung auf den Gig wartete, während sie zufrieden einige Biere ihrem Schicksal überführten.

Einige Momente später kamen die Herren aus Kansas auf die Bühne und legten los. Hauptsächlich bestand das Set aus schönen alten Songs, größtenteils aus der Mystification, Open the Gates und Crystal Logic Ära, sehr zu meiner Freude. Zwar fanden auch Stücke vom neuen Album ihren Weg in das Programm, reihten sich aber aufgrund von Art und Stil nahtlos in den Rest der mitreißenden Klassiker ein. Dazu bleibt eigentlich vor lauter Begeisterung meinerseits nicht viel zu sagen, Manilla Road sind einfach großartig, wie auf Platte so auf der Bühne und da vor allem Mark glänzend in Form war, gabs seinerseits auch mehr Stimmeinlagen als ich es von den letzten Gigs in Erinnerung hatte. Ein wunderbarer Abend mit toller Musik, in einer leicht überhitzten Location mit mäßig temperiertem Bier – schöner Beitrag zu einem gelungenen Wochenende!

Now playing: Manilla Road - Astronomica | Stimmung: Davondriftend

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