Archive for Juni, 2014

Auf der Enter JS 2014

Anfang des Jhares beschlossen mein Kollege Martin und ich auf die EnterJS in Köln zu fahren, um uns die volle JavaScript-Dröhnung zu verpassen. Wir hatten bei unserem Besuch in Würzburg, aber auch danach immer mehr darüber erfahren wie viel wir in dem Bereich noch nachrüsten konnten und sollten, also ließen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen. Ich wollte unbedingt mein Wissen über node.js und seine Ableger vertiefen, Martin wollte punkto Frontend sein Wissen aufstocken und so trafen wir uns wochenends im Zug zu einem Alster und einer ungewohnt langen Bahnfahrt in den Südwesten.

Das Hotel war eher von bescheidener Wahl gewesen, irgendwie haben die es wohl versiebt auf ihrer Website mitzuteilen, daß sie gerade zwei komplette Stockwerke renovieren und deshalb überall anders alles voll ist mit Krempel, der eigentlich eher nach Baustelle als nach was anderem aussieht. Egal, wir waren ja nicht zwecks Erholung dort. Die Veranstaltung begann am Tag nach unserer Ankunft und wir besuchten ersteinmal alles was uns vor die Flinte kam und versuchten gleichzeitig eine möglichst weit gestreute Abdeckung der Themen zu bekommen. Nach einer Weile kristallisierten sich drei grobe Richtungen ab: Die einen Talks waren von den führenden technischen Köpfen im JavaScript-Bereich, die anderen waren thematisch etwas weitgefasster und somit zurecht keynotes, und die dritten waren einfach von irgendwelchen Businessfratzen, die sich profilieren wollten mit so einer „unsicheren, unerprobten und ungewohnten“ Technologie wie JS echte Projekte zu machen. Letztere waren eigentlich eher Präsentationen für ahnungslose Stakeholder verbrämt mit einer Mischung aus Geheimhaltung und Selbstbeweihräucherung, also eine komplette Zeitverschwendung für das Publikum vor Ort.

Wir beschlossen, die dritte Kategorie der Talks von nun an sausen zu lassen und uns auf die anderen zu konzentrieren, klappte auch ganz wunderbar. Was mich übrigens in Begeisterung versetzt hat, war die kulinarische Verköstigung auf der Konferenz. Sie hatte ganz klar Sternrestaurant-Qualitäten und war auch keineswegs knapp bemessen, so ließ es sich bis zum abendlichen Steakhausbummel gut aushalten.

Nach zwei Tagen guter und solider JS Info ging es für uns erstmal in die Workshops, ich selbst hatte einen node.js Kurs bei Golo Roden gebucht gehabt, dem Mitausrichter der Konferenz und Autor auf dem Node-Gebiet. Wir bekamen einen guten einstieg und spätestens nach der ersten Halbzeit konnten wir einen Service wie bit.ly vom Funktionsumfang nachbauen. Ein bißchen waten durch die NPM-Pakete, ein kleiner Besuch in der Callbackhölle, die keine war, alles in allem sehr lohnenswert.

Köln selbst ist gegenwärtig eine riesige Baustelle, überall stehen nur noch Hausskelette, alles ist entkernt und überall sind Absperrungen. Ich bin sehr gespannt was das wird, wenn es mal fertig ist, aber was es jetzt ist und wie es wirkt, das kann man mit dem Wort „verlassen“ sehr gut zusammenfassen. Der kölner Dom war natürlich dennoch einen Besuch wert und das römisch-germanische Museum selbstverständlich auch, ein kleiner Rheinspaziergang und ein paar gemütliche Kölsche waren auch noch drin. Aber dann verließen wir nach unserem Anteil Wissen auch diese Stadt, ich hoffe nächstes Jahr wird es ähnlich Nahrreich.

Now playing: Megadeth - Something I am not | Stimmung: Neugierig

Die Zeit verfliegt rasend schnell..

..und ich komm vor alltäglichem Twist aus Wahnsinn und Methode kaum dazu hier mal ein Wort dazu zu verlieren wie es läuft. Es ist sogar eher so, daß sich die kleinen und mittelgroßen Ereignisse überschlagen und sich auf meinem Kopfinternen Schreibtisch immer mehr stapelt, was ich hier gern unterbringen würde. Wenn ich mal dazu käme! Ich bin leider (oder besser vielleicht „zum Glück“) mittlerweile im Büro so sehr eingespannt, daß ich definitiv nicht mehr dazu komme von dort aus hier ein paar Zeilen geistigen Summasummarums niederzulegen. Aber fangen wir mal mit einem absolut durchschnittlichen Tag an, wie er in den letzten Wochen und Monaten immer wieder vorkam: ein Dienstag.

Ich stehe nach ungeführ 7 Stunden Schlaf um kurz nach 9 auf und mache mir einen Kaffee. Es ist hell, es ist kalt und draußen randaliert wieder die Brut der Nachbarn durchs Treppenhaus. Vor dem Haus fahren massenweise Autos, Busse und Kinderwagen mit kreischendem Personal hinten dran. Alle müssen irgendwohin und verlieren keine Zeit. Ich mach das Fenster zu, setze mich auf den Hocker an der Heizung und warte bis die Senseo fertig ist mit Blubbern. Dann Rechner an, Nachrichten, Kaffee und eine qualmen. Auf dem Umweg durchs Badezimmer such ich mir die passenden Klamotten zusammen und knote mir meinen Zugangschip an die Gürtellasche, Schlüssel einstecken, Geldbörse, Telefon und – ganz wichtig – Sonnenbrille. Ohne die käme ich vermutlich nicht einmal bis zur Garage ohne zu erblinden.

Der Verkehr ist meistens erträglich, etwa zwanzig Minuten später stelle ich mein Auto auf dem äußeren Rand des Firmenparkplatzes ab und watschel immer noch nicht richtig wach in meine kleine Dunkelkammer, die genauso gut hätte aus Deus Ex: Human Revolution stammen können. Technik aufgebaut, wieder Kaffee, raus und aufs Taskboard gucken. Die anderen sind meistens schon da und machen irgendwas. Paul (unser Externer) ist zum Glück jetzt auch wieder zurück nach seinem kurzen Ausflug anderswohin, ohne den würden wir vermutlich am Stock gehen und uns gnadenlos in unserer eigenen Software verlaufen. Zumindest noch ist das der Fall, wir lernen alle gerade wie man das macht was wir da tun und er hat etwas über 10 Jahre Erfahrung mit dem System, also hagelt es saftig DOs & DONTs. Sehr glorreich. Um elf beginnt dann das Daily Scrum, 15 Minuten voll mit „ich erzähl Euch was ich gemacht habe und machen werde“ – ein mal reihum, damit auch jeder das Team durchinformiert hat.

Irgendwann nach 3 Stunden Codegewitter oder irgendwelchen Meetings (daran mangelt es uns besonders Dienstags nicht, alle zwei Wochen gibts vier am Stück und danach ist der Tag rum, nennt sich Sprintende), gehts in die Pause, danach in der Regel zu zweit vorm Rechner wieder an den Code. Mit ein wenig Glück hängen am Ende des Tages weniger Zettel am Board als zuvor und man hat das Gefühl etwas geleistet zu haben. Kurz vor Feierabend checken wir den Code ein und dann geht der Kasten zu, Zeit ein paar Dartpfeile zu schwingen!

Leider ist unsere bevorzugte Kneipe mittlerweile zu, der Betreiber hatte irgendwie nicht mehr so richtig Lust, scheint es. Der einzige Ort, wo man in Tornesch sonst einen Pfeil gescheit werfen kann, ist der Sportverein in der alten Post (die haben Billiard und Dart und noch ein paar andere Sachen), ich mag das Licht dort zwar nicht und die Wände wirken kahl und kalt, aber das Equipment ist brauchbar und man lässt uns in Ruhe werfen (ich bin bei so Vereinen nicht so gern der involvierte Typ). Die Dartscheibe an der Arbeit fehlt mir jedenfalls, seit dem Umbau gabs da irgendwie eine Umhängaktion und die zog sich und irgendwie musste noch ein Schalldämmer her und so lag die jetzt für Monate bei Claus im Büro und staubte vor sich hin – und das wo ich diese kleine Ablenkung gut hätte gebrauchen können.

Nach den üblichen 2-3 Stunden Werferei gibts noch einen Stop beim Supermarkt (sollte noch Bedarf an irgendwas sein) und es geht ab nach Hause. Kiki ist meistens zu dem Zeitpunkt schon von der Uni zurück und wir erzählen uns vom Tag, während ich irgendwas leckeres koche oder wir einen dieser leckeren Weine aufmachen. Danach gibts noch ein paar untote Pixel zum zerballern oder wir geben uns eine Dröhnung Game of Thrones auf unserem wirklich irre bequemen Sofa. Manchmal treibts uns aber auch raus, mit etwas Feuerholz an den Elbstrand oder zur Nacht hin um den Block, frische Luft schnappen. Da ich aber nicht mehr den Luxus des irgendwann-zwischen-elf-und-zwölf-arbeitens habe, wird es eher selten spät oder aber es geht zulasten des Schlafes. Ein ganz normaler Tag.

Now playing: BSG OST - All along the Watchtower | Stimmung: Dizzy