Archive for August, 2013

Back in Wacken Town

Um die Festivalsaison ein wenig abzurunden und ein paar Freunde wiederzutreffen, beschloss ich dieses Mal in Wacken vorbeizuschauen. Allerdings anders als man denken mag – nur auf einen Kaffee! Ich koordinierte mich mit Eugen und Arthur, die wie gewohnt seit Montag oben waren und bin am Mittwoch nach der Arbeit direkt hochgefahren. Da Tornesch auf halbem Wege liegt, versprach es eine zügige Anreise zu werden. Doch weit gefehlt! Die Autobahnen waren bis jenseits von Hamburg dicht und ich ließ mich von ein paar Eingeborenen beraten, welche Wegalternativen für mich in Frage kämen um die zulaufenden Besucherscharen zu umgehen. Am Ende gabs nur einen Weg, der was her gegeben hat – ein mal von hinten durch die Brust ins Auge schießen, an Fähre und Brücke vorbei übers Umland – so konnte ich von der anderen Seite des Städtchens anreisen und würde mir das Warten und die zahllosen Autoschlangen ersparen.

In dem Dorf angekommen suchte ich vergebens einen Parkplatz, war doch alles vollgestellt mit Büdchen die Getränke verkauften oder Rettungskräften. Ich ignorierte ein paar „Durchfahrt nur mit Genehmigung des Veranstalters“ Schilder und suchte mir irgendwo in den Seitengassen hinter der Apotheke ein ruhiges Plätzchen abseits der Leder- und Shirt-Bevölkerung. Ich kam „Zur Post“ und traf dort sogleich die Truppe, Eugen hatte inzwischen Arthur ausfindig gemacht, Uli, Björn und Mark waren auch mit dabei. So saßen wir, quatschten ein wenig und beseitigten Radler, Biere und Kaffees in der Frühabendhitze. Nach einer Weile wurde es aber ein wenig frisch und etwas dunkler, also beschlossen alle langsam wieder zum Zeltplatz zu stiefeln und ich machte mich auf den Heimweg.

Obwohl es ein nettes Gefühl gewesen war wieder in dem Kaff vorbeizuschauen, welches mir fast 7 Jahre eine Heimat abseits des Alltags war, war ich mehr als froh, wieder zu gehen und mit Wacken nichts mehr zu tun zu haben. Es war recht befreiend, dem Dorf den Rücken zu kehren und festzustellen – das war für mich jetzt genug Wacken-Feeling. Am Horizont klappte auch schon die erste Gestalt zusammen, die ich mitbekommen habe, die Sanitäter kamen mit einer Trage. Offenbar bin ich ein bißchen zu alt für diese Art von jugendlichem Exzess. Ist auch ganz gut so. Schön wars natürlich trotzdem, die Bande zu sehen.

Now playing: Arija - Goodbye Norfolk | Stimmung: Irgendwo zwischen happy, nostalgisch und angewidert